DD251: Welterschütterung: Ameisen sind faul und schwarmdumm – oder Manager im Stab? (Oktober 2015)

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23 Antworten

  1. Dietmar Wierzimok sagt:

    Einfach nur herrlich!!

  2. Thomas Wittlinger sagt:

    A different lens, for a different narrative ~ MAGNIFICENT!
    >…> Die „Stabsameisen“ halten “Briefings“ ~ auch ein netter „Zeitvertreib“ …;]

  3. Die Ameisenkönigin sagt:

    Sehr geehrter Analyst, im Rahmen unserer Roadmap 2020 haben wir eine Umstrukturierung unseres Ameisenhaufens vorgenommen, um im harten Wettbewerk auf der Wiese bestehen zu können. Durch die Restrukurierung, flachere Hierarchien und klare Kostenvorgaben konnten wir den Profit deutlich erhöhen, unsere Wettbewerbsfähigkeit verstärken und in einem agilen Marktumfeld bestehen! Viele Meetings können remote durchgeführt, Reisekosten eingespart und Tätigkeiten in einem smarteren Arbeitsumfeld durchgeführt werden. Gerne stehen wir Ihnen für einen Referenzbesuch zur Verfügung!

  4. Hans Mentz sagt:

    Well well, eine Insektenglosse. ^^

    Wie fast immer erkennt sich der Mensch nur selbst im Tier. Sei’s drum. Nur nachgetragen: wie ich gestern lernte gibt es sogar ganze Ameisenarten, die als Sozialschmarotzer leben. Asoziale soziale Insekten, wenn Sie so möchten. Besonder häufig in der Unterfamilie der Myrmicinae.
    http://www.antwiki.org/wiki/Social_Parasitism

    Aber für Fabeln, Metaphern und Bilder tut’s die Ameise noch. Insbesondere, weil ja die meisten Zeitgenossen nicht mal eine Ameise von einer Spinne, geschweige denn einer Termite, oder gar: zwei Ameisen von einander unterscheiden. Fleissig ist ein so schönes Attribut. Und stark ist sie, die Ameise. Und so kämpferisch.

    Und so läßt höchstens mal die Myrmidonen im Geiste aufmaschieren, wenn wieder ein Insekt im Schlafzimmer erschlagen werden soll…

  5. Das ist ja interessant. Doch wer sagt eigentlich, dass die Fleißigen oder die nach außen aktiv Wirkenden die Besseren sind? Vielleicht können wir von den Ameisen auch lernen, wie sinnvoll die faul Wirkenden sein können. Wenn wir unsere Schnelllebigkeit heutzutage sehen, könnten dann Menschen, die weniger aktiv erscheinen, nicht auch einen beruhigenden Ausgleich schaffen?

  6. Joachim Schnurrer sagt:

    So ist es! Die tun nur so als seien sie Faul, man erkennt das nur (noch) nicht. Wer lediglich denkt, wird auch gerne in den Topf der Faulen gesteckt. Manchmal kann das Denken seeehr lange dauern bis es zu einem Ergebnis kommt. Gerade dann sind die Beobachter/Wissenschaftler nicht da, um das zu sehen.

  7. Annegret Frenzel sagt:

    Treffende Metapher. Ein kleiner aber feiner Unterschied tut sich zwischen Audi-Aufnahme und Text auf: Ist der Mensch die Krone der Schöpfung oder der Schröpfung?
    Im ersten Fall nur spöttisch gemeint ist im zweiten Fall noch eine Wertung gegenüber den Stabsameisen enthalten.

    Mir gefällt die Textversion besser.

  8. HV-Store sagt:

    Was die Natur sich dabei gedacht hat 🙂
    Da fällt mir das Bild ein, bei dem Bauarbeiter um ein Loch stehen und „Horst“ beim arbeiten zuschauen.

  9. Ole S. Galen sagt:

    Nach den gängigen Evolutionstheorien kann sich der Ameisenstaat „faule“ Bürger (angeblich) nicht leisten – also was ist der evolutionäre Vorteil gegenüber dem reinen Workaholic-Staat? Ich bin auf die Theorien und hoffentlich auch Erkenntnisse der Wissenschaft gespannt.

    BTW: Wie lang ist denn eigentlich das Berufsleben eines Mitglieds der Leistungselite? Oder rotieren die vielleicht? Ameisen-Burn-Out?

    Wie gesagt, ich bin gespannt…

  10. Aufklärung sagt:

    Die Armeise kennt keinen Besitz und keine gesetzlichen Mindeststandards!

    Warum arbeiten Menschen in Industriestaaten so hart und warum Buschmenschen nicht?

    Für Nahrungsmittel gehen nur 5-10% unserer Arbeitszeit drauf (4-8 Std/Woche). Auch arbeiten wir nur 50% unserer Lebenszeit.

    Wir geben z.B. viel Geld für teure Immobilien oder deren Mieten aus, weil die Mindeststandards hier sehr hoch sind. Man kann sich nicht einfach ein paar besitzlose Bäume fällen und sich auf einem freien besitzlosen Stück Land ein Haus zimmern.

  11. Ameise sagt:

    Schön wie dieser DD von den Stabsabteilungen in unserem Bau herumgereicht wird. Und jeder fühlt sich dabei als Hochleister im System der Prozesspflege. Schwarmdumm wurde darüber bereits einmal ausführlich geschrieben. Mir gefällt der Gedanke als Ameise über 50% der Zeit als freie Zeit zu haben. Um einfach da zu sein sicher nicht. Es weckt Euphorie viel Zeit für das eigene Schaffen zu haben. Und los gehts. Dann werde auch ich ein HighPotential

  12. Stefan Åkerblom sagt:

    Wer mal fleißig war, darf auch irgendwann mal faul werden. Das Gegenteil gibt es häufiger. Was ist richtig?

  13. MisterMeister sagt:

    Normale Produktionslogik: Es können nicht immer alle Menschen/Maschinen in einem Unternehmen/Bau zu 100% beschäftigt sein. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Theory_of_Constraints

    Ameisen verstehen das 😉 und tuen nicht so als wären sie beschäftigt (z.B. in Meetings, etc.)!

    Zusätzliche Frage: Was wurde als „Tätigkeit“ von den Wissenschaftlern bewertet?

  14. Thomas Bornhaupt sagt:

    Vielleicht speichern die 3/4 Armeisen mit ihrer Position und Vernetzung die Information, wo es was zu essen gibt. Also so was wie ein Gehirn aus Individuen.

    Oder sie schreiben einfach Gedichte für die Winterzeit.

  15. Bastian sagt:

    Neben dem lustigen Deuten des wissenschaftlichen Kaffeesatzes ist in diesem Fall für mich interessant, dass es die Wissenschaft erst heute geschafft hat, die Arbeitsverteilung in einem Ameisenbau „richtiger“ zu beobachten.

    Ich wundere mich natürlich, was all die Wissenschaftler gesehen haben mögen, die bislang an Ameisen geforscht haben und dem alten Paradigma der selbstlos, aufopferungsvoll arbeitenden Ameisen gefolgt sind.

    Fazit: Ameisen sind überschätzt und die Wissenschaft ebenso?

    • Robert Werner sagt:

      @bastian („…und die Wissenschaft ebenso?“): Sie können nicht davon ausgehen, dass verbeamtete Wissenschaftler mit Bedürfnis nach Sicherheit den Ehrgeiz haben, herkömmliche Erkenntnisse und Erklärungsversuche oder eigene Beobachtungen aus der eigenen Kindheit (Ameisen im Garten des eigenen Elternhauses) automatisch in Frage zu stellen.

      Ich zitiere (sinngemäss) aus einer Radiosendung gestern. Der Moderator: „Ich spiele mal den grossen Spiesser, Sie können mich dafür später schlagen. Also: Viele Professoren sind doch Beamte, von denen viele auf Sicherheit Wert legen. Ich spreche in diesem Fall von `angepasstem Professor`. Da können Sie nicht davon ausgehen, dass diese alle geniale Geister sind und jedes Jahr eine Leistung erbringen, die die Geistes- oder Weltgeschichte umwälzt. Also müssen wir damit leben, dass es in manchen Gebieten so etwas wie einen `Top-Wissenschaftler` oder so etwas wie einen `Top-Professor` nur alle 20 Jahre gibt.“

  16. Christoph sagt:

    Was ist der evolutionäre Vorteil eines Ameisenstaates, der sich „faule“ Ameisen leistet, welche im Bau „rumlungern“?

    Die knapp drei viertel der Ameisen, die ab und zu mal die Nachschubtätigkeiten ausführen, können, aber eigentlich faul sind, bewahren dadurch diese Fähigkeit. Falls nun die fleißigen in größerem Maße sterben, können diese sofort durch welche im Bau ersetzt werden. Dadurch bleibt der Ameisenstaat über eine längere Zeit als ganzes funktionsfähig. Der Nachschub ist garantiert. Das Überleben der Königin und ihres Stabs ist gesichert.

  17. Und nun schmeissen wir mal einen Ball in den Ameisenhaufen. Was da passiert widerspricht der Unternehmensrealiät, denn jede einzelne Ameise weiß genau was zu tun ist und macht es auch 🙂

  18. Joachim Schnurrer sagt:

    Ach wie schön ist das Spekulieren! Wir sind eben eine phantasievolle Rasse, was schon Daniel Kahneman mit seinem Modell des menschlichen Hirns mit den Systemen I und II aufgezeigt hat. System I ist permanent damit beschäftigt schlüssige „Geschichten“ auf alles beobachtete zu ersinnen. Auch die Wissenschaftler, die in dem SZ-Artikel tun das. Sie spekulieren folgendes:
    Denkbar ist, dass die Nichtstuer Kommunikations-aufgaben übernehmen oder Nahrung speichern, die sie bei Bedarf an Nestgenossen abgeben. Möglicherweise sind sie auch schlicht zu jung oder schon wieder zu alt zum Arbeiten. Ob dies so ist, wollen die Forscher als Nächstes prüfen. Außerdem wollen sie wissen, was passiert, wenn ein Teil der Faulenzer aus dem Nest entfernt wird. Die vermeintliche Lizenz zum Nichtstun der Ameisen macht die Forscher fließig.

  19. Axel Koester sagt:

    Ich frage mich, wie es in einem Startup-Ameisenstaat zugeht? Sind dort 100% der Gründer-Ameisen ständig fleißig, oder gibt es dort auch die 2.6% Regelung? Das wäre mal eine schöne wissenschaftliche Aufgabenstellung, und so einfach übertragbar…

  20. Jörg Debus sagt:

    Da Ameisen ja einen Staat bilden und kein Unternehmen sind (sie verkaufen nichts) können die „Insider“ auch keine Stabs-Ameisen sein. Es können nur Politiker oder Kampf-Ameisen sein. Was die Malocher-Ameisen betrifft scheint mir die Frage, warum Sie 97% Ihres Einkommens den anderen und ihrer Königin zur Verfügung stellen (die arbeitet allerdings auch hart) leicht zu beantworten: Sie haben ein sehr kleines Gehirn.

  21. Arno sagt:

    Spekulieren ist ganz und gar unnötig…

    Fakt ist, dass wir, die Willigen, geführt von den Unwissenden, von jeher das Unmögliche für die Undankbaren tun. Wir haben bereits so lange so viel mit so wenig getan, dass wir jetzt auch imstande sind, alles mit nichts zu tun – bis auf die 2,6 Prozent, die das noch nicht begriffen haben.

    Denn so viel ist auch klar: Die stets wahrnehmbare operative Hektik der arbeitenden Ameisen ersetzt nicht die im Bau vorherrschende geistige Windstille des Bienen-(Re)produktion-Apparates namens Königin, samt Hofstaat.

    Die Zeit ist immer zu kurz. Vor dem Winterschlaf merkt das keiner, das im Ameisenstaat was schiefläuft. Denn dann nehmen sich die Imker die mühsam angelegten Honig-Vorräte als Aufwandsentschädigung und ersetzen diese großzügig durch billigen Rübenzucker.

    Es ist wie im richtigen Leben. Wir sitzen alle in einem Boot: die einen rudern, die anderen angeln.

  1. 31. Oktober 2015

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