DD315: Alphas, Hofschranzen und lästige Querdenker (April 2018)

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24 Antworten

  1. Klaus sagt:

    „Furcht geht immer und Furcht kann jeder!“

    Dem möchte ich gleich widersprechen: Machiavelli merkt nämlich auch an, dass man als Herrscher zwar gefürchtet, aber nicht gehasst werden darf. Das ist ein Drahtseilakt, den eben halt nicht jeder kann! Er gibt auch eine Anleitung, wie man das hinbekommen kann: Unliebsame Aktionen darf man nicht selbst durchführen, sondern muss sie Delegieren, damit sie nicht an einem selbst hängen bleiben.

    Wer sich da einfach wie ein Elefant im Porzellanladen verhält, der verliert schnell seine Macht. Bei unserer Kanzlerin kann man gut erkennen: Sie wird wegen ihrer Migrationspolitik und dem Atomausstieg von Rechten gehasst. Das waren beides unliebsame Entscheidungen, die sie selbst protegiert hat. Vorher war sie die „Teflon-Merkel“, an der jede Kritik einfach abrutschte, weil sie alle Entscheidungen delegiert hat.

    • jupp sagt:

      Es gibt aber auch Alphas, die es einfach drauf haben. Naturtalente. Siehe hier:

    • Gunter Dueck sagt:

      Stimmt – „nicht gehasst“ ist wichtig – wollte die Kolumne nicht aufblähen…DANKE!

      • Klaus sagt:

        Ja, aber damit fällt natürlich auch am Anfang ein wenig der Tenor der Dumpfen „Pressure-BWL“ etwas weg.

        Es gab ja schon einmal berühmten Deutschen, der einen Anit-Machiavelli geschrieben hat: Friedrich II, König in/von Preußen (aka. Friedrich der Große).
        Sicherlich einer der (gesellschaftlich) innovativsten Könige seiner Zeit.

        Und was hat er gemacht, als er die Macht hatte? Er hat all die Rezepte des Machiavelli beherzigt und konnte so seine Macht stärken, um dann einen Teil seiner Pläne umzusetzen. Denn ohne Macht kann man nichts durchsetzen und ändern.

        Daher halte ich es etwas für überzogen auf Machiavelli zu schimpfen. Der wird halt am Anfang, wie so oft, als der böse Schatten missbraucht, welcher die (plumpe) „Pressure-BWL“ begleitet. Also ein Dämon, der die Wurzel allen Übels darstellt.

        Man muss einfach anerkennen, dass der Machiavelli bis jetzt nicht widerlegt wurde. Sein Konzept funktioniert halt einfach und wer sich anders verhält, der scheitert meist recht schnell. Das muss man ein wenig anerkennen und damit leben.

        Ich denke, dass es am Ende davon abhängt, was der Alpha wirklich will: Reicht es ihm, dass er König ist und die Macht innehat (sagt man z.B. Helmut Kohl oder auch Angela Merkel nach), oder hat er darüber hinausgehende Ziele und möchte „der Große“ werden, so wie es ein Friedrich II schon früh vor hatte.

        Vielleicht darf man da auch nicht so viel erwarten: Im 16. Jahrhundert gab es sicherlich mehr Könige, die einfach nur ihre Macht halten wollte, als Könige, die etwas darüber hinaus bewegen wollten. Einige der „Innovationsverweigerer“ haben darüber ihren Kopf verloren, aber die Mehrzahl haben es trotzdem überlebt.

        Vielleicht wäre es auch nicht schlecht die Digitalisierung mit der Aufklärung zu vergleichen. Da findet man sicherlich interessante Parallelen.

  2. Michael Meier sagt:

    Das Beispiel Photovoltaik ist meiner Meinung nach unglücklich gewählt. Die Photovoltaik und auch das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) sowie der Großteil des Energiesektors ist eher ein Beispiel für Eingriffe des Staats in den Markt, statt des Wettbewerbs der Innovationen/Ideen am Markt.

    • Matthias Rietz sagt:

      Das liegt wohl eher an den verschranzten Top-Gammas in Politik und Behörden. Hier werden ganze Bereiche lahmgelegt und wehe da möchte jemand etwas bewegen, Schleimspuren sind rutschig.

  3. Häschen sagt:

    An Organisationen Kritik zu üben ist die einfach. Das von ihnen angesprochene Verhalten ist auch gut in Talk Shows zu beobachten. Egal.

    Den meisten Akademikern die heute so in Unternehmen rumschwirren ist vermutlich klar, dass die Zeit des vermeintlich wohlorganisierten Verweilens auf einem Betriebsgelände zur Neige geht. Zumindest bleibt zu vermuten, so ein Unwohlsein breitet sich langsam aus. In der Organisation entlang einer top-down organisierten neoklassischen Linie kann man 80 bis 100 Stunden die Woche an Arbeit vorbeilaufen.

    Warum?

    Im Falle der Vollautomatisierung fallen die neo-klassische Linie mit der klassischen zusammen und das ist bei allen Großen im Kerngeschäft mal so. Innovation passiert nicht nur in der Garage sondern auch in der Werkstatt. Auch wenn Werkstatt sich heute ganz anders ausnimmt als ein besser Hobbykeller in dem der Tischler machte was er dachte mit Holz auf die Beine zu stellen. Innovation hat mit der Hingabe ans Material zu tun.

    In EUropa wurde über lange Zeit ein sehr reduzierter Innovationsbegriff verwendet. Malen wir ein Holzpupperl statt rot und gelb einfach blau und grün an, verpassen wir ihr wenn überhaupt ein cooles Hauberl und die Maschine liefert der wohlbekannte Zulieferer. Der Kunde muss sich dann freuen, das wird diesem suggeriert und der stellt dann das Holzpupperl zu den anderen unnützen Gartenzwergen. Und wenn ‚wir‘ das ganze noch in China produzieren haben wir einen massiven Schnitt und können uns noch immer einreden, dass just ‚unser‘ Kerngeschäft aller Unkenrufe zum trotz noch voll funktionsfähig geblieben ist. Was ist Vollbeschäftigung. Vollbeschäftigung ist nichts anders als dass auf einem Betriebsgelände genausoviele Menschen verweilen wie notwendig sind.

    Hinzu gesellt sich aber noch eine Eigenschaft der neoklassischen Linien in der Konsumgesellschaft, zumindest solange der Preisindikator es zulässt, es wird per Gesetz und Konvention in einem Teil der Bewirtschaftungsprozesse festgelegt welche Aktivitäten Arbeit gleich zu setzen sind. Regulierung durch den Staat bspw. heißt für alle gilt eine Aktivität ist Arbeit. Standards genauso usw… Man kann einen Standard leben oder sich dahinter verstecken.

    Als Kompromiss zwischen den beiden Absätzen wird versucht dem abnehmenden Mengenzuwachs, sprich dem Voranschreiten entlang der in der Theorie wohlorchestrierten Wachstumsfunktion, zu entfliehen. Irgendwann geht aber mal dem Tag der Wahrheit die Sonne auf.

    Wer legt das fest? Just dieser erstaunliche Mittelbau dem klar ist welche Stunde geschlagen hat und wem ;).

    Ich kann mir nicht helfen. Wenn sich große Unternehmen von Schulden befreien, dann klopft die Klassik an die Türe. Was könnte eine Werkstatt besser zum Ausdruck bringen als frühklassiche Produktion.

    Daumenregel für ganz normale Menschen. Wenn der Konsument (aus der Sicht der Nachfrage) des Selbstständigen für den Güterbereitsteller bessere Ergebnisse liefert, mehr Gewinn oder Zufluss ins Finanzvermögen, wird das Umfeld klassischer bis zum Teil ‚frühklassischer‘. Das hat Auswirkungen bis tief hinein ins Sourcing und die (Aus)Bildung. Lebenslanges Lernen ist Ausdruck von klassischerem Umfeld. Der Handwerker kann sich nicht leisten ’stehen zu bleiben‘. Geringere Hierarchietiefen liefern bessere Ergebnisse. Selbst und ständig sind genauso Ausdruck von Klassifizierung. Innovation wird eher zu exklusiv neu und der in EUropa gelebte Innovationsbegriff zur traurigen Pflicht anstatt der gelebten Kür.

    Eine ähnliche Phase war als eure Autokonzerne das Design haben begonnen auszulagern usw… ca. 40 Jahre später schließt sich wieder mal der Kreis und wem geht es jetzt an den Kragen?

  4. Anita Trautmann sagt:

    Herr Dr. Dück….m.E. brauchen Sie schon lange Ihre eigene TV-Sendung. Die Arbeitswelt kennt (fast) jeder und findet sich immer in Ihren Ausführungen wieder. Und die Nuhrs, Priols & Co, die stecken Sie locker in die Tasche, wenn Sie noch ein paar kl. verbale Ausflüge in die Politik machen….da gibt es ja wunderbar greifbare Beispiele über Machtmechanismen, Profilierungssucht, Inkompetenz & Co.

  5. Rudolf Quetting sagt:

    Zunächst müssen wir uns einmal klar werden, was das überhaupt ist, „Innovation“. Ich verstehe unter „Innovation“ im Gegensatz zur „Entwicklung“ einen unstetigen Veränderungprozess. Nun ist weder Entwicklung noch Innovation per se etwas positives, sonderndes kommt darauf an, ob der entsprechende Veränderungsprozess aus gesellschaftlicher Sicht irgendwie das Potential erhöht.
    Als positives Beispiel für „Entwicklung“ steht „Kaizen“ bei Toyota als kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Im Sinne von DD`s Tierleben ist das die hohe Zeit der Top-Gammas. Eine positive Innovation möchte ich als „Fortschritt“ bezeichnen. Welche Tergattung hier im Vordergrund steht, weiss ich nicht. Als Beisspiel fällt mir bei dieser Gelegeneheit aaer immer Helmut Schmidt und sein „Alles hört auf mein Kommando“ während der Flutkatastrophe ein. Er hatte dazu weder ein Mandat noch irgendwelche Machtbefugnisse. Und bemerkenswerteres hat er,als das Wasser weg war, den Stab wieder an die üblichen Alpha-Tiere und ihre Top-Gammas zurückgegeben. Nun, eine Innovation wird, insbesondere wenn sie als Fortschritt gelten soll, in der Regel nicht als Katastrophe wahrgenommen, trotzdem erfordert da Management unstetiger Veränderungen immer die gleiche oder ähnlichen Managementmethoden, die sich grundlegend vom Management stetiger Veränderugen unterscheiden.
    Was mir bei DD ein bißchen neu kurz kommt ist, dass sowohl stetige als auch unstetige Veräderungen sinnvoll und notwendig sind. Insofern sollte man, wenn man sich für das eine stark macht, das andere nicht beklagen. Aus dieser Sicht stellt sich mir Hinsicht Innoation bzw. Fortschritt nicht die Frage, was machen die Manager des stetigen Wandels verkehrt, sondern wie stellen wir sicher, dass es immer hinreichend viele qualifizierte und risikobereite Menschen gibt, die die erforderlichen unstetigen Veränderungen managen können. Das Managment einer unstetigen Veränderung ist mit dem Klettern an einem Überhang zu vergleichen. Das Risiko ist extrem hoch und ohne entsprechende Qualifikation fällt man garantiert runter. Demgegenüber ist das Management einer stetigen Veränderung neuer mit einem Spaziergang im Park zu vergleichen und für die meisten Alphas ist ein Hochgebirgssteig vom Schwierigkeitsgrad 2 das höchste an Abenteuer, was sie sich vorstellen können (solange sie von einem TOP-Gamma mit einem dicken Seil gesichert werden). Ein erfolgreiches Bildungdsystm muss jedenfalls beide Typen von Führungspersönlichkeiten hervorbringen, solche die stetige Entwicklungen voranbringen und solche, die Sprünge wagen (Nur Springen bringt es auch nicht, sondern führt an der falschen Stelle nur zu einem stochastische Rauschen ohne Fortschritt. Übrigens, Machiavelli sagt ja unterm Strich dem Fürsten auch nur, dass er seine Untertanen mit Verstand so nehmen soll, wie sie nun mal sind und nicht, wie er sie vielleicht gerne hätte. So weit zu DD’*s Tierleben. Bleibt die Frage, wie nennen wir die dort fehlende Gattung?
    Ansonsten frage ich mich, ob „Digitalisierung“ wirklich etwas ist, was wir gerade verschlafen? Ich war lange genug im Geschäft und sehe in „Digitalisierung“ nichts weiter als ein neues Buzzword in einer schier unendlichen Reihe, welches gerade in Mode ist. Wer da drauf spring, wird sogar als Top-Gamma ministerable, wie DD richtig feststellt. Weil nun mal jeder darunter sublimieren kann, was ihm so gerade einfällt. Und wenn es dann morgen die „Cloud“ ist? Auch nicht schlimm, das lässt sich auf der Internetseite des Ministeriums schnell austauschen, solange das, was Bitcom damit meint, im Nebel bleibt.
    Im Übrigen gilt für alle Zoos: Für’s Überhangklettern reichen Mut und Risikobereitschaft alleine nicht aus, da sollte jeder Handgriff und jeder Fußtritt sitzen, bei Spazierengehen im Park tut es hingegen auch schon mal das Ungefähre.

  6. Uwe Pilgram sagt:

    Chapeau, lieber Herr Dueck. Klar und konsistent bis zum letzten Satz. So schön aus dem Nähkästchen geschrieben. Und endlich einmal Widerspruch in den Kommentaren, manchmal ein wenig kleinkariert.

    Ach übrigens, jemand sollte auf diesem Niveau die Strukturen in der Öffentlichen Verwaltung untersuchen.

  7. Schybosoph sagt:

    Herr Quetting gibt eine Ergänzung ab, die mir gefällt.

    Neben steter Veränderung (Kaizen/Produktreform) und unsteter (Innovation/Produktrevolution/“Killerapp“, „kein Eisblockmarkt mehr – nun Kühlschrankverkauf“) gibt es noch die Systeminnovation (Meta, Vordenkertum für Rahmenbedingungen und weltumspannende Supersysteme an den Einzelregierungen nur scheitern können, wenn sie keine internationalen Allianzen schnüren, die dann immer noch in ihren Einzelteilen teils so widerstrebende Ziele haben, dass sie kaum Kaizen können… bis es von „unter“ her irgendwo wieder mal richtig knallt).

    Wer im Beruf angekommen ist, Erfahrungen sammeln durfte und die Welt-Wirtschaft mal 20 Jahre beobachtet hat, der kann (Konsument und Arbeitnehmer) sein eigenes Lied von Innovation singen in Bezug auf die zwei Varianten der Produktveränderungen (Spazieren im Park und den Überhang klettern) und ist (z.B.) meist entweder mehr der BETA, TOP-BETA oder Schleim-Top-Gamma-Typ – und alle sind systemisch von Fall zu Fall natürlich abhängig von der Art der Führung (erhaltend oder innovativ), oft abhängig vom Firmensystem zu allererst (kleinst-Garage (pures Risiko) vs. größt-Tanker (noch mit 1A Cash-Cow, die so richtig gemolken werden soll)).

    De facto sind die Innovationen um die es hier geht wohl gemeint als rein ökonomisch getriebene. Wenn da die Systemstruktur bemängelt wird muss man entweder die Firma oder gar den Lebensort wechseln, wenn man es ernst meint, denn das System wird kaum springen und Supersystemkritik schonmal per se als spinnert und deplaziert ablehen – selbst wenn Querdenken erlaubt ist, was jedem nachhaltigen System zur „gesunden“ Selbststeuerung gelegentlich zu empfehlen wäre.

    Geht es aber um nicht-ökonomische Innovation meint man heute meist Meta-Innovation (oder „damals“ die von Robinson Crusoe, also Überlebenskunst auf der einsamen Insel), an der wir mit den Problemen dieser Erde kratzen wie eh und je (nur heute mit für große Menschenmassen viel existenziellerer Bedeutung) und doch nur schwer Fortschritte machen. „Langfristig“ leider keine allzu gute Aussicht… Der Film Alphabet bringt es auf den Punkt, wie sehr unsere Denke durch rein ökonomische Systeme schon im Bildungssystem vereinheitlicht wird und wir merken es selbst kaum.

    Da half der menschlichen Natur oft in der Geschichte nur das komplette Einreissen und nachträgliche Wiederaufbauen, leider.

    Um ökonomische Innovation mache ich mir gar keine Sorgen!!! Gaaaar keine. Die kommt fast „von alleine“, dafür sind die Wirtschaftssysteme ja so stark geworden bzw. nur dadurch. Dafür ist der Menschen-Zoo jetzt schon bestens ausgestattet und ein jeder hat die Wahl und ggfls auch mal Qual sich hier sein Plätzchen zu suchen, jeder.

    Also, welche Innovation hätten se denn gerne?

    An mir vorbei ist gerade ein TOP-Gamma befördert worden. Ich nehme es so gelassen wie möglich, denn ich weiss, dass ich als Angestellter von meinem Chef abhänge (so will das die Struktur und ich darf bestimmt gerne woanders hin, wenn mir das nicht passt), aber deswegen muss ich ja nicht Schleimen. Wenn ich es könnte und dabei bewusst lasse, dann bin ich reich an innerer Stärke. Aber ich glaube ich kann gar nicht schleimen… manchmal denke ich sogar, leider (meistens aber nicht). Hahaha. Bin nicht so gerne Hofschranze, eher Hofnarr. Und ich weiss sogar in etwa woran das liegt…

    Wer sagt, dass wir wenige Innovationen hatten?
    Der Chef, dem die Umsätze der cash cow gerade wichtiger sind?

    Innovationen nehmen mit dem Reifegrad des Systems wohl ab, evtl. auch mit dessen Größe und Stabilität. Hat das vielleicht schonmal jemand ernsthaft und belastbar wissenschaftlich beleuchtet? Herr Dueck hat die Glocken(?)kurve hierzu ja schön wiederverwendet, deren Scheitelpunkt viele Ideen nicht erreichen, was dann nicht unbedingt an der Qualität der Idee liegt…

  8. Nicolas sagt:

    Wenn es um Veränderungen geht, stellt sich auch immer die Frage: Wer hat ein Interesse an Veränderungen, und wer nicht?
    Wer bereits ganz oben in der Wirtschaft oder Politik angekommen ist, möchte alles so lassen, wie es ist. Die Kräfte, die ihn nach ganz oben gehievt haben, aktiv lassen. Denn wenn sich die Regeln ändern, machen diese neuen Regeln vielleicht bald jemand anderem zum neuen Alpha-Tier.
    Deswegen gibt es seitens der einflußreichsten Entscheider miestens eine massive Abneigung gegen Veränderungen. Das gilt erst recht für radikal-grundsätzliche Paradigmenwechsel wie das Ende der absoluten Alleinherrschaft der Autos im Verkehr, oder einer von wirtschaftlicher Verwertbarkeit unabhängigen Menschenwürde.
    Damit so etwas durchsetzbar wird, müssen zuerst die höchsten Machtpositionen neu besetzt werden, und das nicht mit Günstlingen der aktuellen Machthaber.
    Zum Thema „Gefürchtet aber nicht gerhasst werden“:
    Das ist die Aufgabe der AFD. Mit noch mehr Sozialabbau würden sich die Regierungsparteien unbeliebt machen, erst recht wenn es immer mehr auch die Mitte trifft. Also muss ein Mann fürs Grobe her, der als scheinbarer Genger der Herrschenden diese unbeliebten, aber politisch erwünschten Aufgaben erledigt. Wer diese Partei wählen möchte, sollte sich vorher genau deren Wirschafts- und sozialpolitischen Pläne durchlesen, welche die AFD aus gutem Grund nicht in öffentlichen Diskussionen präsentiert.
    Diese Partei entspricht also dem mittelalterlichen Hofjuden, der mit dem königlichen Vermögen im Auftrag des Königs die fragwürdigen Geschäfte machte, mit denen seine Majestät seinen Reichtum mehren, aber nicht seinen Namen beschmutzen wollte.

  9. Sadoma sagt:

    Ihre Beschreibung trifft nicht nur auf die Machtwelt Arbeitswelt sonder auch für den politischen Raum zu. Ein sehr schönes Beispiel der verschiedenen „Tierarten“ hat ja in den letzten Monaten die SPD geliefert 😉

  10. Bettina Kress sagt:

    Da muss ich als ehemalige Personalrätin jetzt schmunzeln, Herr Doktor – aus der Sicherheitszone des Ruhestands heraus den Zirkus zu kritisieren, den man jahrzehntelang gelebt hat, ist nicht besonders innovativ:-))

  11. Michael Schneider sagt:

    Es gab und gibt seit Menschengedenken „Alphatiere“. Es sind diejenigen, die in der Vergangenheit Ihre Sippe durch Dick und Dünn geführt haben. Sie wussten, wie man Mammuts jagt und Gefahren vom eigenen „Team“ fernhält. Die heutigen Alphatierchen existiern nur, weil sie um sich ein System von Abhängigen schaffen, die Ihnen als „Hofschranzen“ dienen. Je tiefer wir in die Welt der BWL schauen (allerdings nicht nur dort), desto mehr entdecken wir solche Strukturen. Das Fatale daran ist, dass die Durchdringung so tief ist, dass sie bereits nachteilige gesellschaftliche Veränderungen nach sich gezogen hat, weil die Auswirkungen dieser „Sicherheitsstrukturen“ um die Alphamenschen zum teil so groß sind, dass es garkeine Unterhierarchien mehr gibt, sondern nur den „Sonnenkönig und seine Lakeien“! Wenn man sich das kleine Deutschland einmal anschaut, stellt man fest, dass diejenigen, die die schlimmsten Alphatierchen mit negativem Einfluß sind, die am wenigsten soziale Kompetenzen aufzuweisen haben. Wir sind in einem Zeitalter angekommen, in dem ausschließlich die finanzielle Macht entscheidet, wer Alphatier bleiben kann. Das ist gesellschaftlich gesehen schlecht!

  12. Erik sagt:

    Eine Führungspersönlichkeit zu sein oder nicht zu sein ist zu einem großen Teil der Erziehung und biologischen Kriterien geschuldet. Wer mit Furcht regiert vertreibt sämtliche anderen biologisch hervorragenden Alphas aus seiner Firma. Es braucht nicht nur einen Alpha im Hause, sondern es gibt auch mittlere Führungsebenen. Wenn die Alphas dort rausgeekelt werden, verschwinden die. Und mit ihnen die Innovationen, denn die müssen mit Überzeugung durchgesetzt werden, auch wenn sie nicht von der mittleren Führungspersönlichkeit selber stammen. Mal ganz abgesehen davon, dass es nur zu dumm wäre in unserem Wirtschaftssystem eine Innovation für die eigene Firma zu leisten. Das Patent gehört dann der Firma und man selbst wird gefeuert? Nein. Und da eine private Patentanmeldung zu umständlich und teuer ist (sowas muss man sich ja leisten können), behält man es eben für sich. Dieses Wirtschaftssystem geht dank der Denkweise der (Pseudo-)Alphas zu Grunde. Prost Mahlzeit, ich freu mich auf danach.

  13. Joachim Schnurrer sagt:

    Großunternehmen können keine Innovationen!
    Warum? zu viele Alphas, Betas, Gammas incl. deren Spezialisierungen.
    Die meisten Großunternehmen wissen das auch.
    Sie warten ab, bis kleinere Unternehmen eine Innovation vorangetrieben haben und schlagen dann zu (Übernahme, Kauf). Durch die Integration des Kleinen verliert der Große jedoch wichtige Mitarbeiter, die sich vom Großen (angewidert) abwenden und wieder bei einem neuen Kleinen einsteigen, um dort innovativ sein zu können.

  14. Christian Bodor sagt:

    Lieber Herr Dueck
    Liebe Inputgeber

    Wieso passiert Innovation iat wine spannende Frage. Vl kann ich einen anderen Aspekt miteinanbringen. Geundlegwnd denke ich dass Neugierde ein wichtiger Punkt ist. Und hier lieg in unserer gesellschaftlichen Kontext bereits der Fehler. Neugierde als die Gier nach Neuem beinhaltet eigentlich einen negativen Aspekt des Gierig seins. Damit ist die Geundlage gür Innovation in unserer Sprache quasi nicht einmal gegeben. Ich liebe den englische Ausduck dafür und zwar childlike curiosity. Ist doch viel frischer und inspirierender find ich.
    Soviel dazu.

    Und zu alphas betas und gammas sowie omegas. Naja wer sich damit die Zeit vertun will ist gut ich habe in meinem Leben was sinnvolleres vor um es mit den Worten von Mario Herger zu sagen „Ich habe keine Zeit für sinnlose Zeitverschwendung“ und dazu zählt für mich Reviergehabe, strategische Karriereplanung und JaSagerei. Ich denke wir haben Probleme zu lösen damit wir innovativ sind.

    Herzliche Grüsse
    Christian

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