DD300: Kollektive Intelligenz der Maschinen, Roboter und Plattformen (September 2017)

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8 Antworten

  1. werner sagt:

    „Die guten Plattformen jedenfalls“ genau das ist der Knackpunkt. Woran erkenne ich, ob eine Plattform gut ist und es auch bleibt? Im Unternehmen kann sich ja einiges ändern, z.B. ein Börsengang verschiebt mitunter den Focus vom Kundennutzen zum shareholdervalue.

  2. Alexander H sagt:

    Der Multiplikatoreneffekt, den Sie darstellen, klingt verführerisch und überzeugend. Und die Beispiele funktionieren alle so wunderbar, zumindest auf Powerpoint. Aber was, wenn die Entscheidungen des Systems auf falschen Informationen beruhen? Was, wenn nicht Lebenserfahrung und Pragma, sondern Ideologie und Dogma die algorithmischen Regeln schreiben, nach ganz bestimmten Vorstellungen darüber, wie die Welt zu sein hat? Oder was, wenn die kosmische Strahlung einen Chip trifft und aus einem Nein-Schalter einen Ja-Schalter macht und millionenfach die falsche Entscheidung getroffen ist? Die IT kann ja auch ein wunderbarer Multiplikator von Inkompetenz sein, heute mehr denn je. Was passiert, wenn sich ein einziger Fehler binnen kurzer Zeit millionenfach wiederholt? Wer übernimmt Verantwortung bei Fehlern? Sind Algorithmen nicht ähnlich wie Behörden große Maschinen zur Verantwortungsverwässerung? Der Entwickler schiebt den Fehler auf den Systemarchitekten, und der auf den Projektleiter, und der auf den Boss, und der auf den Kunden, und so weiter bis alle in Rente sind? Sollen wir das Verantwortungsprinzip nicht gleich abschaffen, weil es sowieso so viele unserer Mitmenschen nervt, für irgendetwas gerade stehen zu müssen?

    Ihre Beispiele stammen zumeist aus dem Verbraucherschutz. Doch wer schützt mich als Verbraucher, wenn eine Plattform von einem anderen Kontinent, die vielleicht später von einer halbseidenen Firma auf einem dritten Kontinent gekauft wird, die Daten millionenfach missbraucht oder sie zur Fernsteuerung der Massen nutzt (siehe Pokemon Go)? Gibt es dann irgendwann eine Plattformverklageplattform? Sollten Algorithmen auch auf einer Anklagebank sitzen dürfen?

    Und wie ist es damit, dass eine solche Zentralisierung auch die öffentliche und private Überwachung plötzlich erheblich einfacher und verlockender macht? Oje, ich mag mir gar nicht vorstellen, was alles im (natürlich rein hypothetischen) Fall passieren könnte, dass im Stammland vieler großer Internetplattformen (und des Internets selbst) eine, unngghhh, rechtspopulistische Regierung an die Macht kommen könnte… Oder stellen Sie sich nur in Europa vor, „Er ist wieder da“ und hat nun Zugriff auf alle Datenbanken…

    Und wie ist es mit der wirtschaftlichen Monopolisierung? Wenn nur noch ein einziges Team weltweit für das Fahrverhalten von Autos zuständig ist und nur einen Eigentümer hat, haben wir dann nicht die Weltherrschaft in einzelnen Lebensbereichen erreicht? Eine privatisierte Weltherrschaft, wie sie die Bösewichte in den James-Bond-Filmen anstreben? Ein Markt nach dem anderen, der als freier Markt erlischt, und auf dem dann der Monopolist oder dominante Player die Preise macht und abkassiert (und zum Schein vielleicht noch ein paar „Konkurrenten“ unter künstlicher Beatmung halten, wie einst Microsoft das mit dem moribunden Apple machte, wenn man das Kartellrecht nicht komplett abschaffen will)? Und ich kann die dann nicht mal verklagen, weil die Anwälte wegen der automatischen Klageplattformen alle verhungert sind…

    Und wozu braucht man noch Menschen, wenn ihr Verhalten in allen Bereichen standardisiert und die Vielfalt nach und nach weltweiten Geschäftsmodellen unterworfen ist, die sich bis in die letzten Schlafzimmerwinkel hinein quetschen, als lustige, bunte Assistentensoftware getarnt? Warum ersetzt man die Menschen nicht gleich durch Algorithmen? Die experimentelle Natur des Lebens ist damit dann ja endlich abgeschafft. Die Vielfalt ebenso. Die Freiheit sowieso.

    Ach, papperlapapp, alles angstgetriebene Befürchtungen rückwärtsgewandter, technikfeindlicher Analogiker 😉 Alles wird gut. In 10 Sekunden. 9. 8. 7…

    • Häschen sagt:

      Ihre Bedenken sind gelebte Praxis. Uns in Europa hat eigentlich allein Microsoft das ‚Unwesen‘ aus unserer Sicht vom Leib gehalten.

      ‚Die IT kann ja auch ein wunderbarer Multiplikator von Inkompetenz sein, heute mehr denn je.‘
      Als Informatiker freut mich das ‚kann‘. Wohl aber die Praxis hat uns gelehrt – ‚ist‘ und das schon seit ewigen Zeiten.

      Die New Economy hat sich bisher bewährt. Neuer Markt, 2008 … schauen wir mal was nächstes Mal kommt.

      Sie können ein Monopol durchaus begrenzen ohne Konkurrenz zu bemühen.

      Ich gebe ihnen 2 Beispiele zu Monopolen aus einer anderen Sicht:
      watch?v=jj04Dqsc_VU
      watch?v=Wk75T7jWDw0

      Der Drawback für den Verbraucher ist, dass er in Zukunft einerseits den Konsumentenkredit ohne Umverteilung selbst muss verantworten und am Arbeitsplatz in einem Monopol arbeitet (tut er heute auch schon, Unternehmen ist immer ein Monopolist in der Konsumgesellschaft – der Markt ist möglw. kein Monopol) .

      Für mich ist die Frage eher, ob durch die mangelnde Umverteilung nicht die Enteignungtendenz der Mietmodelle zuviel Schaden wird angerichtet aus Sicht des Sesshaften vs. dem Mobilen.

  3. Uwe Pilgram sagt:

    Ach Herr Dueck,

    Software mit Mechanismen der künstliche Intelligenz sind immer nur so intelligent wie ihre Programmierer. Dabei ist es völlig egal, ob Algorithmen – Old School – mit fixen Parametern implementiert werden oder diese Parameter in einem „Learning Center“ durch „Training“ ermittelt werden. Die Auswertung des Trainingsstoffes und der Trainingsstoff selbst sind von Menschen ausgewählt. Diese Auswahl begrenzt die so trainierten Algorithmen. Zu einer Abstraktion sind Programme nicht fähig. Da hilft auch Fuzzy-Logic nicht und kein Neuronales-Netz.

    Schade, schade. KI-Programme können sehr hilfreiche Software sein, z.B. bei sehr unübersichtlichen Rahmenbedingungen wie Millionen Varianten in der Fertigungsindustrie.

    Intelligenz als Eigenschaft, mit Unbekanntem umgehen zu können, ist dem Lebendigen vorbehalten. Der Traum, endlich Schöpfer eines intelligenten „Wesens“ zu sein, wird sich wohl nicht erfüllen.

    • Stefan Keller sagt:

      Oje, wenn meine Software nur so schlau wäre wie ich, dann hätt‘ ich aber ein Problem 😉
      Nene – ich programmier den Rechner doch genau deshalb, damit er die Dinge macht, für die ich zu blöd (oder zu faul) bin!
      Ihre Argumentation ist übrigens als „Lady Lovelace’s Objection“ bekannt und stammt aus dem Jahr 1843. Alan Turing hat Ihr 1950 in seinem Artikel „Computing Machinery and Intelligence“ widersprochen. Wir (IT-ler) führen diese Diskussion also schon eine Weile (und wir werden es weiter tun :-).

  4. Schiebosoph sagt:

    Hahaha 😉

    Bei den Plattformen gibt es gut wie schlecht, inhaltlich und konzeptionell. KI gehört reglementiert, sonst droht der Kontrollverlust im Großen, der beim Menschen ja schon höchst zerstörerisch ist trotz individual-steuerung – „ist er wieder da?“

  5. Thomas sagt:

    Ich bin intensiver Nutzer zweier Internet Foren. Eines privat, eines beruflich. Was ich dort gelernt habe, hätte ich selbst mit jahrelangem Studium nicht hin bekommen.

  6. Klaus sagt:

    Insgesamt kann ich dem ja zustimmen. Ich bin trotzdem enttäuscht und entsetzt! Der ewige Tekkie (oder zumindest Early-Adopter) setzt morgens eine Kaffeemaschine mit veraltetem Filter-System ein!
    Da hätte ich ja innovativeres erwartet. Schon bei einer einfachen Senseo (mehr als 10 Jahre alte Erfindung) läuft so einfach nichts mehr über.

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