DD267: Dumm, wer keine Rentenangst hat (Juni 2016)

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96 Antworten

  1. JC sagt:

    Die Lösung ist doch einfach, jeder ist sich selbst am Nähsten.
    Selbst Vorsorgen, Wohnung/Haus kaufen, in Aktien investieren, privat(=egoistisch?) vorsorgen, Riestern (damit die Versicherungen noch etwas davon haben wird das auch noch vom Staat subventioniert).
    Generationenvertrag? Soziale Verantwortung? Papperlapapp, ich muss jetzt 9,35% Rentenversicherung einbezahlen (der Arbetigeber auch). Davon seh ich vielleicht weniger als von den 4% die ich zusätzlich noch in eine Betriebsrente einzahle.
    Es lebe der Individualismus! Meine Rente ist sicher!

    Dumm, wer nicht selbst für seine Rente sorgt.

    Gruß
    JC

    P.S.: Aber was ist mit denen die keine Möglichkeit haben vorzusorgen? Geringverdiener, Singlemütter, Hausfrauen, Minijobber usw…?

    • Gunter Dueck sagt:

      Rechnen Sie das auch mal für Hochverdiener aus…wenn man 30 Jahre arbeitet und 30 Jahre Rente hat und Nullzinsen, dann muss man (wenn man den gleichen Lebensstandard haben will) mehr als die Hälfte des Nettogehaltes aufs Sparbuch legen! (Im einfachen Beispiel, dass das Gehalt 30 Jahre dasselbe ist, muss man also 50% weglegen.) Wer kann das? Wer macht das? Von wegen Geringverdiener, die bekommen alle die Mindestrente von 850 Euro…die müssen die Hochverdiener auch noch erwirtschaften.

      • Rainer sagt:

        Erstmal heute das Riestern sein lassen!

        Denn wenn man mit der gestzl. Rente (trotz überdurchschnittlichem Gehalt heute und wegen Inflation morgen) unter den 850€ (heutige Mindestrente, in 20 Jahren etwa 1700€) bleibt, dann wird mit Riester aufgestockt, d.h. das ersparte wird direkt vom Staat einbehalten und viele bekommen die gleiche Mindestrente (damals mal Sozialhilfe genannt, heute Hartz4) egal ob sie nun „geriestert“ haben oder nicht.

        Sparen ist also „out“ und das Leben auf Kosten von nachfolgenden Generationen verdammt „in“, genauso wie Kapitalmagnetismus. Wird der Einzelne, die Gesellschaft dazu eigentlich wirklich genötigt?

        Politische Steuerung der Geburtenraten ist schon ein heikles Thema, vor allem weltweit.

        Ist zwar eher egoistisch, dystopisch und bestimmt nicht sozial (das Nicht-riestern) aber so „ökonomisch“ rechnet der Einzelne doch wohl, wenn er sich überhaupt mit schleichenden Prozessen beschäftigen möchte, die überhaupt erkennt.
        Es ist am Ende auch egal ob es Riestern ist oder jede andere Art von privater Vorsorge.

        Das Problem mit Vorhersagen ist eben, dass sie mit der Zukunft zu tun haben.

        Temporär machtgeile Diktatoren oder „intelligente“ Wahlstimmenfänger finden bestimmt auch bei Herrn Duecks Argumentation passende Antworten und senden heilende, einlullende Versprechen aus: Frönen sie ihrer Lust besser noch heute und vergessen sie das Morgen, da wird eh alles gut! Auch Psychologen empfehlen das Leben im Hier und Jetzt (da passiert immer am meisten ;-)). Oder doch alles nur eine sich selbst erfüllende Prophezeiung?

        Das Leben ist endlich und Rente beziehen ist für viele kein Spass (oder hat das eher mit dem Alter und den körperlichen Gebrechen zu tun, die man dann so hat?) und vorher war es finanziell auch schon nicht spassiger?

        Ich persönlich stelle mich auf lebenslanges Arbeiten und schwafeln 😉 ein und versuche möglichst gesund zu leben, dann werde ich hoffentlich möglichst zufrieden alt genug, liege meinen Kids dabei nicht auf der Tasche und in den Ohren und habe auch weiterhin Freude mit Ihnen, die sich im Laufe Ihres Lebens tatsächlich nicht vor den Wagen des ewigen Wachstums spannen lassen, sondern hoffentlich auch andere Lebensmodelle entdecken. Temporär Körperliches und geistiges Wachstum sind natürlich damit nicht gemeint… das regelt sich für einzelne Lebenswesen von alleine, nur nicht für die ganze Menschheit betrachtet, die sich im ewigen Wettkampf, Streit, Wettlauf und Krieg befindet – aber auch Zusammenleben sozialisiert und kultiviert hat – empfindliche Gebilde. Scheint „natürlich“ zu sein.

        Ein hoher Grad an Selbstversorgung schützt meiner Meinung nach vor (unkalkulierbarer, fremdbestimmter) In- und Deflation, bei Rente, Erspartem und Preisen bei der Fremdversorgung. Defacto hat wohl keiner und zu keiner Zeit mehr Recht als eben das auf eine Mindestrente und die ist besser als gar nix und sichert uns alle vor barbarischen Zuständen, aber nicht vor Wirtschaftsflüchtlingen.

        Aber auch ich bin – bzgl. Fremd- vs. Selbstversorgung – als „deutscher Normalo“ weit davon entfernt ein Robinson Crusoe zu sein.

  2. MYSH sagt:

    Ich unterstelle Mal JC einen ironischen, vielleicht sogar auch zynischen Unterton. Denn fakt ist: Individualismus wird uns nicht helfen! Viel mehr ist es so, dass die Individualisierung unserer Gesellschaft – vom Wohlfahrtsstaat, ûber die Unternehmen, bis hin zu den Religionen – uns in diese Lage gebracht hat.

    Ich bin jetzt auch mal gemein: All dies haben wir unter einem Wachstums- und Wirtschaftsimperativ getan.

    Lösung? Da bin ich ganz beim Prof. Dueck: Wir brauchen zunächst einmal ein Entwurf über die Zukunft unserer Gesellschaft. Wo wollen wir in 50 Jahren sein?
    Und das ist eine Frage, die auf individueller, organisationeller und gesamtgesellschaftlicher Ebene in kohärenter und konsequenter Weise beantwortet werden muss.

  3. Klaus sagt:

    Sehr undifferenziert und konfus.

    Man muss das von einer anderen Seite her betrachten: Zu einem Zeitpunkt X habe ich eine bestimmte Anzahl an Menschen, die für Produkte sorgen und eine andere Anzahl Menschen, die alimentiert werden müssen, ohne zu arbeiten.

    Da hilft es wenig irgend welche Reichtümer aufzutürmen. Es ändert höchstens etwas an der Verteilung, aber nichts am Problem.

    Grundsätzlich gibt es nur eine Lösung: Die Produktivität so erhöhen, dass man immer genug hat, um nach einer Verteilung den Wohlstand zu halten oder gar zu bessern.

    Und wenn die Politik unser Rentensystem nicht ständig sabotieren würde, dann hätten wir ein Verteilungssystem, welches auch noch in 1000 Jahren die verfügbaren Ressourcen nach Lebensleistung auf die Alimentempfänger verteilt.

  4. Gersch sagt:

    Volltreffer – sowohl der Artikel als auch die Kommentare.

    Wer kein Rücklagensystem aufbaut bzw. es abschafft und darauf vertraut dauerhaft von der Hand in den Mund leben zu können hat ein Problem, wenn es weniger Hände als Münder gibt.

    Die politischen Reaktionen zur Korrektur unserer Alterspyramide (öffnet die Grenzen) werden die Effekte bestenfalls mildern, nicht verhindern.

    Darüber hinaus ist die Politik machtlos, Demokratie ist vielleicht geeignet um aktuelle Probleme pragmatisch zu bekämpfen, aber leider untauglich, wenn es darum geht vorausblickende, harte Massnahmen zu ergreifen.

    Logische Konsequenz wenn das System versagt – jeder ist sich selbst der Nächste, alle die nicht für sich selbst sorgen können werden im wahrsten Sinne des Wortes zum Sozialfall werden.

  5. Helmut sagt:

    Wir tun so als wären die von Ihnen genannten Tatsachen nicht schon teilweise seit 30 Jahren bekannt.

    Die Politik hat insofern versagt, weil sie visionslos nur reagiert anstatt zu agieren. Nicht nur im in diesem Bereich, aber im Rentenbereich wird es extrem deutlich.

    Kurzfristig (10 Jahre) wird die Lage derzeit noch verschlimmert, um Stimmen zu fangen -> Renten werden erhöht.

    Wir werden nicht bis 72 arbeiten, weil Entwicklungen wie die Automation zuerst ältere Arbeitnehmer aussortiert.

    Die Vorschläge in günstigere Gegenden umzuziehen und dort von der wenigen Rente zu leben, übergangsweise für einige sicher eine Lösung.

    Massenhafte Integration wäre toll (eine Art Generationenvertrag plus Integrartionsvertrag), aber gerade die aktuelle Rentnerdiktatur verhindert das leider mit Hass, Hetze und Afd/Pegida (schauen Sie mal die Bilder an, wer geht denn auf deren Veranstaltungen, Glatzen und Rentner).

    Und nein es geschieht schon etwas, zumindest in den Köpfen: Die tragische Afd/Pegida Befürworter-Fraktion, ist doch auch eine der großen betroffen Gruppe -> „German Angst“.

    Wo absolut nichts geschieht ist in der Politik. Ich bin mir gar nicht sicher ob ich das begrüßen oder beweinen soll. Denn zu was wäre die aktuelle Politikergeneration denn fähig?

    Seehofer, Merkel, Gabriel bilden gerade eine große Koalition. Die schaffen es nicht ein einziges mal ein sauberes Gesetz zu schreiben, was auch hält wofür man begonnen hat zu diskutieren.

    gerade wieder:
    – Wlan-Störerhaftung
    -> EuGH wirds mal wieder lösen müssen.

    – Abwürgen der Energiewende, der größte Innovationsbereich der in Verbindung mit E-Mobilität und Automation seine Kraft entfalten würde
    -> Aus Bestandsschutzgründen abgewürgt und dem Rest der Welt überlassen.

    – Überwachung und Terrorgesetze nach NSA-Vorbild
    -> Beruhigungspille für die „German Angst“, der Weg in die „gelenkte Demokratie“, wichtiges Werkzeug für kommende Politikergenerationen?!

    – Bildung, Weiterbildung und echte Integration
    -> die aktuelle Politik versteht die Wichtigkeit nicht mal im Ansatz.

    Die Parlamentarier und die Regierung können nicht mehr unabhängig und frei entscheiden, zerrissen von Lobbys statt Fachleuten, zu keiner Kreativität und gesundem Menschenverstand fähig, was ein Wesenszug des Juristen ist, der Rest wird ausgebremst oder ausgesessen durch hohe Beamte und durch Leit(d)medien erzeugte mediale „German Angst“ missbraucht.

    Ein paar Lösungsansätze:
    1. Bedingungsloses Grundeinkommen: Die Schweizer haben über einen Lösungsansatz abgestimmt der Hoffnung macht. Selbst Gegnern ist dort klar, dass das BGE auf der Agenda bleibt und sich in den Köpfen noch entwickeln wird.

    In Deutschland wird dieser Weg wohl erst über viel Leid (wieder die „German Angst“) einen Weg in die Köpfe bahnen.

    2. Grundsätzlich alle zahlen ein
    Alle zahlen in die Solidarsysteme, auch Beamte und Selbstständige etc. -> siehe BGE.

    3. Politik vom Kopf auf die Füße stellen
    Um das Parlament und Regierung wieder handlungsfähig zu machen, direkte Volksentscheide einführen:

    A) Die Politik erhält ein starkes Mandat das sie zum handeln und entscheiden befähigt.

    B) Die Bürger beginnen sich nicht nur oberflächlich mit politischen Themen zu beschäftigen, Bauernfänger verlieren dadurch Aufmerksamkeit.

    C) Aus unserer „Obrigkeitsdemokratie“ wird ein konsensorientiertes System wie zB in der Schweiz. Die Diskussionen werden nicht einfacher, aber Lösungsorientierter.

    D) Die Angst vor zu vielen Fehlentscheiden der angeblich (schwarm-)dummen Bürger habe ich nicht! Denn wenn sie wollen dürfen sie ja auch mal Dumm sein: siehe Minarett-verbot u.ä. Abstimmungen, aktuell verlieren diese rechten/völkischen/ewig gestrigen in der Schweiz gegen den EU Trend an Boden, da bleibt nichts angestaut oder ausgesessen! Im Gegenteil, die politische Diskussion gerade in der Bevölkerung wird befeuert und hält diese Auswüchse aus, der Widerstand dagegen wächst!

    Meine persönlichen Lösungsansätze als Selbstständiger:
    – Bin mit Verlust vom Rister zum Dax-Indexfonds gewechselt, solange da noch was zu holen ist.
    – Habe eine Immobilie in der ich wohne, aber noch lange abzahle. Diese entlastet hoffentlich im Alter.
    – Ich arbeite hoffentlich lange, versteife mich aber nicht auf meine aktuelle Tätigkeit (IT).
    – Wir haben aus wirtschaftlichen Gründen entschieden kein 2. Kind zu bekommen, traurig! Egoismus? Hier auf jeden Fall.

    Leider, das Land der Dichter und Denker ist verkümmert oder besser überaltert zu einer Art Waldorf and Statler Gesellschaft. Das ist richtig tragisch, nicht komisch, denn der Unterschied ist der reale Bezug dieser Satire.

    Altern findet statt im Kopf, nicht vorm Spiegel!

    P.S.: Der war jetzt länger als gedacht…

    • Rainer sagt:

      Helmut, ich wähle Dich ins „neue“ ehrenamtliche Parlament, dafür kümmere ich mich um meine Kinder 1,2 und drei, selbstverständlich 🙂

  6. E.T. sagt:

    Die armen Hochverdiener tun mir ja sooo leid. Sie zahlen ja nur bis zur Bemessungsgrenze in die Rentenversicherung und wollen dann doch mehr Rente um ihren Lebenstandard zu erhalten. Kein Wunder, wenn sich die soziale Schere immer weiter öffnet.

    • Gunter Dueck sagt:

      Ich habe geschrieben, es geht mir gut, aber mir fehlt ein Drittel dessen, was man mir versprach. Ich habe alles „aufgespart“, Haus abgezahlt, alles gut. Aber alle nach mir werden genauso enteignet wie ich…“teenager“ – take care

  7. C.K. sagt:

    Ich glaube viel hängt von der Sichtweise der „Entscheider“ ab.
    Es wird berichtet über Hochverdiener die „nicht genug“ rausbekommen, es soll Verständnis geschaffen werden für längere Lebensarbeitszeiten …
    Aber W E R spricht denn davon?
    In erster Linie sind es Journalisten und Politiker, die in den meisten Fällen bis mindestens zum 25. Lebensjahr nichts in die Rentenkasse eingezahlt haben, und zumindestens körperlich nichts auszuhalten haben.
    Wer erwartet denn von den Flisenlegern, Mauerern, Kassiererinnen, Krankenschwestern … das sie bis 70 arbeiten, also lockere 55Jahre?
    Das genau dieses Clientel sich auch von ihrem niedrigen Einkommen noch genug Rücklagen bildet?
    Ich selbst habe mit 15 meine Ausbildung im Metallbereich angefangen und bin mit 30, nach einem selbstfinanzierten Fernstudium in die IT gewechselt.
    Ich habe zwei Kinder (mit 35 und 38Jahren bekommen) und ein eigenes Haus, für das ich auch noch einige Jahre zahlen darf.
    Bis 70 arbeiten dürfte in meinem Beruf nicht (zumindest nicht körperlich) so das Problem sein, aber schaut auch mal jemand über den Tellerrand hinaus?
    Es gibt zu wenig Kinder? ja, oder es bekommen die „falschen“ die Kinder!?
    Der Anreiz zum Kinder-bekommen sollte nicht ein Kindergeld, oder kostenfreie Kindergartenplätze sein.
    Für die arbeitende und renten(ein)zahlende Bevölkerung sollte ein Anreiz und vor allem eine Perspektive geschaffen werden.
    Wie viele der jungen „wohlhabenden“ möchten denn schon noch Kinder?, das ist für die meisten mit zuviel Einschränkungen verbunden.

    Mal darüber nachgedacht?

  8. Joachim Schnurrer sagt:

    Wir hatten auch schon 4% Zinsen und 6% Inflation, da sind wir bei ca. 0,1% zu 0,1% real besser dran. Aber natürlich wird das Problem damit nicht gelöst. Wenn man nun noch die Pensionen der Beamten einbezieht, wird das Loch noch viel größer! Schäuble hat den Vorteil niedriger Zinsen, Umlaufrendite gerade -0,02%, bisher nicht zur Zukunftssicherung der Sozialsysteme eingesetzt. Es scheint sogar so zu sein, dass wir durch globales erhöhen der Rüstungsausgaben gaaanz langsam Richtung Krieg marschieren. Der wird das Rentenproblem dann ganz easy lösen. Die Trumps, Le Pens, Orbans, Kaczinskies, Gaulands, Höckes usw. werden schon dafür sorgen. Wachsender Egoismus und Nationalismus, das Reduzieren von Werten zu Preisen, werden dafür sorgen

    • Rainer sagt:

      Ja, diese Sorge besteht immer. Das zeigt die Menschheitsgeschichte.

      Mein Gefühl sagt mir das Herr Schnurrer richtig liegt. Die Zahl der Rattenfänger wächst national und international. Zu vielen Menschen geht es immer schlechter. Zu viele Risse führen durch viele gesellschaftlicher Mitten und die Europäische Gemeinschaft, deren Zusammenhalt so wichtig erscheint für friedliche Lösungen.

      Es gerät etwas in Bewegung und wir alle müssen dafür kämpfen, dass es die richtige Richtung wird.

      Wir alle sind gewarnt weitere destruktive Eskalationen und anhaltenden, kompromisslosen Extremismus zu verhindern bzw. zu unterbinden und das wird nicht umsonst geschehen können. Es müssen „nur“ genug freiwillige, sozialmündige und leistungsfähige Menschen gefunden werden, die genau wissen das am Ende einer Negativspirale eine Katastrophe steht, die alle mitreißen wird und dann gibt es auch keine Mindestrente mehr.

      Genau diese Dystopie sollte uns helfen wach zu sein und konstruktiv dagegen zu halten, rechtzeitig, dann gibt es eine Lösung die vermutlich zwischen AfD (Rechts) und Merkel/Gabriel (aktueller Mitte) liegt.

      Guter Rat ist hier teuer.

  9. jk sagt:

    Gutes Thema, nicht so auf Abrechnung bedacht. Aber die Diskussion hier ist ihrer Zeit voraus, leider. Derzeit ist eine die eigene Lebenspanne überschreitende Planung nicht in der Diskussion. Allerdings, als ich so alt war wie meine Kinder heute (Mitte 20), hat mich meine Zukunft als Rentner auch nicht interessiert (eNTp Statement, muss sein). Bei den Älteren sorgen die Wiederwahlgeilen mit Geschenken, die unsere Kinder bezahlen sollen (wie Rente mit Mütterrente, Lebensleistungsrente, ..) für Ruhe. Im Moment geht es Rentnern gut, und dann nach mir .. die Sinnflut.
    Herfried Münkler, Professor für Theorie der Politik am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin hat das am Thema Migration formuliert – gilt aber genauso für die Rente: „Es sind satte, zumeist überalterte Gesellschaften, die sich einer als bedrohlich empfundenen Herausforderung stellen müssen, aber nicht stellen wollen.“

    Veränderungsbereitschaft ist abhängig von Unzufriedenheit (Leidensdruck), einer nachvollziehbaren Vision des neuen Zustands und der Attraktivität der Schritte die es braucht sie zu realisieren. Es fehlt an allen Dreien bei der Rente.

    Auf die Politik oder die Medien brauchen wir nicht warten. Politik denkt kurzfristig – höchstens mittelfristig, Medien wollen Superlative und Skandale, aber bitte jeden Tag einen Neuen, wg. der Quote. Und da bietet das Zeitalter der neuen Demagogen doch viel mehr Gelegenheit für tägliches empörtes Kopfschütteln,

  10. ben_ sagt:

    Also ich habe überhaupt keine Angst um meine Rente, weil ich mir absolut sicher bin dass ich nach dem jetzigen Rentensystem überhaupt keine Rente mehr bekommen werde (Ich bin 24). Das ist aber kein Problem, weil wir in spätesten 15 Jahren ein bedingungsloses Grundeinkommen haben werden. Dafür würde ich mein ganzen Vermögen verwetten, jedenfalls lieber als es irgendeiner Bank oder einem Fond zu geben.
    Es ist meiner Meinung nach auch völlig absurd solch eine Angst um die Zukunft zu haben, wenn man sich anschaut was in 30-40 Jahren technologisch möglich sein wird. Ich denke eher, dass ein Großteil der Bevölkerung sich erlauben kann mit 50 in Rente zu gehen um dann zu tun was man für sinnvoll erachtet ohne dabei Geld zu verdienen.
    Aber wenn man die jetzigen Modelle einfach weiterrechnet muss es einem natürlich Angst und Bange werden.

    • Gunter Dueck sagt:

      In Korea haben sie aber nicht so viele Alte und sie tun mit 24 Jahren bestimmt nicht, was Sie so denken & tun…dann arbeiten wir umgekehrt für sie … niemand denkt in Korea wie Sie…ernsthaft: Gute Nacht!

      • ben_ sagt:

        Also mir fallen spontan einige Geschäftsideen ein die wir hier in Deutschland für überarbeitete Koreaner anbieten könnten die verzweifelt versuchen in ihrer Produktivität mit Maschinen zu konkurieren. Wenn wir nicht bald verstehen dass mehr Materialismus unsere Lebensqualität nicht steigert dann fressen uns unsere eigenen Erfindungen auf. Wir müssen uns so langsam damit beschäftigen ob wir in 20 Jahren immer noch dieses absurde Konkurrenzdenken haben wollen, das dazu führt, das wir, die wir in absolutem Überfluss leben, Angst vor Koreanern haben. Was soll der Chinese denken dessen Arbeitskraft jetzt zu teuer wird? Oder der Indonesier, der bald seinen Arbeitsplatz verliert weil Adidas seine Produktion fast voll automatisiert nach Deutschland zurückholt?
        Wir sollten uns eher über neue Sozialmodelle Gedanken machen, die jedem eine Grundlage geben und diese verdammte Zukunftsangst beseitigt die überall um sich greift. Und das am besten international. Aber wer tut das schon? Die Politiker die in 3-Monats-Horizonten denken? Überarbeite Bürger die irgendwie ihre Rente sichern wollen, am besten mit Aktien wo doch klar ist das in den nächsten 10 Jahren so gut wie jede Branche vor kompletten Umbrüchen steht. Unser Fortschritt bring uns um unserer Verstand!

        • Gunter Dueck sagt:

          Ich meine mit „Korea“ nicht Billigarbeiter, sondern „Samsung & Co.“

          • Rainer sagt:

            Mir war vor 15 Jahren schon klar, dass sich Gehälter weltweit anpassen werden. Das diktiert die Wirtschaftsmacht. Das wird auch mit den Rentensystemen so sein oder mit einem Grundeinkommen, ansonsten gehen die, die über den Verhältnissen anderer leben über kurz oder lang bankrott oder werden anscheinend! von Wirtschaftsflüchtlingen und Terror heimgesucht.

            Nur Staatengemeinschaften können Wirtschftsverbänden hier etwas entgegensätzen, aber am Ende auch nur mit hoffentlich – sozialverantwortlicher und ökologischer – Wirtschaftsmacht.

    • Dirk sagt:

      Das ist eine gewagte Annahme. „Ich stelle mich nicht auf ein Problem ein, sondern gehe davon aus, dass das dann schon irgendjemand irgendwie gelöst hat.“

      Das Prinzip kenne ich aus der Projektplanung: „Und hier geschieht ein Wunder!“ 🙂

      Selbst überlegen und Handeln, das macht keiner für uns. (Zumindest nicht gut!)

  11. Karl R. sagt:

    Selbst vorsorgen? Gerne, wenn Sie mir sagen wovon.

  12. Dr. P. sagt:

    In Imamuras Meisterwerk „Die Geschichte von Narayama“ müssen die 70-jährigen das Dorf verlassen und auf einen Berg steigen, um zu sterben. Ein wirklich sehr bewegender Film.
    Und wir regen uns über weniger Geld im Alter auf? Ja, wir werden sehr viel weniger haben. Ich hoffe dennoch, dass es uns gelingt, für alle Menschen ein menschenwürdiges Dasein zu gestalten. Dazu sind aber noch ein paar radikalere Ideen als das Grundeinkommen nötig. Vielleicht finden sich ja ein paar Gemeinschaften, die den Individualisten etwas entgegensetzen können und denen es dann auch noch gelingt, sich nicht von Politikern durch falsche Versprechungen daran hindern zu lassen.

    • Gunter Dueck sagt:

      Sehr interessant… ich lese hier alles mit einiger Verwunderung. Man könnte ja auch für sich selbst bis 72 arbeiten, zB, aber jetzt kommen Sie sogar mit der Möglichkeit, lieber zu sterben?!
      Hey, Leute, früher wurde man 74 alt und arbeitete bis 65. Heute lebt man 90 Jahre und will mit 50 aufhören, obwohl wir schon im Schuldenturm sitzen????

      • Michael sagt:

        Nja, man muss aber auch sehen, dass wir heute die Lebenszeit teilweise unnatuerlich verlaengern. Mit allen umgesetzten Reparaturen am menschlichen Koerper bedeutet das noch lange nicht, dass jener auch faehig ist, weiter seinem alten Beruf nachzugehen. Ich fange hier bei koerperlichen Arbeiten an, die einen natuerlichen Verschleiss mit sich bringen, den dann auch zB die kuenstliche Huefte nicht mehr wirklich neutralisieren kann und gehe weiter ueber geistige Arbeiten, die durch Demenz und sonstige Krankheiten nicht mehr moeglich sein werden. Der Koerper selbst lebt dann sicher noch 10 Jahre laenger, aber man kann halt nicht mehr „produktiv“ fuer die Gesellschaft sein (so schlimm sich dieser Satz auch anhoert). Die Loesung „einfach laenger arbeiten“ – dazu noch undifferenziert zwischen verschiedenen Berufsgruppen – empfinde ich daher als sehr kurz gedacht.

        • Gunter Dueck sagt:

          Undifferenziert? Offiziere, Piloten etc. haben auch heute Sonderregeln…die gibt es immer..

          • Michael sagt:

            Ja, undifferenziert. Ich bestehe da weiterhin auf dieses Wort. Wenn wir uns von den Niedrigverdienern abwenden, die – um es ungeschoent zu sagen – die Drecksarbeit fuer uns uebernehmen, dann kommen da definitiv harte Zeiten fuer die gesamte Gesellschaft auf uns zu. Und gerade die Sonderregeln fuer Piloten oder Offiziere zeigt, dass ein Mensch ab einem gewissen biologischen Alter eben nicht mehr fuer alle Taetigkeiten geeignet ist. Das ist ja mit ein Grund dafuer, dass viele Arbeitgeber sich scheuen, aeltere Arbeitnehmer einzustellen. Selbst wenn also jeder die Kraft und den Willen haette, bis 72 + x Jahre weiterzuarbeiten, so liegt das nicht immer in den Haenden der entsprechenden Menschen.
            Ich finde weiterhin, „arbeiten bis 72“ ist zu kurz gedacht (und wenn ueberhaupt auch nur eine kurzfristige Loesung, denn wie wird die Welt in 10 Jahren aussehen, wenn die Produktivitaet von nichtmenschlichen Arbeitskraeften die unsere uebertreffen wird?), in den anderen Kommentaren wurden ja schon viele Punkte aufgefuehrt, ueber die wir uns wirklich Gedanken machen muessen.

            Aber zumindest stimme ich mit Ihrer Aussage 100% ueberein, dass es so, wie es jetzt laeuft, zukuenftig definitiv nicht funktionieren wird.

      • Helmut sagt:

        Haha, na dann muss ich ja in drei Jahren aufhören… Das wäre aber schade! Was soll ich denn schöneres tun als meine Arbeit. Ob es bis 72 geht, ich habe keine Ahnung. Ich beobachte aber mit großem Interesse die unterschiedlichen Lebensentwürfe, die in dieser Diskussion aufeinander prallen:

        1. Arbeiten als Pflicht, Qual, zumindest strickt getrennt vom Privaten, dann endlich Rente.

        2. Arbeiten als Lebensinhalt, Rente als Entlastung/Zubrot.

        3. Die jungen bis 30, sehen die Sache oft pragmatisch: Es wird bis zur Rente einen massiven Umbruch geben müssen. Egal ob als Revolution oder langsamer Wandel. Warum soll ich jetzt meine Energie/Geld für ungelegte Eier verschwenden. (Lebensversicherung etc.)

        Noch ein Link zum Thema, für an Zahlen Interessierte:
        http://www.sozialpolitik-aktuell.de/alter-datensammlung.html

  13. Martin Knechtel sagt:

    Danke, dass Sie nicht private Altersvorsorge nennen. Daran verdient die Versicherungsbranche prima. Und es ist keine Lösung denn es fällt, wie Sie oben auseinandernehmen, einfach in „Mehr einzahlen? Geht gar nicht, weil die jungen Menschen heute mit oft sehr kargen Gehältern einsteigen.“

  14. ben_ sagt:

    Gibt es es denn irgendeinen konstruktiven Vorschlag außer dem Grundeinkommen? Meckern kann jeder.

  15. Dingens sagt:

    Akademiker verdienen übrigens deutlich mehr als NIchtakademiker, siehe zB http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article122454812/Studieren-lohnt-sich-Akademiker-verdienen-deutlich-mehr.html – wer googlet kann noch höhere Differenzen finden. An der geringeren Anzahl von Einzahlerjahren kanns damit nicht liegen.

    Abgesehen davon wundert mich bei der Rentendebatte immer noch, dass nie in Zweifel gestellt wird, dass nur das Erwerbseinkommen Sozialversicherungsbeiträgen unterliegen. Würde man (wie in der Schweiz) auch Vermögenserträge der Abgabepflicht unterziehen oder gleich die Produktivitätssteigerung, wäre die Diskussion obsolet

  16. Dieter sagt:

    Vielleicht wäre eine milde Form von Subsistenz für manchen eine Lösung. Statt Reihenhaus mit Pool, kann dann ein Nutzgarten mit Campingwagen womöglich ausreichen. Die Minirente geht komplett in den Konsum. Ist halt nur die Frage, wie wir das gestalten.

  17. DiesundDas sagt:

    Lieber Herr Dück, warum jammern und warnen. Diese Entwicklung war doch absehbar und gewollt. Das Modelprojekt Bundesrepublik lebt von der Hand in den Mund. Rücklagen wozu denn, es gibt doch kontinuierliches Wachstum und heute erwirtschafte ich mehr als ich morgen verbrauche. Und falls das mal nicht so ist ja dann hat man ja Sie den Staatsbürger. Und was ist dessen zentrale Aufgabe? Natürlich er bürgt – im Zweifel für meine Schulden, die seines Staates und ganz viele andere systemrelevante Dinge! Logische Schlussfolgerungen unerwünscht weil systemgefährdend 🙂
    Ich bin etwas enttäuscht. Es handelt sich doch um ein klassisches sozio-technisches System mit einer speziellen Konvergenzform, eigentlich Ihre Spezialität.

  18. Edmund Gröpl sagt:

    Mir fällt da die Alters-WG ein. Geringe Mietkosten. Gegenseitige Unterstützung reduziert altersbedingte Servicekosten. In unseren Häusern können die jüngeren mit ihren Kindern wohnen. Reduzierte Wohnfläche und geringere Heizkosten helfen die Minimalrente zu kompensieren.

    „Das kann ich mir nicht vorstellen.“, sagt mein Kollege. – Brauchen wir auch nicht. Wir werden es erleben.

    • Rainer sagt:

      Die WG-Idee gefällt mir, aber nicht allen.
      Hängt stark von den Mitbewohnern ab 😉

      Wirtschaftliche Zwänge werden uns das schon beibringen und uns hoffentlich nicht spalten sondern solidarisch zusammenführen, ohne in Hybris zu vergehen oder von ewigem Wachstum zu träumen.

      Bleibt gesund und vertragt euch bei Arbeit bis 72 oder darüber hinaus!

  19. harry sagt:

    Sehen wir nicht zwei widerstrebende Entwicklungen:

    – Die Einkommen steigen deutlich langsamer als die Unternehmensgewinne. Dadurch sinken auch die Beiträge

    – Die im Durchschnitt 2% Produktivitätssteigerung pro Jahr sorgt dafür, daß immer mehr Produkte durch weniger Menschen hergestellt warden.

    – Industrie 4.0 und Cognitive computing warden die Produktivität weiter steigern. In den USA sehen wir erste Produktionen, die aus China zurückgeholt warden.

    – Folge ist eine soziale Spaltung der Gesellschaft. Wenige key player mit hohem Einkommen und viele mit unterdurchschnittlichen Einkommen.

    – Diese Spaltung wird bedeuten, daß man entweder ein BGE, negative EkSt, Mindestrente u.a. einführen wird. Der soziale Frieden muß erkauft werden.

    – Momentan warden medial Ängste geschürrt, damit die Menschen diese Grundversorgung akzeptieren und nicht auf die Idee kommen, zB. eine „Maschinenabgabe“ für die Sozialsysteme zu fordern.

    – Steigerung des Rentenalters bedeutet doch in der Praxis, eine weitere Rentensenkung. Die Zahl der Beschäftigten über 55 sinkt und endet entweder in eine gutdotierte Frührente oder in Hartz IV

    Oder warum ist es akzeptabel, daß die Renten sinken, die versicherungsfremden Leistungen steigen und die Steuern gesenkt werden?

  20. Plotti sagt:

    Sie alter Troll 🙂 Solche Umbrüche einer Gesellschaft schaffen die Möglichkeiten nochmal neu darüber Nachzudenken wie wir als Gesellschaft funktionieren wollen. Wenn wir die Renten nicht mehr bezahlen können und die Leute nicht bis 72 arbeiten wollen werden, dann werden wir wieder darüber nachdenken. Das es Ängste weckt ist klar, dass es nicht mehr so weiter gehen wird wie jetzt ist auch klar, dass es danach besser sein wird als zuvor ist nicht klar.

  21. Rainer sagt:

    Was kann ich als Bürger tatsaechlich machen? Rücklagen bilden. Alle anderen genannten Massnahmen kann nur die Politik umsetzen. Die möglichen Massnahmen sind bekannt, diese müssen „nur“ ins Wahlprogramm aufgenommen werden. Aber ich kann leider nichts wählen.

  22. Christoph Bopp sagt:

    Das Problem ist, dass man es falsch sieht. Alle Renten etc. müssen aus dem laufenden Einkommen bezahlt werden. Man kann nicht fürs Alter sparen (als Gesellschaft). Wenn morgen niemand mehr etwas erwirtschaftet, nützt mir alles Gehortete auch nichts mehr (ausser den Kartoffeln im Keller, aber die sind beschränkt haltbar). Es ist also – einmal mehr – ein Verteilungsproblem. Ob Umlage- oder Kapitaldeckungsverfahren oder wie auch immer man vorgehen will: Wer erhält wie viel vom Volkseinkommen? Die einzige Alternative: Wir übertragen die Verantwortung für die Alten wieder an die Nachkommen. Dann haben wir hier auch blitzartig wieder mehr Kinder. Oder? Bis jetzt wollten die Jungen allerdings eher erben von den Alten als ihnen einen Ruhestand finanzieren.

    • Thomas sagt:

      Tja, das Umlagesystem.
      Mal kurz überlegt. Das BIP pro Kopf liegt in D bei 45.000 USD. 30% der Bürger sind in Rente.
      Man kann sich dann gut ausrechnen, wie viel Prozent seiner Wertschöpfung jeder Bürger sozusagen umlegen müsste.
      Ich kann es auch anders darstellen: Ich führe dem Staat in etwa 60% in Form von Steuern und Abgaben ab. Das reicht nicht aus, um die Renten zu sichern. Also müssen die Abgaben erhöht werden. Jetzt bleiben mir aber schon nur mehr 28.000 Euro netto im Jahr. Ich muss zu 1/3 einen Rentner finanzieren, also müsste der so in etwa 10.000 Euro von mir zusätzlich bekommen. Mir blieben dann nur mehr 18.000 Euro über. Das geht. Aber machen sie mal diese Rechnung mit einem Handwerksgesellen, der im Jahr netto 17.000 Euro verdient.

    • EinMartin sagt:

      Danke Christoph für den wichtigsten Kommentar bisher. Ich betone es noch mal: was die Rentner morgen verbrauchen wird auch immer morgen produziert werden müssen. Wegen der Produktivitätsteigerung und Automatisierung ist das auch kein Problem. Muss man „nur noch“ das Verteilungsproblem lösen (Z. B. durch BGE). Nicht vom Geld verwirren lassen, sonst sieht man die Realität nicht mehr!

      Und nicht vergessen: die besagten Schulden sind auch immer Guthaben von irgendwem!

    • Rainer sagt:

      „Bis jetzt wollten die Jungen allerdings eher erben von den Alten als ihnen einen Ruhestand finanzieren.“

      Das Statement ist aber gemein!-) Und stimmt im Sinne der Nachkommen hoffentlich nur für einen geringen, selbst-verlorenen Prozentsatz von Erben, die meist erst bedacht werden, wenn sie selbst alt geworden sind…!

      An alle Nachkommen: Helft euch lieber selbst! Macht etwas eigenes, auch eigenes Geld (soviel ihr braucht).

  23. Thomas sagt:

    In meiner Branche geht man nicht in Rente. Insofern haben wir dieses Problem auch nicht.
    Ich finde es immer öde, wenn über Demographie gesprochen wird. Als ob nun Kinderreichtum oder Immigration das Rentenproblem lösen könnten. Nein, sie würden es nur um eine Generation verschieben!
    Ich habe ja nun auch keinen allgemein gültigen Rentenplan, aber für mich habe ich geplant, bis zum letzten Tag zu arbeiten. Ich tue einiges dafür, achte insbesondere auf meine Gesundheit und darauf, Beschäftigungen zu finden, denen man dann auch mit höherem Alter noch gut nachgehen kann. Lachen sie nicht, wenn ich nun schreibe, dass ich 36 Jahre alt bin, aber auch jetzt merke ich schon, dass ich keine 20 mehr bin und die ganz heftigen Arbeiten lieber der Jugend übertrage. In meinem Umfeld gibt es auch Menschen in meinem Alter, die nun aus ihrer Karriere raus fallen, weil sie erste Verschleißerscheinungen zeigen. Aussage einer Personalabteilung: „Nur mehr 45 Stunden/Woche Arbeiten? Das ist in dieser Postion nicht drin“. Und weg war sie, die Chance auf den nächsten Karrieresprung. Nur, was hilft mir der, wenn ich mit 60 dann komplett am Ende bin und nur mehr von Erspartem leben kann und das auf 30 Jahre muss? Dazu noch irre Gesundheitskosten habe, weil im Körper so einiges nicht mehr funktioniert?
    Ich versuche halt mein Leben auf eine Lebenserwartung von 90 Jahren auszurichten und dementsprechend sieht auch meine Finanzplanung aus. Ich brauche sehr wenig zum Leben, komme mit 500 Euro im Monat aus, was aber auch nur klappt, weil ich schon Wohnungseigentum habe. Der große Konsum ist halt so nicht möglich, aber wenigstens muss ich mich dann zur Rente nicht umgewöhnen. 😉

  24. Mira sagt:

    Bin w 39, kränklich, schwimme am oberen Rand der Unterschicht, ich sehe kaum Chancen das sich das ändert.

    Riestern – lohnt nicht, weil es dann von der zu erwarteten Mindestrente erstmal abgezogen, statt addiert würde.
    Monatliches sparen + anlegen – okay, ist möglich, aber dann würde es für die Pflege meiner Eltern herangezogen (Soziale Verpflichtung) werden, lange bevor ich in Rente gehe.
    Immobilie – wahrscheinlich bomt mir das Haus jemand weg.
    Aktien – Geld machen mit Krieg, Kinderarbeit …?!?
    Eigene Kinder – in diese Welt setzen?!? Finde ich FÜR MICH persönlich als völlig unverantwortlich.

    BGE – ich freue mich drauf.

  25. LHME sagt:

    Immer diese wirren Einwürfe , in Deutschland liegt in verschiedenen Stellen ein Riesenhaufen Geld. Und von dem berühmten Schuldenberg auf dem wir sitzen und den üblichen Quatsch der mit dieser Aussage zusammenhängt geh ich jetzt mal nicht ein, das hat mit den Renten auch nur indirekt was zu tun. Vllt. hören wir auf den Arbeitnehmeranteil zu deckeln? Vllt. Beteiligen wir alle in Deutschland am Umlagesystem? Vllt. Bezuschussen wir das System wenn die Umlage nicht funktioniert mit Abgaben aus Erbschafts- und Vermögenssteuer ? Aber nein geht alles nicht, wir müssen uns selber kümmern hier und jetzt , wenn das keine Flosekl war und sie tatsächlich jeden einzelnen meinen .. na dann bitte, dann ist das eigentlich nur ein groß angelegter Werbetext für private Vorsorge. Bei dieser macht der Staat ja gerade alles dafür sie so unsicher und unattraktiv wie nur eben möglich zu machen.

  26. Wilfried sagt:

    Die VR wird’s schon richten: irgendwann liegen wir im Ruhestand alle in einer desinfizieren Lösung, werden preisgünstig per Magensonde ernährt, motorisch bewegt und massiert – und erleben dank virtueller Realität trotzdem ein spannendes und aktives Rentner-Dasein.

  27. Karl Gerhard sagt:

    Jetzt mal echter Sarkasmus!
    Wir eliminieren endlich mal die Sozialschmarotzer aus der Sozialhängematte Hartz IV! Die fressen doch ohne was leisten zu wollen den armen Reichen alles weg! Dann führen wir doch endlich auch einmal wieder die Gesundheitseugenik ein, alle die nix mehr leiste wollen und können, seinen nun mal dem gesteuerten sozialverträglichen Frühableben unterworfen! Darin haben wir doch gute Erfahrungen. Rente sollte weiterhin kassiert werde, Rentner wird es ja nicht mehr geben und so können wir doch mit diesen Mitteln auch weiter Banken und Großkonzerne retten. Ebenso müssen wir ja auch diesen UN-Plan Replacement Migration: Is It a Solution to Declining and Ageing Populations umsetzen http://www.un.org/press/en/2000/20000317.dev2234.doc.html anstatt einer Sinnvollen Willkommenskultur für den eigenen Nachwuchs mit Umfängliche Bildungs- und Zukunftschancen zu bieten! Warum sich einen Kopf machen um eine zukünftige Gesellschaft? Nicht nur das störrische deutsche Volk – nein sorry – Pack ist glaub ich die richtige politisch Korrekte Bezeichnung, ausgemerzt muß dieses werden, weiter Umsetzung der technologischen Entwicklung in den Produktionprozess – somit fallen weiter überflüssige Menschenmassen dem sozialen Frühableben anheim, zugunsten der schwerarbeitenden 1% Vermögenden, denn nur diese arbeiten ja. Bald werden wir über dieses Program auch die Überbevölkerung und Welternährungsprobleme gelöst haben! Noch viel besser endlich wird es keine Resourcenkriege mehr geben, alles wird dann den 1% schwerstarbeitender Vermögender zur Verfügung stehen! Wenn Sie nicht gestorben sein werden leben Sie noch heute! Was für ein Bullshit!

    • Rainer sagt:

      🙂

      Ich sage nur: Abbau des Kapitalmagnetismus hilft bei sozialen Problemen, sicher, wenigstens tendenziell real und auch im Sinne von Good Will, Zeichen setzen!

      Aber nur wenn dies freiwillig passiert!!!
      Enteignung durch den Staat ist auch eine Form von Gewalt.

      Es läuft hinaus auf spezifisch-immanente Problematiken der menschlichen Psyche/Spezies. Da hilft auch kein Hoffen, aber zumindest tendenziell staatlich durchgesetzte Mindeststandards, die wir übrigens heute schon in Deutschland haben und die nie alle gesellschaftlichen Verwerfungen und Entwicklungen immer rechtzeitig Verhindern können werden.

      Deshalb heisßt es für uns alle: Immer am Ball bleiben. Und wenn dazu die Kraft fehlt: Auf Solidarität hoffen.

  28. Axel A. sagt:

    Lieber Herr Dueck, ich halte Sie für einen brillanten Beschreiber des IST, allerdings mit dem Problem aller Philosophen bezüglich der dann fälligen Weltveränderung.

    Und trotzdem fällt mir als ein Gegenargument folgendes, möglicherweise auch Ihnen nicht ganz unbekanntes Zitat ein: „Nach dem Krieg waren ca. 40% Beschäftigten in der Landwirtschaft, heute sind es 1,6-1,7%“ Trotzdem leiden wir massenhaft unter Adipositas und nicht wie vielleicht erwartet unter Hunger.
    Für den Mathe-Prof: In welchem Verhältnis entwickelt sich das Rentenvolumen zum BIP?

    Für mich: Meine Großväter haben bis 69/70 gearbeitet. Deren Vorfahren haben den Hof an einen Sohn vererbt, der damit die Pflicht hatte, neben seinen Kindern auch seine Eltern zu alimentieren, sozusagen 2 Erwerbstätige zu n-Alimenteempfängern. Es ging irgendwie.
    Mein Vater, Ingenieur, jetzt 26 Jahre Rentner, musste dann mit 61 gehen. Ich als Organisator/IT-ler beziehe (anfänglich gegen meinen Wunsch) eine Stilllegungsprämie in Form von Altersteilzeit mit Nebenerwerbsverbot, um mich dann mit 64 in die richtige (gute) Rente zu verabschieden, wo doch die Mint-Berufe sooo gesucht sind, z.B. in Leipzig: IT-Bachelor für immerhin fast 2000 Brutto…

    Übrigens – prekäre Arbeitsverhältnisse sollen wie das Rauchen einen positiven Einfluss auf die Dauer von Rentenzahlungen haben. (Wirkt wie der Schredder bei den unbrauchbaren Küken)

    Würde sich meine/unser aller Situation oder die meiner Kinder verbessern, wenn ich statt 2 Kinder mit Hochschulabschluss 3 oder 4 gehabt hätte?
    Für Migranten: Wenn ein „Bio-Deutscher“ mit Hochschulabschluss ein Problem mit den 45 Arbeitsjahren für die Rente hat, dann sollte der Neu-Deutsche, Migrant und Zeitarbeiter für seine Rente Hartz4 fest einplanen und auf Riester bei unter 900 Euro Rentenerwartung besser verzichten, sagt zu mindestens die FAZ.
    Den Nettozahler für die quasi Einheitsrente Hartz4 kenne ich vermutlich auch: ein Herr Dueck nebst Kollegen wie mich, mit ihren Steuerzahlungen auf Rente ff.
    Für die Wirtschaft werden disruptive Geschäftsmodelle gepredigt. Gilt das für die Gesellschaft und deren Spielregeln dann auch?
    Womit werden in der Zukunft/Digitalisierung noch Rentenanwartschaften begründet?
    Womit könnten Arbeitszeit und Beitragsfaktor als Bemessungsgrößen zukünftig ersetzt werden?
    Wie wäre es mit einer Lotteriesteuer (50%) auf alle Futures, Derivate, wie das eben bei Lotto und 6aus49 so ist? Oder zählen nur noch Geschäftsführer-Verträge, Abgeordneten- oder Beamten-Status?

    Alternative „SYA“ und überlassen wir das Denken doch lieber den Betroffenen der nächsten Generationen, obwohl ich mich auch für meinen Vater wie auch die längst erwachsenen Kinder verantwortlich fühle?

    Die Bilderberger in Dresden sollen auch über Prekariat nachdenken, warten wir auf deren Lösung?
    Also, wo gibt es noch Käse oder wo ist schon (Mager-)Speck zu haben?

  29. Wie wäre es, wenn sich jeder um seine finanzielle Versorgung langfristig kümmern würde?
    Ich verlasse mich überhaupt nicht auf die gesetzliche Rente. Die wird wohl nur ein Taschengeld werden. Mein Lösungsvorschlag: finanzielle Bildung. Nicht Altersvorsorge wäre das Thema ,sondern Altersversorgung aus laufenden passiven Einkünften. Das Eintrittsalter entfällt somit, denn ich kann jederzeit in Rente gehen, wenn diese Einkünfte ausreichend groß sind. Natürlich dürfte ich auch weiterhin arbeiten. Bildung als Vorbeugung gegen Armut und Abhängigkeit.

    • Lutz sagt:

      Sie sprechen von „passivem Einkommen“. Ein guter Vorschlag! Patent- und Lizenzeinkünfte sind ein Weg dazu.

      Auch das Amway-Direktverkaufssystem-Prinzip „Jeder verdient an denen unter sich mit“ ??

      Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Kennen Sie, Herr Ziegenhorn, als Amway-Mitarbeiter (
      https://www.amway.de/user/ziegenhorn) 60- oder 70-jährige, die mit diesem System jenseits der Mini-Rente noch gutes Geld verdienen? Wie weit muss man da oben in der Hierarchie stehen, dass man als 65-72-jähriger noch rund 3000 Eur pro Monat zusätzlich auf das Konto bekommen kann, jenseits der geringen Basisrente?

  30. Patrick sagt:

    herrlich, Ben teilt Herrn Dueck mit, dass er sich keine Sorgen machen soll, weil die Digitalisierung regelt das Problem der niedrigen Renten.. und er hat vermutlich nicht mal 100 % unrecht

  31. Karl Gerhard sagt:

    Sarkasmus ist wohl hier nicht erwünscht? Da ja mein Kommentar hier nicht Freigeschaltet wird! Dann denken sie bitte mal darüber nach, was sie in ihren Vorträgen predigen und ihrem heutigen Kommentar darstellen!

  32. Gerhard sagt:

    Wenn man bis 72 arbeiten muß, wird es mit den „90+“ wahrscheinlich dünner werden. Arbeit ist nicht das Problem, sondern das Ärgern darin.
    Langes Arbeiten an sich ist nichts Schlimmes. Manche Arbeit würde ich auch länger betreiben wollen.

  33. Anna sagt:

    Die stille Enteignung der Rente:
    Sie findet JETZT bereits statt.

    Schnelle, aber kurzsichtige (sogenannte) Lösungen wurden den Bürgern dieses Landes zu genüge vorgesetzt. Immer waren es nur unausgegorene Reaktionen auf (vorhersehbare) Entwicklungen. Oder schlimmer noch Fehlentscheidungen der jeweiligen Parteien um Wählerstimmen zu erhalten.

    Entwicklungen, die jedoch nie über Nacht oder aus heiterem Himmel kamen.
    Sondern Entwicklungen, die längst prognostiziert waren – zumindest wenn man den richtigen kritischen Stimmen aufmerksam zugehört hatte. Und sie nicht als Schwarzmaler abgetan hätte.

    Das Gleiche ist nun wieder zu beobachten. Mit Schrecken beobachte ich, dass die Politik nach wie vor mit kleinen Wassertropfen versucht einen Flächenbrand zu löschen.

    Warum ist da NIEMAND (in der Politik etc.), der die komplexen Zusammenhänge wirklich erkennt und begreift? Wo sind die MACHER, die langfristige Konzepte vorlegen, an denen diesmal nicht die Versicherungs- und Bankenbranche kräftig mitverdient?
    Alle wissen und sprechen es aus: SO KANN ES NICHT WEITERGEHEN.

    Aber, von alleine wird sich nichts verändern. Es braucht NEUE DENKWEISEN. Es braucht MACHER und UMSETZER. Das BGE (bedingungslose Grundeinkommen) ist ein gutes Beispiel und ein richtiger Ansatz dazu. Industrie 4.0 ein schöner Begriff mit wenig Content. Es reicht nicht einen Begriff zu haben, der Zukunft suggerieren soll. Wir brauchen die MACHER der ZUKUNFT die wir (oder viele) sich wünschen. Jedes Jahr 5, oder 10 bis 15% Wachstum? Das funktioniert auf Dauer eben nicht. Viele haben dies bereits begriffen. Ein Konzept muss gedacht werden, dass diesen konstanten Wachstum nicht als Grundlage voraussetzt. Die Wertschöpfung muss wo ganz anders liegen und definiert werden.

    Wer das zukünftige Rentensystem und Sozialsystem heute reformieren möchte, muss ebenfalls die Ungeborenen, die Kinder, die Jugendlichen, die Youngsters bis zu den Rentnern im Blick haben. Und das BILDUNGSSYSTEM. Den ARBEITSMARKT. Die MENSCHEN in diesem Land und in den Nachbarstaaten. Die LANDWIRTSCHAFT und die gesamte UMWELT. Die ENERGIEWENDE. Die GLOBALISIERUNG (Import/Export). Die DIGITALISIERUNG und die damit einhergehende Veränderung des Faktors Arbeit. Hier bleibt kein Stein auf dem anderen. Ich könnte die Reihe weiter fortsetzen.

    P.S.: Zu meiner Person, ich bin Anfang 40, seit 21 Jahren freiberuflich tätig als Solopreneur. Mein Beruf machte mir (meistens) Freude und ich werde bestimmt MACHEN (=arbeiten) und UNTERNEHMEN solange ich mental und körperlich in der Lage bin, also auch über das Alter von 72 Jahren hinaus… soweit mein heutiger Plan. By the way, ich MUSS auch arbeiten, da nach jetzigem Stand meine Altersrente nicht mal die Grundsicherung erreichen wird… schöne Aussichten, nicht wahr?

    P.P.S.: Ein BGE hätte es mir persönlich ermöglicht, Kinder zu haben. Ich konnte mir ein Kind/oder Kinder schlicht nicht leisten. Keine familiäre Unterstützung vorhanden.
    Und Hilfe vom Staat kam nicht in Frage für mich.

    Aus zahlreichen Gesprächen mit anderen Selbstständigen (Frauen und Männer), weiß ich, dass ich KEIN EINZELFALL bin.

    Back to work – Grüße von Anna

    • Rainer sagt:

      Tja, wie das Leben so spielt.

      Ich habe auch keine Ahnung wie ich meine drei Kinder so finanzieren sollte, ohne dabei auf „Luxus“ oder Rente zu verzichten. Aber die Kinder schenken mir auch vieles, was ich mir mit Geld nicht kaufen kann.

      Aber sicher würde ich mit 2000€ Nettoverdienst keine drei Kinder in die Welt setzen (wollen). Eins reichte dann (für mich)!

      Zur Absurdität des Gedankens bzgl. des ewigen Wachstumsziels, welches uns in der Summe aller Unternehmungen droht schleichend und mehrfach natürliche Lebensgrundlagen zu entziehen, die keine Lobby haben:

      Peter A Victor, ein selbstkritischer Ökonom:

      https://www.youtube.com/watch?v=pZI2RDNvd6M

      Ein Umdenken wird stattfinden müssen (um Verteilungs-Kriege zu verhindern) und zwar zuerst bei der Steuerung von Geburtenraten und der Verteilung von Vermögen zur Grundsicherung WELTWEIT!

  34. Michael K. sagt:

    willkommen in der hochproduktiven überflußgesellschaft?!
    lohnstückkosten, in der BRD so niedrig wie nie…
    müll aus der „1.ten“ ist genug für die die ganze Wlt (da) u.s.w. alle 6monate ein neues „smart“ fon – konsum rausch, oder der allg. (auto) mobilität (swahn) „dieses system“ knischt an allen! ecken und enden. ist „aus sich selbst heraus“ (neo/liberale) „logik“ nicht mehr zu managen. nach einer rekonfiguration unserer weltwiten gesellschaft (s probleme) werden auch „die renter“ (weltweit) wieder menschlich! leben können…

    wir sehn uns auf der straße?

    m.

  35. Geld wird doch genug verdient in Deutschland. Man muss sich nur mehr Gedanken machen, ob wir ein grossen Teil weiterhin in Rüstung stecken. Von unserer Ministerin der Verteidigung hört man Sie will neue Panzer kaufen…? Wer braucht heute den ganzen Mist. Ich habe das dumme Gefühl, das Geld was ich für Rente einzahle wird zweckentfremdet. Ansonsten musiziere ich auch noch mit 80, wenn´s geht !

    • Thomas sagt:

      Würde der Verteidigungsetat komplett in die Renten gesteckt, bekäme jeder Rentner pro Jahr noch mal 1.000 Euro dazu. Man sieht, wie riesig der Budgetposten für die Renten eigentlich ist. Darum reicht es auch bei weiten nicht „einfach mal die Reichen zu enteignen“.

  36. Chris Hodges sagt:

    Hallo zusammen,

    es wurden ja schon einige Punkte angesprochen. Ich empfehle Herrn Dueck die Lektüre der http://www.nachdenkseiten.de, speziell zur Demographie-Lüge und zur Rente.

    Fakt ist: Deutschland ist zum Billiglohnland geworden. Dafür kann man Verantwortliche finden. Fakt ist auch: In Österreich bekommt man für die gleiche Einzahlung fast die doppelte Rente. Dort zahlt aber auch jeder ein. Die Demographie dürfte ähnlich sein. Es geht also doch irgendwie.

    Also: Löhne rauf == Rentenniveau rauf. Aber solange unternehmerische Gewinne privatisiert werden und Verluste auf den Bürger umgelegt werden, wird das nicht passieren. Nicht mit der neoliberalen Regierung und der Lobby dahinter.

    Toll auch der Coup, dass Renten jetzt besteuert werden. Vorher kam der Staat ja wg. Umlageverfahren nicht so direkt an die Kohle ran…

    Ich selbst habe mich schon lange entschieden, aus dem Rentensystem auszusteigen (Freiberufler, keine private Rente). Sollte ich tatsächlich mal nicht mehr erwerbstätig sein können (egal wo), kann ich immer noch das sozialverträgliche Ableben wählen oder nach Bolivien auswandern.

    • Thomas sagt:

      Also bei uns in Österreich sind die Renten im Schnitt nur höher, weil es teils sehr sehr hohe Renten gibt. Dies vor allem im politischen Milieu. Beamte gehen heute noch immer mit 80% ihrer Letztbezüge in Rente. Teils gibt es astronomische Sonderpensionstregelungen (Wirtschaftskammerfunktionär: 11.000 Euro pro Monat). Als normaler Arbeitnehmer bekommen sie in Österreich heute eine staatliche Rente von 1.200 bis 1.600 Euro im Monat. Viele Frauen befinden sich mit ihrer Rente unterhalb der Grundsicherung (~ 850 Euro). In unserer Landesverwaltung machen heute schon die Renten 1/3 der gesamten Personalkosten aus.
      Beitragshöhe zur Pensionsversicherung in AUT: 22,80%.

    • Rainer sagt:

      „Fakt ist: Deutschland ist zum Billiglohnland geworden. Dafür kann man Verantwortliche finden.“

      Ja, die „Neoliberalen“ lassen uns (die Massen, den Durchschnittsarbeiter – egal ob studiert oder mit Fachkarriere) den Wirtschaftskrieg/-wettbewerb gegen den Rest der Welt führen und sind damit heute – im Schnitt – überwiegend sehr erfolgreich. Es scheint keine Alternative zum (wirtschaftlichen) Überleben bei Globalisierung und Digitalisierung zu geben!!!

      Wo die unternehmerischen Gewinne dabei bleiben?
      In jedem Fall nicht in den Taschen der Arbeitnehmer, nur später vereinzelt im Einsatz für soziale Projekte, geführt von neuen Philanthropen wie Bill Gates!

      Ansonsten gilt Kapitalmagnetismus und der ist historisch gewachsen aber auch schon immer der menschlichen Nöte entsprungen, nimmt nur heute für die Welt bedrohliche, parasitäre Formen an.

      Es gibt moralisch und ökologisch gesehen bessere Systeme, aber die Machteliten sind im Allgemeinen clever genug ihre Stellung zu behaupten und die ist auch nicht selten amoralisch, dennoch meist so gerade noch legal. Ursache und Wirkung verdrehen sich hier bei den Motiven über die Zeit bis ins Unerkenntliche. Wie würden sie denn als mächtiger Firmenboss handeln, wenn sie ihr Leben schon 30 Jahre lang (per 80h/Woche Job) an die Firma veräußert hätten und ihr soziales Umfeld – welches sie mächtig und stolz selbst aufgebaut haben – von Ihnen subtil verlangt genauso „erfolgreich“ weiterzumachen?

      Oftmals ist die Freiheit, die wir heute haben gar nicht so groß, wie wir uns das wünschen oder vorstellen. Aber dennoch größer als je zuvor.

  37. Rainer Kroos sagt:

    Wenn ich mir überlege, wie oft sich in der Vergangenheit scheinbar felsenfeste Randbedingungen geändert haben, dann stellt sich mir die grundsätzliche Frage: macht es überhaupt Sinn, sich bei einer derart langfristig angelegten Strategie wie der Altersvorsorge auf andere zu verlassen? Regierungen, Gesetze, Versicherungen, Umwelt – selbst ganze Staaten und Völker verändern sich über Dekaden in völlig unvorhersehbarer Art und Weise.
    Ich habe auch keine Strategie, wie dem zu begegnen ist, aber Opas Spruch kommt mir immer öfters in den Sinn: „Verlass Dich auf Andere und Du bist verlassen.“

    • Rainer sagt:

      Jeder lebt und stirbt zuerst einmal für sich allein, aber im nächsten Moment zusammen mit seinen engsten Angehörigen, Freunden und Bekannten.

      Somit erscheint ein absolutes „Verlassen auf andere“ (blindes Vertrauen) genauso fatal wie ständiges Misstrauen. Bei langwierigen und komplexen Abläufen (schleichenden Prozessen) hilft oft nur noch der Glaube und das Gefühl um sich leiten zu lassen und sich nicht im KleinKlein und sich zeitlich verändernden Bedingungen zu verlieren.

      Gott gebe mir den Mut,
      dass zu ändern was ich ändern kann.
      Die Kraft das zu ertragen,
      was ich nicht ändern kann.
      Und die Weisheit
      zwischen beidem zu unterscheiden.

  38. Ali sagt:

    „Man integriert grosse Massen an Flüchtlingen“ – genau, die leben dann ALLE hier nur HARTZ 4 und warten bis sie ins Rentenalter kommen. Keiner von denen wird hier arbeiten. Haben die türkischen Gastarbeiter ja auch nicht gemacht, wir hocken hier nur alle dem Staat auf der Tasche.

  39. Volker sagt:

    Natürlich ist es – sofern Gesundheit und psychische Belastbarkeit es erlauben – auch im Ruhestand Aufgaben zu übernehmen. Und ganz viele tun das auch. Das sollte aber freiwillig und nicht aus Not geschehen.
    Solange jungen Menschen feste Anstellungen verweigert und ältere aussortiert werden, sehe ich in der Verlängerung der Lebensarbeitszeit keine Lösung. Das ist nichts als eine weitere verschleierte Rentenkürzung.
    Auch auf die Gefahr hin, dass schon jemand darauf hingewiesen hat: Als Antwort auf die Panikmache mit dem Thema Rente kenne ich nichts Besseres als „Die Anstalt“ vom 11. März 2014: https://www.youtube.com/watch?v=riKglw7Rzqg
    Dort tritt am Ende sogar Norbert Blüm (live!) auf und verkündet zu Recht, dass die Rente sicher wäre, wenn wieder (und endlich) alle Mittel in die gesetzliche Rente fließen, in die ALLE und ohne Beitragsbemessungsgrenze einzahlen.
    Bei allen Klagen über sinkende Kinderzahlen, gebrochene Erwerbsbiografien, drastisch gestiegene Rentenbezugszeiten wird in der Regel ausgeblendet, dass das Sozialprodukt (ich meine Güter und Dientleistungen, nicht das Geld), von dem wir ALLE leben, unglaublich viel größer ist als bei Einführung der gesetzlichen Rente. Der zu verteilende Kuchen ist riesig. Wer hat ein Interesse daran, dass davon fast nie die Rede ist? Wer lieber lesen als schauen will, findet reichlich Stoff unter http://www.nachdenkseiten.de

  40. Mordred sagt:

    Herr Dück,
    meines Erachtens vergessen Sie Ihre eigenen Visionen. Durch Internet wird es doch wahrscheinlich bald nur noch Working poor und High Professionals geben. Und insgesamt werden das wesentlich weniger Arbeitnehmer sein. Richtig?
    Solange die Produktivität und das BIP wächst, müsste man doch „nur“ angemessen dieses Wachstum durch Lohnerhöhungen an alle Arbeitnehmer weitergeben. Stark vereinfacht: Ein Arbeiter ist heute so produktiv wie 10 vor 30 Jahren -> Er muss den zehnfachen Reallohn erhalten. -> Er kann 10 Mal soviel Rentner durchfüttern. Wenn man dann noch hohe Vermögen (ab 1 Mio. € Barvermögen) und Renten besteuert, sieht die Sache doch schon ganz anders aus. Dabei wird kein Reicher arm, nur die Vermögen wachsen langsamer.
    Bleibt dann noch das Problem mit den weniger Arbeitnehmern -> mehr Arbeitslose. Tja, sanktionsloses Hart4? Wobei ich den denografsichen Wandel bisher auch so verstanden habe, dass die Gesamtsumme der Bevölkerung sowieso stetig abnimmt…
    Ach ja, Rente als Umlageverfahren ist der kapitalgedeckten Altersvorsorge im Zweifel vorzuziehen. Denn die wird immer aus dem, was gerade erwirtschaftet wird, bezahlt. Lebensversicherungen, Riester und co. sind nur ein Versprechen in die Zukunft. Sihet man ja jetzt schon, was in dieser andauernden Niedrigzinsphase alle Anbieter ins schwitzen kommen.

  41. Lutz sagt:

    Axel A., Sie sagten am 8. Juni um 13:56:

    „Lieber Herr Dueck, ich halte Sie für einen brillanten Beschreiber des IST, allerdings mit dem Problem aller Philosophen bezüglich der dann fälligen Weltveränderung.“

    Sehe ich als langjähriger Leser des Dueck-Blogs überhaupt nicht so! Jede Schubladisierung von G. Dueck als reinen „Vielosophen“ (-;, nichts anderes heisst Omnisophie), wird Herrn Dueck nicht gerecht.

    Gunter Dueck ist nach meiner langjährigen Beobachtung (seines Denkens, seiner Tätigkeit) kein reiner „Vielosoph“, der „viel über den Unsinn in der Welt schreibt“ (Zitat Jörn Becker in einem früheren Blog).

    Am besten das Dueck-Buch „Professionelle Intelligenz“ lesen. Hier gibt er genug (praktische) Anregungen für den Aufbau individueller Kompetenzen, die einem helfen, auch im hohen Alter noch zusätzlich (gutes) Geld zu verdienen, jenseits der zu erwartenden Mini-Rente.

  42. Abderrahman Hüsseinovlim sagt:

    Lieber Prof. Dueck,

    Sie haben den Nagel auf den getroffen:
    2030-40 ist so weit weg, dass es sich aus Regierungssicht nicht lohnt die aktuellen parlamentarischen Verhältnisse zu gefährden.

    Alte Menschen gehen zur Wahl
    …..junge Menschen verbringen den Wahlsonntag lieber im Park

  43. Rainer sagt:

    Die Rente. Eine demographische – in Phasen loose/loose oder win/win – Story. Da hat jeder Politiker derzeit die Qual der Wahl: Schönreden und Versprechen oder Stimmen verlieren.

    Immer wieder ein Aufreger für beide bzw. alle Lager.

    Komplexes Thema hier im Blog mit einigen berechtigten Kritiken und Lösungen un- und abhängig von kommenden gesellschaftspolitischen, auch weltweiten Entscheidungen/Entwicklungen, hoffentlich immer noch friedlich/konstruktiv erwirkt. Immer schwieriger, wenn es an vielen Ecken sozial quietscht und knarzt. Der „soziale Vertrag“ droht bald auseinander zu brechen, „German Angst“?

    Für mich ist klar, mehr als eine Mindestrente (= zu wenig zum leben und zu viel zum sterben) kann es _garantiert_ „für alle“ nicht geben und jeder ist zu einem großen Teil immer noch am besten seines Glückes eigener Schmied, das ist für mich noch keine neoliberale Denke. Besonders „Lang machen“, investieren muss (sich) der, der etwas erreichen will, auch bei der Rente. Große Vermögen und Großverdiener könnten ruhig mehr zur Kasse gebeten werden, denn _Kapitalmagnetismus_ ist sozial mittelfristig nicht mehr verträglich und wird zu größeren Verwerfungen rechts und links (also durch die Mitte) führen, das erzeugt Spannung, die sich irgendwann entladen wird, so oder so.

    Oder macht es Ihnen als 5-jähriger Knirps Spaß wenn der 40-jährige Vater ihnen den großen Lederball beim Fussballspiel „ausversehen“ 20-mal mit Karacho gegen die Birne zwiebelt?

    Die Masse, der Durchschnittsverdiener bis BBG zahlt hier am meisten ein und kriegt die schlechteste (auch negativ) Rendite. Hoffentlich werden da nicht zu viele zu Unzufrieden.

    Demokratie (= größtmögliche Mitbestimmung und Chancengleichheit) kann am Ende nur weltweit funktionieren, wenn sie für alle gilt. Das führt fast unweigerlich zu zwischenstaatlichen und systemischen Entscheidungskriegen, die heute nur per Terror(Gefahr) für deutsche unmittelbar spürbar werden.

    Daumen drücken könnte kurzfristig auch helfen 😉

  44. Lutz sagt:

    @Rainer, 16. Juni 2016, 15:24: „…aber die Machteliten sind im Allgemeinen clever genug, ihre Stellung zu behaupten und die ist auch nicht selten amoralisch, dennoch meist so gerade noch legal.“

    Guter Punkt! Sie haben das gut formuliert „…gerade noch legal“. Sie treffen damit auch einen Zeitgeist, der in Deutschland gerade herrscht.

    Für Medienmenschen wie mich gibt es verschiedene Sensorien, um zu sehen, welche Trends in der Gesellschaft vorherschen.

    Eine Möglichkeit: Die Titelschutzanmeldungen nach 5, 15 MarkenG genau zu analysieren und Schlüsse zu ziehen. Diese Anmeldungen zeigen Insidern der Branche, welche Bücher in rund 6-8 Monaten auf den Markt kommen werden.

    Sie Rainer, haben mit Iher Formulierung auf perfekt den Punkt getroffen.

    Denn welche Bücher (und Titel) wurden jetzt geschützt?

    1. So optimieren Sie Ihr Leben am Rande der Leagalität?
    2.Wie optimieren Sie Ihr Leben am Rande der Legalität?

    • Rainer sagt:

      Kommt nicht von mir, aber habe ich mir gemerkt: „Bestens Integriert, dennoch asozial, in kurz: der integrierte Asoziale“, das sind nicht nur die Heuschrecken. Vorsätzlich dem anderen schaden und eigenen Vorteil ausbauen. Don’t give a sucker an even break“. Da ist rechte Gewalt am Ende auch nur ein Reflex, eine verzweifelte Reaktion auf irgendwelche „Handlanger“ in Politik und Wirtschaft (wo auch immer), selbst wenn sie zu verurteilen ist und ich sie damit nicht entschuldige. Bloß, wo hat es angefangen und wer steigt hier im Sinne der Gemeinschaft aus der Negativspirale (hier Rente) aus?

      1. der, der mit dem lebt was eben gerade zur Verfügung steht (Rente: fallende Auszahlungsbeträge)
      2. der, der private vorsorgt, egal, wieviel ihm davon am Ende überhaupt gelassen wird um die Grundrente aufzustocken.
      3. der, der 2+ Kinder verantwortungsvoll und in Eigenleistung großzieht bis zum Ende der Ausbildungszeit. Und danach auch noch für Sie da ist und die Klein- oder gar Großfamilie weiterhin versucht zusammenzuhalten.

      Geht es zu vielen in einer Gesellschaft zu schlecht, dann kippt das System, es bricht und das unkontrolliert. Ein Nährboden für Rechtes Gedankengut.

      Welcher Typ Mensch sind sie denn? Im Zweifel lieber Unrecht tun oder Unrecht ertragen? Es gibt im Sinne der Natur keine richtige Antwort, nur situativ eine erfolgversprechendere. Ist „Erfolg“ immer gut? Glaube kaum.

      Man braucht die Psychologie gar nicht überbetonen: „Genanalyse: Bis zu 99 Prozent des Erbguts der Schimpansen und Menschen sind identisch.“ Der Mensch ist ein Tier, meinetwegen ein besonderes. Ist die Menschheit dann ein Virus?

      Märchenhaft gesagt ist der Mensch meistens weder nur gut noch nur böse, eher meist beides zugleich.

      Was hat das mit der Rente und der privaten Vorsorge zu tun?

      Beides ist gut, und beides ist schlecht zugleich, es kommt auf die Zeit und die Eigenen und allgemeinen Umstände an und wohin der Pendel gerade ausschlägt, aus welcher Perspektive man das Thema betrachtet.

      Und wenn die Idee einer staatlichen Versicherung (Altersabsicherung) erstmal eine systemische Wohltat ist, auch systemabsichernd, und nach Norbert Elias den Prozess der Zivilisation u.a. auch symptomatisch ausmacht, dann gibt es genauso systemische Fehlentwicklungen, die viele Menschen schlicht verdrängen, weil sie sie (als Einzelnen) überfordern.

      Die Zivilisation ändert nicht den Genpool, selbst wenn der Mensch einen besonderen Hebel und eine besondere Gabe hat, nämlich, die dass sich die Natur durch ihn selbst bewusst wird.

      Auch schön: Der Sinn des Lebens ergibt sich genau dann, wenn der Mensch lebt ohne nach Sinn zu suchen. In dem Sinne verstehe ich jeden 25-jährigen, dem die Rente gerade mal schnuppe ist (weil sein Praktikum auch kein Geld für Rücklagen liefert), selbst, wenn diese mentale Einstellung weder vernünftig im Sinne der Gemeinschaft noch sozial ist, sie ist den Umständen geschuldet. Und der Hoffnung, dass es anders kommt, als man denkt, und, das tut es ja oft auch.

      Gute Nacht allerseits!

  45. Franz Neugier sagt:

    Hallo Hr. Dueck,

    ihr Professorenkollege Gerd Bosbach sagt zum Thema: „Demografische Entwicklung – kein Anlass zur Dramatik.“ Allein schon die Produktivitätssteigerung wird einen großen Teil der Problematik abfedern. Ist er naiv?

    Franz Neugier

    • Gunter Dueck sagt:

      Irgendwie schon…die Umstellung aller Infrastrukturen kostet doch irre viel Geld – DANACH ist die Produktivität jeweils höher… die Innovation geht so schnell, dass man immer wieder neue Infrastrukturen aufbaut, die die alten ablösen, BEVOR die abgeschrieben sind bzw. sich rentiert haben. Wir schalten zB die Kernreaktoren vor ihrem Ende ab…(ich will das nicht kritisieren, es ist nur ein Beispiel für eine ökonomische Verluststrähne, wenn man Strukturen immer wieder durch neue ersetzt). Oder: Man kauft alle paar Jahre eine neue IT und geht dann in die Cloud… Oder: Ganze Branchen gehen in der Digitalisierung unter etc. Die zu schnelle Innovation bringt also doch offenbar auch große Verluste?

  46. Franz Neugier sagt:

    Zitat Gerd Bosbach: „Ich schaue in die Vergangenheit, ins letzte Jahrhundert. Schon damals sind wir älter geworden. Der Jugendanteil ist gesunken und der der Rentner hat sich mehr als verdreifacht. Trotzdem wurde der Sozialstaat nicht abgebaut. Im Gegenteil: Der Sozialstaat wurde massiv ausgebaut, die Arbeitszeit verkürzt und der Wohlstand für alle erhöht. Aber auch im vergangenen Jahrhundert hat man versucht, Panik zu schüren. In der Weimarer Republik sprach und schrieb man vom „aussterbenden deutschen Volkskörper“.
    Ebenso war schon in den 1950er-Jahren die Annahme weit verbreitet, dass niemand mehr die Renten von heute würde zahlen können. Die Alterung jagt Angst ein. Dabei ist die Bevölkerung mehr als eine Anzahl von Menschen. Diese Menschen leisten auch etwas. Und wenn es nur auf den Anteil der Jugend ankäme, dann müsste es vielen afrikanischen Ländern sehr gut gehen. Tut es aber nicht.“

    Ich denke hier wird mit der Angst vom dem demografischen Wandel massiv Lobbyarbeit betrieben.

  47. MH sagt:

    Hallo Herr Dueck,

    ich weiß nicht, ob sie nach so langer Zeit noch einmal einen Komentar zum Thema lesen. Ich screibe ihn trotzdem.

    Die wenigsten Güter können über länger Zeit aufbewahrt werden, ohne das sie eine zeitlichen Verfall unterligen. Deshalb könne wir wir in Deutschland im Jahr 2017 das konsumieren und verbrauchen können, was wir im Jahr 2017 produzieren werden. Das gleiche gilt im Jahre 2030 oder jedem beliebigen anderen Jahr. Und wieviel wir im Jahr 2030 produzieren werden, hängt nicht vom Zins im Jahre 2017 ab. Wenn überhaupt ist das negativ korreliert, d.h niedriger Zins bedeutet mehr Investition in Produktivität. Ein System was auf Basis privater Rücklagen basiert, kann überhaupt nicht funktionieren, weil ein Sparen nur in Geld, wahlweise nich essbares Papier oder ein paar Elektronen im Transistor, aber nicht in realen Gütern stattfinden kann. Durch Sparen in Geld wird die Produktion keine einzigen Kartoffel von heute in die Zukunft bewegt.

    Wenn man heute die Lebensarbeitszeit verlängert, hätte auch das nur eine Auswirkung auf die Produktion, falls ein Arbeitskräftemangel vorhanden wäre. Sonst tauschen nur ein älterer und ein jüngerer Arbeitnehmer ihre Plätze auf der Seite der Arbeitenden- und Transferleistungsempfängerseite.

    Unser Steuer- und Sozialsystem legt fest, wie die jeweilige Produktion zwischen arbeitender und nicht arbeitender Bevölkerung aufgeteilt wird. Sie ist demnach zu tiefst eine Diskussion um die leidige Frage der Gerechtigkeit eines solchen Systems. Die heutige Gesetzeslage definiert, wer zukünftig im Rentenalter welche Ansprüche auf Transferleistungen hat, nämlich die „Einzahler“ in die Rentenkasse. Diese Regelung ist ziemlich fragwürdig, denn das ist nur die Hälfte der notwendigen Aufwendungen. Mit der Einzahlung zahlt man den Transfer für seine Eltern, und jeder von uns hatte zwei Eltern, aber man macht keine Aufwendungen für die eigene Rente. Diese kann man nur durch Kindererziehung vornhemen.

    Ich halte es für völlig richtig, dass der Staat den Ausgleich zwischen Kindern und Eltern vornimmt, so das nicht jeder im Alter von den Verhalten seiner Kinder abhängig wird. Falsch ist aber, auch denjenigen Ansprüche aus dem System zu garantieren, die niemals in der Form von Kindererziehung eingezahlt haben.

    Die jetzige Rentenformel, die die Ansprüche rein aus dem Aufwendungen berechnet, die man für seine Elterngeneration macht, führt zu einem gigantischen Freerider-Problem, dass es den Kinderlosen eine kostenlose Alterversorgung auf Kosten der Erziehenden garantiert. So lange die Incentives so gesetzt sind, muss man sich über die mangelnde Überlebensfähigkeit des Systems nicht wundern.

    Aber vielleicht ist die Aussicht auch gar nicht so schlecht wie alle meinen: Wir haben ja ohnehin das Problem, wie wir die noch vorhandene Arbeit gerecht verteilen.

  48. MH sagt:

    Ich will noch einen kurzen Nachtrag zu meinem vorigen Posting machen: Tatsächlich können wir in Deutschland in 2017 das konsumieren, was wir in Deutschland in 2017 produzieren MINUS dem Exportüberschuss. Wenn wir den Exportüberschuss (von €210 Mrd in 2015) auf 0 absenken würden, könnten wir 8,4 Mio Rentnern eine Rente von €25.000/a zahlen. ohne das sich der Lebensstandard der anderen verschlechtern würde.

    • Gunter Dueck sagt:

      Und leider sind alle Exportfirmen pleite, weil sie etwas produzieren, was hier nicht gebraucht wird… Ach, bitte nicht so simpel! Wenn zum Beispiel alle Firmen in Deutschland Klopapier produzieren, was exportiert wird, wie machen Sie das mit dem Selbstverbrauch? Deutschland verkauft Maschinen!!! Die werden hier nicht konsumiert.

  49. MH sagt:

    Von mir aus stellt Deutschland in Zukunft nur noch Klopapier (oder auch Klopapiermaschinen) her, und importiert mit dem eingenommen Geld alle anderen, die es zum Leben braucht. Allerdings sollte Deutschland auch im selben Umfang Waren importieren, wie es Klopapier exportiert.

    Um den Exportüberschuss zu verringern muss man nicht die Exporte reduzieren, sondern man kann auch den Import vergrößern. Es geht ja nicht darum Außenhandel an und für sich zu reduzieren, sondern die Ungleichgewichte abzubauen. Das Volumen des Außenhandels ist an und für sich völlig irrelevant.

    Im Moment verzichten wir um oben genannten Betrag auf Güterlieferungen, beklagen uns aber gleichzeitig, dass wir unseren Kindern keine anständigen Schulen bieten und unseren Rentnern keine angemessenen Renten zahlen können, weil kein Geld da wäre. Das klingt für mich irgendwie unvernünftig?!

    Wenn es uns gelingen würde, unseren Außenhandel durch höheren Import ausgleichen zu können, wäre ganz simpel der Kuchen größer, der in Deutschland zu verteilen wäre. D.h. zum Beispiel könnten die Renten der geburtenstarken Jahrgänge finanziert werden, ohne das die „hart arbeitende“ Bevölkerung auf den zweimaljährlichen Urlaub im Süden verzichten müsste.

    Übrigens hat Ludwig Erhard noch des „Außenwirtschafltiche Gleichgewicht“ als einen der Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft betrachtet. Das ist heute leider in Vergessenheit geraten.

    • Gunter Dueck sagt:

      Der Exportüberschuss ist ein Überschuss der Unternehmens-UMSÄTZE, das sind Umsätze von Gütern, die ja mit KOSTEN hier im Lande hergestellt werden, also zB durch Löhne von Facharbeitern hier. Was Sie verteilen können, sind die Gewinne aus diesen Umsätzen, das sind in der Regel nur ein paar Prozent. Sie liegen also mit Ihren Schätzungen um Größenordnungen zu hoch.

  50. MH sagt:

    Aber nein, Volkswirtschaft ist keine Betriebswirtschaft in Großen! Betriebswirtschaft behandelt offene Systeme, VWL geschlossene Systeme. In einer Volkswirtschaft ist der Output des einen der Input des anderen.

    Die Kosten des Exporteurs sind die Einkommen der Arbeitnehmer und die Einnahmen der Vorlieferanten, bei dem Vorlieferanten gilt das gleiche usw. Der Umsatz des Unternehmens wird vollständig in das Einkommen der Eigentümer, der Arbeitnehmer und der Lieferanten aufgeteilt. Und deshalb entspricht der volkswirtschaftliche Umsatz dem volkswirtschaftlichem Einkommen (=dem BIP).

    Das ist auch keine krude Aluhuttheorie, in den Lehrbüchern kann man das in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nachlesen und ist Grundstudiumsstoff. Es sind simple buchhaltärische Identitäten, die den Effekt beschreiben. Der Exportüberschuss ist gleich dem volkswirtschaftlichen Sparen ist gleich der Konsumverzicht, dem man sich leistet.

    Tatsächlich exportiert Deutschland jährlich €210 Mrd mehr Waren als es importiert. Diese enden als Forderungen in Fremdwährungen (z.B. amerikanische Staatsanleihen) oder ausländischen Wertpapieren, oder auch in den berüchtigten TARGET 2 Salden der Nationalbanken.

    Theoretisch müsste die NIPA (Net Interest Position Abroad) Deutschlands den kumulierten Überschüssen der Vergangenheit entsprechen. Historisch gesehen verliert Deutschland 30% durch schlechte Anlage der Überschüsse (oder wie die Volkswirte es gerne verharmlosend darstellen: Deutsche Anlagen im Ausland habe eine niedrigere Rendite als ausländische in Deutschland. Was die Frage aufdrängt, warum man dann soviel Geld im Ausland anlegt).

    Natürlich ist eine höhere Importquote nicht einfach per Dekret erreicht werden, sondern erfordert strukturelle Reformen im Steuerrecht, im Sozialversicherungsrecht und in der Tarifpolitik.

    Als positiver Nebeneffekt würde sich die Eurokrise entschärfen.

  51. huber josef sagt:

    In Ländern wie Österreich liegt die durchschnittliche Rente bei 1800 EURO und diese haben das selbe Alterungsproblem wie wir. Lösung ist einfach: alle zahlen ein,auch Selbständige, Beamte, Politiker, einfach alle .Aber leider bei uns nicht durchsetzbar…Lobbyisten Lobbyisten+
    Freunde und Verwandte unserer Politiker

  52. huber sagt:

    Jeder Flüchtling bekommt lebenslang 1000 EUR ohne je einen Cent eingezahlt zu haben.Schreiben Sie doch das.

  53. Olli sagt:

    Mehr Kinder bekommen hilft leider nicht, da diese Kinder, wenn Sie Rentner werden ebenfalls von der nachfolgenden Generation bezahlt werden muß. Bei einem angenommen Verhältnis von 1 : 3 (Retner/Beitragszahler) wird schnell verständlich, daß dies ein exponentielles Wachstum der Bevölkerung zur Folge hätte.

    Bleibt nur die Herabsetzung der Rente oder ein höheres Renteneintrittsalter … aber dann hätte ich gern eine Pille gegen mental diseases und so …

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