DD322: Wie Hype und Dummheit verbandelt sind (Juli 2018)

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23 Antworten

  1. yotta sagt:

    Guten morgen Herr Dueck
    Heute muss ich Ihnen, zumindest zum Teil, wiedersprechen. Ja, viele Politiker versuchen komplexe Themen zu trivalisieren. Ich möchte aber ein Gegenbeispiel bringen und auch der Meinung, dass es mit einer der Aufgaben eines Politikers ist, komplexe zusammenhänge verständlich zu erklären.
    https://www.youtube.com/watch?v=vFs0J8XhYrU#t=4m40s
    In dem verlinkten Video(ist schon an der richtigen Stelle, geht bis ca. 6:20) spricht Gysi genau darüber. Ein relativ komplizierter Gesetzestext wird von Gysi verständlich erklärt und genau das halte ich für wichtig in der Politik. Leider habe ich das Gefühl dass viele Politiker selbst nicht den hauch einer Ahnung haben und sich wirklich auf dem Mount Stupid bewegen.

    Grüße
    Yotta

    P.S.: Musste schmunzeln, habe gemerkt dass ich mich auch hin und wieder auf dem Mount Stupd befinde. Ich hoffe in Zukunft fällt es mir auf und ich begebe mich schnell von da oben wieder runter 🙂

  2. schieb_it sagt:

    Ja, ich denke so ist das in etwa. Und nun?

    Den eigenen Sinn entwickeln und dazu situativ stehen (Stupid/Expert/Genie) – wir sind alle oft genug alles drei und das mehrfach im Leben, in den dazugehörigen Situationen, mal das eine, mal das andere. Mit der Sprache (kognitive Revolution) sind wir eh schon lange Zeit in etwas hineingeraten, was uns uns-wiederholt-selbst-widersprechen lässt…, denn der (meist irrationale) Glaube ist sooo wichtig zum überleben, aber doch nie objektiv. Au-weia.

    …in etwas hineingeraten was uns (als Menschheit) sooo viel entwickeln liess und lässt und uns doch zur grenzenloser Selbstüberschätzung treibt… (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_kognitiven_Verzerrungen)

    Danke für https ;-)… das war vor kurzem noch http, gell? Nun vertrauenswürdiger, egal von wo man sendet. Wenn man mich persönlich kennt, dann erkennt man mich auch am Schreibstil schon… hahaha.

    Liebe Grüße in die Runde.

  3. John Manedrake sagt:

    Es gibt eine entscheidende Dimension, die sich hier unterscheidet: Zeit.
    Oder vielmehr: Fortschritt.
    Läuft in der Gartner-Hype-Curve die Zeit einfach weiter, wird aus einer neuen Technologie irgendwann
    (unter viel Schweiß und Tränen und Geschrei) ein Endprodukt. Gartner geht dabei davon aus, dass diese Technologie zur Anwendung kommt und nicht in der Versenkung verschwindet.
    Die Babble-Curve kennt keine Zeit, jedes Gerede auf Mount Stupid führt nicht dazu, dass alle zu Experten werden. Oder dass es leiser wird.
    Real ist es aktuell eher so, dass es mit Gartner-Hype von Mount zu Mount geht. Und auf einem Berg gibt es Meinungen ohne Einsicht.
    Fortschritt meint in diesem Sinne Lernen:
    Der Elfeinbeinturm auf der rechten Seite(Gurus) hat mich sehr nachdenklich gemacht. Wenn die Gurus sich aktiv fern halten, haben wir kaum Chance auf wirkliche Erkenntnis.
    Gefährlich deshalb, weil nichtmal die Einfachheitskurve (Dueck/Olivia Mitchell) hilft!
    So werden selbst genial einfache Lösungen von der Diskussion ferngehalten und unerreichbar.

    Ich suche daher die Sieben Samurai, wahre Experten, die sich dem entgegen stellen und Position beziehen.
    Und damit meine ich immer noch Menschen: Wir alle können falsch liegen, unvollständige Informationen haben oder zu Fehleinschätzungen der Zukunft kommen.
    Wichtig ist, dass wir dran bleiben und lernen!

    • Fritz Iff sagt:

      Ja, bei sozialen Prozessen gibt es außer Zuständen auch Evolutionen durch Korrekturen und diverse andere Feedback-Einflüsse, die in einem dichtgeknüpften Netz Wirkungen über die Zeit entfalten. Und ab da stehen wir momentan alle – inklusive der Allesphilosophie – auf einem Berg von Vermutungen und Gefühlen, auch weil „power-laws“ unser eher lineares Vorstellungsvermögen überfordern. Es gibt übrigens neuerdings Soziologen, die sich diese Prozessdynamiken als quasi physikalisch ansehen – ich persönlich halte das aus verschiedenen Gründen für einen vielversprechenden Ansatz.
      Die Witzzeichnung selbst stellt übrigens eine Frucht der Zeit dar, insofern sie reflexiv ist (sich zurückbeugt über eine Beobachtung) und nun selbst wieder reflektiert wird. Die Hypezirkel-Kritik ist inzwischen schon so verbreitet, dass sie einerseits nahe an der Binse ist, andererseits die Hypezirkel selbst zu beeinflussen beginnt. Den reinen, ungetrübten Hype gibt es vielleicht schon gar nicht mehr – selbst deutliche Durchbrüche in den Websciences, die augenscheinlich weitreichend, wenn auch unklar sind, werden sofort abgefragt auf Übertreibungen und schnell erscheinen Warnungen, Korrekturen und Einschätzungen von Kennern der Materie, die dann per vernetzter Kommunikation sich mit der Zeit durchsetzen bzw. popularisieren.
      Insofern ist die amüsierte Kritik an dem Netzgebabbel selbst nah am Gebabbel, denn die Prozesse sind längst nicht mehr so einfach zu verstehen, wie es die Skizze suggeriert. Immer richtig ist natürlich der Befund, dass mehr Menschen etwas vermuten als etwas positiv wissen bzw. gründlich verstehen. Dieses altbekannte Delta zwischen Vermuten und Wissen sollte man aber nicht einfach auf „die anderen, die so doof sind,“ projizieren. Wir alle, die uns morgens zu den Brötchen, mittags zur IT-Strategie der Firma und abends zur Rentenpolitik äußern, partizipieren an der Freude am Vermuten (was menschheitsgeschichtlich sowieso immer auch eine produktive Seite hatte). Insofern gibt es – streng genommen – auch zu dieser Skizze drei logische Fragen, die man beantwortet haben möchte: Wer sagt das denn? Wo sind die Daten? Stimmt das alles überhaupt? Die Antworten müssten, vermute ich, wohl lauten: a) Leute, die etwas vermuten. b) gibt es nicht so richtig (teilweise findet sich was bei Google). c) Weiß niemand, ist nicht entscheidbar, also eher wohl nicht so richtig.

      • schieb_it sagt:

        🙂

        Das haben wir nun von der kognitiven Revolution. Wir wissen, dass wir nicht wissen. Und damit machen wir immer weiter :-). Alle, die etwas anderes behaupten, täuschen tendenziell nur vor, was auch sie nicht haben. Nur solange genug Leute dran glauben was vorgetäuscht wird, „stimmt“ das auch – da sind wir den Menschen von vor 1.000 oder 10.000 Jahren auch gar nicht wirklich so weit voraus. So wurde wohl auch Mr. Trump Amerikanischer Präsident – warum wundert sich die Welt darüber? Wir haben keine anderen Mechanismen als diese zur Verfügung, auch wenn wir uns das manchmal vorgaukeln bzw. wünschen. Und trotzdem oder gerade deswegen gilt es, den Glauben an das „Richtige“ nicht zu verlieren, oder noch grundsätzlicher, deswegen gilt es den Glauben nicht zu verlieren.

        An was man dabei konkret glaubt muss man heute selbst auswählen und hat eine schier unendliche Auswahl, je nach Thema. Und der Glaube an Geld und die deutsche Verfassung sind aktuell mehr als überlebensfähig. Aber es gibt – wie uns NICHT NUR per Völkerwanderung gerade bewusst gemacht wird – Dinge außerhalb von Deutschland die Deutschland gefährden, bzw. besser formuliert, Menschen, die evtl. die gleichen Ziele und Menschenrechte haben wie wir in Deutschland und mit denen soll man zeitgleich irgendwo Wohlstand teilen und irgendwo anders Wettbewerb eingehen. Evtl. auch mal ganz schön widersprüchlich oder unentschieden darüber, was nun von beidem konkret zu tun wäre. Übertragen auf die EU könnte man heute von Nahezu-Zerstörung reden und fehlendem Glaube.

        Soviel zur „Allesphilosophie“. Evtl. geht es dann doch bald eher wieder um Brötchen.

        Erstaunt-Erschrockener Realist, der auch noch einiges einfach mal glaubt, teilweise ohne es zu merken, am „Mount Stupid“.

      • schieb_IT sagt:

        🙂

        Das haben wir nun von der kognitiven Revolution. „Wir wissen, dass wir nicht wissen.“ und damit machen wir immer weiter . Alle, die etwas anderes behaupten, täuschen tendenziell nur vor, was sie meist auch nicht haben, die Lösung für „alle“ Probleme oder eben für nur ein komplexes Problem. Lösungen, die es u.a. nicht gibt, weil schon unklar ist, was ein Problem genau ist, oder welches von mehreren zuerst angegangen werden sollte. Nur, solange genug Leute dran glauben, dass das, was z.B. durch den politischen Apparat vorgetäuscht wird, auch „stimmt“ funktioniert dieser Apparat auch – da sind wir den Menschen von vor 1.000 oder 10.000 Jahren auch gar nicht wirklich voraus. So wurde wohl auch Mr. Trump Amerikanischer Präsident – warum wundert sich die Welt darüber? Wir haben keine anderen Mechanismen als diese zur Verfügung, auch wenn wir uns das manchmal vorgaukeln bzw. wünschen. Und trotzdem oder gerade deswegen gilt es, den Glauben an das „Richtige“ nicht zu verlieren, oder noch grundsätzlicher, deswegen gilt es den Glauben nicht zu verlieren. Und wenigstens Weise zu wählen, welcher Partei man seine Stimme demnächst mal wieder gibt, wem man persönliche Unterstützung zuvorkommend anbietet, um damit gesellschaftlich gesehen oder im solzialen Umfeld den nächsten Schritt zu gehen und neue Dinge auch umzusetzen.

        An was man dabei konkret glaubt darf und muss man heute mehr selbst auswählen, als noch zu diktatorischen Zeiten oder zu Zeiten in denen der Klerus die Entscheidungsmacht allein hatte und man hat selbst eine schier unendliche Auswahl, je nach Thema. Es gibt auch dadurch nicht mehr Macht, sie ist nur anders verteilt und kontrolliert sich gegenseitig innerhalb der demokratischen Struktur, was Entscheidungen verlangsamt und große Verändrungen fast verbietet. Und der Glaube an Geld und die deutsche Verfassung sind schon lange und gut überlebensfähig, andere Dinge laufen in die falsche Richtung. Aber es gibt – wie uns NICHT NUR per Völkerwanderung gerade bewusst gemacht wird – auch Dinge außerhalb von „Deutschland“, die „Deutschland“ gefährden, bzw. besser formuliert, Menschen, die evtl. die gleichen Ziele und Menschenrechte haben wie etwa wir in Deutschland und mit denen soll man zeitgleich irgendwo Wohlstand und Chancen teilen und irgendwo anders fairen Wettbewerb eingehen. Evtl. auch mal ganz schön widersprüchlich oder unentschieden darüber, oder streitbar, was nun von beidem konkret zu tun wäre oder was fair wäre. Übertragen auf die EU könnte man heute von Nahezu-Zerschlagung reden und fehlendem Glaube. Wie kann Frieden oder eben Gemeinsinn, Konstruktives erhalten bleiben? Wie kann Krieg und Zerstörung, Destruktives beendet werden?

        Soviel zur „Allesphilosophie“. Evtl. geht es dann doch bald eher wieder um Brötchen. Hört sich nach einem friedlichen Thema an welches man gut teilen bzw. gemeinsam angehen kann.

        Erstaunt-Erschrockener Realist, der auch noch einiges einfach mal glaubt, teilweise ohne es zu merken oder genauer wissen zu müssen, am „Mount Stupid“. Ich lasse mir immer noch gerne Dinge erklären und höre genau zu, solange ich auch frei meine Meinung sagen und entwicklen kann. Kann ich das wirklich? Warum schreibe ich dann hier anonym? Ich habe meine Gründe. Dies ist kein privater Raum.

        Den „Mount Stupid“ muss man nicht immerzu akzeptieren, aber er beschreibt eben den kleinsten gemeinsamen Nenner bei dem sich die Gesellschaft allzuoft trifft, schon bei relativ kleinen Gruppengrößen, wenn der „langsamste“ das Tempo bestimmt. Irgendwie tolerant und sozial das dann erstmal zu akzeptieren um evtl. später gemeinsam schneller zu werden. So entsteht Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Deutsche Nationalmannschaft hatte gerade das fast unmenschliche Ziel gemeinsam zum Fussballguru zu werden bzw. noch härter genau der zu bleiben – ich persönlich fand die Mannschaft auch in der „Niederlage“ noch sympathisch und vorbildlich, längst hinter dem „Mount Stupid“, in der Presse lese ich davon so gut wie überhaupt nichts. So ist sie die Presse, selbst „Mount Stupid“. 80.000.000 Nationaltrainer, die es meinen besser zu wissen – uah. Nicht weit weg von den berühmten Konzepten zu „Brot und Spiele“ und trotzdem werden nur zu solchen Gelegenheiten besondere Zusammengehörigkeitsgefühle möglich und das Event hat seinen Wert für alle Nationen, unbestritten.

        Schönen Abend allerseits!

  4. Andre sagt:

    Brauchen wir Mount Stupid nicht doch ein bisschen für Visionen und Träume…

    • Gunter Dueck sagt:

      Naive Idealisten sind da oft.

      • Markus Turber sagt:

        Vielen Dank Herr Dueck für den Impuls zum Nachdenken! Was gefällt mir an Mount Stupid? Das frag ich mich als Bergfreund. Ahnungslose, Glücksucher, Selbstdarsteller,… eigentlich kein schöner Ort – der Name Mount Stupid erscheint völlig berechtigt. Dennoch war es für mich ein wertvoller Einwurf von Andre (oben). Naivität verfliegt wenn sich Idealisten mit Leidenschaft einem Thema widmen schnell. Sofern man nicht dauernd aufs Telefon schaut und twittert, gewinnt man auf Mount Stupid gewiss einen guten Überblick, vielleicht sogar Weitsicht. Hoffnungen, Wünsche und Visionen sind Vorstufen von Vorstellung. „Ist erst das Reich der Vorstellung revolutioniert, so hält die Wirklichkeit nicht Stand“ schreibt Hegel. Insofern auch ein schöner Ort!

  5. Lieber Gunter Dueck,
    sehr erhellend und wie immer bei Ihnen sehr pointiert formuliert. Mir fällt auf, dass wenn wir mal den Mount Stupid einfach weglassen, dann wäre es eine ziemlich triviale flach ansteigende Kurve an Lernzugewinn, wie wir simpel gestrickten Menschen das gerne mögen. Sie entspricht halt nur nicht der Lebensrealität, daher bringt der Mount Stupid einfach ein bisschen Leben rein, aber es normalisert sich ja anscheinend danach eh wieder…

  6. Joachim Schnurrer sagt:

    Ja, so ist es! Und es wird auch so bleiben! Wir Menschen werden nicht so schnell „gescheiter“. Und es gibt noch ein zusätzliches Risiko. In der Geschwindigkeit in der die Mount Stupids durchs Dorf getrieben werden lassen sie niemandem die Zeit zu hinterfragen, außer man ist sich dieser Gesetzmäßigkeit bewußt. Es ist daher Aufgabe eines jeden, dem das bewußt ist, auf dem Mount Stupid laut zu verkünden, daß dies der Mount Stupid ist!
    Ein schwieriges Unterfangen!

  7. Mona sagt:

    Auf den ersten Blick finde ich die Idee interessant (sozusagen als Blick vom Mount Stupid, haha).

    Aber bei genauerer Betrachtung hat das Modell Schwächen. Insbesondere der enorme Anstieg am Ende der Kurve ist nicht plausibel. Wenn ein Thema durch ist, gibt es bestenfalls noch eine Hand voll Leute, die sich noch interessieren – die Karawane aber zieht weiter.

    Von daher: Die Kurve vervielfachen, leicht zeitversetzt übereinanderlegen und einen direkten Weg von Peak zu Peak einzeichnen. Das würde die derzeitige (zumindest von mir so empfundene) Daueraufgeregtheit besser verbildlichen.

  8. Joachim Schnurrer sagt:

    Hochaktuelle Ergänzung!
    In der heutigen Ausgabe des SZ Magazins Nr. 29 2018 wird berichtet, daß selbst renomierte Wissenschaftler das Mount Stupid Phänomen stützen, indem sie bei sog. „Raubverlegern“ veröffentlichen und damit den Schund von Idioten adeln. Verleger wie Omics und Waset verdienen Millionen mit der Veröffentlichung von Schund auf dem Mount Stupid, der hinterher nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist! Aber selbst renomierte Wissenschaftler distanzieren sich nicht von solchen Verlagen, weil sie glauben, davon zu profitieren. Ein Armutszeugnis. Unbedingt lesenswerter Artikel im SZ-Magazin!!!

  9. Zum Kommentar von Joachim Schnurrer: Diese Artikel von SZ und Sendungen von Tagesschau & Co. befinden sich leider mitten auf dem Mount Stupid, weil ahnunglose Journalisten über etwas reden, was sie absolut nicht verstehen. Hier hat ein Physiker versucht, das richtigzustellen: https://www.spektrum.de/kolumne/dieser-begriff-kann-der-wissenschaft-nur-schaden/1579216
    Die rennomierten Wissenschaftler distanzieren sich nicht, weil sie sich im Minimum der Babble Curve befinden. Ich halte diese „Recherchekampagne“ für den eigentlichen Skandal, da sie zeigt, wie schlecht unsere Presse und die öffentlichen Medien mit komplexen Sachverhalten umgehen können und gutgläubige Menschen, wie Herrn Schnurrer total verwirren.

    • Gunter Dueck sagt:

      Ich fand den Artikel auch überzogen, … aber es werden ja jetzt immer öfter „Metastudien“ angestellt, wo man fast nur zählt, wie viele Studien was ergeben haben. Ich fürchte, aus Mangel an Studien zählen die Leute dann „solche“ mit und dann wird etwas ziemlich Schlimmes angerichtet (vielleicht). Aber Sie haben recht: wenn ein Prof unter 100 Publikationen auch zwei „solche“ hat, weil Assistenten ihn als Mitautor einsetzten (oder was leider auch oft geschieht: einsetzen mussten), dann muss man ihn nicht so schwer beschuldigen, als hätte er eine dubiose Firma in Panama.

    • Ralf orth sagt:

      Herr Wolter, volle Zustimmung Ich fand den Begriff >>Raubverleger<< (wer wird den gegen seinen Willen beraubt?), den dieses Gemisch aus öffentlich/rechtlichen Medien (GEZ – finanziert ARD + ZDF) und privatem "investigativem Journalismus " SZ usw. schon Suspekt.

      Und Herr Decker sollte überlegen welche Politiker er desavouiert und am besten die Politik aus dem Spiel lassen. Konkrete, weniger allgemeine gehaltene Hinweise auf technische usw. Systeme, wären auch hilfreich.

  10. Markus Wolter sagt:

    Was die Metastudien angeht, so muss ich widersprechen. So dumm sind die Metastudienmacher dann auch wieder nicht, dass sie nicht versuchen würden, eine Vorselektion durchzuführen. Genau genommen finden diese Pseudopapers gar keinen Weg in diese Studien, weil sie in den wissenschaftlichen (!) Datenbanken nicht gelistet werden.

    Interessanterweise führt das dann in der Öffentlichkeit leicht zum Vorwurf der Manipulation, siehe Glyphosat.

    Wer viel eher Schlimmes anrichtet, sind die Top-Journals die immer häufiger komplett gefälschte Studien veröffentlichen, aus reiner kommerziell getriebener Sensationsgier (siehe https://www.theguardian.com/science/2013/dec/09/nobel-winner-boycott-science-journals). Diese gefälschten Papers haben noch Jahrzehnte später negative Effekte, da sie z.B. dazu führen, dass Forschungsförderer in diesem Bereich kein Geld mehr geben.
    Was ich an der skandalisierenden Artikelserie am bedenklichsten finde, ist die Tatsache, dass es ja in Deutschland verfassungsrechtlich geschützt ist, in jedem beliebigen Journal veröffentlichen zu dürfen (Artikel 5 Grundgesetz). Auch ist es nicht verwerflich, unreferierte Papers zu publizieren, was man an der zunehmenden Popularität der Preprint-Server erkennen kann, die z.B. in der Physik einen Großteil der Arbeiten umfassen (https://arxiv.org/). Somit hat sich diese Rechercheaktion auf ein völlig falsches Ziel und ein nicht existierendes Problem eingeschossen. In einem Fernsehkommentar wurde sogar gefordert, die betroffenen Wissenschaftler zu feuern. Das ist eine grobe Anmaßung dieser Journalisten, sowohl was die wissenschaftliche, als auch was die juristische Bewertung angeht. Unakzeptable Panikmache, vermutlich um Einschaltquoten der Sender und Verkaufszahlen der Zeitungen hochzutreiben. Guter Journalismus geht anders.

  11. Joachim Schnurrer sagt:

    @ Markus Wolter:
    Verharmlosen gilt nicht. Es ist wohl richtig, daß man nicht renommierte Wissenschaftler diskreditieren muß, wenn sie „unwissend“ darin verwickelt werden. Auch mag es sein, daß die Aufdeckungen der Panama Papers schlimmer sind. Aber auch dort haben sich sogleich bestimmte Kreise vehement geweht und laut „Fake News“ gerufen, bis die Zustände nicht mehr haltbar waren.
    Hier geht es aber um „Mount Stupid“. Details gab es heute noch konkreter in https://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Exclusiv-im-Ersten-Fake-Science-Die-L/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=54409800
    Schlimm wird es dann, wenn „Mount Stupid Erkenntnisse“ im Alltag als gesichertes Wissen verkauft werden und solche Naivlinge wie ich, @ H. Wolter, total verwirrt werden (woher weis H.Wolter denn, wie Gutgläubig ein H. Schnurrer ist ?? Klarer Fall von Fake News!!).
    Sie als Wissenschaftsinsider wissen selbstverständlich bescheid und können die Dinge leicht auseinanderhalten. Aber sie sind da in einer schlechten Position, wenn es um Wahlentscheidungen geht. Da sind sie in einer solchen Minderheit, dass sie noch nicht mal einen Sitz im Parlament ergattern! Es geht eben um uns „Naivlinge“, die gerade von Ihnen erwarten gegen diese Machenschaften vorzugehen und sie nicht zu verharmlosen, wie sie das hier versuchen, noch dazu mit Unterstützung eines Wissenschaftsjournalisten. Kritik sollte konstruktiv sein, nicht destruktiv.
    Ist ja klar, dass von ihrer Seite nun Medienschelte angesagt ist.
    Besser fände ich es, wenn sie zur Aufklärung und Bekämpfung dieser Praktiken beitrügen, anstatt in die Nitti-Kritti-Position zu wechseln.
    Sie müssen, als vielleicht lediglich am Rande Betroffene, nicht die Reflexe eines DFB an den Tag legen. Die tun auch so als hätten sie mit Rassismus nichts zu tun.

    • Joachim Schnurrer sagt:

      Vielleicht muss ich mein Statement noch konkretisieren:
      Es geht m.E. in der Diskussion von SZ etc. überhaupt nicht darum, daß renommierte Wissenschaftler diskreditiert werden sollen. Das wird m.E. auch an keiner Stelle des gesamten Aufsatzes getan!! Es geht darum, daß interessierte Gruppen sich mit dem Renommee solcher Wissenschaftler schmücken wollen, um ihre „schmutzigen Geschäfte“ zu machen. Dazu gehört z.B. der Vizepräsident von EIKE der auf AfD-Veranstaltungen vor vielen Zuhörern verkündet, daß es keinerlei wissenschaftliche Beweise für den menschengemachten Klimawandel gäbe und dies mit eben solchen Studien belegt. Da gibt es GcMAF, die selbst profunden Kennern viel Geld aus der Tasche locken, weil sie Hilfe versprechen, die sie nie halten können.
      Haben sie EIKE oder GcMAF gegoogelt?
      Sollten Sie unbedingt machen, damit sie die Ausmaße dieser Machenschaften erkennen können. Wenn man den Artikel im SZ Magazin aufmerksam gelesen hat und zudem noch einige Informationen gegoogelt (ganz speziell zu GcMAF!!) dann kann man kaum zu dem Schluß kommen, daß diese fünf Journalisten sieben Monate lang recherchiert haben, zudem viele höchst seriöse Quellen angeben, um ein „Mount Stupid Ergebnis“ zu veröffentlichen.
      #############
      Würde mich freuen Ihre Erkenntnisse zur individuellen Google-Recherche von EIKE und GcMAF zu erfahren, schreiben Sie!
      #############

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