DD232: Tschakka, Tschakka! Grundlose Begeisterung ist Pflicht! (Januar 2015)

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41 Antworten

  1. Gerhard sagt:

    Wenn das alles bekannt ist, wieso macht man das noch?

    • Gunter Dueck sagt:

      Sag ich doch, es gehört zum Komplex Schwarmdummheit…Sie können nicht als Einzelner mit isolierter Intelligenz kommen. Eine solche bewirkt nichts, Intelligenz muss eine kritische Masse haben.

  2. Janix sagt:

    Wenn es nicht so schmerzlich wahr wäre! Einer nur leicht abgeschwächten Version erinnere ich mich noch immer, als wäre es gestern. Kletterhochgarten in Tirol.

  3. Christian Zoller sagt:

    Ich habe auch einige dieser Veranstaltungen mit „angeschlossenem“ Motivator besucht. Und ich kann mich noch gut an die Fotos des wunden Hintern auf der PowerPoint-Show des Extrembikers erinnern. Motto: „Ich habe trotzdem beim Ziel erreicht.“ Obwohl Vertriebsmann war ich doch eher angewidert. Ich glaube aber, dass, je mehr Konformität in den Schulen und Studiengängen gelehrt wird, desto mehr fallen diese Tschakka-Veranstaltungen auf fruchtbaren Boden. Kritische Worte sind weder da noch dort erwünscht. Tschakka wird Mainstream.

  4. Waldemar sagt:

    Hat vielleicht was mit der Amerikanisierung der deutschen Kultur zu tun. Man möchte mehr vom „Yes we can“ Feeling in der Firma verbreiten. Auch wenn es nicht die eigenen Prinzipien sind, nach dem Motto: Vielleicht färbt es ja doch ab.

  5. calceola sagt:

    Man fragt sich, warum gibt es diese Veranstaltungen immer noch. Jeder kennt sie und wie sie bei den Vertrieblern, Ingenieuren und Experten ankommen, nämlich überhaupt nicht.

    Ich glaube weil sie funktionieren. Es werden zwar nur 12% an statt der erwarteten 15% erreicht, aber die 3% (eigentlich eine Fehleinschätzung von 20%, aber soweit muss man im Management häufig nicht rechnen) kann man mit Marktlage, Wirtschaftskrise, ausländischer Wettbewerber, etc. erklären. Nur sind diese 12% nicht wegen, sondern trotz der Motivationsveranstaltung erreicht worden. Einfach weil die Ingenieure, Experten und Vertriebler ihren Job gut machen, die marktlage so günstig war, die Wirtschaftskrise doch weniger Einfluss und man besser als der ausländische Wettbewerb war.

    Am Ende des Jahres schaut das Management auf das Ergebnis und sieht: Wir haben eine Motivationsveranstaltung gemacht und damit unsere Ziele erreicht. Lasst uns für das nächste Jahr planen und schon mal Motivatoren ausprobieren, ich glaube Paleo-Diäten oder Freeletics sind gerade ganz trendy, so im Sinne, Mut zum Wandel.

  6. Sehnsucht, Leidenschaft, echte (eigene) Motivation, Wille kann der „geneigte“ Manager nicht messen. Das passt alles nicht in Excel Tabellen.
    Aufwände für Tschakkaisten sind Zahlen, und die passen da rein. Das macht’s einfach leichter.

  7. Joachim Schnurrer sagt:

    Ach, das trifft sich gut, da hätte ich gerade zwei passende kurze Links zur Hand. Da wird sich fast jeder wiederfinden.
    1. https://www.youtube.com/watch?v=4f_mIRrns2U
    und für Experten
    2. https://www.youtube.com/watch?v=BKorP55Aqvg
    ein schönes Beispiel für SABTA

  8. Michael Schenk sagt:

    Ich erinnere mich an solche Veranstaltungen, als noch alle Mitarbeiter eingeladen wurden. Aber das ist schon eine Weile her. Ich fand das toll, das Nena live 5 Lieder gesungen hat… Ich als Techie kann daraus aber nicht die Motivation für die Jahresarbeit ableiten. Wir funktionieren, wenn uns einfach nicht zu viele Hürden in den Weg gestellt werden, besser noch wenn das Management seine Leadership dafür nützt Hürden zu entfernen. Andere Berufsgruppen ticken da vielleicht anders ?

  9. Rainer sagt:

    Hallo Herr Dueck, mit Schwarmdummheit hat das nichts zu tun, sondern mit Überforderung. Durch den sich ständig erhöhenden Erfolgsdruck wird diese nur immer sichtbarer.
    Jeder Mitarbeiter versucht im Rahmen seiner Möglichkeiten das beste zu tun, aber alle Mitarbeiter des gesamten Unternehmens halten das nicht für das Beste.
    Warum denken so viele, die anderen müssten doch verstehen, wenn sie selber andere nicht verstehen (wollen oder Koennen)?
    Manager haben als Kernkompetenz nicht Empathie, sondern Ellenbogen. Ansonsten wären Sie nicht an der Spitze eines Unternehmens, sondern Psychologen. Sie können nicht verstehen, wie andere denken.
    Gibt es eine Lösung für dieses Paradoxon? Ich suche es leidend schon seit Jahren.

    • Gunter Dueck sagt:

      Ich leite in meinem Buch her, dass die Schwarmdummheit schon dann planmäßig einsetzt, wenn man mehr schaffen will als möglich ist… Dann versucht man das Unmögliche mit falschen Strategien (insbesondere mit Überstunden, was dann aber alle andere ruiniert)…die ersten Bücher sind schon bei mir daheim! Druckfrisch!

      • LeoA sagt:

        Ich mag die Art, wie Sie Ihrer Empörung Ausdruck verleihen.

        Trotzdem: kennen Sie – nach all der Zeit, all der Empörung – die Ursachen für diese Entwicklung bzw. ein „Rezept“, wie sie zu beheben wären?

        Ansonsten bleibt es doch stets letztlich die Selbstbefriedigung von Menschen wie uns, die alle auf Ihrer Seite sind und ebenfalls glauben, es besser zu wissen?

        Auch bei einem Arzt würde ich – nach dessen ausführlicher und stets zutreffender Diagnose – irgendwann nach dem Gegenmittel fragen ….

  10. Andrea Heck sagt:

    Meisterhafte Artikel, super geschrieben! Sarkasmus im Millimeter-Abstand zur korporativen Realität!

    Quellen der Motivation für geistig arbeitende Menschen sind eigentlich gut erforscht: Autonomie, Meisterschaft, und Sinn, wie Dan Pink in seinen bekannten Werken dargestellt hat. Das ist ja ein Teil der Gründe, warum agile Softwareentwicklung funktioniert:
    Das Team weiß mehr über den Kundennutzen des Produktes, daher bekommt die Arbeit einen höheren Sinn. Das Team bestimmt selbst, wie es das Produkt entwickelt, und man sucht sich selbst die Aufgaben aus. Und man lernt in kurzen Zyklen, bekommt Feedback und wird immer besser. Wenn dann noch von Zeit zu Zeit Freiräume für frische Ideen dazu kommen, wo die Ingenieure sich mal geistig austoben und interdisziplinär herumspielen können, sind dann immer auch neue Produkte in der Pipeline.

    Generell wird ja zur Zeit auch viel geschrieben über neues Management oder dessen Abschaffung, um mit der komplexen Welt des 21. Jahrhunderts Schritt halten zu können. Dazu empfehle ich „Reinventing Organizations“ von Frédéric Laloux:
    http://wp.me/p1Lkvn-2G

    • Gunter Dueck sagt:

      Das Agile passt aber nur für GERN geistig arbeitende Menschen, die anderen aber (die große Mehrheit?) kann man besser mit Wasserfallplänen dahinplätschern lassen. Natürlich kann man alles agil neu erfinden, aber die Wasserfallangestellten machen das mental nicht mit, oder? Pink löst dieses Problem nicht, er malt eine schöne Welt aus lauter vorgestellten Rechthirndominierten (das sind aber nur 15%!!).

      • Andrea Heck sagt:

        Na ja, Herr Dueck,

        ganz so schwarz sehe ich das nicht: Toyota hat ja 1984 schon mit der NUMMI-Fabrik in Kalifornien gezeigt, dass die unmotiviertesten und schlechtesten Autofabrikarbeiter der USA nach kurzer Zeit mit Begeisterung fehlerfreie Autos produzieren koennen, wenn man sie als Menschen behandelt und nicht Top-Down dressiert wie bei GM vorher. Sie zeigten sehr viel Gehirn, sobald man es ihnen erlaubte, es zur Arbeit mit zu bringen.

    • LeoA sagt:

      Quellen der Motivation für geistig arbeitende Menschen sind eigentlich gut erforscht: Autonomie, Meisterschaft, und Sinn,….

      Ales schön. Aber wie kommt man dahin?

      Wenn geistig arbeitende Menschen genuin gerne arbeiten – warum lassen sie sich dann davon verunsichern, wenn die BEdingungen nicht stimmen? Warum haben sie dann keinen Sinn, keine Meisterschaft mehr, und warum haben sie ihre Autonomie an den Arbeitgeber abgegeben?? Die Nachteile, meinen Sie? Das würde man dann aber Korrumpierbarkeit, deutlicher: Korruption nennen. Wo also ist die Opferbereitschaft geblieben? Ist es einfach Feigheit? Die eine Entwicklung zu mehr Automatisierung fürchten lässt – die so oder so kommt? Dei es über das monatliche Gehalt angeraten sein ließe, sich leiber langfristig auszurichten? Wie??

  11. Peter sagt:

    Motivation und der Versuch dem Mitarbeiter das Gefühl zu geben er kann mehr schaffen als er bisher dachte ist ja nicht grundsätzlich falsch. Es nimmt nur ab und zu lächerliche Ausmaße an und führt dann dazu das der Mitarbeiter um so mehr gegen neue Tschaka-Tschaka Veranstaltungen abstumpft. Im besten Fall fängt man an im Kopf „Bullshit Bingo“ zu spielen, im schlechtesten Fall zieht sich der Mitarbeiter völlig zurück und macht Arbeit nach Vorschrift.

    Meiner Erfahrung nach entsteht Motivation und Arbeitseinsatz daraus, das meine Führungskraft Zeit für mich hat und lobt oder konstruktive Verbesserungsvorschläge hat. Leider haben wir aber immer weniger Führungskräfte und dafür mehr Alpha Männchen (und Weibchen) als Manager. Das mag in der 2. Führungsebene ja ok sein, aber in der direkten Mitarbeiterführung ist es verheerend wenn der Mitarbeiter erkennt das er für seinen Chef nur noch eine austauschbare Ressource ist.

  12. Holger sagt:

    Zu den mehr schaffen als man dachte habe ich jetzt ein etwas anderes Buch gelesen.
    Dain Heer „Sei du selbst und verändere die Welt“. Er schreibt das wir uns unnötig beschränken.
    Und beim letzten Schwimmengehen habe ich dann einfach mal „meine“ Beschränkung auf 40 Bahnen beiseite gelegt und bin 60 geschwommen (1,5km). Geht 🙂 – ist aber nie auf Arbeit und Firmen anwendbar.
    Für meine Firma würde ich nie eine Extrameile gehen – es ergiebt für mich einfach keinen Sinn schneller oder mehr zu Arbeiten. Wir haben auch so genug Produkte, die ich nicht kaufe 🙂

  13. Erich Lang sagt:

    Ich bin zwar kein Ingenieur und kann daher nur für unseren Betrieb sprechen,einem kleinen Unternehmen in der Schuhbranche.
    Was zählt ist Zuhören. Als Chef seinen Mitarbeitern. Der Motivator auf der Bühne wird für kurze Zeit eine Gemeinsamkeit und ein „Wirgefühl“ hervorheben, doch das ist in den meisten Fällen nicht nachhaltig.
    Täglich mit den Mitarbeitern Kontakt halten,täglich mit den Mitarbeitern reden und sie auch auf Probleme ansprechen und natürlich ihre Leitung würdigen. Das ist in einem kleinen Unternehmen besser durchzuführen,allerdings mangelt es meiner Meinung nach in größeren Unternehmen auch an der Vorbildfunktion der Führungskräfte und an der Bereitschaft eigene Fehler einzugestehen.

  14. Ria Hinken sagt:

    Mir fällt da allerdings ein, was ich in der FAZ mal als Headline gelesen habe: „Für viele Ingenieure ist Projektmanagement schon Esoterik“.
    Womit ich nicht sagen will, dass ich diese seltsamen Motivations-Massenveranstaltungen toll finde. Da ist oft allzu deutlich, dass es nur um schneller, größer, weiter geht.
    Eine gesunde Mischung aus Offenheit und Skepsis ist da eher hilfreich.

    • Gunter Dueck sagt:

      Liebe Ria, ich sage nur, dass das, was Tschakka bezwecken soll, nur dazu führt, dass viele Ings die Faust in der Tasche ballen. Man hat dann die Veranstaltung an den Kunden vorbeidesignt, weil man nicht sieht, dass verschiedene Menschen je anders motiviert werden sollten. Zum Beispiel wäre es für Techies total gut, mal einen Nobelpreisträger zu sehen…Und dass Techies einen autistsischen Touch haben, sag ich auch oft, ist aber hier nicht mein Punkt. Und Satire ist außerdem nicht wirklich ausgewogen – das will sie gerade nicht sein. Gruß Gunter

  15. Thomas Schwarz sagt:

    „ARE YOU IN for making a difference and accelerating our growth?“

  16. Uwe Michel sagt:

    Hallo Hr. Dueck,
    …sehr gut getroffen.
    …Das für mich erschreckende ist dabei, dass sich die Manager dessen teilweise durchaus bewußt sind, und sie die Unzufriedenheit der Ingenieure billigend in Kauf nehmen. Offensichtlich wird das typisch Ingenieur-mäßige Arbeiten in der „Erfolgswelt der Manager“ nicht bebraucht. Sonst würden sich die Manager um wirkliche Motivation mehr kümmern.
    Gruß Uwe

  17. Aplikmuj sagt:

    War auch mal dabei bei so einer Veranstaltung … die gibt es in jeder Variation exakt angepasst an die jeweilige Situation.

    Ist interessant bei kleineren Veranstaltungen passt selbst der Vortragende die Message nach den Vorgaben der Geschäftsführung an – erinnert irgendwie an die Delphi Methode bei der ein Meetingleiter allein dazu da ist unter den Teilnehmern den Konsens im Sinne des nicht genannten jedoch fest vorgegeben Ziels herstellt oder noch besser die Teilnehmer sich die Lösung selbst erarbeiten oder glauben selbst drauf gekommen zu sein.

    Solche Psychos sich zu sparen ist Gold wert.

    Managements sehen das anders. Wir haben alles getan im von uns selbst gesteckten Rahmen – bei einem Meeting mit Leiter:) Aus meiner Sicht ist das purer Psychoterror gegen die Belegschaft. Wenn Manger wüssten wie dämlich sie wirklich sind, so säßen alle im Erdgeschoss auf Rat eines Psychologen hin.

  18. Peter sagt:

    Das Letzte, was man einem Betriebswesen und den dort arbeitenden unselbständig abhängig Beschäftigten wegnehmen kann, ist das Leiden an sich selbst ….

  19. Henke sagt:

    Super gelungen, Glückwunsch!!!

    Auf jeden Fall ist das Tschakka kein Zugang zur intrinsischen Motivation des Einzelnen, diese ist m.E. letztlich nur individuell und nicht pauschal beeinflussbar – also eine entscheidende Frage der Unternehmens – und Führungskultur.

  20. Idahoe sagt:

    Es ist der Glaube, der den Menschen begeistert, lieber Gunter.
    Es ist diese kokainähnliche Hirnsubstanz, die der emotionalisierte homo oeconomicus vernunftgemäße Vollpfosten produziert, wenn er versucht Dinge zu erfassen, die es nicht gibt. Genau darüber sind Menschen manipulierbar.
    Erkennbar nach Franz Arwee daran, daß Menschen etwas nicht tun, weil es zuwenig von dem Stoff gibt, der gar nicht existiert. Daran ist ein Manipulationsmittel wie Geld zu erkennen.

    Gruß auch vom Franz, Du schuldest ihm noch eine Mail-Antwort.

  21. Felix Wiesner sagt:

    Ist doch alles gut. Tschakka ist eine tolle Sache: Es wäre doch saublöd, wenn man durch tiefe, gut begründete Informationen das Nicken nicht mehr hinkriegt. Tief begründete, gut recherchierte Information trägt den Makel der Normalität mit sich und alles ist entmystifiziert. Oh wie doof ist das denn?

    Statt dessen lebt die oberflächliche, schnell begreifbare, hoch emotionalisierende Kurz-Info. Das ist doch viel besser. Das begreift jeder. Sofort. Ohne Umweg übers ‚Gehirn‘. Durch fehlende Zusatzinformation ist ein rauschhafter Zustand herstellbar. Irgendwann sagt jemand „Muslim“ und alle prügeln drauf los. „Tschakka“ ist das Internet. Tschakka ist die Pegida-Bewegung. Tschakka vermiedet lästige Rückfragen und jede Neugier. Tschakka ist System. Tschakka ist deshalb auch gut fürs Management.

    Und der Intellektuelle leidet, weil ihn keiner mehr versteht. Dauert zu lang. Aber wir haben Tschakka mit möglich gemacht.

  22. Joachim Schnurrer sagt:

    Lt. SZ vom 23.01.15 sagte Harald Schmidt im Ville-Gymnasium in Erftstadt-Liblar vor 200 Oberstufenschülern anläßlich einer Doppelstunde in Lebenskunde:
    Unser Gesellschaftssystem lebt davon, dass die Leute nicht in der Lage sind, einen Mietvertrag zu lesen(verstehen). Wenn die Leute begreifen was sie unterschreiben, wäre unser System am Ende.

  23. Erich Feldmeier sagt:

    Idealisten brauchen Tschakka als Lebenselixier,
    Rationalisten hassen es.
    Scott Atran schreibt z.B., daß ‚Die Macht der Absurdität‘ notwendig für eine liberale Gesellschaft ist. Das sollten #NT bedenken!
    Laut R.D. Precht hauen sich #NF und #NT seit 2500 Jahren gegenseitig die Köpfe ein…
    Tony Robbins für (fast) alle 😉
    Wann darf ich die erste Rezension schreiben?

    vgl. http://ed.iiQii.de/gallery/Science-TheOnlyNews/EricHamerman_tulane_edu

  24. Lechner sagt:

    Mein Schlüsselerlebnis hatte ich in Kanada. Der Chef eines Convention-Centers ging früh durch das Haus und grüßte jeden Mitarbeiter wie dort üblich mit Vornamen und er, der Chef, fragt die Mitarbeiter wie es ihnen geht. Und ob sie etwas brauchen, um ihre Arbeit (gut/besser) zu machen. Das ist doch eher ein Ansatz – zu fragen, was jeder Einzelne braucht, welche Umgebung, welche Materialien, welche Unterstützung. Aber auch Vorträge, auch Fachvorträge sollen Spaß machen, aber die unendliche Karotte hin zu hängen – wenn du nur WILLST gelingt dir alles – das kann größte Frustrationen auslösen.

  25. Bernd Hertl sagt:

    mit vielen Worten wenig, oder gar Nichts auszusagen war bisher eine vermeintliche Tugend Deutscher Politiker und Lobbyisten, für die Stimmungsmache wurden stets entsprechende, linientreue Entertainer
    engagiert was die Industrie nun vehement nacheifert. Gottlob arbeitet der Handwerker noch mit mit seinen beiden evolutionär verfeinerten Händen.

  26. Nils sagt:

    Selbstüberwindung ist eine feine Sache und kann einen ganz taumelig vor Glück werden lassen. Gerade wenn man vorher der Meinung war, etwas gar nicht zu können. Das muss dann aber auch etwas Besonderes, noch nie Erlebtes sein, und nicht nur 3%, 10% oder 50% mehr von dem, was man sowieso schon immer gemacht hat.

    Ich habe mir als Ingenieur durchaus interessiert die Vorträge von eingeladenen Extremsportlern angehört. Jedenfalls solange sie mit Begeisterung von ihrer Leidenschaft erzählten, denn die ist ja oft nicht weniger autistisch. Wenn dann mühsam und gewollt der Bezug zum Unternehmensalltag heregstellt wurde, dann begann das Fremdschämen für mich.

  27. anonym sagt:

    Die Schwarmdummheit verleitet uns auch dazu, uns von Managern bewerten und beaufsichtigen zu lassen…
    Vergleiche hierzu folgende Dokumentation: https://www.youtube.com/watch?v=VCITKMsBgDo

  28. Ludwig sagt:

    Das letzte Mal das ich so eine Veranstaltung besucht habe ging mir ein Licht auf. Ich sagte meinem Freund und Kollegen: „Ich habe noch eine dringende Prio low Meldung im Eingang, bis später.“ Seither meide ich solche Motivierungsevents.
    Die Frage stellt sich aber noch einfacher: „Wann wird eine Firma für mich eine Extrameile gehen?“
    Nein, ich meine nicht das bischen Knete…

  29. Helmut sagt:

    “Wann wird eine Firma für mich eine Extrameile gehen?” – die Frage gefällt mir, wirklich. Ich spinn das noch ein wenig weiter:
    „Welche Firma könnte das sein?“ und dann
    „mit welcher Motivationsshow krieg ich die dazu, genau für mich diese Meile zu laufen?“.

    Da sind wir mitten im Strudel des Hi-Tech Arbeitsmarkts der wirklich global erfolgreichen Firmen: die Personaler und Manager versuchen verzweifelt, die besten und kreativsten und – ja, auch: belastbarsten – Talente zu rekrutieren. Die wiederum haben ihre eigenen Vorstellungen von ihrer Zukunft und wie sie dabei glücklich werden. Generation Y oder ist es schon Z ? Nein die kommen erst.

    Zur frage welche Firma: hier ein Artikel aus 2013 Brand Eins: das Silicon Valley Paradox.
    Ganz aktuell 31.5.2015: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/talentjagd-im-silicon-valley-ein-arbeitskampf-der-anderen-art/11843458.html

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