DD245: Entlastungsstöhnen ohne Erlösungs-Hintergedanken (Juli 2015)

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21 Antworten

  1. C. Hintze sagt:

    Danke!

  2. Britta Steven sagt:

    Jaaa, danke. Diese Sicht hab´ ich gerade mal wieder gebraucht. Bin kurz vor Urlaub, sehr urlaubsreif und manage noch schnell alles, statt zuzuhören und zu vertrauen, dass meine Leute eine Lösung finden und es einfach gut wird.

  3. Carola sagt:

    >Pling< und wieder fällt ein Groschen…!

    Und ich wundere mich immer, warum nach solchen Gesprächen sowohl bei mir als auch beim gegenüber die Fragezeichen sichtbar über den Köpfen schweben.

    Ein ehrliches "Ja, das ist schlimm…" wenn ich doch für das Problem schon 2-3 Lösungen hätte – das fällt mir schwer.

  4. Michael sagt:

    Unser Seniorchef hat bei und nach solchen Anlässen gerne gesagt: “ So, jetzt haben wir wieder genug geschimpft, jetzt gehen wir wieder an die Arbeit!“

  5. Christian sagt:

    Beim Lesen des Artikels habe ich ein „Deja Vue“. Nach vielen Jahren und erlebten Höhen und Tiefen im Tagesgeschäft einer normalen Ehe kamen meine Frau und ich auf die fast schon banale Antwort die seitdem in viele Gesprächen hilft. Um Mißverständnisse auszutauschen stellen wir uns manchmal vor/während/ des Gesprächs die Frage:
    Brauchst Du eine Lösung oder möchtest Du Gefühle austauschen ? Meistens ist die Antwort: Ich will nur Gefühle austauschen und KEINE Lösung.
    Trotz jahrelanger Erfahrung tappen wir heute immer noch manchmal in die Falle der Lösungsvorschläge.
    Diese Erfahrung hat uns so motiviert, daß wir im Gespräch mit Freunden wechselweise gerne Gefühle austauschen – und das auch so nennen – und damit zu echten Lösungen im Miteinander kommen.

    Und doch schnappt dann immer mal wieder die Lösungsfalle zu 🙂

  6. Gerhard sagt:

    Guter Artikel.
    Das ist ja auch das Wesen einer jeden Therapie, salopp gesagt: Es tut gut, wenn sich jemand um einen kümmert, wenn man sich vor jemand ausbreiten kann. Das allein ist schon „therapeutisch“. Wenn dann der Therapeut zusätzlich etwas im Leben und Denken des Klienten bewegen kann, umso besser.

  7. Toller Impuls – hatte ich schon fast vergessen. Ich lasse mich immer noch dazu verleiten, einem „Leidenden“ helfen zu wollen. Es ist nicht leicht, ein Gegenüber und besonders Nahestehende jammern oder leiden zu sehen, nur zuzuhören und sich dadurch ähnlich zu fühlen. Es ist völlig normal, wenn da der Impuls kommt, Lösungen geben zu wollen. Aber der Vorschlag mit der Frage, ob der andere eine Lösung sucht oder nur Gefühle austauschen will, gefällt mir. So erfährt man, was der andere von seinem Gesprächspartner wirklich will.

  8. Michael sagt:

    Hatten wir doch alles schon. Paul Watzlawick – Wenn die Lösung das Problem ist. https://youtu.be/M7aMmiMrYmU

    Trotzdem Danke.

  9. Henry sagt:

    Jetzt weis ich endlich ich mit meiner Frau umgehen muss. Danke, danke, danke!!

  10. Erwin sagt:

    Zu Entlastungsstöhnen ohne Erlösungshintergedanken (Juli 2015)

    Guten Tag Herr Dueck, 29.08.2015
    welches Gespräch mit einer mittelaltlichen weiblichen Person mag Sie wohl bewogen haben, weitab von Philosophie Verhaltensregeln anzupreisen, die vielleicht augenblicklich Entlastung und Beruhigung bringen mögen, und/ aber vor allem den „Entlaster“ als „Versteher“ erscheinen lassen und dem nützen.
    Der muß sich zudem erst gar nicht mit dem Problem befassen.
    Natürlich gibt es Situationen, die unbedingt der Entlastung, des Verständnisses und einfach Zuhörens bedürfen. Man muß nicht gleich einen Todesfall annehmen.
    Was meine Erfahrung zeigt, ist, daß ein „gelber Zettel“ nicht ausschließlich in wirklichen Notsituationen erbeten wird, sondern grundsätzlich als Ausweichmöglichkeit von jeder vermeintlichen Belastung eingefordert wird.
    Das Beklagen und Beschuldigen anderer ist i. A. doch eher ein strukturelles Problem des einzelnen und beruht meist nicht auf einer einschneidenden Notsituation. Auch wenn der es so empfindet. Für den sind eben alle Situationen einschneidend.
    Wenn man solchen Beklagern immer nur zuhört, fühlen sie sich sogar immer mehr im Recht und verfestigen ihre Sichten so, daß sie nur noch ihre Sicht projizieren können. Es sind eben nicht alles immer nur Blitzableitersituationen.
    Ich halte es für hilfreicher Anstösse zu geben, andere Standpunkte zu wählen.
    Sehr wohl weiß ich hautnah, wie es gut ankommt andere zu beschleimen, wegen mir auch zuzuhören.
    Ich halte es aber für schäbig, als grundsätzliches Verhaltensmuster, das Zuhören oder gar Rechtgeben zu wählen.
    Ihr Artikel hat so gar nichts mit den sonstigen von Ihnen zu tun.
    Deshalb vermute ich den Einfluß einer weiblichen Person.
    Wäre das, was Sie heute sind, aus Ihnen geworden, wenn Sie nur Zuhörer und Rechtgeber um sich gehabt hätten? Ich vermute mal : nein! Oder konnten Sie Ihre heutige Sicht dadurch gewinnen, daß Sie immer Zuhörer und „nach dem Mund Reder“ um sich hatten?
    Wie wäre es, wenn sie mal wieder das Schwetzinger Schloß besuchen, um den Leitspruch von wegen „Rat“ aufzufrischen?
    Dann wären Sie wieder konsistent der „alte“.
    Eine Konsistenz hätte ich vermutet, wenn Sie ausgeführt hätten, daß es für den Zuhörer oft entlastender sein kann, einfach nur zuzuhören und nicht Kraft, Gefühl und Zeit zu investieren.
    Aber nicht das Hauptaugenmerk auf das „Wohlbefinden“ des Jammerers(in) zu legen.
    Irgendwie fällt dieser Artikel aus der Reihe des sonst von Ihnen Geschriebenen.
    Dafür werden Sie sicher von den weiblichen Lesern als Versteher gefeiert.
    So ist wieder Ausgleich hergestellt.
    „Sagt A zu B: Sie geben auch allen recht. Sagt B zu A: Sie haben recht.
    Freundlichen Gruß
    Erwin Schubert

    • Gunter Dueck sagt:

      Hallo Herr Schubert,

      beim Lesen denke ich…uiih…nein, ist kein anderer Artikel. Ich finde eher, dass Sie beim Lesen das Zuhören mit Rechtgeben und Schleimen verwechseln. Die Leute kommen eben einmal und jammern… ich schreibe vielleicht das nächste DD über das Umbringen von Leuten mit „Lösungen“. Normale Menschen „töten“ zum Beispiel Seelen von Depressiven fast gewohnheitsmäßig mit „stell dich nicht so an, das Leben ist schön“… Ich meine: Wenn Leute bei ihnen jammern, wollen sie meist nur jammern, und keine Lösungen oder Anstöße. Wenn Sie das dann doch liefern, ist es unerbetener Rat.
      Haben Sie Kinder? Die jammern dann irgendwann nicht mehr, dafür gehen Sie zur Mama etc. Hören Sie oft den auf Rat die Entgegnung: „Du verstehst mich nicht!“ ?? Ich meine, es gibt eine Herzebene und eine Vernunftebene. Die Leute kommen auf der Herzebene und bekommen dann von Ihnen etwas auf der Vernunftebene. Das Jammern auf der Herzebene ist keine Aufforderung zum Rechtgeben, es ist gute Kommunikation, erst einmal auf der Ebene mit Menschen zu reden, auf der sie zu Ihnen kommen.

      Liebe Grüße, Gunter Dueck , es steckt auch keine Frau dahinter, und es gibt ein eBook von mir: „Verständigung im Turm zu Babylon“.

    • Gabi sagt:

      Ich verwende oder besser verschwende keine Kraft, Zeit, und Gefühl, um Ihnen auf diesen (mit Verlaub) Quatsch, den Sie von sich geben, weiterführend zu antworten. Das ist die Lösung. Damit entlaste ich mich und Sie ebenfalls. Ich antworte in einer geschlechtslosen Funktion als ES. Ihre Kinder tun mir leid. Meine Antwort ist böse, aber ich spiegle Ihnen nur zurück, wie man in einer destruktiven Art mit Problemen umgeht.

  11. Sven sagt:

    Bravo! Ich bin Leiter einer von 108 Telefonseelsorge-Einrichtung in der Bundesrepublik, die kostenfrei unter 0800/1110111 zu erreichen sind und kann dem, was Sie schreiben, nur voll und ganz zustimmen.
    Sehr hörenswert in dem Zusammenhang ist der Titel von Annett Louisan »Die Lösung«

  12. Jürgen HArgens hat den wunderschönen Buchtitel dazu gefunden: „Bitte nicht helfen – es ist auch so schon schwer genug!“
    Vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel, lieber Herr Dueck 🙂

  13. Wolfgang Klimt sagt:

    Wichtig ist an der Stelle allerdings, auch _wirklich_ zuzuhören, ansonsten bekommt der Klagende über die nonverbalen Signale sofort mit, dass der Zuhörer gedanklich nur die Fluchtmöglichkeiten sortiert. Ein paar gute Fragen führen dann vielleicht sogar dazu, dass mein Gegenüber die Situation aus einer anderen Perspektive betrachten und dann selbst eine Lösung finden kann. Die ist, wenn es dazu kommt, auch viel hilfreicher als alles, was ich ihm oder ihr hätte raten können.

  14. Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass Menschen nicht immer nach einer Lösung suchen, sondern auch manchmal nur etwas los werden wollen. Dabei geht es mir selbst genauso.
    Auf der anderen Seite kann zu viel Jammern für den Zuhörer auch anstrengend werden.
    Ich bin dabei mir anzugewöhnen, meine „Jammer-Themen“ zu bloggen. So werde ich sie auch los und spare die Aufmerksamkeit meiner persönlichen Zuhörer für Themen, bei denen bloggen nicht hilft auf.
    Natürlich ist es besser etwas zu verändern, als nur (!) darüber zu jammern, aber nicht alles lässt sich sofort (!) ändern. Für die Überbrückung bis dahin entlastet Jammern.
    Wieder ein sehr anregender Artikel von Ihnen.
    Vielen Dank.

    • Gabi sagt:

      Vielleicht sind die Leute, die das Jammern nicht ertragen können, schon längst selbst der Mülleimer, der sie nicht sein möchten. Denn, wer ohne zu Jammern alles schluckt, der ist der Mülleimer. Er bekommt Angst vor sich selbst. Die Angst ein Mülleimer für Jammerer zu sein, gibt die Chance zur Selbsterkenntnis. Vorher Jammern und dann lösen, kann zu nachhaltigeren Ergebnissen führen, weil man das Problem durch das Jammern rechtzeitig erkennt und sich die Freiheit nimmt, das auszusprechen und eben nicht zu schlucken wie ein Mülleimer. Betonung liegt auf rechtzeitig. Die Lösung kommt immer nach der Erkenntnis. Man kann nur so ein Problem lösen. Nicht zuerst zwei und dann eins. Das ist kontraproduktiv und Pfuscherei. Probleme kann man nicht im Pfusch lösen.

  15. Ute sagt:

    Hallo Herr Dueck,

    sehr schöner Artikel und noch eine viel schönere Reaktion auf die Kritik von Herrn Schubert. Warum? Weil endlich mal jemand ausspricht, was wirklich wichtig ist: die Ebene, auf der man angesprochen wird, zu erkennen und sich auf dieser mitbewegen zu wollen und zu können…

    Wenn jemand mir sein Leid klagt und dabei sein Herz weint, dann bin ich erst einmal einfach nur da und höre zu und….wenn es mich dann nicht los lässt, dann kann ich zaghaft fragen, ob der/die andere gerade etwas von mir braucht. Wenn nein, dann habe ich gelernt, ihn/sie zu lassen…manchmal ist es wichtig, Menschen „lassen“ zu können…

    Alles Liebe für Sie und Ihre Liebsten, Ute

  16. Volker sagt:

    Passt. Danke für’s Ins-Worte-Fassen und mir (endlich!) verständlich machen.

    Ich hab mit Jahren gelernt, immer häufiger mit der Lösung erstmal hinter den Berg zu halten und Ihre Sicht ist für mich ein wichtiges Puzzleteil.

  17. Gabi sagt:

    Ich möchte das fast mit Politik vergleichen. Die Politiker mit Lösungen sind gefragt, denn sie beruhigen die Volksseele und wiegen sich in der Gewissheit, gewählt zu werden. Nur so bekommt man Gehör, wenn man Lösungen hat.
    Pfuschlösungen, sind Lösungen, die subtil dafür verwendet werden, die Probleme ja doch nur auf Halde zu horten und nur Scheinlösungen, weil das Problem doch nicht ernst genommen wird, sondern als Mittel zum Zweck umfunktioniert wird, sich an der Macht zu halten. Das Problem interessiert gar nicht wirklich. Ein Funktionieren um jeden Preis. Vor allem, wenn dann im Nachhinein das Gegenteil des Lösungsversprechens dabei herauskommt.

  1. 31. Juli 2015

    […] Entlastungsstöhnen soll auf der #NEO15 übrigens nicht stattfinden 🙂 […]

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