DD227: Deflation durch Inflation der Sklaverei (November 2014)

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DD227: Deflation durch Inflation der Sklaverei (November 2014)

Am Anfang hieß es Reengineering, als man begann, die betrieblichen Abläufe infrage zu stellen. „Jeder Arbeitsablauf muss auf den Prüfstand“, so sagte man und nannte es später Lean Management. Auf Deutsch: Die Manager verschlankten die Arbeitsabläufe. Das taten sie so sehr, dass die Abläufe dann oft gar nicht mehr funktionierten. Zu „lean“ sollte es denn auch nicht zugehen.

Damit aus dem Mager-Model-Prozessen keine ernsthaft Magersüchtigen entstehen, musste man zu den Managern, die mehr lean auf Kosten der Arbeitsergebnisse hinschwindelten, eine Art Gegenpolizei entwerfen, die bald das so genannte Qualitätsmanagement betrieb und für alle Arbeiten Mindestqualitäten definierte. Das Ziel war nun, alles beliebig billig zu machen, aber eben alles zur definierten Mindestqualität zu liefern.

Diese Mindestqualität kann durchaus sehr hoch angesetzt sein – manche Firmen tun das und verordnen sich einen Exzellenzstandard, andere behaupten es wenigstens noch.

Nach dem Lean Management und dem Qualitätsmanagement begann das Outsourcing. Man sagte, dass alle Arbeit von Leuten verrichtet werden müsste, die es am besten könnten – die aber habe man oft nicht im Unternehmen selbst. Deshalb kaufte man sich Expertise von außen zu, zum Beispiel Strategieberater, Designer oder Zeitarbeitsgärtner für die Hydrokulturen in den Großraumbüros. Alle diese Ideen betrafen die bessere Organisation der Arbeit und deren Aufteilung unter den verschiedenen Arbeitskräften.

Dann aber begann man, von den Outgesourcten immer mehr Leistung zu verlangen. Aus Prinzip! Man drückte brutal die Löhne und verlangte dafür stets die definierte Mindestqualität. Man drückte die eigene Verantwortung weg, die Mindestqualität einzuhalten – die musste geliefert werden. Wie genau das geschah, unter Kinderarbeit, Hungerlohn oder sonst wie, sah man sich selbst nicht an, es war ja von allen „Lieferanten“ unterschrieben worden, alles ethisch sauber herzustellen. Man begann auch, alle solche Arbeiten outzusourcen, bei denen die Auslastung schwankte, was ein Beschäftigungsrisiko für ein Unternehmen bedeutete. Alle diese Risiken und die Verantwortung für die interne Art der Erbringung der Arbeiten wurden nach außen gegeben.

So etwa bis 1990 arbeiteten wir echt nur 35 Stunden und hatten es gemütlich dabei. Heute arbeiten wir ungemütlich stressig unsere bald 50 Stunden und mehr und leisten in dieser Zeit wie früher in 70 Stunden. Da haben wir unseren Output doch fast verdoppelt? Bekommen wir mehr Geld? Nein, nur die Inflation wird ausgeglichen. Nun haben wir ja gerade leider gar keine Inflation mehr, dann werden die Löhne wohl noch gar sinken?? Was ist – so fragen wir uns – mit unserer irren Mehrleistung geschehen?

Wir wissen alle, dass die Menschen in Asien noch viel rüder behandelt werden. Die bezeichnen wir ja inzwischen wütend als „moderne Sklaven“ – und wir finden, dass sich das nicht gehört, Menschen so zu behandeln. Aber Sie sollten bei Ihrer Wut auch sehen, dass die „Sklaven“ in Asien ja jedes Jahr mehr Geld bekommen, während man uns hier ja nach und nach erst in die moderne Sklaverei tiefer und tiefer hineindrückt.

Diejenigen, die davon nicht betroffen sind, schauen weg oder finden, die Prekären könnten sich mehranstrengen und weiterbilden. Das Ansteigen der Armut hierzulande wird als statistisches Phänomen wahrgenommen, es geht uns aber „oben“ gar nicht nahe. Wir merken schon, dass die Qualität der Waren sinkt, wir streiten ja um diese „Mindestqualitäten“ mit dem Chef bei der Arbeit. Hier in Mannheim war Chirurgenbesteck nicht richtig desinfiziert (Skandal!) – „wir schaffen die Mindestqualität nicht mehr zu jeder Zeit, es sind aber Einzelfälle, und eine Gefahr für Menschen bestand zu keiner Zeit“. Das Pferdefleisch in der Lasagne gefährdete auch niemanden. Banken und Versicherungen müssen Beratungsprotokolle anfertigen, damit sicher ist, dass sie eine Mindestqualität geliefert haben…

Wir arbeiten mehr, verdienen eher weniger, die Produkte werden auf Mindestqualität heruntergedimmt. Die Preise fallen, weil wir ja nicht so viel Geld haben und vor allem, weil die Qualität ja sinkt…

Irgendwie lesen die Volkswirte jetzt Deflationsgefahren aus diesem Kaffeesatz. Dabei gibt es doch eine tolerierte Entwicklung zu moderner Sklaverei und die Ausweitung der Arbeiterarmut, zu der später noch die Altersbitterarmut kommt. Wieso – bitteschön – sollen jetzt die Preise wieder steigen? Warum nicht die Qualität der Waren, die Auswahl dabei und der Anteil der nach Erdbeer schmeckenden Pilze im Joghurt? Wer soll denn die höheren Preise bezahlen?

Wir schauen weg und hoffen. „Deutschland geht es noch immer mit am besten.“ – „Dass die Armut steigt, bedauern wir sehr, aber das wird vorübergehen.“ – „Die junge Generation Y will ja gar nicht mehr hart arbeiten, die wollen nur genießen.“ Hilfe! Die Jungen haben keine Vergangenheit und keine richtige Zukunft, da haben sie nur die Gegenwart.

Noch nie hatten wir so wenig Vergangenheit wie heute. Noch nie hatten wir so wenig Zukunft wie heute. Weil wir wegschauen und bald Kredite aufnehmen – wir, das Volk – damit die Volkswirte damit irgendwie doch noch eine Inflation anzetteln, damit die Gewinne steigen.

Deflation, Inflation, Schulden hin und her: Wir müssen auskömmliche Arbeitsplätze schaffen – aber das wissen wir alle. Es ist nur viel zu viel Arbeit gegenüber dem Schuldenmachen und Verlotternlassen aller Infrastrukturen.

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20 Antworten

  1. Für viele Misstände sind Betriebswirte verantwortlich. Volkswirte sollten es eigentlich wissen aber auch hier stimme ich ihren gut beschriebenen Trends zu.
    Es ist zum heulen! Aber wer sagt uns wie das geändert werden kann?
    Das eigentliche Problem kommt ja erst noch. Wenn die Rente nicht reicht.
    Habe vor Jahren schon den Vorschlag gemacht auf 8 Tage Urlaub zu verzichten und den Wert des Verzichts als Zusatzrente zu kapitalisieren. Das kostet nichts. Das macht aber keiner weil da heilige Kühe geschlachtet werden, wo wir doch Weltmeister im Urlaub machen sind.

  2. @Schoppmann. Solange jene 8 Tage nicht eine verdeckte weitere Lohnsenkung darstellen würden. Und, zweiter Punkt, haben wir durch die Produktivitätsgewinne (nur die jenseits von den beschriebenen fragwürdigen bereits) nicht eher sinnvoll die Arbeitszeit zu verkürzen? Wirtschaft diene dem Menschen, nicht umgekehrt.

    Zum Artikel: die Inflation wird zurückgewünscht, weil derart eine Umverteilung nicht so auffällt. Wieder würden Löhne dadurch gekürzt, dass sie einfach unzureichend erhöht werden. Auch kann nur so einfach ein negativer Realzins entstehen (vgl. Keynessche Falle), um die moribunde Wirtschaft bis zur nächsten Wahl zu dopen und die Staatsschulden nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Dass man Letztgenanntes auch mit echten Steuern für international agierende Konzerne schaffen könnte, geschenkt. Die haben viel zu gute PR-Agenturen …

  3. Die schöne und grausame Welt des Kapitalismus – Gunter, willkommen.
    Mach das Volk satt und trocken – beschäftige es mit Nichtigkeiten – z.B. einem Dobrint – und Du kannst die wahrhaft wichtigen Dinge verschleiern und durchsetzen. Wir (alle) werden nicht erleben, dass die sogenannten Volksvertreter auch zum Wohle des Volkes agieren, denn die “Sachzwänge” hindern ja daran. Die Liste ist so lang, wie die Schlangen vor dem Apfelladen, wenn eine Frucht vom Baum fällt….. Da beweist der mündige Bürger wieder Konsumverhalten und Gedankenlosigkeit. Solange das erworbene Geld für Selbstdarstellung und
    Lobotomie (Drogen, Spiele, Mobiltelefone,…..) weg geworfen wird, solange haben wir zu viel davon im Umlauf. Schauen wir uns an, was die EU mit der “3. Welt” verbricht, wird mir jedoch speiübel und Agression steigt hoch. Für ein paar wenige Geldhaie werden ganze Volkswirtschaften per Freihandelsabkomen kaputt gemacht, damit billiges, minderwertiges Fleisch dorthin exportiert werden kann. Weil unsere Wirtschaft ja ansonsten kaputt geht……….

    Ein letztes Wort noch – wir müssen dringend wieder lernen, die Wegwerfmetalität in den Griff zu bekommen. Sonst schickt unsere Bundeswehr Ullala bald nochmehr Soldaten in die Welt, um unsere vermeindlichen Interessen zu schützen……..in diesem Sinne – KONSUM ! Aber billig!

    1. Wir erleben nicht die Welt des Kapitalismus.

      Es findet kaum noch Wettbewerb zwischen Firmen statt. Wieviel Hersteller von Waschmaschinen oder Kühlschränken gibt es und wieviele Marken stellen diese her? Wir befinden uns auf dem Weg in eine Planwirtschaft mit 5 Jahresplänen/roadmaps u.a. Und wenn es unterschiedliche Produzenten gibt, dann kaufen diese Komponenten bei einen Zulieferer ein.
      Früher hätte ich dies eher einem sozialistischen Wirtschaftssystem zugeordnet.

      Wir erleben, daß Firmen auf Droge Optimierung sind, daß Sie auch ihre Kunden wegoptimieren. Ohne ausreichende Löhne keine Konsumenten und keine Gewinne.

      Der Konsum geht ww zurück. Die Zahl der Untersützungsempfänger wächst immer mehr. Damit die Verarmung der Gesellschaft nicht zu offentsichtlich wird, verschulden sich die Staaten und finanzieren darüber die Unterstützung.

      Warum haben die Haushalte in Deutschland das kleinste Nettovermögen in der EU?
      Warum brauchen immer mehr Rentner Zuschüsse?

      Wie finanzieren die Berufstätigen (soweit nicht wegrationalisiert) die Rentner und Pensionäre? Heute finanziert ein Beschäftigter 0,3 Rentner und in 15 Jahren muß er 0,6 Rentner finanzieren.

      1. DAs sehe ich seit geraumer Zeit wie Sie.

        Die Entwicklung steuert auf eine zentrale Zuteilung des Nötigsten zu. Planwirtschaft durch die, die etwas davon verstehen: durch die Wirtschaft statt durch heute geradezu rührend wirkende sozialistische Politiker.

        Nur: was tun? Ich fürchte, der Zug der Handlungsmöglichkeiten ist längst abgefahren. Weil: heute steht keine Maschine mehr still, weil irgendein starker Arm es will. Wer ändern will, muss auch irgendeine Handhabe gegenüberstellen können. Nur noch die GDL kämpft auf verlorenem Posten.

        Ich bin KEIN Gewerkschafter. Aber ich sehe, dass das Gleichgewicht, das durch diese einst hergestellt werden sollte, nicht mehr stattfinden kann und wird.

        Die Diagnose stimmt schon: keine Vergangenheit, keine Zukunft. Keine, die wir uns wünschen. Aber vielleicht eine, die wir brauchen, um aufzuwachen?

    2. @Harry

      Seltsam, ist es nicht der Zweck des Wettbewerbes einen Sieger zu ermitteln, auch allgemein Monopol genannt?

      Klar, dieser Denkfehler findet sich bereits bei Adam Smith und die Entstehung fehlte auch bei Milti Friedman. Nun Logiker waren es keine.

      Logisch betrachtet ist das sozialistische Monopol nur das vorweggenommene des Kapitalismus:

      ES KANN NUR EINEN GEBEN.

      Ansonsten einfach mal eine Suchmaschine ihrer Wahl anwerfen, oder selbst nachforschen, warum etwas nicht funktionieren kann

      http://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_Mathematik

      http://www.tabvlarasa.de/42/Riessinger.php

      Rationalität ist halt nicht von dieser Welt. Und nein, ich bin hier nicht der Spinner.

  4. Kennnen Sie das auch?
    In der Firma gibt es ein Problem, und ein Booksmart hat die Lösung. Er stellt sie schlüssig dar und begründet sie; es gibt keine offensichtlichen Fehler in seinem Konzept.
    Doch, einen: es dauert zu lange und erfordert zu viel Anstrengung – na, sagen wir: wenigstens bei derselben Strategie zu bleiben (für viele Manager ist das schon anstregend).
    Also setzt sich der Streetsmart mit einer einfachen “Lösung” durch, quick and dirty. Das sagt er natürlich nicht, sondern eher sowas: “Mit dieser fokussierten Kampagne werden wir bereits im nächsten Quartal messbare Fortschritte erreichen und wieder auf Platz 1 zurückkehren.”
    Auf diesem Trip sind wir mittlerweile in der gesamten Gesellschaft bzw. in den meisten Gesellschaften. Wir brauchen unsere Drogen (Kampagnen, Incentives u.ä.) und unsere Sklaven (Leiharbeiter, Menschen in den Ländern des Südens). Unsere erste Bürgerpflicht ist Ruhe bewahren und konsumieren.
    Aufwachen! Nicht mehr mitmachen! Politiker ignorieren – selbst die Gesellschaft gestalten. Alternative Konzepte wie Postwachstumsökonomie, Gemeinwohlökonomie, Transition Towns usw. im Kleinen umsetzen und zur Blüte bringen. Konstruktive Alternativen praktizieren und resilient werden statt in Resignation und Depression zu verfallen.

  5. o ist nur all das viele Geld hin, das, wenn es hier im Lande fließen täte doch reichlich Nachfrage erzeugte?
    Es gab noch nie so viel Schulden wir heute, weshalb ja schließlich auch genauso viel Geld im Umlauf ist. (Für Jene, die es noch nicht bemerkt haben: Neues Geld kommt erst bei Aufnahme von Schulden bei der privaten Bank in Umlauf. Daher wird Geld vernichtet, wenn diese Kredite zurückgezahlt werden. Einfach mal nach Giralgeld oder Fiatmones googeln.)
    Aufgrund dieser immensen Schuldenmenge, für die laufend Zinsen zu entrichten sind, fließen via eigener Schulden, die Schulden der Staaten, aber auch der Produzenten inzsichen etwa 50% des Verdienten als Zinsdienst an die Banken, deren Besitzer sich immer fleißiger die Hände reiben.
    Fürher gab es alle Paar Jubeljahre, um diese Schuldenberge wegzuhauen. Heuzutage macht man das via Krieg, am besten Weltkriege. Dann ist so viel kaputt, da kann man wieder fleißig Schulden machen.

    Warum können wir, der Staat (oder sind wir das gar nicht), nicht selbst das Geld schöpfen und müssen es uns bei den Privaten holen?

    Mir scheint da ein arger Fehler im System.
    Wir könnten uns auch Zinsklsaven nennen, oder?

    1. Das ist noch grundsätzlicher, Geld ist ein reines Manipulationsmittel, ich zitiere mal:

      Überall ist der Ruf nach mehr Bildung und Forschung zu hören, allein vom Stoff, der dies ermöglicht, ist viel zu wenig da, wie bedauerlich, daß es ihn nicht gibt.
      Franz Maria Arwee

      Arme Gläubige…

  6. H&M steht in Schweden in Moment in der Kritik. Die grosse Modekette will künftig nicht mehr in Indien produzieren lassen, wo sie dem Arbeiter mit 70h/6 Tage Woche für 54 Euro bezahlen müssen, ohne jedweder sozialer Absicherung oder Gesundheitsvorsorge, sondern in Äthopien, wo die Menschen dafür nur 20 Euro kassieren.
    Die Gewinne der Konzeren muss sich weiter vergrössern, wenn man die Aktionäre bei Laune halten will und auf Expansionskurs ist.
    Die Menschen gehen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten und müssen sich selbst für Gemüse Kredit aufnehmen. Sie arbeiten sich wund, leben unter den unwürdigsten Bedingungen, damit wir uns ständig etwas Neues kaufen können. Alt ist nicht gut! Es ist billiger neu zu kaufen, als zu reparieren! Wer will schon Altes? Vor allem wenn er was Neues vielleicht sogar billiger bekommt?
    Wer denkt auch nur einen Moment an die Sklaverei, wenn ihm gefällt, was er sieht und es haben will? Wenn es so viele wären, dann frag ich mich, warum diese Konzeren so gross werden!?

  7. In der Praxis können wir die Abwanderung nicht verhindern. Abwanderung ist eine Zuwanderung genauso. Das darf man nicht vergessen. Zumal Menschen letztendlich Menschen sind ist ja erstrebenswert, dass sich die Preisniveaus annähern.

    Eine Nationalökonomie ausgerichtet an Staatsgrenzen ist sowieso absurd. Ich bin mein Leben besser gefahren andere zu enablen und abkömmlich zu sein. Damit geht man ohne die Freiheit anderer einzuschränken seinen Weg. Die Abhängigkeiten auf der die Industrie ihr Geschäftsmodell aufbaut kehrt sich zum Unsegen. Sobald der Kunde mehr Power hat.

    Es war vermutlich nicht schlau durchaus passable Produkte solange zu (re)innovieren bis sie dann doch zu teuer wurden. Das hat den Kulminatonspunkt der von ihnen umrissenen Strategie ins hier und jetzt verschoben. Aber damit hat sich Europa in die eigene Tasche gelogen, sehr erfolgreich. China war über Technologiesperren sehr lange limitiert.

    Neue Produkte sind notwendig, selbst wenn sie nicht zwingend aus der materiallastigen Industrie kommen. Auch die wurde 30 Jahre am Ende über Schuldenaufnahme der Staaten subventioniert. Jetzt verlieren die Platzhirschen das Geweih.

    Die Gewinne der Mittelständer wurden aufgefressen damit die Umwegproduktion über billiges Geld endgültig ausgeschaltet. Genau dies macht ja Osteuropa durchaus attraktiv. Die haben, so seltsam es klingt, mit einer soliden Wirtschaftspolitik im Sinne einer freien Marktwirtschaft die Möglichkeit die Fehler Mitteleuropas nicht zu machen.

    China wird vermutlich in absehbarer, wenn auch möglich eher am Horizont absehbar die Währung aufwerten. Dann möchte ich sehen, was noch geht im Westen. Da ist dann eiligst hohe Flexibilität gefragt. Export nach Asien im großen Stil ist keine Vision, da fehlt es an Produkten. Der Westen kann dorthin verkaufen, mal jetzt von Investitionsprojekten abgesehen, wo die europäische Kultur in der Geschichte irgendwann mal zugegen war. Der Rahmen scheint ausgeschöpft.

    Neue Produkte für neue Kunden ist der steinige Weg zurück und sonst gar nichts. In dem Sinne wird auch die junge Generation mal der Wind der Gründerzeit um die Ohren wehen, aber im ökonomischen Umfeld vom Death Valley. Das ist der kleine Unterschied zum 19ten Jahrhundert. Ich freue mich schon drauf, das wird wieder lustig.

    1. Vielleicht fubnktioniert ja die Grundlage der Ökonomie bereits überhaupt nicht?

      Gode und Sunder, 1993 Zero Intelligance

      Die ökotherische Leere ist nur nicht in der Lage die tatsächlich logischen Schlüsse zu ziehen, wie auch, bei 0 % Intelligenz?

  8. So wichtig diese kritischen und berechtigten Überlegungen auf der Makroebene sind, es sind immer Menschen die handeln. Vielleicht sollten wir überlegen, warum Konzernvertreter und Staatsdiener handeln wie sie handeln?

    Wer die Motive der Menschen besser verstehen will, Deflation und Inflation sind schliesslich auch die Wirkung menschlicher Handlungen, freiwillig oder unfreiwillig gewählt, findet ein paar neue Gedanken dazu auf der Seite http://www.wohlfuehloekonomie.de.

  9. Ich finde auch, das Gehälter immer steigen müssen. Dieses Prinzip hat sich bewährt. Leistungsunabhängiger Anstieg über der Inflationsrate!

    Die Menschen sollen auch das Recht auf ihren Arbeitsplatz behalten. Kündigungen sollen verboten bleiben.

    Der Konsum muss angekurbelt werden und um unseren Wohlstand zu finanzieren dürfen auch die Steuern steigen.

    Geld lässt sich sehr kostengünstig drucken, am Geldmangel scheitert es bestimmt nicht.

  10. Viel Spass in einer Welt ohne “Arbeitssklaven”. Bin gespannt, ob die gleichen Leute die für ein ausgewachsenes Hähnchen 3 EUR bezahlen, bereits sind 300 EUR mehr für ein Notebook und 400 EUR mehr für ein Smartphone bezahlen wollen. Und wenn Sie auf Arbeit sind, lieber wieder 1200 EUR für einen SAP Berater (wie früher) statt 150 EUR für den Inder (wie heute). Ach ja, und wo sollen die Arbeitssklaven dann arbeiten, wenn wir ihren Service nicht mehr in Anspruch nehmen? Wir schicken dann am besten Entwicklungshilfe.
    Was das Schuldenmachern anbelangt: Es ist schlicht fahrlässig NICHT bei realen Negativzinsen im grossen Stile Anleihen zu begeben und seine Infrastruktur zu sanieren. Durch das Wachstum bleibt die Schuldenratio die gleiche. Allen geht es besser, fiskal hat sich hingegen nichts geändert.

  11. Das kommt davon, wenn man das Gescäftsmodell der global agierenden Konzerne den Master of Business and Administration (MBA) überlässt und dafür den traditionell erfolgreichen Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing.) an Universitäten abgeschaft.

  12. Das ist alles zurückzuführen auf Gier und Gleichgültigkeit. Ehrliche Verantwortung für andere, Respekt, Mäßigung, Demut sind negativ besetzt und erfordern Energie, die sich in Aggression und Durchsetzungswille viel besser im globalen Wertesystem bezahlt macht. Meine Hoffnung ist, daß die Digitalisierung der Welt weiter die aktuellen kapitalistischen Prozesse und Machtsysteme eruiert und einen neuen Humanismus befördert.

  13. Jeder hat die Möglichkeit, mit seinem Konsumverhalten ein Zeichen zu setzen. Wir wissen mittlerweile sehr genau, wo welche Firmen ihre Waren herstellen (lassen). Wenn wir erwarten, dass Produkte zu niedrigen Preisen von gut bezahlten Fachkräften hergestellt werden könnten, dann stellen wir uns bewusst blind und dumm. Jeder von uns trägt Verantwortung und kann dieser bei JEDEM Einkauf gerecht werden. Und sich hier auf Bio-Produkte zu beschränken kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Mit Markenware, die für ihre langlebige Qualität und ihre heimische Produktion bekannt ist, investiert man in die richtigen Unternehmen und spart zudem langfristig das meiste Geld. Selbstverantwortung mag zwar anstrengend und unbequem sein, sie nimmt einem jedoch auch die Ohnmacht, die die ansonsten weit verbreitete Gesellschaftskritik in sich trägt.

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