DD227: Deflation durch Inflation der Sklaverei (November 2014)

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20 Antworten

  1. Schoppmann sagt:

    Für viele Misstände sind Betriebswirte verantwortlich. Volkswirte sollten es eigentlich wissen aber auch hier stimme ich ihren gut beschriebenen Trends zu.
    Es ist zum heulen! Aber wer sagt uns wie das geändert werden kann?
    Das eigentliche Problem kommt ja erst noch. Wenn die Rente nicht reicht.
    Habe vor Jahren schon den Vorschlag gemacht auf 8 Tage Urlaub zu verzichten und den Wert des Verzichts als Zusatzrente zu kapitalisieren. Das kostet nichts. Das macht aber keiner weil da heilige Kühe geschlachtet werden, wo wir doch Weltmeister im Urlaub machen sind.

  2. Schneider sagt:

    Dazu passen sehr gut die Ansichten des Club of Rome der in Deutschland durch Prof. Rademacher vertreten wird. Siehe z.B. die Szenarien zu „Limits to Growth“ http://www.clubofrome.org/?p=703

  3. Janix sagt:

    @Schoppmann. Solange jene 8 Tage nicht eine verdeckte weitere Lohnsenkung darstellen würden. Und, zweiter Punkt, haben wir durch die Produktivitätsgewinne (nur die jenseits von den beschriebenen fragwürdigen bereits) nicht eher sinnvoll die Arbeitszeit zu verkürzen? Wirtschaft diene dem Menschen, nicht umgekehrt.

    Zum Artikel: die Inflation wird zurückgewünscht, weil derart eine Umverteilung nicht so auffällt. Wieder würden Löhne dadurch gekürzt, dass sie einfach unzureichend erhöht werden. Auch kann nur so einfach ein negativer Realzins entstehen (vgl. Keynessche Falle), um die moribunde Wirtschaft bis zur nächsten Wahl zu dopen und die Staatsschulden nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Dass man Letztgenanntes auch mit echten Steuern für international agierende Konzerne schaffen könnte, geschenkt. Die haben viel zu gute PR-Agenturen …

  4. Karl Breuer sagt:

    Die schöne und grausame Welt des Kapitalismus – Gunter, willkommen.
    Mach das Volk satt und trocken – beschäftige es mit Nichtigkeiten – z.B. einem Dobrint – und Du kannst die wahrhaft wichtigen Dinge verschleiern und durchsetzen. Wir (alle) werden nicht erleben, dass die sogenannten Volksvertreter auch zum Wohle des Volkes agieren, denn die „Sachzwänge“ hindern ja daran. Die Liste ist so lang, wie die Schlangen vor dem Apfelladen, wenn eine Frucht vom Baum fällt….. Da beweist der mündige Bürger wieder Konsumverhalten und Gedankenlosigkeit. Solange das erworbene Geld für Selbstdarstellung und
    Lobotomie (Drogen, Spiele, Mobiltelefone,…..) weg geworfen wird, solange haben wir zu viel davon im Umlauf. Schauen wir uns an, was die EU mit der „3. Welt“ verbricht, wird mir jedoch speiübel und Agression steigt hoch. Für ein paar wenige Geldhaie werden ganze Volkswirtschaften per Freihandelsabkomen kaputt gemacht, damit billiges, minderwertiges Fleisch dorthin exportiert werden kann. Weil unsere Wirtschaft ja ansonsten kaputt geht……….

    Ein letztes Wort noch – wir müssen dringend wieder lernen, die Wegwerfmetalität in den Griff zu bekommen. Sonst schickt unsere Bundeswehr Ullala bald nochmehr Soldaten in die Welt, um unsere vermeindlichen Interessen zu schützen……..in diesem Sinne – KONSUM ! Aber billig!

    • Harry sagt:

      Wir erleben nicht die Welt des Kapitalismus.

      Es findet kaum noch Wettbewerb zwischen Firmen statt. Wieviel Hersteller von Waschmaschinen oder Kühlschränken gibt es und wieviele Marken stellen diese her? Wir befinden uns auf dem Weg in eine Planwirtschaft mit 5 Jahresplänen/roadmaps u.a. Und wenn es unterschiedliche Produzenten gibt, dann kaufen diese Komponenten bei einen Zulieferer ein.
      Früher hätte ich dies eher einem sozialistischen Wirtschaftssystem zugeordnet.

      Wir erleben, daß Firmen auf Droge Optimierung sind, daß Sie auch ihre Kunden wegoptimieren. Ohne ausreichende Löhne keine Konsumenten und keine Gewinne.

      Der Konsum geht ww zurück. Die Zahl der Untersützungsempfänger wächst immer mehr. Damit die Verarmung der Gesellschaft nicht zu offentsichtlich wird, verschulden sich die Staaten und finanzieren darüber die Unterstützung.

      Warum haben die Haushalte in Deutschland das kleinste Nettovermögen in der EU?
      Warum brauchen immer mehr Rentner Zuschüsse?

      Wie finanzieren die Berufstätigen (soweit nicht wegrationalisiert) die Rentner und Pensionäre? Heute finanziert ein Beschäftigter 0,3 Rentner und in 15 Jahren muß er 0,6 Rentner finanzieren.

      • LeoA sagt:

        DAs sehe ich seit geraumer Zeit wie Sie.

        Die Entwicklung steuert auf eine zentrale Zuteilung des Nötigsten zu. Planwirtschaft durch die, die etwas davon verstehen: durch die Wirtschaft statt durch heute geradezu rührend wirkende sozialistische Politiker.

        Nur: was tun? Ich fürchte, der Zug der Handlungsmöglichkeiten ist längst abgefahren. Weil: heute steht keine Maschine mehr still, weil irgendein starker Arm es will. Wer ändern will, muss auch irgendeine Handhabe gegenüberstellen können. Nur noch die GDL kämpft auf verlorenem Posten.

        Ich bin KEIN Gewerkschafter. Aber ich sehe, dass das Gleichgewicht, das durch diese einst hergestellt werden sollte, nicht mehr stattfinden kann und wird.

        Die Diagnose stimmt schon: keine Vergangenheit, keine Zukunft. Keine, die wir uns wünschen. Aber vielleicht eine, die wir brauchen, um aufzuwachen?

    • Idahoe sagt:

      @Harry

      Seltsam, ist es nicht der Zweck des Wettbewerbes einen Sieger zu ermitteln, auch allgemein Monopol genannt?

      Klar, dieser Denkfehler findet sich bereits bei Adam Smith und die Entstehung fehlte auch bei Milti Friedman. Nun Logiker waren es keine.

      Logisch betrachtet ist das sozialistische Monopol nur das vorweggenommene des Kapitalismus:

      ES KANN NUR EINEN GEBEN.

      Ansonsten einfach mal eine Suchmaschine ihrer Wahl anwerfen, oder selbst nachforschen, warum etwas nicht funktionieren kann

      http://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_Mathematik

      http://www.tabvlarasa.de/42/Riessinger.php

      Rationalität ist halt nicht von dieser Welt. Und nein, ich bin hier nicht der Spinner.

  5. Dr. Ralf Resch sagt:

    Kennnen Sie das auch?
    In der Firma gibt es ein Problem, und ein Booksmart hat die Lösung. Er stellt sie schlüssig dar und begründet sie; es gibt keine offensichtlichen Fehler in seinem Konzept.
    Doch, einen: es dauert zu lange und erfordert zu viel Anstrengung – na, sagen wir: wenigstens bei derselben Strategie zu bleiben (für viele Manager ist das schon anstregend).
    Also setzt sich der Streetsmart mit einer einfachen „Lösung“ durch, quick and dirty. Das sagt er natürlich nicht, sondern eher sowas: „Mit dieser fokussierten Kampagne werden wir bereits im nächsten Quartal messbare Fortschritte erreichen und wieder auf Platz 1 zurückkehren.“
    Auf diesem Trip sind wir mittlerweile in der gesamten Gesellschaft bzw. in den meisten Gesellschaften. Wir brauchen unsere Drogen (Kampagnen, Incentives u.ä.) und unsere Sklaven (Leiharbeiter, Menschen in den Ländern des Südens). Unsere erste Bürgerpflicht ist Ruhe bewahren und konsumieren.
    Aufwachen! Nicht mehr mitmachen! Politiker ignorieren – selbst die Gesellschaft gestalten. Alternative Konzepte wie Postwachstumsökonomie, Gemeinwohlökonomie, Transition Towns usw. im Kleinen umsetzen und zur Blüte bringen. Konstruktive Alternativen praktizieren und resilient werden statt in Resignation und Depression zu verfallen.

  6. o ist nur all das viele Geld hin, das, wenn es hier im Lande fließen täte doch reichlich Nachfrage erzeugte?
    Es gab noch nie so viel Schulden wir heute, weshalb ja schließlich auch genauso viel Geld im Umlauf ist. (Für Jene, die es noch nicht bemerkt haben: Neues Geld kommt erst bei Aufnahme von Schulden bei der privaten Bank in Umlauf. Daher wird Geld vernichtet, wenn diese Kredite zurückgezahlt werden. Einfach mal nach Giralgeld oder Fiatmones googeln.)
    Aufgrund dieser immensen Schuldenmenge, für die laufend Zinsen zu entrichten sind, fließen via eigener Schulden, die Schulden der Staaten, aber auch der Produzenten inzsichen etwa 50% des Verdienten als Zinsdienst an die Banken, deren Besitzer sich immer fleißiger die Hände reiben.
    Fürher gab es alle Paar Jubeljahre, um diese Schuldenberge wegzuhauen. Heuzutage macht man das via Krieg, am besten Weltkriege. Dann ist so viel kaputt, da kann man wieder fleißig Schulden machen.

    Warum können wir, der Staat (oder sind wir das gar nicht), nicht selbst das Geld schöpfen und müssen es uns bei den Privaten holen?

    Mir scheint da ein arger Fehler im System.
    Wir könnten uns auch Zinsklsaven nennen, oder?

    • Idahoe sagt:

      Das ist noch grundsätzlicher, Geld ist ein reines Manipulationsmittel, ich zitiere mal:

      Überall ist der Ruf nach mehr Bildung und Forschung zu hören, allein vom Stoff, der dies ermöglicht, ist viel zu wenig da, wie bedauerlich, daß es ihn nicht gibt.
      Franz Maria Arwee

      Arme Gläubige…

  7. Thomas Einfach Mensch sagt:

    H&M steht in Schweden in Moment in der Kritik. Die grosse Modekette will künftig nicht mehr in Indien produzieren lassen, wo sie dem Arbeiter mit 70h/6 Tage Woche für 54 Euro bezahlen müssen, ohne jedweder sozialer Absicherung oder Gesundheitsvorsorge, sondern in Äthopien, wo die Menschen dafür nur 20 Euro kassieren.
    Die Gewinne der Konzeren muss sich weiter vergrössern, wenn man die Aktionäre bei Laune halten will und auf Expansionskurs ist.
    Die Menschen gehen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten und müssen sich selbst für Gemüse Kredit aufnehmen. Sie arbeiten sich wund, leben unter den unwürdigsten Bedingungen, damit wir uns ständig etwas Neues kaufen können. Alt ist nicht gut! Es ist billiger neu zu kaufen, als zu reparieren! Wer will schon Altes? Vor allem wenn er was Neues vielleicht sogar billiger bekommt?
    Wer denkt auch nur einen Moment an die Sklaverei, wenn ihm gefällt, was er sieht und es haben will? Wenn es so viele wären, dann frag ich mich, warum diese Konzeren so gross werden!?

  8. Aplikmuj sagt:

    In der Praxis können wir die Abwanderung nicht verhindern. Abwanderung ist eine Zuwanderung genauso. Das darf man nicht vergessen. Zumal Menschen letztendlich Menschen sind ist ja erstrebenswert, dass sich die Preisniveaus annähern.

    Eine Nationalökonomie ausgerichtet an Staatsgrenzen ist sowieso absurd. Ich bin mein Leben besser gefahren andere zu enablen und abkömmlich zu sein. Damit geht man ohne die Freiheit anderer einzuschränken seinen Weg. Die Abhängigkeiten auf der die Industrie ihr Geschäftsmodell aufbaut kehrt sich zum Unsegen. Sobald der Kunde mehr Power hat.

    Es war vermutlich nicht schlau durchaus passable Produkte solange zu (re)innovieren bis sie dann doch zu teuer wurden. Das hat den Kulminatonspunkt der von ihnen umrissenen Strategie ins hier und jetzt verschoben. Aber damit hat sich Europa in die eigene Tasche gelogen, sehr erfolgreich. China war über Technologiesperren sehr lange limitiert.

    Neue Produkte sind notwendig, selbst wenn sie nicht zwingend aus der materiallastigen Industrie kommen. Auch die wurde 30 Jahre am Ende über Schuldenaufnahme der Staaten subventioniert. Jetzt verlieren die Platzhirschen das Geweih.

    Die Gewinne der Mittelständer wurden aufgefressen damit die Umwegproduktion über billiges Geld endgültig ausgeschaltet. Genau dies macht ja Osteuropa durchaus attraktiv. Die haben, so seltsam es klingt, mit einer soliden Wirtschaftspolitik im Sinne einer freien Marktwirtschaft die Möglichkeit die Fehler Mitteleuropas nicht zu machen.

    China wird vermutlich in absehbarer, wenn auch möglich eher am Horizont absehbar die Währung aufwerten. Dann möchte ich sehen, was noch geht im Westen. Da ist dann eiligst hohe Flexibilität gefragt. Export nach Asien im großen Stil ist keine Vision, da fehlt es an Produkten. Der Westen kann dorthin verkaufen, mal jetzt von Investitionsprojekten abgesehen, wo die europäische Kultur in der Geschichte irgendwann mal zugegen war. Der Rahmen scheint ausgeschöpft.

    Neue Produkte für neue Kunden ist der steinige Weg zurück und sonst gar nichts. In dem Sinne wird auch die junge Generation mal der Wind der Gründerzeit um die Ohren wehen, aber im ökonomischen Umfeld vom Death Valley. Das ist der kleine Unterschied zum 19ten Jahrhundert. Ich freue mich schon drauf, das wird wieder lustig.

    • Idahoe sagt:

      Vielleicht fubnktioniert ja die Grundlage der Ökonomie bereits überhaupt nicht?

      Gode und Sunder, 1993 Zero Intelligance

      Die ökotherische Leere ist nur nicht in der Lage die tatsächlich logischen Schlüsse zu ziehen, wie auch, bei 0 % Intelligenz?

  9. So wichtig diese kritischen und berechtigten Überlegungen auf der Makroebene sind, es sind immer Menschen die handeln. Vielleicht sollten wir überlegen, warum Konzernvertreter und Staatsdiener handeln wie sie handeln?

    Wer die Motive der Menschen besser verstehen will, Deflation und Inflation sind schliesslich auch die Wirkung menschlicher Handlungen, freiwillig oder unfreiwillig gewählt, findet ein paar neue Gedanken dazu auf der Seite http://www.wohlfuehloekonomie.de.

  10. Horst sagt:

    Ich finde auch, das Gehälter immer steigen müssen. Dieses Prinzip hat sich bewährt. Leistungsunabhängiger Anstieg über der Inflationsrate!

    Die Menschen sollen auch das Recht auf ihren Arbeitsplatz behalten. Kündigungen sollen verboten bleiben.

    Der Konsum muss angekurbelt werden und um unseren Wohlstand zu finanzieren dürfen auch die Steuern steigen.

    Geld lässt sich sehr kostengünstig drucken, am Geldmangel scheitert es bestimmt nicht.

  11. Zeno Cosini sagt:

    Viel Spass in einer Welt ohne „Arbeitssklaven“. Bin gespannt, ob die gleichen Leute die für ein ausgewachsenes Hähnchen 3 EUR bezahlen, bereits sind 300 EUR mehr für ein Notebook und 400 EUR mehr für ein Smartphone bezahlen wollen. Und wenn Sie auf Arbeit sind, lieber wieder 1200 EUR für einen SAP Berater (wie früher) statt 150 EUR für den Inder (wie heute). Ach ja, und wo sollen die Arbeitssklaven dann arbeiten, wenn wir ihren Service nicht mehr in Anspruch nehmen? Wir schicken dann am besten Entwicklungshilfe.
    Was das Schuldenmachern anbelangt: Es ist schlicht fahrlässig NICHT bei realen Negativzinsen im grossen Stile Anleihen zu begeben und seine Infrastruktur zu sanieren. Durch das Wachstum bleibt die Schuldenratio die gleiche. Allen geht es besser, fiskal hat sich hingegen nichts geändert.

  12. Das kommt davon, wenn man das Gescäftsmodell der global agierenden Konzerne den Master of Business and Administration (MBA) überlässt und dafür den traditionell erfolgreichen Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing.) an Universitäten abgeschaft.

  13. Hans sagt:

    Das ist alles zurückzuführen auf Gier und Gleichgültigkeit. Ehrliche Verantwortung für andere, Respekt, Mäßigung, Demut sind negativ besetzt und erfordern Energie, die sich in Aggression und Durchsetzungswille viel besser im globalen Wertesystem bezahlt macht. Meine Hoffnung ist, daß die Digitalisierung der Welt weiter die aktuellen kapitalistischen Prozesse und Machtsysteme eruiert und einen neuen Humanismus befördert.

  14. Jeder hat die Möglichkeit, mit seinem Konsumverhalten ein Zeichen zu setzen. Wir wissen mittlerweile sehr genau, wo welche Firmen ihre Waren herstellen (lassen). Wenn wir erwarten, dass Produkte zu niedrigen Preisen von gut bezahlten Fachkräften hergestellt werden könnten, dann stellen wir uns bewusst blind und dumm. Jeder von uns trägt Verantwortung und kann dieser bei JEDEM Einkauf gerecht werden. Und sich hier auf Bio-Produkte zu beschränken kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Mit Markenware, die für ihre langlebige Qualität und ihre heimische Produktion bekannt ist, investiert man in die richtigen Unternehmen und spart zudem langfristig das meiste Geld. Selbstverantwortung mag zwar anstrengend und unbequem sein, sie nimmt einem jedoch auch die Ohnmacht, die die ansonsten weit verbreitete Gesellschaftskritik in sich trägt.

  1. 10. November 2014

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