Die Tiere draußen schauten von Computer zu Mensch und von Mensch zu Computer, und nochmals von Computer zu Mensch; aber es war bereits unmöglich, zu sagen, wer der Computer und wer der Mensch war.

— Schluss von Orwells Farm der Tiere, etwas verändert.
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Zur Person und Motivation

Es fing damit an, dass ich „liebevolle“, na auch ein bisschen ätzende, auf jeden Fall aber leidenschaftliche Fundamentalkritik an der Arbeitsgesellschaft übte – und es mündete in das Verfassen „meiner“ eigenen Philosophie in drei Bänden Omnisophie. Bei IBM, wo ich lange arbeitete, nennen/nannten sie mich „Wild Duck“. Es passt so schön zu meinem Namen.

Wild Duck ist ein amerikanischer Begriff, der so etwas wie „Querdenker“ bedeutet. Der frühere IBM-Chef Watson hat ihn geprägt und in der Folge seine Wild Ducks in der Firma hochgehalten. Oder, moderater ausgedrückt: „We don’t mind to have a few wild ducks around.“ IBM fühlt sich also gut, wenn sie eine Anzahl Querköpfe und Andersdenkende aushält. Natürlich gibt es auch Zahlenmenschen in den Hauptverwaltungen, die es so formulieren: „We don’t mind to have a few wild ducks around, as long as they fly in formation.“ Aber schon die Existenz des Begriffes Wild Duck in einer Organisation sagt viel über ihren Charakter: Da arbeitete ich gern.

Historisch kam das so: Eines Tages kamen Mitarbeiter in mein Büro und lachten. Man hatte meinem damaligen Chef, General Manager bei IBM, einen starken Spruch von mir gepetzt. Der hatte gelächelt und leise gesagt: „You know, this is my wild duck.“ Das wollten mir nun alle sagen. Sie hatten es aber missverstanden und fälschlicherweise „Wild Dueck“ herausgehört. Ja, und seitdem bin ich Wild Duck oder Wilddueck. Ich hatte damals gerade mein erstes Buch geschrieben. Der Springer-Verlag und ich suchten einen tollen Titel. Ich erzählte die wilde Story am Telefon – sofort war der Titel Wild Duck geboren. Leider gibt es mehrere Firmen dieses Namens, sonst hätte ich diese Homepage unter diesen Namen gestellt. Dieser Name! Wild Duck! Er gibt mir viel Argumentationsfreiheit. Man muss nie mehr Hofnarr zu mir sagen, was aber die Feinde meiner Gedanken natürlich heute noch tun.

Warum finde ich plötzlich, ich müsste die Welt verbessern?

Ein wenig über die Ursprünge: Im Herzen Niedersachsens, also in Groß Himstedt bei Hildesheim, wuchs ich auf einem Bauernhof auf – unter allen Arten von Tieren und Pflanzen auf den Feldern. Damals baute man noch Kohl, Möhren, Spinat, Kartoffeln usw. an und lagerte vieles im kühlen Sand für den Winter! Alles sah vielfältiger aus! Wir führten Diskussionen, ob die Gummireifen der neuen Ackerwagenmodelle und die Trecker die Umwelt verwüsten. Ja? Nein? Wo würden die Pferde bleiben? Bei Kunstdünger aber waren sich die meisten über den Untergang des Abendlandes sicher, bei viehlosen, reinen Ackerbetrieben noch mehr…
Heute ist alles radikal anders und wir besichtigen solche Höfe noch bei den Amish People in den USA und schaudern, wie herrlich rückständig alles ist. Meine Kinder liefen dort erstaunt herum und ich versuchte erfolglos zu sagen, dass es dort heute so ist, wie es damals zu Hause war. Unser Gedächtnis ist eben sehr kurz, es kann sich eine Welt ohne TV und Auto nicht mehr vorstellen.

Ich habe erfahren, wie mein ganzes damaliges Leben von Mähdreschern und Treckern radikal verändert wurde. Das geschieht heute nochmals. Diesmal ist es das Internet mit der damit möglichen Globalisierung. Die Veränderung bereitet Anpassungsschmerzen, so jammern alle. Ich will aber, dass es Geburtsweh einer besseren Welt ist! Warum weinen alle um die schwindenden Bankfilialen, die Bücher aus Papier? Warum klagen alle über die ständige digitale Erreichbarkeit und befürchten digitale Dekadenz? Unsere Kultur erlebt einen Bruch – genau wie meine in meiner Jugend. Wir dürfen uns nun eine neue Lebenswelt erschaffen. Da will ich mitmachen!