DD281: Unsere Sensoren und Aktoren und hoffentlich Hirn dazwischen (Dezember 2016)

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20 Antworten

  1. Becker sagt:

    Super Text, wieder einmal. Darf ich ganz spontan?

  2. Sandy sagt:

    Sehr schön, regt doch spontan zum weiterdenken an und ebenso spontan wünsche ich mir, dass die spntanreflexhaften Kommentatoren auf Twitter, FB … zwischen hören und posten mal die Denkmaschiene anwerfen – aber ich befürchte dort ist Snesor hart mit Aktor verlötet.

  3. brigitte meyer sagt:

    So oder so ähnlich wird es sein. Wer das nicht mehr will, dem empfehle ich wärmstens GFK. Nein, nicht die aus Nürnberg. Einfach mal unter Marshall B. Rosenberg – Gewaltfreie Kommunikation – nachlesen. Da gibt’s auch überall Trainer bzw. Coaches. Es hilft!

  4. Michael Stelter sagt:

    Wie können Menschen miteinander gewaltfrei umgehen?
    Und dann auch noch so, daß etwas tolles dabei herauskommt. Es geht, wenn wir tolerant, ehrlich, fair, menschlich, hilfsbereit miteinander umgehen.
    Auch Demut kann hilfreich für mich sein und im Kontakt mit anderen Menschen sein.
    MSFR

  5. Joachim Schnurrer sagt:

    Es gibt eben Unterschiede im Hirn, die zwischen Intuition und Nachdenken liegen.
    Beispiel ist die folgende kleine Denkaufgabe. Vertrauen Sie ihrer Intuition:
    Ein Schläger und ein Ball kosten 1,10 Euro.
    Der Schläger kostet einen Euro mehr als der Ball.
    Wieviel kostet der Ball?
    Ihre Intuition liefert sofort ein Ergebnis, oder?

  6. Reimann sagt:

    Wichtiger Zusammenhang, aber ist das intuitive Verhalten wirklich ein automatisches Handeln?

    Erfolgt keine Bewertung und Wahl, wenn auch unbewusst?

    Wie könnte solch eine Motivtheorie aussehen? Gibt es vielleicht sogar eine allgemeine Handlungstheorie dazu?

    Gibt es! http://www.wohlfuehloekonomie.de

  7. Rudolf Quetting sagt:

    Manche Reflexe sind bekanntermaßen überlebenswichtig. Da wäre der Umweg über das Hirn tödlich. Bei allen anderen lohnt sich, zwischen Wahrnehmung und Reaktion einen Denkprozess zu durchlaufen. Also habe ich versucht, mir anzugewöhnen, wenn meine Sensoren Ärger signalisieren, nicht ohne vorherige Informationsverarbeitung loszupoltern. Das klappt in der Regel auch ganz gut, wenigstens nach meiner persönlichen Einschätzung. Doch manchmal ist offensichtlich ein Punkt erreicht, an dem der berühmte Tropfen das Fass zum überlaufen bringt. Die Erfahrung zeigt, dass uns dies dummerweise immer in genau dem einen von hundert Fällen passiert, bei dem sich das Lospoltern im Nachhinein als unangemessen herausstellt. Und so kontrollieren wir mit Hilfe unserer Vernunft 99 mal unseren berechtigten Ärger mit pharisäerhafter Genugtuung; doch das eine unangebrachte Mal bekommen wir ihn einfach nicht in den Griff. Offenbar haben wir da einen intrinsischen Filter, welcher unserem unbeherrschten Unterbewußtsein mit extrem hoher Treffsicherheit genau die Ereignisse zu unbeherrschter Reaktion anbietet, die geeignet sind, Murphy`s Law zu bestätigen.Immerhin, wir haben uns mit bestem Gewissen in 99 von 100 Fällen mal selbst auf die Schulter klopfen können. Das ist doch schon fast ein toller Erfolg (;-).

  8. uwe m sagt:

    Sehr schöne Betrachtung. Aber trotzdem, – wie arm wäre die Welt wenn immer alles nur über das Gehirn laufen würde, und alles ausschließlich rational betrachtet würde. Ich denke der Mensch ist eine Kombination von Automatismen und Emotionen und der Fähigkeit auch rational entscheiden zu können. Auf diese Ambivalenz möchte ich nicht gerne verzichten. Aber manchmal wäre etwas mehr Ratio schon angebracht.

    • Gunter Dueck sagt:

      Sie müssen ja nicht unbedingt über die Ratio gehen, vielleicht geht ja auch über das Herz? Also über gute Gefühle? (Gefühle und Emotionen sind verschieden). Auch das Herz kann innehalten und Besonnenheit dazutun. Wollen Sie Unbesonnenheit immer dabei haben?

  9. Christian sagt:

    Man kann bestimmt auch nicht alles Intuitive über einen Kamm scheren.

    Es gibt Schnell-Intuitives (Real-Time) und Langsam-Intuitives (vielleicht z.B. beschreibbar durch gemischte rekurrente Feedback-Loops mit dem Bewusstsein und Unbewusstsein mit eher größeren Zeitkonstanten (Tage, Jahre, Jahrzehnte)).

    Das Schnell-Intuitive: Operatives „Blitz-Denken“ ohne Analyse. „Du siehst und weißt.“
    Langsam-Intuitives: Weltanschauungen, Persönlichkeit, „Langzeit-Erkenntnisse“ bzw. „Bauchgrundgefühl-Überzeugungen“, „Seele“

    Wobei mir gerade auffällt, dass diese Stufenaufteilung vielleicht auch gar nicht so treffend ist.
    Zwischen Schnell-Intuition und Langsam-Intuition würde ich eher ein Kontinuum annehmen wollen, (denn warum sollte es nur genau diese zwei Formen der Intuition geben? Wahrscheinlich gibt es viele oder unendliche Unterstufen, die fließend ineinander übergehen.)

    Inwieweit „Schnell-Intuition“, „Instinkt“ und „Emotionalität“ differenziert werden sollten, wäre eine weitergehende Fragestellung. Emotionalität ist sicherlich auch mit der Langzeit-Intuition verwoben sowie Instinkte sicherlich auch Einfluss auf die Schnell-Intuition nehmen können und somit auch Einfluss auf die Langzeit-Intuition nehmen können, wenn diese lange/intensiv auf dem Menschen einwirken.

    Menschliche Entscheidungen/Handlungen sind dann das Ergebnis der Überlagerung aus spontaner Emotionalität, Instinkten und Intuition, wobei Emotionalität bzw. die Instinktsignale tendenziell umso stärker gewichtet werden, je schneller eine Entscheidung/Handlung von uns abverlangt wird, (weil dann in solchen Situationen wahrscheinlich die Sensorik besonders stark ausschlägt) und natürlich auch je nach charakterlicher Prägung/Veranlagung, die die Gewichte nochmal zusätzlich individuell festlegt.

  10. AW sagt:

    Was Sie beschreiben ist sehr nah am Kontext von Stresstoleranzfenster, Bindungs-, Traumatheorie und dem ganzen Hirn- und Neuroforschungszeugs usw.. Anstelle Ihrer Begriffe könnten da auch genauso gut Amygdala, Präfrontaler Cortex und so was stehen. Liegt sehr nahe, dass Sie genau diese Mechanismen übersetzen wollten, oder? Na jedenfalls schön, wie leicht verständlich Sie die Zusammenhänge im „Tekki-Deutsch“ an den Mann bringen. Für meine Seminare suche ich auch immer gute Metaphern, gerade für „rein rationale“ Menschen ;-). Danke für Ihre Vorlage! Hier versuch ich’s aber noch mal auf die althergebrachte Weise…

    Zu Ihren Fragen:

    Wie entstehen ungünstige Reaktionsketten?
    Vulnerabel dafür wird man in erster Linie durch wenig ausreichend sichere Bindungserfahrungen in den ersten Lebensjahren. Das heißt zu wenig Co-Regulation von Emotionen durch weise, wohlwollende und feinfühlige Bindungspersonen, somit zu wenig Oxytocin-Ausschüttung, wodurch die Kommunikation der „emotionsgeladenen“ Gehirnareale zum Präfrontalen Cortex nicht so gut klappt und entwickelt werden kann. Oder anders: Ich mache zu oft die Erfahrung, dass ich Stress ausgesetzt bin, der meine Bewältigungsmöglichkeiten überfordert. Der Stress überflutet mich, wird mir aber nicht bewusst genug, um innehalten und erste einmal drüber nachdenken zu können – weil das ja dem Präfrontal Cortex obliegt – und es bleibt mir nur noch reflexhaft ggf. mit Flucht oder Kampf zu reagieren. Je nach Art des Stresses entwickele ich verschiedene „Automatismen“ in unterschiedlichen Kontexten. Manchmal passen wir uns über die Maßen an, um Stress zu vermeiden, manchmal entwickeln wir eher externalisierende Verhaltensweisen und werden unüberlegt bissig. Insgesamt bleiben wir so oder so hinter unseren Möglichkeiten und werden ggf. sogar krank.

    Können wir diese Reaktionsketten beeinflussen?
    Ja, und zwar ohne Belohnungs- und Bestrafungs-Dressur. Korrigierende Beziehungserfahrungen ist meine Antwort! Am besten natürlich präventiv: Gleich zu Anfang des Lebens den Fokus auf die Bedingungen für eine resiliente Gehirnentwicklung legen – da sehe ich allerdings schwarz, wenn wir „Frühpädagogik“ weiterhin als Vorschule verstehen und in Schule vor allem Leistung- und Konkurrenz fördern, statt Gemeinschaft, Kooperation und damit Co-Regulation, die ein Nachreifen gestresster Gehirne ermöglichen könnte. Hier wünsche ich mir einfach mehr aufgeklärte Eltern, die sich einmischen – ja, so langsam werden es ja mehr, aber spürbar geben tut’s die noch immer nicht. Ich bin halt ungeduldig.

    Wie können junge Menschen „sich selbst einrichten“?
    Nun, ich würde mal behaupten, dass es dazu immer einer Beziehung zu anderen Menschen bedarf. Ganz alleine wird man das nicht hinbekommen. Alles was wir sind, sind wir aufgrund unserer Erfahrungen mit Menschen. Mein Tipp: In Beziehung mit Menschen treten, die die eigenen Werte verkörpern, die wahre Vorbilder, erfahren und weise sind. Wer Glück hat, findet einen väterlich/mütterlichen Mentor, der einen im richtigen Moment an die Hand nimmt, der entängstigend wirkt, aber auch zum eigenen Weg und Risiko ermutigt. So einen Chef zu haben – wunderbar! Ein Coach, ein Therapeut könnte zur Not auch so jemand sein. Hm, Sie Herr Dueck taugen für so einen Mentorenjob glaube ich ganz gut…

    Wie wir das ganze System „zu guter Gestalt“ bekommen?
    Tja, eben nicht mit manipulativer Erziehung, sondern durch Halt gebende und ermutigende Beziehung – und ich sag’s noch mal: von Anfang an. Da sind wir allerdings (noch) nicht so sonderlich gut aufgestellt, wie eindrucksvoll belegt ist. Ein breites Bewusstsein dafür und die Anerkennung, dass mehr Aufmerksamkeit für diese „Psycho“-Themen notwendig ist, wäre der erste sinnvolle Schritt. Wir brauchen ausreichend gute Entwicklungsbedingungen für das unreife Selbst junger Menschen. Wie gelingt ein Wachsen und Sein im Spannungsfeld von Beziehung, Abhängigkeit und Gemeinschaft auf der einen Seite und Mut zum eigenem Willen und Unabhängigkeit auf der anderen Seite. Günstige und prägende Erfahrungen diesbezüglich passieren beileibe nicht automatisch, dazu brauchen ganz Kleine wie auch Große authentische und entwicklungsförderliche Resonanz! Bleibt diese aus, oder wird manipulativ belohnt oder abgewertet, bleibt auch die Selbst- und Hirnentwicklung zur „guten Gestalt“ auf der Strecke und es bleiben Sensor und Aktor – Reaktionsketten eben.

    Die grundlegenden Fragen zum Thema Mensch?
    Sie meinen sicherlich z.B. diese: Theory-X oder Theory-Y?
    Y (siehe Ihr Youtube: Kopfreform!)

  11. Axel Koester sagt:

    Spontan: Gibt es ein Evolutionskriterium, welches unüberlegte Twitter-Schreiber besser davonkommen lässt als solche, die erst eine Nacht darüber schlafen? Also einen allgemeinen Spontanitäts-Evolutionsvorteil? Eigentlich interessiert sich für Kommentare zu Fragen von gestern niemand mehr (so wie hier gerade). Die Mehrheit hat’s gestern gelesen, fertig.

    Die amerikanische Präsidentschaftswahl scheint zu bestätigen, dass der unüberlegte Twitterer und Redner es in vielerlei Hinsicht einfacher hat: Er muss die langfristigen Folgen seiner Äußerungen nicht erst überdenken und kann sich der lokalpatriotischen Meinung anschließen. Umgekehrt erwartet man auch nicht ernsthaft, dass er dazu steht.

  12. Uwe Kauffmann sagt:

    Hallo,
    komme eher aus der physikalischen Ecke und finde den Artikel, als etwas (sage es ungern) ungeschickt.
    Zwischen Sensor und Aktor gibt es immer eine Regelung oder Steuerung. Das sollte man so auch im Artikel unterscheiden.
    In unserem Falle ein Gehirn (nicht hoffentlich). Ähnlich den im technischen vorgegebenen Regeln, gehorcht unser Gehirn auch nur seiner Programmierung.
    Unterliegen wir nicht alle dem Phänomen uns als Wesen mit freiem Willen zu empfinden.

    Sind wir aber nicht.
    (*Mensch denkt aber Hirn lenkt.*)

    Wir formen uns gegenseitig unter den Maßregeln, die die Evolution, für die Funktion unseres Gehirnes festgelegt hat.
    Mein persönlicher Schluss daraus ist lernen.
    Vom, über und für das Leben. In der Hoffnung das mein Gehirn etwas daraus macht.
    Macht finde ich auch eine Menge Spaß.

  13. Joachim Schnurrer sagt:

    Es gibt auch relativ einfache Erklärungsmuster, hier lediglich eines.
    Eine wissenschaftliche Studie mit acht Bewährungsrichtern in Israel:
    Sie verbrachten ganze Tage damit, Anträge auf bedingte Entlassung zu prüfen. Die Fälle wurden ihnen in zufälliger Reihenfolge vorgelegt, und die Richter verwendeten auf jeden einzelnen nur wenig Zeit, im Schnitt sechs Minuten. (Die Standardentscheidung ist die Ablehnung des Antrags auf bedingte Entlassung; nur 35 Prozent der Gesuche wurden positiv entschieden. Die genaue Zeit der Beschlussfassung wurde aufgezeichnet, und die Zeiten der drei Essenspausen der Richter – morgens, mittags und nachmittags – wurden ebenfalls notiert.) Die Autoren der Studie trugen in einem Diagramm den Prozentsatz der bewilligten Anträge gegen die seit der letzten Essenspause vergangene Zeit auf. Der Prozentsatz gipfelte nach jedem Essen, wenn etwa 65 Prozent der Anträge bewilligt wurden. Im Verlauf der nächsten zwei Stunden, bis zur nächsten Speisung der Richter, sank die Bewilligungsquote stetig, auf etwa null unmittelbar vor dem nächsten Mahl. Sie ahnen vielleicht, dass dies ein unerwünschtes Ergebnis ist, und die Autoren überprüften sorgfältig viele alternative Erklärungen. Die bestmögliche Erklärung der Daten hält schlechte Neuigkeiten für uns bereit: Erschöpfte und hungrige Richter scheinen auf die leichtere Standardposition der Ablehnung von Bewährungsgesuchen zurückzufallen.
    Weitere Schlußfolgerungen und Interpretationen bleiben nun Ihnen überlassen.

    • Dassi sagt:

      Das ist ein sehr guter Hinweis. Sollt ich mal vor dem Richter stehen, nehme ich eine große Schokoladentafel mit. Schokolade soll ja glücklich machen.

  14. Dassi sagt:

    „…….Wie empowere ich den jungen Menschen, sich selbst einzurichten – an Stelle einer „bewährten“ Gewöhnungs-/Prägungs-/Einprügelerziehung? ……“

    Es gibt ein Indianersprichwort: Aus dem Munde des Kindes spricht das ganze Dorf.

    Wir sollten uns einfach dazu bekennen. In den Kommentaren, spiegelt sich unsere Gesellschaft wieder. Jeder denkt in 1. Linie nur an sich.

    Unsere Gesellschaft produziert Gewinner und Verlierer. Wenn ich auf mich gucke, so gehöre ich zu den Gewinnern. Ich kann mein Leben nach Lust gestalten, wobei ich nicht das finanzielle Polster meine, ich habe nämlich keines, was mich wiederum ohne Angst schlafen lässt, „Oh Gott, was wird mit dem Euro?“ Immerhin habe ich schon 2 Währungsreformen hinter mir: DDR in DM und DM in Euro. Da haben wir Ossis, den Wessis was voraus.

    Ich bin in der DDR sozialisiert worden. Da lernte man Verantwortung für die Gruppe zu übernehmen. Das Individuum kam nur an 2. Stelle. Zuerst kam die Pionierorganisation, das Arbeitskollektiv und im privaten noch ein großes Netzwerk an Beziehungen, man half sich gegenseitig in der Mangelwirtschaft. Einige nennen das Ostalgie , wissen aber gar nicht was das bedeutet. Wir kannten vielleicht Mangelwirtschaft und das wir nur in Liedern, den DDR Staat auf die Schippe nehmen durften, ja wir wussten, um die Ecke kann ein Spitzel von der Stasi stehen, also schwieg man oft lieber als seine Meinung zu äußern. Deshalb ist für mich das höchste Gut unserer Gesellschaft die Meinungsfreiheit! Eines aber kannte der DDR Bürger nicht: Existenzangst. Selbst um Alkoholiker kümmerte sich das Arbeitskollektiv und wies es in die Klinik ein, alles wurde organisiert und keiner fiel durch ein soziales Netz. Es gab keine Obdachlose, Arbeitslose und Arbeitsfaule wurden von einem Kollegen zur Not aus dem Bett geklingelt.

    Sicher wurde der Gruppenzwang übertrieben. Man möchte nicht 1 zu 1 noch mal die DDR zurück. Aber ein bißchen fehlt mir das im kalten Kapitalismus.

    Wir lernten gegenseitige Achtung und Solidarität wurde wie eine Pflichtaufgabe zelebriert. Bsp. Flüchtlinge. in den 70er Jahren kamen Tausende Chilenen in die DDR. So viele, dass wirklich in jeder Schulklasse 1 oder 2 Chilenen von heute auf morgen saßen. In der DDR gab es nun wirklich auch Wohnungsmangel. Manche heirateten, weil du dann eine Wohnung schneller zugewiesen bekommen hattest. Als die chilenische Flüchtlingswelle kam, wurden keine Flüchtlingsheime gebaut. In jeder größeren Stadt gab es ja die so verschrieenen Plattenbauten. Die Chilenischen Flüchtlinge wurden in die gerade fertig gestellten Wohnungen einquartiert. In Jena gibt es deshalb auch eine Straße, da zogen diese einen ganzen neuen Wohnblock voll. S.Allende Platz. Keiner, absolut kein DDR Bürger begehrte da auf. Es gab weder Demos gegen das belegen von Wohnungen für DDR Bürger, wir hätten nie im Traum an so was gedacht. Nun gut, nach dem der Terror in Chile vorbei war, gingen die chilenischen Flüchtlinge aber auch ruck zuck wieder. Da gab es auch keine Diskussion bleiben ja oder nein. Die Flugzeuge standen bereit und man flog zurück.

    Ich wollte nur sagen, unsere heutige Gesellschaft verroht, weil sie Gewinner und Verlierer produziert, daran müssen wir arbeiten. Auf der Seite von Gunter Dueck schreiben die Intellektuellen. Das Problem aber, sie schreiben nur hier. In der Gesellschaft mischen sie sich aber zur Zeit nicht ein. Ich nehme sie jedenfalls in der Öffentlichkeit nicht war. Wo sind die Deutschen Intellektuellen? Sicher gehört Gunter Dueck dazu. In Vorträgen zeigt er unsere Fehler auf und bietet Lösungsansätze. Aber er wird nur von einer kleinen Gruppe Interessierter gehört. Er ist in der Öffentlichkeit auch nicht sichtbar. Und das, obwohl er ein attraktiver Mann ist. Er muß sich da nicht verstecken.

    Gunter Dueck erwähnte neben dem Hirn das Herz.
    Lassen wir einfach öfter mal das Herz sprechen.

    Ich kann da nur einen Tipp geben: Lerne dich selbst zu lieben! Dann kommt das Glück von ganz allein und du musst es nicht suchen.

  15. Die ollen Tibeter hätten da eine Lösung parat. Beinhaltet sehr unbequeme Holzbänke und Atem auszählen. Ist uns „muss-aber-jetzt-gleich-sein“ Westlern wahrscheinlich zu langwierig und mühsam

  16. Dassi sagt:

    „…Wie empowere ich den jungen Menschen, sich selbst einzurichten – an Stelle einer „bewährten“ Gewöhnungs-/Prägungs-/Einprügelerziehung?…“ Der Satz geht mir nicht aus dem Sinn , vor allem, geht es nur darum sich selbst einzurichten? Was ist mit dem Nachbarn? dem Kollegen? zählt heute nur noch die engste Familie? Was heisst Gesellschaft heute? …..
    „…Wir stöhnen über Kommunikationsprobleme… “ na klar, wenn schon jeder was anderes unter dem Wort Gesellschaft versteht. Der eine freut sich auf das nächste Skatspiel in Gesellschaft, der andere denkt an die gesamte Stadtgesellschaft, während der 3. an die globalen Wirtschaftskreisläufe unserer Gesellschaft denkt. Jeder hat andere Interessen und dazu kommt noch ein unterschiedlicher Wissensstand der Dinge überhaupt. Das finde ich, ist das Hauptproblem für fehlerhafte Kommunikation. …. Und gerade jetzt bricht ein altes von Facebook überholtes Kommunikationssystem regelrecht zusammen: die Zeitung. Die Abbos gehen zurück. Die online-Nachrichtenkanäle der öffentlich rechtlichen Anstalten ersetzen manche gute alte überregionale Zeitung. z. B. die Welt. Finanziert durch unsere GEZ. und die regionalen Zeitungen verlieren ihre Leser an lokale Blogger und Facebook. …. Jetzt rächt sich, dass Journalismus nur noch das Sprachrohr von Parteien und Lobbygruppen, jedenfalls von den Lesern gefühlt war und ist. Systemkritischen guten Journalismus sucht man vergebens oder sind auch unsere Journalisten mit dem Systemwandel überfordert? Jedenfalls experimentieren wir, als kleines lokales Nachrichten-online Journal monatlich selbst hin und her. Im Moment haben wir PM und persönliche Meinung getrennt: Pressemitteilungen kommen nur noch hier, im Moment auf den Osten begrenzt, da kennen wir uns am Besten aus http://eastsidenews.de/2016/12/23/jenaer-piraten-stadtraete-verschenken-erhoehung-ihrer-aufwandsentschaedigung/ —– und Gedanken vom Journalisten kommen hier, auf einem persönlichen Blog (Reichweite wird heute nur noch erkauft, über google und Facebook) https://arnepetrich.blogspot.de/2016/12/mit-einer-smart-city-strategie-wieder.html …. Hauptproblem ist nämlich auch die fehlende Medienkompetenz bei jung und alt, man kann Pressemitteilungen, eine neutrale Nachricht und die Meinung eines Journalisten eben kaum noch unterscheiden. Ich rede da noch nicht mal von Facebook, wo jeder zum Sender wird und man genau Autor und Quelle überprüfen müsste.

    • Dassi sagt:

      Ach was ich noch vergaß zu sagen: in einer heilen Gesellschaft, gibt es weniger Haß und Mißgunst oder Neid und damit auch weniger „Arschlöcher“ 🙂

  17. Stefan Freichel sagt:

    sehr schöner Arikel zur besinnlichen Weihnachtszeit,

    ich bin zwar kein Freund von „Schleichwerbung“ in Foren möchte aber zumindest auf ein Sensorprodukt aufmerksam machen, dass bei der von Ihnen angesprochenen Problematik unterstützend helfen könnte und von der holländischen Polizeit bereits getestet wird 😉

    Produktbeschreibung von:

    http://www.heartmathdeutschland.de

    “ Mit dem Sensor messen Sie über den Puls am Ohrläppchen Ihre Herzfrequenz. Inner Balance oder emWave ermitteln daraus die Herzratenvariabilität (HRV), die anzeigt, wie sich Ihr Herzrhythmus im Zeitverlauf verändert. Das Muster der HRV wird dabei von unseren Emotionen beeinflusst (s. Grafik). Forscher des Institute of HeartMath® haben entdeckt, dass Ärger, Angst, Wut, Frust etc. den Rhythmus des Herzens unregelmäßig bis chaotisch werden lassen.“

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