DD230: Dürftige Studien oder Was ist Charisma? (Dezember 2014)

Das könnte Dich auch interessieren...

18 Antworten

  1. Joachim Schnurrer sagt:

    Ja klar, der Erfolg zieht an. Darum versuchen Studien dem auf den Grund zu gehen. Es gäbe aber auch Sinn, die auf dem Weg zum Erfolg gescheiterten, die zuhauf den Wegesrand zum Erfolg bilden, zu studieren. Aus Fehlern lernen!? Nun ist aber die Zahl der Gescheiterten vielfach höher als die der Erfolgreichen. Man wird bei den Gescheiterten wahrscheinlich viele Gemeinsamkeiten mit den Erfolgreichen finden, gleichwohl das Essenzielle nicht herausfinden. Am Ende bleibt die Aporie. Nehmen wir es als Naturgesetz. Die Einflüsse auf den Erfolg sind so mannigfaltig, dass es den Königsweg nie geben wird. Auch Umwege oder Abkürzungen (von sog. Crash-Ratgebern) werden nicht weiterhelfen. Es bleibt aber immer die Chance, durch eingehen von Risiken oder Anstrengungen jeglicher Art (ja, auch krimineller oder unethischer Art) zum (individuell erstrebten) Erfolg zu kommen. Beispiele: Nobelpreisgewinner, Mafiaboss, Papst, Vorstand, Kalif, Parteivorsitzender, Fußballweltmeister, Lottogewinner, US Präsident, FIFA Präsident, Steuerhinterzieher, Anchorman, Geheimdienstchef, Whisteblower, Oberfeministin, Bänker, Chefarzt, Astronaut, Olympiasieger, Dopingsünder,…

  2. Schoppmann sagt:

    Charisma hat man oder man hat es nicht. Das kann man nicht lernen und trainieren. Wenn man es hat, dann kann das helfen muss es aber nicht.
    Entscheidend ist das Glück. Die Ansicht über Glück ist aber wieder unterschiedlich.
    @joachim Schnurrer
    Die unten in der Antwort angegebenen Positionen sind mir nicht erstrebenswert!
    Lesen wir lieber alle noch einmal Momo und suchen uns im Freundeskreis den kleinen Sokrates und setzen wir uns zu ihm, wenn er das denn will.

  3. Na ja, da kann man erst einmal trefflich darüber philosophieren, was Erfolg denn nun ist. Einigen wir uns darauf, dass Erfolg heißt, besonders anerkannt, reich oder mächtig zu sein. Dann gibt es eine Reihe Faktoren, die dem Erfolg zuträglich sind, die wir aber gar nicht im Griff haben, nicht beeinflussen können, die einfach sind. Das ist z.B. ein gewisses Talent, eine natürlich Neigung zu einem Thema, z.B. Musiktalent, Führungstalent, Talent, unterhaltsam zu sein, sportliches Talent etc. Dann wirkt auf Erfolg auch die Alterkohorte, in der man sich befindet. Nicht umsonst kommen zwei der erfolgreichsten IT-Unternehmer aus dem gleichen Jahrgang. Als die Herren Jugendliche waren, gab es einen Technologiesprung, den beide bewusst mitbekommen haben und genutzt haben. An solchen Faktoren können wir wenig ausrichten, die sind einfach oder sind nicht. Und Üben, Üben hilft wirklich, die alte Tugend des Fleißes – effektives Üben, nicht Stunden abarbeiten. Üben ist Scheitern, Aufstehen und noch mal machen. Neugier und Begeisterungsfähigkeit helfen ebenfalls. Das können wir beeinflussen, manchmal. Nachzulesen sind diese Dinge in den Büchern von Gerald Hüther und Malcom Gladwell.
    Das alles hat erst mal nichts mit Charisma und planmäßigem Abarbeiten von Checklisten zu tun. Wir merken ja selber schnell, dass das nichts bringt, wenn wir es tun. Da hilft wirklich nur sich hinzusetzen, nichts zu tun und ratlos zu sein. Nicht zu wissen, was jetzt geht. Denn ohne die Leere im Kopf kann nichts Neues hinein, keine neue Idee, kein Gedanke, kein neues Gefühl – und damit eine neue Richtung. Würden wir doch nicht so beharrlich an den Wegen (Checklisten, Pläne etc.) kleben, sondern beharrlich unser Ziel verfolgen und die Wege Wege sein lassen.

  4. Harry sagt:

    Vielleicht gibt es kein „Hinreichend“!

    Wir sehen nur diejenigen die Erfolg haben. Aber alle diejenigen, mit mit gleicher Leidenschaft, gleichem Engagement gescheidert sind sehen wir nicht.

    Das „Hinreichende“ Kriterium ist Glück.
    Das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Platz zu sein. Das Glück daß man gerade den speziellen look des Modells sucht. Das Glück, daß man gerade einen Manager braucht, der gut integriert, gut begeistert oder ….

    Neben Glück braucht es natürlich noch andere Eigenschaften, diese sind aber nur notwendig und nicht hinreichend. Diejenigen die es geschafft haben, können nicht zugeben, daß es eben nicht nur ihre Leidenschaft war, die zu ihrem Erfolg beigetragen haben. Denn wenn es nur Glück war, wirft dies andere Fragen auf.

    Wie sagt schon der Volksmund: „Erfolg ist 99% Arbeit und 1% Glück“.

    Aber ohne das 1% „Arete“ wird es nicht mit dem Erfolg.

  5. Charisma deckt sich in vielen Beschreibungen mit Narzissmus. Narzissmus gibt es als „gesund“ und „krank“. Da unter „krankem Narzissmus“ viele Menschen leiden (meist die anderen, z.B.in der Familie oder Mitarbeiter) sollten wir ihn kritisieren wo es geht. Narzissmus in der Führung ist ein grosses Thema. Ohne Scham können wir das Thema auch nicht behandeln. Deshalb hier ein Hinweis.

  6. Susann sagt:

    These: Das Geheimnis des Erfolgs ist die Fähigkeit des Individuums, den Rest der Welt auszublenden. Als nicht existent, als nicht relevant bis hin zu nicht lebenswert.

    Erst dann können Talent, Leidenschaft, Fleiß oder gar kriminelle Energie ihre Wirkung entfalten.

    Für die Masse an Menschen sind Personen, die ihre Überzeugung von sich selbst aus jeder Pore ausstrahlen, faszinierend. Es mag sogar die Faszination des Ekels sein, aber es ist Faszination. Wer das nun als Charisma bezeichnen möchte…

  7. Sind Carisma, Erfolg, Reichtum und Macht vielleicht gar nicht das Ziel, sondern nur das Mittel?

    Seht in der amerikanischen Verfassung nicht Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück?

    Was bedeutet aber Streben nach Glück, hier und jetzt, anderes als ein Gewinn an Freude, Wohlbefinden, Lust, Zufriedenheit, kurz ein aktueller Gewinn an guten Gefühlen?

    Wie können wir diesen Gewinn an Wohl jetzt erreichen?

    Die Wohlfühl-Ökonomie gibt Antworten. Vielleicht solltes Du schauen, ob Du den einen oder anderen Zusammenhang auch in Deiner Welt wiederfindest?

  8. Aplikmuj sagt:

    Reichtum im Sinne von Vermögen … Für mich ist Reichtum die Summe aller Teile die es erlauben das Vermögen zu mehren, wenn man von Erfolg im kommerziellen Sinn ausgeht. Die anderen Reichtümer – Dinge zu bewegen, auf den Weg zu bringen reichen weiter über das hinaus.

    Es gibt vermutlich Zusammenhänge, aber wesentlich ist noch immer Ursache und Wirkung zu belegen und beide nicht zu verwechseln.

  9. Thomas sagt:

    Wer nach Erfolg giert – hat schon verloren.

  10. Was ist Charisma, was ist Erfolg, was ist Glück? Es gibt so viele Definitionen, so viele Lösungswege „von anderen Menschen oder großen Denkern“. Die Schlüsselfrage ist: Was bedeutet es ganz konkret für mich? Was muss „erfolgen“, damit ich mir selbst folgen kann? Welche Rahmenbedingungen brauch ich? Welche Kompromisse will ich auf keinen Fall mehr eingehen? Wir können die Fragen unendlich fortsetzen….und dann wieder beim Philosophieren landen. Oder… ins Handeln kommen 🙂

  11. Da waren sie wieder: die Critical Success Factors – ich habe sie nie verstanden…

  12. Tom sagt:

    Welche Bedinungen vorliegen müssen (hinreichend oder notwendig) interessiert den Wissenschaftler, nicht den spontan tätigen Menschen. Dieser hat jedoch eine klare Antwort auf die Frage nach dem Warum seines Handlung. Diese Antwort kommt aus seinem Herzen, nicht aus seinem Kopf.

  13. Christoph sagt:

    Komplexe Systeme haben oft keine einfache Lösung. Es würde mich deswegen wundern wenn es hinreichende Bedingungen für Erfolg gäbe (oder eben auch nur eine). Vielleicht kommen wir einer Lösung näher, wenn wir das Ganze umdrehen und untersuchen welche Bedingungen hinreichend für Miss-Erfolg sind?

    Am Ende stelle ich mir folgende Frage: Wieso soll es hinreichende Bedingungen für Erfolg geben? Immerhin haben Sie hier eine ganze Seite mit unterschiedlichen Persönlichkeitstest gefüllt. Es scheint so, als wäre die Persönlichkeit nicht einfach allumfassend beschreibbar.

    Oder ist Ihre These, dass der Erfolg unabhängig von der Persönlichkeit ist?

    • Gunter Dueck sagt:

      Die These ist, dass die Studien Schrott sind… und die Simpel-Lehrbücher „Jeder kann das“ auch…alles andere ist Beispiel – und mir macht es etwas Kummer, dass doch wieder nur über das Beispiel diskutiert wird…

      • Christoph sagt:

        Die beiden Thesen unterstütze ich.

        Eigenartigerweise haben nur wenige Menschen ein Problem damit, sich einzugestehen, dass sie es nicht zum Weltmeister in einer beliebigen Sportart bringen werden. Aber erfolgreich sollen wir alle sein können, wenn wir nur ganz stark wollen und üben?!

        Allerdings finde ich das diskutieren von Beispielen gar nicht so schlecht. Dumm ist, dass die Beispiele oft nach 10 Buchseiten dargestellt sind und dann (für gewöhnlich) noch 300 Seiten folgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.