DD237: Über Opferanoden, Sündenböcke, die aggressionspsychologische Spannungsreihe und Pegida (April 2015)

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10 Antworten

  1. Bastian sagt:

    Dem Text zur Opferanode fehlt der Hinweis, dass im Fall der Schiffsschraube die Opferanode dafür sorgt, dass die Schraube frei von Rost bleibt (das steht natürlich im Text, aber der positive Zusammenhang wird nicht gewürdigt). Wenn man das Bild überträgt, z.B. auf Pediga, dann hat die Opferanode auch hier die Aufgabe, die Menschen sauber zu halten.

    Die interessante Frage ist, wie können sich die Masse der Menschen sauber halten ohne eine solche Opferanode? Wie können Menschengruppen die Spannungen innerhalb aushalten ohne diesen Spannungsableiter?

  2. Hallo Herr Dueck,

    wieder sehr bildlich dargestellt.

    Das passt gerade sehr gut zu unserer laufenden Themenreihe. Vielleicht das für Ihre Leser auch interessant:

    http://www.agile-is-limit.de/project-management-from-hell/

    Probleme gemeinsam im Team lösen geht übrigens mit dem Foramt der Retrospektiven:

    http://www.agile-is-limit.de/feedback-kann-auch-anders-losungsorientierte-retrospektiven/

    Viele Grüße
    Patrick Koglin

  3. Marc sagt:

    Lesetipp:

    Buch: „Life oder: wie man sich bettet…“
    Autoren: John Cleese (ja, DER John Cleese) und Robin Skynner

  4. Volker sagt:

    Meine Idee vor einigen Jahren:

    Die Verwantwortungs GmbH!

    Wir übernehmen Ihre Verantwortung für einen Festpreis. Wenn dann alles den Bach runtergeht, tragen wir die Konsequenzen für Sie!

    Wie?
    Wir treten zurück!

    Wow, das Wortspiel fällt mir heute das erste Mal auf.

  5. Michael sagt:

    Das sind die Humans. Sie brauchen kein großes Unternehmen und die Sozialisierung beginnt. Bis auf die Menschen sozialisiert sich dort alles. Schulden, Kosten, Arbeit zumeist beim Nachbarn – die Frage bei welchem beantwortet die Unternehmenskultur. Der legendäre Affe auf der Schulter wird dressiert. Das ist Aufgabe von Management.

    Seien sie froh, dass sie in Pension sind und aus der Ferne über die Arbeitswelt können schmunzeln. Sie werden sehen mit der entsprechenden Distanz werden aus den zu Beginn noch vergossenen Tränen Lachkrämpfe.

    Zu Pegida. Die Errungenschaft von Hartz IV Arbeit nicht über Lohn abzubilden ist doch eine interessante Variation. Die Zuwanderer haben gar nichts, aber auch gar nichts im ersten Moment mit der An- oder Abwesenheit von Wohlstand in .de zu tun. Ich denke es ist für Deutsche doch eher schwer, dass sie nicht für Arbeit im Betrieb bezahlt werden. Seit dem Ablösen von Produktivtät von der ‚Muskelkraft‘ im weiteren Sinne steigt entlang der erzielbaren Preise die potentiell verschuldbare Eselei mit an. Der Preis am Ende bestimmt die Freiräume. Die Entlohnung ist mit der Produktivität gekoppelt und nicht der Arbeit. Das Einkommen hängt vom Tausch ab und sonst nichts.

    Der Rest umfasst eher die Entscheidung des Grads an Partizipation in der Bandbreite – das Unternehmen indirekt über die Mitwirkung im Betrieb soweit am laufen zu halten solange das Einkommen abgegriffen werden kann vs. dahinter zu gehen. Das ist limitiert durch den Preis. Diese Bandbreite wird durch Unterhaltungsveranstaltungen gefüllt. Kein Wunder, dass Menschen verwirrt sind.

    Man muss Arbeit loslassen können um den Tausch zu entfesseln. Die Weitergabe von Wohlstand über Produkte ist sowieso schon ad absurdum geführt. Zumeist in den Fällen von denen sie berichten.

    Ich denke nicht, dass sich Pegida ähnlich verhält wie vor doch geraumer Zeit die Lage mit den Zuwanderern aus den Kolonien.

  6. Stefanie Grams sagt:

    Hallo Herr Dueck,

    in therapeutischen Settings (wichtig ist zu unterscheiden, aus welchen Richtungen sie kommen) wird nicht vom Schwächeren gesprochen, der zur Therapie gehen soll. Man spricht beispielsweise in der systemischen Therapie vom sog. „Indexpatienten“: der/diejenige, die durch Symptome anzeigt, dass im System was falsch läuft. Unbedingt notwendig, Veränderungen im System herzustellen – man geht davon aus, wenn dieser Indexpatient etwas verändert, muss es das System aus.
    Widerspricht Ihrer Argumentation nicht wirklich, aber es war mir wichtig, dass der/diejenige, die Therapie sucht, nicht der/die Schwächere ist. Wahrscheinlich eigentlich der/die Stärkere – so fern es eigenständig entschieden ist, Therapie zu suchen.

    Viele Grüsse
    Stefanie Grams

  7. Stefanie Grams sagt:

    bitte bei „verändert, muss es das System AUCH“, (nicht aus)korrigieren
    🙂

  8. Jörg Debus sagt:

    Industrie 4.0 ist für mich nur eine weitere Worthülse.

    Wenn man Industrie 3.0 als den Entwicklungsschritt betrachtet, in dem man z.B. schlechte Qualität von Produkten durch erhöhten Werbeaufwand kompensiert (siehe VoIP-Kampagne der Telekom) und das Internet durch Ermitteln von Bedarfsprofilen als eine hochwertige Werbeplattform („personalisierte Werbung“) positioniert wurde, was erwartet uns da wohl bei Industrie 4.0? Die Geschichte (Stanislaw Lem ~1975) von dem Roboter, der sich selbst an einen Kunden seiner Wahl liefert und den dann in den Selbstmord treibt, kommt mir da in den Sinn.

  9. John Shooter sagt:

    Guten Morgen und spontane Gedanken.
    Opferanoden? Virtuelle Opferanoden in Verbindung mit jener Unsicherheit und Vorstufe von Angst die aus dem eventuellen Verlust innerhalb eines sozialen Systems geboren wird. Könnte DAS, was da kommt mich persönlich betreffen, vielleicht sogar meinen STATUS im System verschlechtern? Unkenntnis vor Veränderung. Lade einen Ausländer zu dir nach Hause für ein ganzes Wochenende ein – oder nur zum Kaffeetrinken und erwidere den Besuch. Undenkbar – in Deutschland – zumindest für die Meisten. Nimm ihn an der Hand und zeig ihm höflich die Regeln in unserem Lang – egal ob gut oder schlecht. Für viele Menschen ist Deutschland ein Kulturschock. Virtuelle Opferanode, virtuelle Sündenböcke, nur die aggressive Psyche und die Folge der Folge der FolgeN ist real. Wenn man selber von oben gedrückt wird, dann tut es gut wenn es unter einem auch noch ein paar zum Drücken, oder Unterdrücken gibt. Eigentlich besteht die Psyche ja aus 3 Teilen – ganz alleine Nachts im Bette, gemeinsam mit dem Lebenspartner, und in der Masse. Drei Teile und drei total verschiedene Verhaltensmuster – aber das ist schon wieder ein anderes Thema. Ich wünsche noch einen schönen Tag.

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