Ankhaba – Aufstieg und Zerfall der Untoten und ein menschliches Ende

Ich hatte vor ganz langer Zeit einmal die Idee zu einem Vampirroman. Alle fünf Jahre vielleicht kam er mir unvermittelt in den Sinn, ich malte ihn wieder und wieder neu aus. Leider fiel mir nie ein guter Schluss ein. So blieb er unvollendet in meinem Kopf liegen. Außerdem würde nie ein Verlag Interesse dafür finden, da war ich sicher. Es fehlte einfach so ein bisschen Motivation, einmal wirklich anzupacken!
Dann aber reisten wir nach Ägypten. Ich hatte vor dem Urlaub wieder einmal die Vampire im Kopf und nahm ein Vampirlexikon und ägyptische Mythologie mit. Und plötzlich wurde mir in den Gräbern der Pharaonen so sehr viel über die Welt an sich klar! Ich bekam eine Idee, wie das mit den Vampiren gekommen sein konnte und wie das alles mit den alten Religionen zusammenhängen mochte!

Nach diesem Urlaub 2004 erzählte ich die Geschichte dem Verleger Markus Kaminski, der sofort einen Druck zusagte. Das motivierte mich so unendlich, dass ich sofort zu schreiben begann. Im Kern entstand das Buch in wenigen Wochen und war so etwa im Oktober 2004 fertig. Ich war wie im Rausch und bald auch froh, dass es vollendet war. Wenn ich Fachbücher schreibe, sitzen diese in einer Art Arbeitsspeicher im Gehirn und warten dort auf Weiterverarbeitung oder sie reifen. Aber der Roman saß in einem viel privateren Gehirnteil, ich konnte fast nichts mehr nebenher denken…

Gunter Dueck - Ankhaba - Cover

Und seit das Buch zu erscheinen drohte, ja – seit 2004 plagt mich der echte Stress, ob das Buchh wohl gut ist und nicht „verrückt“, was bestimmt viele sagen werden. Die Leute werden ja auch nicht lediglich feststellen, dass das Buch verrückt ist – nein! Sie werden mich selbst verrückt finden. Das mag stimmen, aber sie sollen es doch nicht merken. Ich selbst glaube, es ist sehr gut geworden, denn es ist das einzige Buch, das mein Sohn Johannes (20) freiwillig gelesen hat. Er findet es „geil“! Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, wie sehr diese Meinung das Buch adelt … Johannes versteht so sehr viel vom richtig bunten, farbigen Leben, dass er in solchen Dingen für mich eine finale Autorität ist … ich hatte solche, solche Angst, als er es las … schaute immer wieder ängstlich zu seinem Zimmer … fürchtete mich … und hörte innen drin, wie er triumphierend die Faust ballte: „Mein Vater!“

Und tatsächlich, nachdem es viel später im Mai 2006 unter vielen Schwierigkeiten erschien, finden es tatsächlich sogar einige selbsterklärte Fans von mir völlig abartig, andere gehen so weit, das Buch mit dem Etikett „sensationell“ zu versehen. Bei Amazon schreibt jemand, das Buch sei seit langem eines der besten. Ein anderer meint, es sei das schlechteste Buch seit langem. Weise Menschen, von denen es im Augenblick sehr viele um mich herum zu geben scheint, lächeln überlegen und wussten schon immer, das „Gunter Dueck stark polarisiert“. Ich selbst bin etwas geknickt. Ich kann jetzt die Künstler verstehen, denen mein Vater eventuell gesagt haben könnte: „Das ist keine Kunst – ein kleines Kind kann es besser.“

Wollen Sie sich selbst ein Bild machen? Bei Amazon.de ist eine eine Leseprobe – bis kurz vor’m Biss. 

Die Leseprobe ist eigentlich nicht repräsentativ. Schon am Anfang schreibe ich in einem schwach märchenhaften Ton im Alltagsleben einer Familie. Plötzlich der Einbruch. Ein Unfall. Ein Biss. Das Leben als Vampir. Danach überschlagen sich die Ereignisse in raschen Bilderfolgen. Ich dachte beim Schreiben an die irre schnelle Handlungsführung in den Grimmschen Märchen, wo ein Satz stehen könnte wie dieser: „Der König ging in den Wald und fand eine sprechende Blume, die konnte zaubern.“ Alles symbolisch, karge Beschreibungen. Schnell wie ein Musik-Video. Zum Schluss wird die Handlung erst wirklich schnell, da streiken manche von Ihnen – ja, bitte, aber was glauben Sie erst, was im zweiten Band los sein wird? Und im dritten? Diese beiden Bände warten in meinem Kopf auf eine Motivation.

Die war irgendwie weg, als das Buch nach wenigen Monaten im Oktober 2006 ausverkauft war und sich keine Neuauflage realisieren wollte. Ich habe längere Zeit nach einem anderen Verlag gesucht und bin über Xing durch Tilman Solaro mit dem Verleger Bernd Witta aus München bekannt gemacht worden. Das war Ende 2007. Ende Mai 2008 erschien Ankhaba neu! Vorne auf dem Cover ist das heilige Ankhaba-Symbol drauf, das alle Seelen erlösen kann. Diese zweite Ausgabe wurde mit normalem Papierumschlag gedruckt – die erste Ausgabe von Kaminski war in schwarzes Samtvlies gebunden. Das ist teuer! Es erlaubte den finalen Test, ob Ihnen das Buch gefallen wird. Manche strichen feierlich über das Vlies und fühlten den Inhalt, die anderen sorgten sich über den unpraktischen Stoff, der sicherlich flusen würde – „was hast du dir denn bei diesem Quatsch gedacht?“ Die ersten mögen das Buch, die letzteren GAR nicht.

Tja, auch die neue Auflage bei Witta war bald verkauft. Wer traut sich eine dritte zu drucken? Das geht jetzt einfach bei epubli! Selbst hochladen und alles ohne Verlag in die Wege leiten! Dazu haben mich Mirjam Mieschendahl von LovelyBooks und Max Franke von epubli inspiriert. Die Künstlerin Tanja Kubani hat mir ein wunderschönes neues Cover beigesteuert (www.wennaugenfuehlen.de). Ankhaba gibt es jetzt auch als eBook, ich bin gespannt, wie sich jetzt alles entwickelt, ohne Verlag. Bald habe ich bestimmt doch wieder Lust, die beiden anderen Teile der Trilogie zu schreiben, also wie es nach dem Weltuntergang weitergeht – bis zum nächsten.

Ich trage schon seit langer Zeit Ankhaba-Sweatshirts, ich lade demnächst auch das Symbol von Tanja Kubani hoch und bestelle mir neue… Wollen Sie auch etwas? Sonderwünsche?

Ankhaba-Spreadshirt-Shop