DD240: Die Effizienz-Singularität (Mai 2015)

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7 Antworten

  1. Jens N. sagt:

    Lieber Herr Dueck,

    wir stecken schon tiefer drin, als wir denken. Die Stelle, für die Sie „nach einer halben Seite Text“ gelobt werden wollen, wird bei mir ganz unten am Bildschirmrand angezeigt, also nach einer ganzen Seite. Die ist dafür so schmal, dass daneben noch drei weitere Ihrer Texte Platz fänden. Als scrollende Prozesssklaven moderner Websites sind wir von der Singularität wohl schon erfasst. Wenn die Seiten erstmal so schmal sind, dass wir sie kaum noch wahrnehmen, dann… Moment, ich kann gerade nicht weiterdenken, muss wieder scrollen…

    Ein großartiger Artikel! Vielen Dank dafür!

  2. Marko Umek sagt:

    Na ja. Ich würde ja hoffen, dass Computer zuerst diese Utopisten resp. die Menschen, die so eine Utopie erstrebenswert halten, ersetzen, dann hätten wir ein paar Problem weniger.

    Ich frage mich eine ganze Weile, wo das ganze noch hingehen soll. Wenn am Ende Maschinen (und das ist ein Computer eben doch – ausser er komme in Form von Data daher) auch die letzten Hochburgen an menschlicher Betätigungsfelder besetzt, wer soll dann die schönen Produkte noch kaufen oder die Dienstleistungen wovon bezahlen. Wo ist dann der Platz der Menschen? Auf jeden Fall befinden wir uns in voller Fahrt auf den Weg ins Tittytainment – 20% arbeiten, 80% werden unterhalten. Das sind jedenfalls super Aussichten für Pro7 & Co.

    Wie wäre es, mal ein paar böse Frage zu stellen: Warum mehr Effizienz? Wozu das Ganze? Sollten wir nicht langsam, mehr Gewicht auf Effektivität setzen?! Wir rennen im schneller, nur Wohin oder Wozu scheint keine Rolle mehr zu spielen.

    Pablo Picasso hat mal gesagt: „Computer sind nutzlos. Sie können nur Antworten geben“. Ein kluger Mann!

  3. Solange Menschen in jedem Augenblick eine Handlung wählen und ausführen müssen, um ihr Wohlbefinden im Wohlfühlbereich, im Flow zu erhalten, kann ich mir Maschinen nur als Hilfsmittel vorstellen. Die Wahl der Handlung mit dem größen Gewinn an Sinn,dem größten Gewinn an Vorfreude, setzt eine qualitativ Bewertung voraus. Viel wichtiger ist, das wir diese Wahl freiwillig treffen, da wir sonst den geringsten Sinn-u. Wohlbefindensverlust wählen. Diese Wahl, meist unbewußt, hat weitreichende negative Folgen auf die Sorgfalt der Handlung, den Ressourcenverbrauch, Werkzeugverschleiß,schlechte Produkte, schlechte Preis, schlechtes Betriebsklima, schlechte Umweltbilanz und vieles mehr. Wir sollten uns mehr über die Bedingungen der Wahl und Tat Gedanken machen, als über die Werkzeuge die wir benutzen, egal wie „inteligent“ diese sind.

  4. Martina sagt:

    Wir wissen, dass die Entscheider in der Lage sind dieses Szenario entstehen zu lassen. Viele Menschen leben mit der Erfahrung, dass sich die Frage: Ist es erlaubt so zu handeln?, sich dem was möglich ist unterordnet. Die Computerprogramme lassen sich für gutes und für bedenkliches nutzen. Sie sind neutral. Verantwortlich sind diejenigen die das bereits laufende „Spiel“ nicht abpfeifen, obwohl sie die Macht dazu hätten. Die Folgen ufern immer mehr aus und sind unkontrollierbar.

    Es heißt: „Wir sind nicht wettbewerbsfähig, wenn wir nicht so handeln!“ Die Zuständigen schleichen sich aus der Verantwortung. Schließlich ist kein einzelnes Unternehmen oder eine einzige Regierung für das kommende haftbar zu machen. Wie verhandelt man mit einem ständig undurchsichtig werdenden komplexen System (z. B. Globalisierung)?

    Die früheren Normen gelten anscheinend kaum noch. Das Individuum kollidiert mit dem Unbekannten (z.B. wenn es keine Schuld mehr gibt, was ist dann richtig?). Dieses kann es nicht beherrschen und führt einige in einen Überforderungszustand. Der Gedanke: „Es könnte also so schön sein, wenn…“, taucht auf. Es wird um die Erreichung der Wünsche gekämpft. Doch egal, ob sie sich erfüllen oder nicht wir zahlen als Preis dieser Freiheit irgendwann mit dem ausbreiten einer innerlichen Leere.

    Möglicherweise werden per YouTube verschiedene Wohlfühlkurse in unser Wohnzimmer geliefert. Da jetzt schon einige in einer Sinnkrise sind, wird fleißig nach neuen Sinnmustern gesucht.
    Momentan erwarten immer weniger Menschen das Glück von außen. Es werden täglich mehr die sich selbstverantwortlich für ihr Wohlbefinden fühlen und dementsprechend handeln. Allerdings benötigt man dazu finanzielle Mittel und ein Gemüt das dafür den Antrieb liefert.

    Es sind stattlich finanzierte Beschäftigungs- und „Wartungsprogramme“ von verschiedenen Institutionen am Laufen z.B. „Puzzeln für Arbeitslose“. Wie sich die cirka 800 000 Arbeitslosen die an solchen „Fortbildungsmaßnahmen“ teilnehmen fühlen brauche ich wohl nicht zu beschreiben. Das Hauptziel scheint zu sein, die Statistik zu beschönigen. Aus dieser fallen diese Menschen nämlich raus. Arbeitslosigkeit ist keine Schande, aber sie ist auch keine Ehre. Wenn der familiäre und der Halt durch Beschäftigung ver-schwunden sind, fühlt man sich dann noch irgendetwas zugehörig und verpflichtet?

    In der Kindheit wurden uns die Möglichkeiten zum „Sieg“ vermittelt – scheitern stand nicht auf dem Programm. Wenn man nach den alten Spielregel alles „richtig“ gemacht hat und trotzdem der Eindruck einer Ausgrenzung entsteht – wie verändert dieses Gefühl die Massen? Geben sie sich mit Brot und Spielen zufrieden, oder proben sie den Aufstand?
    Wer trotz allem begeistert über diese Entwicklung ist darf sich gerne die Serie „Real Humans“ ansehen.

  5. Bernd sagt:

    Ein sehr guter Artikel aber durch den Textsatz sehr schwer zu lesen.

  6. Matthias Beck sagt:

    Biegen Sie jetz links ab…..in der Tat folgen wir bereits Computern in Navigationssystemen, Einparkhilfen, Abstandswarnern, Energiesteuerungen, etc…und richten unser Handeln nach Wetterprognosen aus ob wir das Haus ohne oder besser mit Schirm verlassen. Wo ist der Unterschied zwischen Mensch und Maschine?Letzterer folgt programmierten Algorithmen, Permutationsmatrix, etc……arbeitet also Vorgaben ab. Erster hat Wahlmöglichkeiten. Dank menschlicher Kreativität und kognitiver Fähigkeiten entsteht eine hohe Individualität.
    Die Effizienz – Singularität würde voraussetzen, dass vorgenannte Fähigkeiten ausgeschaltet würden. In der Tat folge ich Ihnen, dass absolute technologische Abhängigkeit und deren Durchdringung die Ergebnisvielfalt reduziert. Ich setze jedoch weiterhin auf die Individualität also den Feind der schwarmdummen Geschäftsprozesse und entscheide noch immer frei ob ich der Umleitungsempfehlung meines Navigationssystems folge das sich ähnlicher Algorithmen bedient wie die der Fahrzeuge rechts und links neben mir. Folgen dem zu viele, dann erzeugen zu viele Schwarmdumme den nächsten technisch verursachten Stau.

  1. 21. Mai 2015

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