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2 Antworten

  1. uli Schmitz sagt:

    Man kann nicht so krudes Denken verurteilen und gleichzeitig Homöopathie von den Krankenkassen bezahlen lassen oder daran glauben, dass Maria nach der Geburt von Jesus noch Jungfrau war.
    Solche Aberglauben sind sehr tief in unserer Gesellschaft und allgemein anerkannt. Warum dann nicht auch an eine Weltverschwörung glauben?

  2. Andreas Seidel sagt:

    Lieber Herr Dueck,
    als Jahrgang 57 nähere ich mich auch schon dem etwas älter. Durch verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten, als Katastrophenhelfer in abgeriegelten Einsatzgebieten oder in der Hilfe für Menschen vor oder nach Suizidversuchen bin ich praktisch etwas robuster aufgestellt. So auch kürzlich, wo ich unter Umgehung so ziemlich aller Kontaktregeln einer jungen Mutter aus Kamerun mit 4 jährigen Sohn helfen konnte. Ich kam instinktiv richtig in eine Situation, in der sie ihrem Sohn ein »letztes Festmahl« bereiten wollte, weil für die nächsten Tage nichts mehr zu essen da war. Nun ging es nicht nur darum, ihr ein Fresspaket zur Verfügung zu stellen, sondern eine Perspektive zu organisieren, dass sie wieder für ihre Zukunft tritt fassen kann.
    Dies ist, um den Bogen zu Ihrem Beitrag herzustellen, mein persönliches Anti-Paranoia-Programm. Ihrer kleinen Betrachtung kann ich nur zustimmen. Gegen das Ohnmachtsgefühl der Verschwörungsmythen wo sich viele als »Opfer« inszenieren, setze ich auf Handeln. In einem abgeschnittenen Katastrophengebiet darf ich auch nicht in Panik verfallen, egal was auf mich zukommt und muss Betroffene wie Helfer ebenfalls vor Panik schützen.
    Ich denke, der beste Schutz vor Verschwörungsmythen und Paranoia ist im Moment nicht Kritik, sondern zunächst hier als Frage formuliert, wie es uns gelingen kann, diese Menschen wieder in ein konstruktives Handeln einzufangen, denn wie sie richtig hinweisen, an rationalen Fakten mangelt es nicht. Nur sind Fakten allein gerade ein irgendwie sehr untaugliches Mittel. Ein Patentrezept habe ich nicht.
    Ich war auch schon mal in der Situation, in der ein Ex-Elitesoldat, gedroht hat, mit einem in dieser Situation zum Glück nur imaginären Messer um sich herum alle Menschen niederzumetzeln. Mehrere kräftige Sicherheitskräfte standen auf Abstand, trauten sich nicht heran. Ich habe es durch meine Präsenz und Nähe geschafft, dass er sich schließlich beruhigt auf einen Stuhl gesetzt hat (bitte nicht zur Nachahmung empfohlen!). Wir sollten uns aber schon die Frage stellen, wie wir den aktuellen Kreislauf der Verwirrung durchbrechen können. Allein als Denker wird uns dies wohl nicht gelingen. Was ich sehe, ist, dass wir »Gegen-Vorbilder« sein müssen, dass ganz bewusst unsere Präsenz gegen social distanzing einsetzen müssen.
    Ihr
    Andreas Seidel

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