DD242: Shu – Ha – Ri, die drei Stufen der Meisterschaft (Juni 2015)

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16 Antworten

  1. Robert B sagt:

    Toller Beitrag

  2. Frank B sagt:

    Guter Beitrag. Vom Management wird immer Ri gefordert, aber nur Shu gefördert. Das ist auch meine Erfahrung.

  3. Ralf W sagt:

    Das was Sie hier geschrieben haben,habe ich schon lange wahrgenommen und konnte es nie so in Worte fassen. Ich selbst hatte noch das „Glück“ nach alten Regeln zu studieren. Die Zeit mich mit Themen innerhalb meines Studiums zu befassen die mich interessieren (nach den Grundlagen selbstverständlich) und Fragestellungen zu beleuchten mit denen auch die Profs mitgegangen sind. Teilweise verschultes Studium, aber mit mehr freien Gestaltungselementen. Heute im Berufsleben zerre ich imemer noch von diesen Entwicklungsmöglichkeiten, die ich damals genutzt habe und sehe viele meiner Kollegen, die Fragestellungen viel zu eng angehen und nicht in Möglichkeiten denken und Dinge, trotz vorhandener Spielräume, nicht nutzen. Ich habe übrigens BWL und Ökonomie studiert

  4. harald wilfer sagt:

    danke! 100% zustimmung! ihre ri-gedanken beflügeln mein ha und ri! und ri macht richtig spaß!

  5. Lothar Klatt sagt:

    Sehr geehrter Herr Dueck,

    beim Kochen ist die Shu-Stufe nicht Tüten aufreißen, sondern Grundtechniken wie Garmethoden und Warenkunde, auch wenn die Realität leider so aussieht, wie Sie es beschreiben. In Stufe zwei solte es um das Variieren von Rezepten entsprechend der jahreszeitlich vorhandenen Lebensmittel aus der Region gehen, auch wenn die Realität in den meisten Gasthäusern anders aussieht. Erst wenn man das drauf hat, kommt Stufe drei in Betracht, allerdings findet man das nur selten – am ehesten in der Bioküche und der Spitzengastronomie. As früherer Dilsberger fällt mir dazu in Ihrer Nähe aber nichts ein. Vielleicht haben Sie einen Tip.

    Mit freundlichen Grüßen

    Lothar Klatt
    Slow Food-Mitglied

  6. Christian Witt sagt:

    Hallo Gunther,

    Du hast es wieder mal auf den Punkt gebracht.
    Das sollten sich mal die Leute von Rocket Internet zu Herzen nehmen, die es zu einem Geschäftmodell (Stichwort: Copycats) gemacht haben, die Ri-Ideen anderer zu shuisieren und dafür auch noch Millionen von Investoren bekommen. Die „Neuentwicklung der Lehre“ bedingt, dass man im Ri auch mal die eigenen Wege aus dem Ha zerstört, damit echte Innovation entstehen kann.

    Lieben Gruss aus Berlin
    Christian

    PS: Ich lese gerade „Schwarmdummheit“ mit großem Genuss 🙂

  7. Dazu fällt mir auch noch die Prä-/Trans-Verwechslung ein (http://hoeberth.de/index.php/philoblog/97-prae-trans-verwechslung):

    Es gibt immer wieder Menschen, die noch auf dem Shu-Level sind, aber glauben, sie hätten schon Ri erreicht.

    Und dann gibt es die, die in der Konvention steckenbleiben. Es will sich einfach kein Ri einstellen. Wahrscheinlich ist das sogar für die meisten Kompetenzen so. Zu Ri reicht es eben nur manchmal.

  8. Um hier mal dem allfälligen Kulturpessimismus ein klein wenig Einhalt zu gebieten.
    Ich bin Informatikprofessor und nehme die Situation wie folgt wahr:

    1. Ich bin grundoptimistisch über sowohl das Talent als auch die Motivation meiner Studierenden und habe deshalb die starke Neigung, in der Lehre immer gleich sehr schnell das Ha-Niveau anzusteuern.

    2. Bei Klausuren führt das regelmäßig zu starker Ernüchterung.

    3. Aber bei den Abschlussarbeiten (also nachdem sich das Ganze eine Weile setzen konnte) sind dann oft (weitaus nicht immer, aber oft) neben all dem, was noch nicht mal auf Shu-Niveau wirklich ordentlich ist, eine ganze Menge hübscher Ha-Knospen zu erkennen. Das versöhnt.

    Alles wird gut.

  9. Gerhard sagt:

    Ja, das gefällt mir auch.

    „Viele Kinder haben eine geniale Stelle, an der sie bei Resonanz mit einem Etwas, einem Menschen oder einem Sachgebiet, eine Anlage zur Stufe Ri haben“.

    Zu schön um wahr zu sein oder doch wahr?! Was vor allem bei allem im Text durchklingt, ist ein Glaube ans Machbare des Ri.
    Sagte nicht jemand sinngemäss: Etwa 10 % müssten spirituell erwachen, dann würden die Probleme hier hier auf Erden zu lösen sein.

  10. Simon Huber sagt:

    Sir Ken Robinson erklärt auf unterhaltsamer Weise, dass das Ri bei Kindern auch schon gefördert werden kann:

    https://www.ted.com/talks/ken_robinson_says_schools_kill_creativity

  11. Christian Zoller sagt:

    Prinzipiell gebe ich Ihnen recht. Die „Shuisierung“ unserer Gesellschaft ist sehr weit fortgeschritten. Auf Neudeutsch könnte man durchaus sagen dem „Mainstream“ preisgegeben. Und als Folge davon gibt es eben fast nur noch Shu-Chefs und immer weniger Ha-Chefs. Nur diese wissen, dass sie noch viel zu lernen haben. Aber hier ist auch schon die Crux. Einen „Ri-Leader“ wird es nicht geben, da Ri-Meister bescheiden sind und gar nicht danach drängen „Leader“ zu sein.

  12. Henry sagt:

    Das Schlimme ist, dass der Staat die Shuisierung vorantreibt in dem er immer mehr reglementiert. So bleibt für Ha und Ri immer weniger Platz. Wenn die Shuisierung zum Staatsprinzip wird, führt das letztlich zum Stillstand und zur Degeneration der Gesellschaft. Zwei Beispiele: A Das normale Leben ist bei uns so festgefahren und gemütlich, dass Kinder bekommen und aufziehen immer weniger Platz haben. Die Folge sind unsere Demografischen Probleme. B Alle großartigen technischen Entwicklungen kommen aus Amerika oder Asien. Selbst wenn unsere tollen Autobauer große Displays einbauen, ist es letztlich nur eine Shuisierung. Entweder degenerieren wir ganz in den nächsten Jahrzehnten oder es wird eine Revolution kommen die den ganzen festgefahrenen Kram über Bord wirft.

  13. Anonym sagt:

    Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Mit ein Problem ist doch, dass viele Leute heute meinen, man könnte mit „ha“ anfangen.
    Also dass sich schon Kinder alles selbstständig erarbeiten. Das ist aber nicht ganz richtig: Auch das will gelernt sein.

    Deswegen wird der Wert von Auswendiglernen – sehr wichtig für die Basis von Sprache, Mathematik usw. – als zu gering eingestuft.

  14. AJH sagt:

    Hallo Gunther,

    vielen Dank für den schönen Beitrag. Beim Leben einer japanische Kampfkunst und damit auch des Shu Ha Ri Prinzips sind mir zwei wichtige Punkte aufgefallen die bislang wenig Beachtung finden:

    Der praktische Hintergrund von Shu Ha Ri ist, dass man im alten Japan mit 15 Jahren kriegsfähig war und auf das Schlachtfeld musste. -> Das Lernen einer guten Basis (Shu) zum Überleben hat eine andere Bedeutung/Wert, da es unabhängig von Begabung usw. um das Überleben ging.

    Ohne einen guten Lehrer, der auf dem Schlachtfeld überlebt hat, der daher fühlt und weis was ein Schüler braucht um zu überleben, gibt es weder Shu (Basis), Ha (Adaption der Basis) noch Ri (Transzendens aus der Basis).

    Kennen sie gute Beispiele für die Übertragung dieser beiden Punkte in den heutigen Kontex, d.h. die Schlachtfelder unserer Zeit (Bildung, Arbeit, Beziehung, uvam.)?

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