DD192 Mensch kommt von innen

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26 Antworten

  1. Hallo Gunter!

    Behaviorismus taugt prima zur Tierdressur (Skinners tanzende Tauben), etwas Höheres kann man damit aber nicht erreichen. Bei den Psychologen hat sich diese Erkenntnis schon vor Jahrzehnten durchgesetzt. Nur anscheinend im Management noch nicht.

    Man muss Watsons ersten Satz nur halb lesen, um zu sehen, dass er das Wesen des Menschen überhaupt nicht versteht und ein mangelhaftes Moralverständnis hat. „Gebt mir ein Dutzend gesunde Kleinkinder…“
    Menschenmaterial, das er nach seinen Ideen umformen will!

    Immer ist es der Zugriff auf die Kleinsten, Wehrlosen und Schutzbedürftigen, den die Ideologen haben wollen. Notfalls nimmt man halt Stammzellen. Und wenn die nicht so wollen, fälscht man eben seine Ergebnisse.

    Aber sorge Dich nicht, es gibt Gegenbewegungen. Eltern, die ihre Kinder nicht einfach der Wissenschaft oder dem Staat überlassen. Nachbarn und Freude, die sich gegenseitig helfen, Graswurzelbewegungen, soziale Netzwerke. Wenn die Wirtschaft es zu toll treibt, gibt es Widerstand aus irgend einer Richtung, an die keiner denkt.

    Liebe Grüße
    Deine Isabel.

  2. heinrich dürscheid sagt:

    Lieber Herr Dueck,die Begrifflichkeit Wett-eifern gefällt mir ausgezeichnet, auch als alter Leistungssportler fühle ich mich da wieder mit mir eins.
    Freue mich gleich auf das nachhmittägliche Plaudern darüber mit meiner Tochter (16) und bin gespannt wie anschlussfähig Begriff und Thema morgen bei meinem Kunden in der Blau-Weissen Arbeitskultur in MUC ist.

    Übrigens wie steht’s mit „Enkelfähigkeit“?
    Als Perspektive und Vision „unseres“ IWE (INSTITUT FÜR WELTERNÄHRUNG – WORLD FOOD INSTITUTE e.V.
    Mail: info@institut-fuer-welternaehrung.org
    Home: http://www.institut-fuer-welternaehrung.org)

    Maigrüsse aus dem Bergischen, Heinrich Dürscheid

  3. Rolf Spiess sagt:

    in fast allen menschengemachten Systemen scheint der Mensch selbst der einzige Störfaktor zu sein.

  4. Lieber Herr Dück,
    ich bin ganz Ihrer Meinung, wenn es darum geht, dass Menschen mehr Spass an dem haben sollten was sie tun, anstatt nur unter Druck zu stehen. Am Ende ist es aber je nach Typ Mensch wahrscheinlich eine Mischung aus beidem, die ein gutes Ergebnis bringt.

    Man sollte aber nicht vergessen, dass es auch ohne Unternehmen permanent Wettbewerb in der menschlichen Gesellschaft gibt und jeder Einzelne mehr oder weniger gut damit zurecht kommt. Das hängt auch vom Typ ab.

    Der Behavioursimus im großen Stil funktioniert ja offensichtlich nicht sehr gut, wenn wir ihn mal mit Anreizsystemen gleichsetzen. Meiner Meinung nach deswegen, weil die Anreizsysteme nie die Komplexität des Systems erfassen, sondern immer nur an einzelnen Schrauben drehen. Vielleicht sollte man da mal ansetzen?

    • admin sagt:

      Man lässt aber nicht von den Anreizsystemen, weil sie einfach sind. Wenn man sie kritisiert, werden sie schwach verändert. „Alles gut!“ Dann muss man (so die Zeremonie) dem „neuen System“ eine Chance geben und warten, bis es wieder nicht funktioniert. Nach neuer Kritik wieder ein Adjustment… Man glaubt an diese Anreizsysteme so wie ein Wissenschaftler, der zwar weiß, dass noch nicht alles erforscht ist, der aber glaubt, man werde dahin kommen. So sagen die Anreizer: „Die Anreize sind noch nicht optimal gesetzt, aber wir kommen dahin.“

  5. Ingo D. sagt:

    Interessanter Artikel, der zum assoziieren einlädt! Eine „Wette“ zielt auf das Eintreten einer möglichen „noch-nicht“-Zukunft. Bestenfalls entdecken systemische Beobachter einige „Muster“ bei Einzelnen und den Vielen die „verbinden“.

    Interessant ist es schon, dass sobald jemand oder einige meinen das „Muster aller Muster“ entdeckt zu haben, welches die Zukunft und somit auch den Menschen berechenbar und vorhersagbar macht, sie anfangen zu „eifern“.

    Wer meint Komplexität so reduzieren zu können, dass ihm Mechanismen zur Verfügung stünden, um todsichere „Wetten“ auf die „Zukunft“ Einzelner oder der Vielen abgeben zu können, hat bestenfalls vergessen, was er mal wusste: Sein Wissen vom Nicht-Wissen.

    Schlimmstenfalls erzeugt er mit ausreichender Resonanz eine Ideologie. Die bietet, bis das ausgeblendete Unverhersagbare eintritt, für einige Zeit Brot und ausreichend unterhaltsamen Zeitvertreib unter eifernden Gesinnungsgenossen.
    Das jemand nicht sieht, dass er nicht sieht, mag allein gesehen noch nicht schlimm und wenig Schaden anrichten, solange er damit allein vor sich hinwurschtelt.

    Anders sieht es bei den Folgen, von sich aufschaukelndem „Eifer“ aus. Die Verträglichkeit der Folgen für die Umwelt, hängt maßgebend vom Ethos der Eiferer ab!

    Je größer der aufs „Ganze“ der Zukunft zielende „Wett-Eifer“ (welch schönes Wort), desto größer die „Eifersucht“. Und wer kennt den Spruch nicht: „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was (zukünftige) Leiden schafft.“

  6. Toller Artikel – wertvolle Impulse. Ich finde auch, wir sollten unser derzeitiges schnelllebiges Dasein und die Auswirkungen viel mehr infrage stellen.

    So zu denken, wir könnten aus Menschen alles machen, was wir wollen, und über sie Macht und Kontrolle zu haben, ist entwicklungshemmend und menschenfeindlich. Das kommt vom Machbarkeitswahn. Menschliche und natürliche Grenzen werden häufig einfach ignoriert.

    Wenn alle so denken und leben würden, dann hätten wir bald kein wirkliches LEBEN mehr. Dann sind wir wie Maschinen, die nur noch leisten und funktionieren. Und wenn wir dann mal nicht mehr richtig funktionieren, dann müssen wir eben zum Arzt oder Psycho-Experten. Die machen uns dann irgendwie wieder funktionsfähig oder auch nicht. Wollen wir das wirklich?

    Leben bedeutet aber auch, Vielseitigkeit und Unkontrollierbares zu ertragen. Absolute Kontrolle zu haben ist eine Utopie. Oder kann irgendjemand beispielsweise das Wetter kontrollieren oder die innersten Gedanken eines Menschen?

    Zum Glück ist es so. Denn jeder Mensch hat wertvolle Potenziale in sich. Da wäre es doch schade, wenn wir der freien Entwicklung keine Chance gäben und schon im Vorfeld alles steuern wollen. Unvorhersehbares macht doch das Leben spannend und schafft viel Kreatives und Neues. Ich glaube, davon gebrauchen wir derzeit eine ganze Menge. Das geht aber nur ohne Kontrolle und Machtausübung.

  7. Wie Sie wissen, hat Pawlow die ersten großen Experimente gemacht mit den Hunden, wo er den abhängigen Reflex entdeckt hat.
    Seine Experimente sind so wunderbar beschrieben von ihm, er hat seine Experimentalbücher so genau geschrieben, dass seine Experimente immer wieder wiederholt werden können. Also: Da ist der Hund, den hat er auf den Tisch gestellt, da ist das große Fenster, da das kleine Fenster, der Assistent ist gekommen mit seinem weißen Kittel und hat dem Hund das Fleisch gezeigt; der Hund hat das Fleisch gesehen, und natürlich ist ihm das Wasser im Mund zusammengelaufen, in der Fachsprache heißt das: er hat >salviert<, und kaum hat der Hund salviert, so hat man ihm das Stück Fleisch gegeben und eine Glocke geläutet. Das geht so eine Woche, wird so gemacht und wiederholt, zum Schluss kommt der Assistent herein, zeigt ihm gar kein Fleisch, klingelt die Glocke, und der Hund salviert, das heißt, der glaubt, jetzt kommt das Fleisch.
    Gut, das hat er veröffentlicht, und dafür hat Pawlow den Nobelpreis bekommen.
    Ein polnischer Experimentalpsychologe hat gesagt, der Pawlow hat alles so wunderbar aufgeschrieben, wir können dieses Experiment jetzt wiederholen.
    So: Hund, großes Fenster hier, kleines Fenster da, Assistent kommt herein mit Fleisch, läutet die Glocke, das hat alles wunderbar funktioniert.
    Und jetzt kommt das experimentum crucis: wo der Assistent reinkommt und nur mit der Glocke läutet. Konorski, der Experimentator, hat heimlich, ohne dem Assistenten etwas zu sagen, den Klöppel aus der Glocke genommen. Also, der Assistent kommt rein, schwingt die Glocke und: stumm. Der Hund salviert!
    Also hat Konorski gesagt: Dieses Klingeln war ein Reiz für Pawlow, und nicht für den Hund! Und leider muss ich Ihnen sagen: Konorski hat dafür nicht den Nobelpreis bekommen! (Heinz von Foerster)

  8. Fx sagt:

    Mich hat damals in der Grundschule der Wettbewerb schon fertig gemacht…

  9. Lieber Herr Dueck,

    Danke für die Gedanken. Ich gebe Ihnen Recht: Leider noch immer weit verbreiteter „Irrglaube“.

    Dass es sich bei den einfachen Incentivierungsmechanismen im Management um überkommenes Wissen handelt, zeigt auch das unterhaltsame animierten Video eines Vortrags von Dan Pink „The surprising truth about what motivates us!“.

    http://www.youtube.com/watch?v=u6XAPnuFjJc

    Nur ein Gedanke dazu: Wieso gibt es eigentlich Wikipedia und Linux – wo doch keiner da ist, der die Tätigkeit dafür incentiviert?

    Ich denke, Unternehmen, die an veralteten Mechanismen fest halten, werden es zukünftig im Wettbewerb, um den „War for Talent“ schwer haben.

    Viele Grüße,
    Saskia Dörr
    WiseWay – berät Unternehmen

  10. Lieber Herr Dueck,

    da gehe ich mit.

    Wie sehen Sie Führungs-Systeme, die allein durch die Mitarbeiter und ihr Feedback auf ihre Ziele funktionieren?

    Keiner steht mehr da mit der Stoppuhr, sondern der Mitarbeiter sagt selbst: „Letzten Monat hat der Vertriebsprozess zu 100% geklappt.“ oder „Letzten Monat hat der Logistikprozess xy nicht geklappt, weil die Handscanner nicht funktioniert haben.“ Alles nur Beispiele, aber eben vom Menschen ausgehend. Wenn was nicht klappt, wird nach Lösungen gesucht. Eigentlich einfach.

    Mit den besten Grüßen
    Stefan Wilhelm Fischer

  11. Hans Trost sagt:

    „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
    Antoine de Saint-Exupery (Werk: Die Stadt in der Wüste / Citadelle)

  12. Judith Neff sagt:

    Lieber Gunter

    Es sind nicht allein behavioristisch gestützte Manipulationen, die es Menschen schwermachen, ihr Potential voll zu entfalten. Mindestens ebenso sehr tut dies die „lautlose Disziplinierung“ durch die Medien. (Vgl. Thomas Mathiesen)

    Frühlingsgrüße aus dem Norden
    Judith

    • admin sagt:

      Liebe Judith, kenn ich nicht – frankly, kann man auch nicht gut googlen, weil das „schon 25 Jahre her“ ist…Die Medien sind ja jetzt im Umbruch und ich habe ohne weitere Erklärung von Dir das Gefühl, dass sich ja in den Medien und der Politik (kaum noch existent) etwas verändert hat… was sich verschlimmert hat, ist eben diese behavioristische „Denkhaltung“ – ich würde sagen, man hat wegen der Einführung der Computer und der nötigen Programmierung eine fatale Vorliebe für das Wenn-Dann-Kausalitätsdenken entwickelt, wovon Stimulus-Response nur ein Teil ist. LG Gunter

      • Judith Neff sagt:

        Was mich im Buch von Mathiesen ganz besonders beeindruckt, ist das, was er „Pulverisierung“ nennt – das gewollte Auseinanderreissen von öffentlichkeitsrelevanten Zusammenhängen/Ereignissen in Informationsbruchstücke und -stückchen zwecks Verschleierung und Umwertung unliebsamer Tatsachen.

        Ansonsten kann ich Dir natürlich nur zustimmen. 🙂

  13. Tom T sagt:

    WOW!

    Ein Psycho als Psychologe… wer hätte das gedacht. Es ist schon erschreckend, mit was manche Leute zu Ruhm und Ehre kommen (wollten).

    Es wäre interessant zu sehen, ob und wie weit John B. Watson mit der Theorie heute gekommen wäre?

    Als Ex-IBM Mitarbeiter ist mir das Reiz-Thema Incentives durchaus ein Begriff. Ein Schelm wer dabei eine Beziehung zwischen Watson und Watson herstellt. (Ja, das ist vermutlich ein Insider, aber trotzdem.)

  14. Veehrter Herr Dueck,
    Danke für die schöne begriffliche Differenzierung, den ‚Wetteifer‘ und die pointierte Kritik. Bleibt die Frage, warum sich die behaviouristische Ideologie so umfasssend ausbreitet und wie hier Innovation in der Entwicklung kollektiver Menschenbilder entsteht (Ich denke hier liefert das von Ihnen bereits bemühte Modell des spiral dynamics gute Hinweise). Mich beschäftigt sehr, ob sich das Mainstream-System selbst durch immer negativere Konsequenzen für seine Mitspieler ad absurdum führen muss, mit viel Leid als Nebeneffekt – oder ob wir Menschen mittlerweile durch Antizipation des „Stimmigeren“ einen neuen Entwicklungsweg gehen.
    …und wie lädt das“Wahre“, das „Richtige“ ein sich etwas „Natürlichem“ hinzugeben – nämlich Evolution?

  15. Manuela sagt:

    Behaviorismus war ein tolles neues Gedankenmodell. Es funktioniert auch gut. Allerdings muss man auf die Metaebene gehen und das individuell. Was braucht das Individuum, wofür ist es zu begeistern.
    Nicht aus jedem Lebewesen kann man alles machen, die Grenzen muss man schon auch erkennen.
    Interessant, dass Behaviorismus einen besseren Menschen schaffen wollte. Utopismus ist halt eine starke Droge für den, der ihn einführen möchte.
    Und die Wahrheit steckt selten in den Extremen.

  16. Guten Abend Herr Dueck,

    warum lassen wir das mit uns machen, warum verhalten wir uns wie der Hase, welcher hinter der Karotte her ist?

    Jemand schrieb mal? Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen,um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen, von Geld, das wir nicht haben. Ich ergänze: und arbeiten etwas, was uns selten ausfuellt, um das ganze am Läufen zu halten.

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde unsere Gesellschaft grundlegend veränerdern. Doch wir haben nicht den Mut es zu wagen, wir haben Angst vor den neuen Wegen, den unbekannten Wegen (auch wenn der alte eine Sackgasse ist).

    Mit besten Gruessen

    Thomas Rehehäuser

    • admin sagt:

      Hallo Herr Rehehäuser,

      das Grundeinkommen wird uns schon verändern, aber wie? Ich habe dazu etwas auf der re:publica 2013 gesagt, gesehen auf YouTube? Da ist eine Folie mit Eigenschaften einer von mir gewünschten „Sinn-sozialen Kompetenzgesellschaft“ – in diesem Package geht auch Grundeinkommen, aber nicht jetzt in dem heutigen Kontext. Und das allein eine Einführung eines Grundeinkommens auf dieses Ziel hin führt, glaube ich nie. Es geht nicht darum, an einer Schraube zu drehen, nicht am Grundeinkommen oder am Diskontsatz. Wir brauchen eine gemeinsame Vorstellung unserer Kultur, vor allem auch einer unseren Aufgaben, die wir darin übernehmen sollen – das tut keiner, die „Pflichten“ zu nennen, es werden nur Rechte versprochen.

      Gruß GD

  17. Meiner Meinung nach ist das Managementsystem nur ein Symptom für den unaufhaltsamen Siegeszug der Linken Gehirnhälfte.
    Evolutionsgetrieben hat die Linke Gehirnhälfte dem Homo Sapiens einen Selektionsvorteil gegenüber allen anderen Hominiden verschafft. Bereits jetzt sind mehr als die Hälfte der Menschheit Richtige Menschen (bevorzugen die Linke Gehirnhälfte). Mit ihrem Streben nach Ordnung, Messen, Katalogisieren, Anreiz, Kontrolle, Systematisieren, reglementieren, etc, etc. unterdrücken sie die Anderen (Wahre und Natürliche Menschen).
    Meiner Meinung nach ist der Prozess nicht mehr umkehrbar, da die Richtigen Menschen bereits die Mehrheit sind. Das wird unweigerlich in eine Herrschaft der Computer (ultimativer Richtiger Mensch / Manager) münden.
    Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Ein Computer ist wenigstens neutral, emotionslos und unparteiisch. Aufgrund der Messergebnisse könnte er feststellen, welche Arbeitsbedingungen für welchen Typ Mensch ideal sind und endlich zu einer Typ gerechten Haltung des Menschen führen.

  18. Meroozooh sagt:

    Frank Schirrmacher vertritt in seinem Buch „Ego“ eine ähnliche These, nämlich dass sich in der Wirtschaft nicht-kooperative spieltheoretische Modelle durchsetzen, weil man es vermehrt mit anonymen Einmalinteraktionen zu tun hat (etwa Handel im Nanosekundentakt oder begrenzte Arbeitsverhältnisse), für die Nicht-Kooperation und damit letzendlich Kampf die mathematisch optimale Lösung ist. Dies wird, so Schirrmacher, durch Big Data in einem ungeheuren Ausmaß zu einer Ökonomisierung aller Lebensbereiche führen.
    Mit Big Data möchte man das Verhalten von Konsumenten (Menschen) vorhersagen und durch das Setzen von incentives manipuliert man sie, wie Sie angedeutet haben, in ein Optimierungsverhalten hinein, durch das sie schließlich wirklich vorhersagbar werden. So wiederum rechtfertigt sich das ganze System.

    Zum Beispiel Armbänder von der Krankenkasse, welche die Bewegung aufzeichnen und wegfunken und durch die man dann als Anreiz sie zu tragen einen geringeren Beitrag zahlt. Kleine Kästchen, die das Fahrverhalten auf Risikohaftigkeit messen sind im Ausland schon im Einsatz. Der finanzielle Anreiz wird so bemessen, dass das viele Leute machen werden, wer es nicht möchte, zahlt drauf und hat anscheinend etwas zu verbergen, sonst würde er es doch machen! (hier wirkt dann schon das ökonomisierte Denken jedes einzelnen) Danach wird der nächste „Risikobereich“ in Angriff genommen usw…

  1. 7. September 2013

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