DD269: „Es kostet etwas, mir eine Mail zu schicken!“ (Juli 2016)

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23 Antworten

  1. Bastian sagt:

    Wenn eine Mailgebühr eingeführt würde, dann erhielte sicher nicht der Empfänger das Geld, sondern der Vermittler (siehe Post). Dafür wäre der Vermittler in der Pflicht, Spam ordentlich zu filtern. Es würde also auf eine Art Redaktion hinauslaufen, die die Mails vorsortiert. Ich bin nicht bereit, mich auf eine Redaktion zu verlassen, die ich bezahlen könnte. Andererseits machen Fachreferenten und Sekretärinnen genau dies für ihre Vorgesetzten – diesen Schutz gibt es also schon, er ist nur teuer.

    Ich stimme zu, dass zur zur Reduktion von Spam und anderen unaufgeforderten Mails Sanktionen gefunden werden müssen. Da der individuelle Schaden jedoch sehr gering ist, werden diese Sanktionen (z.B. eine Mailgebühr) in der Realität kaum durchzusetzen sein.

    Hier nun mein Vorschlag: Sie schreiben richtigerweise, dass es um die Gewinnung von Aufmerksamkeit geht. Die Sanktion müsste so funktionieren, dass die Aufmerksamkeit für den Absender, sagen wir, auf die Dauer von sechs Monaten gesperrt wird. Ich halte es so mit Werbung, die ich richtig schlecht finde. Ich kaufe dann halt für einen gewissen Zeitraum keine Produkte dieses Unternehmens mehr.

    Für mich läuft es also darauf hinaus, dass der Empfänger der Mails als individuell mündiger Bürger verhält. Zunächst ist man dafür verantwortlich, seine Mails so abzurufen (Zeitraum und Häufigkeit), dass man in seiner Aufmerksamkeit für die wichtigen Aufgaben möglichst wenig gestört wird, d.h man ruft einmal morgens zu Beginn der Arbeit, dann vor oder nach dem Mittagessen und am Nachmittag nochmal seine Mails ab – in etwa so, wie man den Postkasten vor dem Haus leert. Wichtige und dringende Dinge werden dann wieder per Anruf erledigt, schriftliche Mitteilungen müssen warten.

    Man gibt also möglichst wenig von seiner Aufmerksamkeit ab und verweigert diese anschließend. Dann braucht es keine Mailgebühr mehr.

    Ps. professionelle Spammer wird man damit kaum erwischen, aber deren Verhalten ist auch „kriminell“

    Pps. Habe ich den abschließenden Vergleich richtig verstanden, dass Ihre Nachbarn ihren Restmüll in die Papier- und die Biotonne entsorgen?

  2. Delo sagt:

    Herr Dueck wird es sicher bekannt sein, aber für alle anderen – es gibt einen solchen Mechanismus bereits, mit dem man für den Email-Versand bezahlen muss: https://de.wikipedia.org/wiki/Hashcash

    • Dieter sagt:

      Als Nerd gefällt mir die hashcash stamp technisch natürlich sehr. Für den reinen Privatgebrauch prima. Wie sieht das aber rechtlich im geschäftlichen Umfeld aus? Der Server hat die mail ja bereits angenommen (anvertraute Nachricht), wenn die jetzt nicht 100 Prozent als SPAM identifiziert wurde, müsste sie doch zwingend archiviert werden? Wer haftet bei Verlust, Fehllöschung usw. (Mitarbeiter/Admin/Chef)?

  3. Michael Mayer sagt:

    Früher hat man Briefe versandt, die Porto gekostet haben. Das war eine automatische Beschränkung. Ich habe eine Auswahl getroffen und mich auf 10 wichtige Newsletter beschränkt, das ist außerordentlich erholsam und ich habe trotzdem nicht das Gefühl uninformiert zu sein. Kann ich nur empfehlen.

  4. Dieter sagt:

    Mail lasse ich mir mit Filterregeln im Mailclient immer erst vorsortieren. Wichtige Schreiben von Bekannten gehen so nicht in der schieren Menge verloren und Newsletter von Firma XY landen im Ordner Fa. XY und werden auch nicht gelesen,bestenfalls später mal „überflogen“ kurz bevor der Ordner gelöscht wird. Spam mit gefälschten Absender melde ich an spoof@tatsächlicheFirmaDomain und wirklich wichtige Sachen kommen eh mit digitaler Signatur und/oder verschlüsselt. Anhänge und Links werden natürlich nicht selbsttätig ausgeführt, für mails reicht plain text. So what?

  5. Holger sagt:

    Die Briefmarke für E-Mail ist längst überfällig. Verbunden mit einer effektiven Verschlüsselung von Daten und Verschleierung der Metadaten sollte sich dadurch sogar ein Business Case für E-Mail-Provider stricken lassen. *Sponsor gesucht*

  6. harry sagt:

    Daten sind das Öl der 21JH. Unsere Daten müssen halt etwas kosten. Ob man jetzt Geld für eine mail oder für die Zustimmung der Speicherung seiner Daten bekommt, ist eigentlich egal.

    Erste Ideen aus dem silicon valley sprechen schon von einem Bedingungslosen Grundeinkommen wenn im Gegenzug die Bezahlpflicht für die Daten entfällt.

    Man könnte jetzt den e-mail Empfänger für das Lesen der Spams zusätzlich zahlen. Warum nicht 10ct für das sorgfältige Lesen bekommen?

  7. Vielleicht sollte man in der Tat nicht die Mail selbst bezahlen, sondern die Sichtbarkeit. D.h. man definiert eine Hauptinbox für bekannte, Geschäftsfreunde, was immer. Und andere Mail muss sich ‚hochkaufen‘ und ggf. legt man halt selbst das Preislimit ggf auch je nach Absendedomain (oder ähnlicher ID) fest.
    Vorteil: Das System könnte in der ta auf sowas wie Gmail aufsetzen und müsste nicht generell sondern nur beim Empfänger aufgestetzt werden.

  8. Stefan sagt:

    Geile Satire über den typisch deutschen Ansatz, die Freiheit des Internet dadurch kaputt zu machen, dass alles geregelt, verbeamtet, einer zentralen Kontrolle unterstellt wird, die dann die Zahlungen gegen die effektiv versandten mails prüft. Ich hab mich köstlich amüsiert, Herr Schäuble … sorry Dueck!

  9. Ersuche um Überweisung von 10 cent auf meine Konto, da ich diesen Newsletter gelesen habe. Kontodaten werden mir separatem Mail bekannt gegeben.

  10. Thies Lesch sagt:

    Offensichtlich sind niedrige Transaktionskosten doch nicht ausschliesslich von Vorteil…

  11. Anfragen per eMail leiten bei mir auf eine Standart Antwort um: Please use modern communication channels and convince me with your digital transformation approach… I will reward it with a personal contact – promise! //… es wird zu viel geredet, zu wenig getan … meine 2cent

  12. Michael sagt:

    Meine hotmail geistert irgendwo in Südamerika herum. Was ich für emails zeitweise bekomme … :). Ich versehe kein Spanisch oder Portugiesisch und übersetzen will ich die Mails gar nicht.

    Sie klagen auf hohem Niveau. Eines stimmt. Dieses aktive Beglücken des Kunden aka. als Fechten bekannt im Österreichischen ist tatsächlich eine Unsitte. Es wird ein simple Reaktion geben und dann werden wieder viele Leute Investitionen abschreiben.

    Vor 5 Jahren habe ich mein Telefon zum POTS degradiert, es liegt wo einst mein Telefon stand und das war weit weg. Kombiniert mit Konsumverweigerung und Medienabstinenz – wirkt besser als jeder lange Urlaub und das in 2 Tagen.

  13. Michael sagt:

    Erinnere ich mich nicht dunkel daran, dass mal vor gut einem Jahr bis 2 ein gewisser Herr Dueck über mangelnde Fanpost klagte. So schnell werden Träume wahr, ob man dann schweißgebadet aufsteht früh des Morgens …

  14. Stevie sagt:

    „Tolle Idee von mir, oder?“
    Ja!

    „Hilft mir denn keiner?“
    Gerne, aber wie?

  15. Plotti sagt:

    Haha, sehr gut. Das trollen klappt immer besser 🙂 die User beissen an wie man bei den Kommentaren sieht.

  16. Peter sagt:

    Freie Mails gehören zum „freien“ Internet.

    Auf Mails Gebühren zu erheben, würde großen Unternhmen in die Hände spielen, da sich kleinere Firmen dies nicht mehr leisten könnten.

    Die Gebühren dem Empfänger gutzuschrieben würde das Mißbrauchproblem verlagern: die Spammer würden nicht mehr Emails sammeln, sondern in aller Welt verteilen. Ich könnte als Webunternehmen also erst recht keinen Newsletter mehr verschicken können, ohne dabei jede Menge „Betrüger“ mitzufinanzieren.

    Zudem wäre da in der Tat das Sichheitsprobem: Sie könnten sich darauf gefasst machen, das kriminelle Energie darauf verwendet wird, Rechner zu kapern und Emails zu versenden.
    Soll ich nun beim Versenden jeder Mail eine Tan generieren, wie es beim Online-Banking bei Überweisungen der Fall ist? Am Ende verschwenden Sie dann Ihre Zeit damit, anstatt Newsletter abzubestellen.

    Mit legalen Newslettern sollte man eigentlich kein Problem haben, wenn man nicht mit seiner Email-Adresse um sich wirft.

    Wenn Sie einen Kontakt schaffen möchten – lassen Sie sich Email-Adressen geben, anstatt Ihre herauszugeben.

  17. Jörg Debus sagt:

    Was ist das denn? Wild Dueck kritisiert per Satire den gewaltigsten Fortschritt der Digitalisierung: das zu mehr als 2/3 aus Werbeeinnahmen finanziert Internet? Die paar hundert Mails jeden Tag sind ein Beitrag zum Fortschritt.

    Man sollte eher eine Gebühr beim Empfänger für nicht gelesene Werbemails einführen. Schließlich haben wir alle dafür an der Supermarktkasse bezahlt.

  18. Krokodil Fan sagt:

    Die Idee ist prima! Tatsächlich lässt sich das Konzept sogar jenseits der Satire umsetzen. Allerdings nicht mit einer Cent Gebühr für alle Empfänger, sondern mit einem erheblichen „Straf-Porto“ in Einzelfällen.

    Jeder illegale deutsche Newsletter, der mich beglückt, beglücke ich mit Post von meinem Anwalt. Das Spam Krokodil macht’s möglich. 😉

  19. Daniel sagt:

    Bei mir funktioniert die Kombination aus dem Gmail Spamfilter und dem http://throttlehq.com sehr gut.
    Ersterer filtert alle unbestellten Spam-Nachrichten raus und mit zweiterem lagere ich die gewünschten aber nicht dringlichen Newsletter aus meiner Inbox aus.

  20. nk sagt:

    Und bei t3n dann direkt unter dem Artikel die riesige rote Newsletterbox. Das ist Realsatire 😀

    Ganz ehrlich – eine nette Idee. Die auch nach dem perfekten Geldwäscheinstrument klingt.

  1. 9. Juli 2016

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  2. 9. Juli 2016

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