DD331: An ihrem Selbstlob erkennt man sie (November 2018)

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9 Antworten

  1. Matthias Rensing sagt:

    Dieser Beitrag heute hat mich wirklich verblüfft. Ich hatte zu keiner der Äußerungen ein inneres Bild (= einen Menschen, dem ich den Satz hätte zuschreiben können) Sie kennen seltsame Leute.

    Egal, ich freue mich auf Ihren nächsten Blog.

  2. Volker sagt:

    Hab da immer nur eine Frage: „Was willst Du?“
    Natürlich muss man die wie die Kinderfrage „Warum?“ mehrmals hintereinander stellen.

    Der einfach schwierige Trick ist, die/den Befragte/n in einer Stimmung zu erwischen, in der sie/er sich selber ehrlich fragt.

  3. Schib sagt:

    Mir fällt dazu der Spruch eines Freundes ein, der sinngemäß meinte, das wir „alle“ mit zunehmenden Alter „komischer“, „schräger“ oder eigenartiger werden. Und das war liebevoll gemeint, für mich ist das verständlich.

    Offen zu bleiben wird schwerer, hält aber jung. Trotzdem drehen wir alle doch irgendwie unseren eigenen „Film“.

    Das Problem fängt immer dann an, wenn man Schuld (indirekt) an andere verteilt. Cleverer ist eigene Fehler als Teil des Lebens zu akzeptieren und, wenn einmal erkannt mit Zuversicht nicht zu wiederholen. Zu sich zu stehen.

    Anderen Ihre Fehler wiederholt vor Augen zu führen, wer macht das, wenn er nicht explizit darum gebeten wird…? Ich verweise hier gerne an Schulz von Thun und seine Erklärungen zum Wertequadrat. Für den Verschwender ist der Sparsame „immer“ ein Geizhals und für den Geizhals ist der Großzügige schon direkt ein Verschwender. Wer ist bei solchen Konstellationen das wirkliche Problem und wer fängt dabeimeist als erster an sich zu rechtfertigen? Ja klar, der Extremere von beiden. Nun gut, hauptsache er steht dazu, dann muss er sich aber wohl auch meist kaum rechtfertigen.

    Vom Scheitern erzählen: FuckUp Night… ich hätte auch mindestens ein, zwei große Geschichten zu erzählen und einige Kleine.

    Jaja, der Vertrieb…

    Sicherlich steckt die Leidenschaft eines Menschen mehr an als das Fishing for Compliments! Evtl. ist ersteres aber auch mal nur egoman und letzteres ein Einstieg in ein Gespräch, die Suche nach Zuspruch, den jeder mal braucht. Keep the balance right!

    Narzissten der weiblichen Variante entschuldigen sich selbst, die männlichen gar nicht, oder war es doch umgekehrt? Es ist beides am Ende das Gleiche. Wer bittet heute noch wirklich um Entschuldigung? Wer weiss überhaupt noch wie das geht?

    Es gibt einen großen Unterschied zwischen der ehrlichen Frage nach einer Entschuldigung und einer Rechtfertigung. Oftmals habe ich das Gefühl es gibt zu viele Rechtfertigungen. Zu wenig ehrlich gemeinte Bitten um Entschuldigung oder eben das „Dazu stehe ich“.

  4. Michael sagt:

    Der Mathematiker hat letztlich das Talent die verkehrte Logik seines Gesprächspartner zu erkennen, die der Psychologe dann raffiniert heilen kann bzw. aufgrund von statistischen Tabellen und Erhebungen als ganz normal klassifiziert.

    • schib sagt:

      Hahaha.

      Jo!

      Die Grenze zwischen der Mitte (dem allgemein Akzeptiertem) und dem Extremen (also als pathologisch zu bezeichnenden) ist fließend. Es gibt den Graubereich, zwischen (z.B.) Sparsamkeit (fast immer ok) und Geiz (auf Dauer doch eher echt schädlich) hier und Großzügigkeit (fast immer ok) und Verschwendung (auf Dauer doch eher echt schädlich) dort.

      Gerade bei inneren Haltungen, die gepaart mit Schauspiel, Anpassungsdrang/-Zwand und Selbstbetrug sicherlich nur schwer (oder gar nicht) ad hoc klar zu erkennen sind, hilft die Mathematik nicht mehr wirklich, malad von gesund sauber zu trennen. Und der Freiheitsbegriff verbietet quasi innere Haltungen zu verurteilen, solange damit nicht (in Folge durch Sprache und Tun) unmittelbar Gesetze gebrochen werden. Vor der Illegalität kommt aber auch die Illegitimität, BSP: Donlad Trump oder Erdogan (die ja auch nicht in Deutschland leben und somit anderen Gesetzen unterliegen und „leicht“ andere Moralvorstellungen pflegen dürfen ohne in ihren Kulturkreisen direkt mal schräg angeguckt zu werden).

      Nun ja, jeder mache sich sein eigenes Bild! Aber er gleiche es auch bitte mit seinen Mitmenschen (und anderen Kulturkreisen und Werten) ab sonst wird er wohl irgendwie von den Mitmenschen abgeglichen werden. So macht das die Natur (des Menschen) und manchmal kommt es einem evtl. auch mal so so vor, als wäre man im falschen „Film“.

      Z.B.: Selbst Sparsame und Großzügige kommen ___langfristig___ auch nur miteinander klar, wenn sie beide über ihren eigenen Tellerrand hinaus gucken können und die ganze Skala sehen können (auch Geiz und Verschwendung)!!! Dann bilden beide evtl. sogar ein starkes Team und können sich gegenseitig situativ leicht korrigieren, sonst eben nicht!

      Mathematik alleine als Kompass hilft da nicht, man braucht eben auch die Landkarte (der Empathie) um sich – bewusst – auf den Weg zu machen, eine Entscheidung wahrscheinlich ohne spätere Reue treffen zu können. Fehlt die Landkarte hilft vielleicht der Psychotherapeut – in manchen Kulturkreisen ist es schick einen als ständigen Begleiter zu haben. Ein enger Freund tut es aber meist auch schon. Aber die Landkarte hat man zu einem großen Teil aus den frühen Jahren mitbekommen. Reichlich schwer und auch angst-beladen die neu zu zeichnen.

      Und wenn man dazu steht, dann ist das als selbstbewusst zu bezeichnen, dann fällt Selbstlob und Rechtfertigung im Normalfall eher aus, denn ich vertrage mich dann viel lieber, egal wie minimal dieser Vertrag aussehen würde: Er bezeichnet etwas Konstruktives! Mehr als das erwarte ich nicht von meiner Umwelt und doch habe ich auch all die Wünsche und Sorgen, die ein Mensch eben so haben kann über „Verträge“ hinaus. Ich lasse sie zu. Denn nicht alles lässt sich – schon allein aus reinen Zeitgründen heraus – vorab vertragen…

      Wir starten hier immer wieder den Versuch, nicht?

      Dann brauchen wir erst mal auch keinen Psychologen und auch keinen Richter, sondern bleiben „reiche“ und selbstständige Mathematiker 😉

  5. Joachim Schnurrer sagt:

    Nach meiner Auffassung sind das diejenigen, die sich gerne zu sog. „Jammerzirkeln“ In Treppenhäusern, Kaffeeküchen oder anderen Treffpunkten zusammenschließen.
    Natürlich sind nicht alle an diesen Örtlichkeiten gleich den „Jammerzirkeln“ zuzuordnen!!
    In den Jammerzirkeln wird auch noch über viel mehr diskutiert, was dem Anspruch „gut, dass wir darüber mal geredet haben“ gerecht wird.
    Es ist allerdings recht schwierig solche Mitarbeiter(innen) oder Kolleg(inn)en aus ihren „Wohlfülzonen“ herauszulotsen.

  6. Jenny sagt:

    An diesen Punkten kann man gut mit Gewaltfreier Kommunikation arbeiten. Gegenargumentieren muss man nicht. Viel eher heraus finden, um welche Bedürfnisse sich das Gesagte dreht.
    Persönlichkeitspanzer bauen Menschen auf, die ihre Bedürfnisse nicht wirksam an andere kommunizieren können, oder einfach nicht kennen.

  7. Brigitte Meyer sagt:

    @ matthias r., ich bin gar nicht verblüfft und habe für einige Aussagen sofort lebende Beispiele vor Augen. Natürlich ist es überspitzt formuliert, was es sein soll und in der „Omnisophie“ so üblich ist… aber diese Denkweisen sind real.

  8. Henning sagt:

    Ich glaube, hier kann das Wertequadrat nach Schulz von Thun gute Lösungshinweis liefern. Möglicherweise handelt es sich um Übertreibungen aus Sorge davor, das jeweils gegenteilige Extrem zugeschrieben zu bekommen…

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