Car2What? Ein Rant gegen Google-Auslacher – eine Innovisions-Kurzkolumne

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4 Antworten

  1. Joachim Schnurrer sagt:

    Man stelle sich vor: Millionen von Fahrzeugen haben kaum eine Auslastung! Stehen in der Garage, am Straßenrand, in teuren Parkhäusern, suchen mit genervten Insassen einen Abstellplatz, verursachen eine Menge an Fixkosten.
    Man stelle sich weiter vor: Viele Menschen wollen, können oder dürfen kein Fahrzeug führen, brauchen aber Mobilität! Die Bushaltestelle oder der Bahnhof sind nicht vor der Haustüre. Busse und Züge fahren nur zu bestimmten Zeiten, oft nur zweimal am Tag. Individuelle Mobilität erfordert ganz verschiedene Lösungen, abhängig davon ob ich Einkaufen fahre und den Wocheneinkauf beim Supermarkt in einen praktischen Kombi laden möchte oder mit der ganzen Familie in den Urlaub, wo ich gerne einen großen VAN für die An- und Abreise hätte, aber Vorort lieber mit einem Cabrio oder Jeep unterwegs wäre. Die dazu notwendigen Fahrzeuge gibt es heute schon. Sie stehen in o.g. Garagen herum und werden nicht genutzt.
    Sobald autonome Fahrzeuge verfügbar sein werden wird es eine Revolution der Mobilität geben. Viele maßgeschneiderte Geschäftsmodelle werden entstehen, die z.B. an die von Containernutzung heutzutage erinnern, natürlich etwas Facettenreicher aufgrund der offensichtlichen Unterschiede. Wir werden mit per Saldo weniger Fahrzeugen mehr Mobilität abwickeln. Und es wird für den Einzelnen möglicherweise zu geringeren oder gleichen Kosten möglich sein, bei höherer Flexibilität. Als Individuum habe ich Zugriff auf einen Fiat 500 aber auch eine Corvette (autonom fahrend natürlich! Mit entsprechenden Mobilitätsprogrammen für z.B. „economy, comfort oder agil“ je nach Wunsch und Geldbeutel), einen Kleinbus in Fahrgemeinschaft zum Arbeitsplatz genauso wie einen Jeep im Urlaub auf Fuerteventura, ohne dafür für ein Fahrzeug in der „Heimat“ gleichzeitig Parkgebühren zu zahlen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Und das wird kommen, garantiert (Beim Gelände fahrenden Jeep sicher später als in Megacities). Und wenn der technische und rechtliche Durchbruch geschafft ist, dann gehrt das Lawinenartig. Da können die Lamentierer sich heute schon warm anziehen. Führerschein? Braucht dann kein Mensch mehr!

  2. Mit „Lachen“ ist das Problem sehr diplomatisch umschrieben; es ist Arroganz.

    Cirka 1970/71 musste ich als angehender Ingenieur in BWL einen Schein machen. Ich wählte dazu, einen Vortrag über die Entwicklung japanischer Autos auf dem deutschen bzw. Weltmarkt zu halten. Trotzdem der Vortrag recht gut war (was der Dozent bestätigte) und wir alle im nachhinein wissen, das nur wenige Jahre danach Japan eine Automacht wurde, bekam ich nur eine 3 mit der Begründung, dass meine Einschätzung sehr fiktiv wäre und vor allem sehr unwahrscheinlich (es gab zu der Zeit so gut wie keine japanischen Autos in Deutschland). Aber der Dozent war nicht Herr Wissmann.

  3. Joachim Schnurrer sagt:

    Mit dem neuen Tesla P85D können Sie direkt kommunizieren. Zwar nicht wie Michael Knight damals über seine Armbanduhr, dafür aber mit Ihrem Smartphone. Sie können Ihren Tesla sogar rufen und er fährt automatisch vor. Tippen Sie vor einem Fahrbahnwechsel auf den Blinker, wechselt Ihr Auto automatisch die Spur, wenn diese frei ist.
    Mit dem Tesla P85D beweist der Konzern einmal mehr seine Innovationskraft, die die konventionellen Autohersteller geradezu vor sich her treibt. Mit diesen wunderschönen Autos sind Sie unmittelbar dran am Fahren ohne Fahrer.

  4. Martin Kieren sagt:

    Ja, es gibt derzeit eine kulturelle Auseinandersetzung zwischen der globalen Autoindustrie und der Welt der künstlichen Intelligenz und Software. Und der Ausgang wird spannend.

    Dahinter steht aber u.a. ein maßgeblich von den Menschen gewolltes und in Regeln und Gesetze gegossenes Prinzip: Menschen dürfen tödliche Fehler machen und werden dafür nachträglich zur Rechenschaft gezogen. Maschinen nicht. Der Nachweis der Sicherheit von Maschinen ist dabei typischerweise bereits vor Nutzungsbeginn zu erbringen.
    Aus genau diesem Grund dürfen z.B. Airbags nachweislich niemals (genaugenommen natürlich nur mit einer sehr sehr kleinen Wahrscheinlichkeit) fehlerhaft auslösen und dadurch Insassen verletzen oder sogar töten – auch wenn Airbags ständig ’nebenbei‘ Tausende von Menschenleben retten.

    Daher erfordert autonomes Fahren eine Anpassung der von Menschen akzeptierten Regeln und Gesetze. Und dieser gesellschaftliche Prozess hat begonnen, wird jetzt sehr intensiv – und Verlauf und Ausgang werden sehr spannend.

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