DD246: Dispathie – Unterschiedliche Wahrnehmungsweisen (August 2015)

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11 Antworten

  1. calceola sagt:

    Wenn man beginnt zu sagen was man möchte und nicht was der andere Falsch macht, beginnt die Kommunikation. (ich erinnere mich nicht mehr wer das gesagt hat)

    Als langjähriger Internetnutzer frage ich mich ob das Medium dazu beiträgt nur noch in rechts/links, schwarz/weiß, ich/wir zu denken.

    In meiner Welt sollte es mehr Brücken geben, die Gräben oder Unterschiede braucht es um voran zu kommen, sonst ist alles alternativlos und ich bleibe stets auf der einen Seite des Grabens.

    Danke für den Text.

  2. Michael sagt:

    Strukturell ja, calceola, weil es neue Verbindungen erlaubt. Das Aufzeigen und Abarbeiten an den Gegensätzen, ist dann die spannende, notwendige und produktive Kulturarbeit. Brücken sind überbewertet. Bleibt noch das Thema der Extreme, sowie der Sinnverlust als Quelle der Kraftlosigkeit.

  3. Gerhard sagt:

    Keiner kann alle Gesichtspunkte eines Falls in sich tragen. Aber wer schon mal einen Kommentar zu einem Post ausgearbeitet hat, ihn dann verwirft (aus welchem Grund auch immer) und neu ansetzt, der wird eine vermutlich davon abweichende Stellungsnahme von sich hören. Weil er im Verlauf des Denkens über den Sachverhalt, des Ausformulierens auch, eine Reise macht.

  4. Peter sagt:

    Da die Menschen, die ich kenne, alle in einem Körper und mit unterschiedlicher Biografie hier auf Erden wandeln, gibt es gar keine andere Möglichkeit, als daß verschiedene Perspektiven und Wahrnehmungsebenen aufeinandertreffen. Das scheint mir das „Salz in der Suppe“, der „Plot“ für das Erleben in dieser Welt zu sein.

    Allein das Körperliche, sowohl der Raum, den ich einnehme als auch die Haltung im Raum, die ich annehme, bedingen (m)eine einzigartige Perspektive. Sich „in einen anderen hineinzuversetzen“ geht ja schon allein körperlich garnicht …

    Daß so viele Menschen die Welt durch eine (ihre) Brille sehen (wollen), davon profitiert Fielmann und liefert den preisgünstigen Rahmen gleich noch mit! 😉
    Ist es nicht auffällig, wieviele Menschen auch in jungen Jahren mittlerweile mit Brille herumlaufen?

    Klar, ich kann mein Bewusstsein erweitern, vielleicht erreiche ich irgendwann die Ebene, um in jedem Augenblick multiperspektivisch bewußt wahrzunehmen. Ob ich mich dann allerdings weiter dem Lärm der Internet-Foren und Quasselshows im Fernsehen aussetzen will, ist eine andere Sache.

    Die noch umfassendere Ebene des non-dualen Bewusstseins bleibt wohl wenigen Begnadeten vorbehalten.

  5. Marek sagt:

    Ich musste bei diesem Text, bei der Brille des Gegenübers und weitergehend der Art der Kommunikation an Marshall Rosenberg und die „Gewaltfreie Kommunikation“ denken. Empathie und Reflexion… ja, davon müsste es deutlich mehr auf dieser Erde geben. Schade, dass zu viele Familien und Schulen daran scheitern bzw. es im Schulalltag vernachlässigen. Strukturelle Gewalt…

  6. Helga Trölenberg sagt:

    Wenn Menschen beide Seiten in sich haben, dann sind sie erleuchtet oder heilig (je nach Religion), mindestens aber weise.
    Ich glaube nicht, dass das notwendig ist, um Gräben zu überwinden. Es würde schon reichen, wenn wir bei aller eigener Meinung und engagierter Diskussion in Erwägung ziehen, dass es auch eine andere Seite der Medaille geben könnte, eine zweite oder dritte Sicht auf das Geschehen.
    Das kann man üben!
    Und wer das tut, der hütet sich vor Absolutheitsanspruch, vor Gräben ausheben und Grenzen aufschütten, denn er weiß, der andere hat auch recht. Es gibt eben keine Objektivität.
    Um ie andere Sicht zu erfassen und die Folgen meiner Ansichten beim Gegenüber zu erkennen, ist aber Empathie notwendig. Das kann man üben.
    Nicht nur in der Schule oder der Familie, auch und gerade im Erwachsenenalter. Jeder der „Schutzbefohlene“ hat (Kinder, Patenkinder, Studenten, Schüler, Mitarbeiter, Teammitglieder, etc.) tut gut daran, Empathie zu üben, damit man diese Fertigkeit weiter geben kann.

    • Joachim Schnurrer sagt:

      Absolutheitsanspruch und Religion passt zusammen! nicht umgekehrt.
      Schutzbefohlene werden gerade auch in diesen religiösen Institutionen nicht geschützt.
      Zählen Sie doch mal einige Heilige auf, in denen Sie beide Seiten der Medaille gefunden haben!
      Also da würde ich mir die Medaillen mal genauer betrachten wollen.

  7. Jörg Debus sagt:

    Ich habe vor Jahren im Hause IBM an einem Kommunikationstraining teilgenommen. Eine der „praxisnahen“ Übungen war, einem Mitarbeiter positiv zu vermitteln, dass er das Unternehmen verlassen soll, weil Personal eingespart werden muss. Ziel des Gesprächs sollte sein, dass der nicht mehr bezahlbare Kollege das Gespräch motiviert und mit der festen Überzeugung verlässt, zu neuen Ufern aufbrechen zu **wollen**.

    Von den 10 Teilnehmern an der Übung haben sich 9 abgerackert und einige sogar die jeweilige „Versuchsperson“ (fast) überzeugt.

    Einer hat es abgelehnt, an der Übung teilzunehmen. Er wurde dann beim üblichen Abendvergnügen von den anderen ein wenig spöttisch behandelt.

    Moral: Empathie setzt gemeinsame Werte voraus. So was wie die 10 Gebote. Sonst ist sie nur eine Verkleidung.

    Man kann Empathie keineswegs üben oder lernen.

  8. Wolfgang Klimt sagt:

    Ich denke schon, dass man Empathie auch trainieren kann. Je nach Veranlagung wird man damit unterschiedlich weit kommen, aber mit der Aussage „ich hab nur so viel, ist halt so“ macht man es sich da etwas zu einfach.

    Ich halte es vor allem für eine gute Übung, die Wahrnehmung von der Wertung zu trennen. Wenn ich es schaffe, bei meinem Gegenüber etwas wahrzunehmen, ohne diesem gleich automatisch ein Etikett „gut“ oder „schlecht“ anzukleben, dann kann ich viel mehr Menschen offen gegenübertreten und auch Menschen wertschätzen, die andere Wertevorstellungen haben als ich selbst. Meine eigenen Vorstellungen muss ich deswegen ja nicht aufgeben.

  1. 12. August 2015

    […] » DD246: Dispathie – Unterschiedliche Wahrnehmungsweisen (August 2015) DD246: Dispathie – Unterschiedliche Wahrnehmungsweisen (August 2015) Wir sind von Dispathen umgeben und wahrscheinlich in vieler Hinsicht selbst einer. Gibt es das Wort Dispathie schon? Im Duden nicht. Manche sagen, es bedeute „Unterschiedlichkeit der Empfindungsweise“. Na, da macht es sich die NLP zu einfach. Die Kontroverse um Hoeneß ist eine der Wahrnehmungsebenen „Gerechtigkeit“ versus „Barmherzigkeit“, vielleicht zwischen Kaiser und Gott. […]

  2. 6. Februar 2017

    […] Quelle […]

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