DD283: Innovation Clerks (Januar 2017)

Das könnte dich auch interessieren...

20 Antworten

  1. Michael Harwerth sagt:

    Oh, wie fürchterlich real mal wieder! Die „Bürogummis“ (gefällt mir sehr, übernehme ich gleich!) sind die Heimsuchung der Kreativen.

    Was meiner Beobachtung nach noch sinnentstellend hinzu kommt, ist die Konzentration dieser Schergen auf minimale Abweichungen vom Planprozess, weil die leichter beherrschbar sind. Eine Budgetüberschreitung von 1000 Euro ist ein lange diskutierbares Thema, auf dem man sich so richtig austoben kann, versenkt ein Topmanager aber mehrere Millionen, duckt man sich lieber weg.

    O tempora…

  2. Michail B. sagt:

    Sie beschreiben zutreffend 2 von 2 Finanzdienstleister für die ich in meiner jungen Berufslaufbahn tätig war bzw. bin.

    Sachbearbeiter wollen Sachbearbeiter bleiben.
    Manager wollen Manager bleiben.

    Wer auf die Idee kommt das Bestehende (das sich in Dland sooo lange krisenfest bewährt hat) zu verändern, wird unmittelbar bekämpft.

    Viele deutsche Konzerne/Unternehmen würden gerne die Digitalisierung „skippen“ ….

  3. Und was kann man dagegen tun? Ich habe das mal #minus50 genannt. Hier der Beitrag dazu: http://blog.anneschueller.de/minus50-entschlackungsprogramm-fuer-ihr-unternehmen/ Da kommen Sie übrigens drin vor.

  4. Holger sagt:

    Vielen Dank, Herr Dueck, für die schöne Analogie zzur Fußballmannschaft. Und um das ganze nochzu Toppen, haben die Spieler oft die Controller vestanden, aber wenn der Stürmer allein vor dem leeren Tor steht, rennt ein Manager aufs Feld und sagt: „Jetzt aber bitte den Fallrückzieher, genau so wie wir das vereinbart haben!“ und nachdem der Stürmer den Ball nicht auf seinem Weg ins Tor hat aufhalten können sagt die Geschäftsführung: „Wir führen zwar schon 6:1 aber wir haben die vier genannten Treffer noch nicht gelandet, deshalb gibt es keine Siegprämie!“

  5. Ich nenne, nicht so nett, die clerks gerne „Reichsbedenkenträger“ oder für meine asiatischen Kollegen „Imperial wardens of the seal of concern“.

  6. Harrry sagt:

    Ist dies nicht immer das ewige Spannungsfeld zwischen Abläufen die immer wieder das gleiche Ergebnis liefern sollen und Kreativität und Innovation?

    Momentan drückt KI das Pendel in Richtung gleiches Ergebnis.
    Dabei wird häufig vergessen, daß eine hohe Unternehmensmarge nur durch Innovation entsteht – oder ich muß klar definieren, wo die Grenzen eines Prozesses sind und ab wo innovativ gearbeitet wird. Dies wird oft vergessen, da 80% immer gleich sind und nur 20% spziell.
    Es genügt aber nicht, die 80% zu kontrollieren. Der Unternehmensgewinn kommt von den 20%

  7. Bärbel sagt:

    Oh, wie wunderbar, Herr Dueck!! Danke für diesen irgendwie auch amüsierenden Artikel, wäre es im daily business nicht eine Qual, jene innovation-clerk-energy auszuhalten. Hoffen wir auf mehr neue, d.h. evolutionäre Organisationen.Sie brechen ja durch … sogar im von der Sache her schwerfälligen Maschinenbau (FAVI, Hema).

    Herzliche Grüße
    Bärbel Röpke-Stieghorst

  8. Der beschauliche Akademiker ist noch viel zu freundlich zu solchen Leuten. Die gibt s auch im Sozialbereich und entscheiden über Ausgaben. Da ich mal auf einem Amt ein Praktikum hatte, natürlich bei denen, die direkt mit den Klientel zu tun hatten und nicht nur schriftlich. Wir haben mit den andern nicht geredet. Die waren ein paar Türen weiter und es gab keinen Kontakt. Nur durch wen, der Akten auf einem Wägelchen schob. Wir haben die Klientel möglichst an denen vorbei geleitet inkl. dringend Ratschläge gegeben, wie was auszufüllen ist, damit die Leute was bekommen, die haben ja vorher auch mal Steuern gezahlt. Mit diesen Clerks wurde überhaupt nicht geredet. Auch nicht in der Kantine usw.

    So, nun gibts diese Figuren auch und eben in der so prahlerischen freien Wirtschaft. Die ja so innovativ ist. Bspw. die Bahn AG. Seit der Privatisierung kommt man mit seltsamen Angeboten. Je früher gebucht, desto billiger (bei Airlines etc ebenso). Je spontaner und innovativer, desto teurer. Freiheit kostet auf einmal Geld im Vergleich zum weit vorher feststehenden Beamtenverhalten und paradoxerweise wird das aber eingeführt, als die Bahn privatisiert wird. Es werden Inklinationen einsozialisiert und das viel schlimmer als die hier erwähnten Clerks. Die Clerks sind auf einmal die Manager, die diesen Sumpf beschlossen haben. Man selbst verdient so viel, dass man sich nicht drum kümmern muss. Das ist noch viel übler als im akademischen Bereich, wo sich Professoren sehr wohl wehren können, die können auch kündigen, wenn gute Leute kündigen heilt das gewisse Gepflogenheiten, einfach machen. Der Clerk bekommt den Schock beim nächsten Ranking. Es ist Gegenmacht möglich im akademischen Bereich, wenn sich da keiner traut, ist das Schicksal verdient.

    Aber was bei der Bahn etc passiert ist, dass auf einmal restlos alle betroffen werden und eine Neigung provoziert wird durch Preispolitik, die aus allen Clerks machen soll, inkl. aller anderen unliebsamen Eigenschaften, die dabei entstehen. Das ist krass.

  9. Michael Thuma sagt:

    Der Innovationsbeamte muss bei der IBM erfunden worden sein ;).

  10. Joachim Schnurrer sagt:

    Es gibt eine Postkarte, die schon sehr alt ist, aber immer wieder neu aufgehübscht wird. Die heist HORST. Da ist der obige Text visualisiert worden. Ich nannte sie immer „die Beglücker“. Aber Clerks ist auch gut!
    http://www.grusskartenkaufen.de/postkarten/lustige-sprueche/postkarte-horst/a-2560/

  11. Uli Treml sagt:

    So, so; und als nächstes wollen die „Kreativen“ die Straßenverkehrsordnung abschaffen – die ist ja so spießig.
    Ganz ohne Regeln geht es halt nicht.

    • Joachim Schnurrer sagt:

      Na klar: Schwarz ist Weiß und Silber ist Gold. Und nach Pareto sind die 20% nicht die 80% und selbst 2017 gibt es schon 10 Neuerungen in der StVO.
      Dazu ein „Witz“: Ein amerikanischer und ein deutscher Startup Unternehmer wetten, wer ein Projekt schneller zu Ende bringt. Nach vier Wochen schickt der Amerikaner eine Mail: „Noch zehn Tage und wir sind fertig.“ Darauf der Deutsche „Noch zehn Formulare und wir fangen an.“
      Happy Process.

  12. Rudolf Quetting sagt:

    Disteln – also auch Blumen – für die Clerks. Aus mathematischer Sicht dümpelt das Leben, die Welt oder eben die Realität stückweise stetig auf Potentialflächen vor sich hin. Und auf einer Potentialfläche bewegt man sich nun mal am komfortabelsten, wenn man die Regeln befolgt. Manche von uns halten das aber nicht aus und hüpfen auf der Potentialfläche herum, immer in der Hoffnung, eine neue, höhere Potentialfläche zu finden. Fällen wir dabei auf eine tiefer Potentialfläche, dann ist das ein Unfall oder eine Katastrophe, errreichen wir in höheres Potential, ist das eine Innovation. In letzterem Falle sind wir natürlich stolz und setzen alles dran, den Rest der Menschheit zu uns auf das höhere, bessere Niveau zu locken. Das Herumhüpfen und das anschließende Locken ist natürlich etwas, was der Natur der Clerks widerspricht. Andererseits kann sich unsere Innovation nur durchsetzen, wenn wir genügend Clerks zu uns auf unser neues Niveau locken können. Denn nur dann werden die Ressourcen geschaffen, die wir benötigen, um auch auf der neuen Potentialfläche Mutter herumhüpfen zu können. Immer in der Hoffnung, in neue Höhen vorstoßen zu können. Auch wenn sie sich ständig gegenseitig auf die Nerven gehen: Die Welt braucht Erfinder und Clekrs.

  13. Rudolf Quetting sagt:

    PS. Zur Veröhnung: Stellen wir uns mal vor, die Evolution würde von den Erzengeln Innovatiel und Adminiel gemanagten. Ersterer wäre für die Vielfalt der Arten, letzterer für die Arterhaltung zuständig. Wenn wir ein himmlisch leckeres 3 Sterne, 7 Gänge Menue geniessen, so würden wir das eindeutig dem Innovatiel verdanken. Aber auch die Arterhaltung hat bekanntermaßen ihre angenehmen Seiten. (;-).

  14. Rudolf Quetting sagt:

    PS. Zur Veröhnung: Stellen wir uns mal vor, die Evolution würde von den Erzengeln Innovatiel und Adminiel gemanagten. Ersterer wäre für die Vielfalt der Arten, letzterer für die Arterhaltung zuständig. Wenn wir ein himmlisch leckeres 3 Sterne, 7 Gänge Menue geniessen, so würden wir das eindeutig dem Innovatiel verdanken. Aber auch die Arterhaltung hat bekanntermaßen ihre angenehmen Seiten. (;-).

  15. Und die ISO-Zertifizierungen und die Unternehmenssoftware sorgen zusätzlich noch dafür, dass sich nicht so schnell etwas ändern kann.

  16. Rudolf Quetting sagt:

    Den echten Clerk erkennt man an seinen (heutzutage meist virtuellen) Ärmelschonern. Mit Freunden in der Kneipe weigert es sich,dieEinladung zu einem zweiten Bier anzunehmenmit den Worten: „Wir hatten doch gesagt, wir gehen EINEN trinken!“ Sein innovativer Gegenspieler, outed sich, indem er im Restaurant auf die Frage des Kellners „Darf es was zu trinken sein?“ mit „Ja:“ antwortet.
    Die meisten Clerrs wollen sich vor dem Unbekannten schützen, die meisten Erfinder scheuen sich vor dem Prozess der Umsetzung ihrer Ideen. Clerk und Erfinder sind sich feind, obwohl sie sich eigentlich wunderbar ergänzen könnten. Vielleicht muss man das ihnen ja nur mal sagen.

  17. RealUlli sagt:

    Sehr guter Artikel.

    Ich glaube, eine Methode diesen Zwiespalt zu bekaempfen ist die 20%-Regel, die Unternehmen wie Google oder 3M eingefuehrt haben. Sie besagt, dass Mitarbeiter 20% ihrer Zeit auf eigene Projekte verwenden duerfen, von denen sie glauben, dass sie das Unternehmen weiterbringen. Sie muessen zunaechst keine Rechenschaft darueber ablegen, wie sie die Zeit genutzt haben. Wenn eines dieser Projekte floppt, egal. Wenn eines dieser Projekte zum Erfolg wird bekommt das Unternehmen ein neues, potentiell ueberaus erfolgreiches Produkt.

    Beispiele sind z.B. Gmail von Google oder Post-It von 3M.

  1. 18. Januar 2017

    […] Gunter Dueck auf der Suche nach Feinden der Innovation: Innovation Clearks! […]

  2. 3. Februar 2017

    […] „Alles, was es gibt, muss nach Regeln, Kriterien, Abläufen und Plänen geschehen.“ Gunter Dueck erklärt, wie die extrem grassierende Prozessorientierung der letzten Jahrzehnte Innovationen verhindert. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.