DD301: Wahl-O-Matismus oder Parteiprogramm-Topimierung (September 2017)

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21 Antworten

  1. Sascha sagt:

    Ich hatte vor circa einer Woche genau denselben Gedanken, als ein Kollege mir erzählte, dass bei seiner Benutzung des Wahl-O-Mat drei unterschiedliche Parteien mit jeweils genau 68,1% Übereinstimmung „gewannen“: Die werden ihre Parteiprogramme auf den Wahl-O-Mat hin optimiert haben. So wie Search Engine Optimierung.
    Ich nutze das Tools schon lange nicht mehr, weil die Fragen dort kaum das abdecken, was mir wirklich wichtig ist. Und weil außer dem Parteiprogramm auch das Verhalten der Partei und ihrer Exponenten meine Entscheidung beeinflusst.
    Dem Kollegen konnte ich noch _eine_ Partei empfehlen, die Sorgen recht ganzheitlich und konkret adressiert.

  2. Martin Knechtel sagt:

    Klasse Artikel! Den Gedanken des Topimierens hatte ich auch beim https://steuer-o-mat.de/. Dort ist es noch offensichtlicher, weil es ja um Zahlen geht.

    Na, vom Topimieren abgesehen regen die Automaten zum denken an. Ich frage mich allerdings ob die Mehrzahl der AfD-Wähler diese Hilfsmittel nutzte. Vielleicht hätten bessere Automaten nix geändert.

  3. H. W. sagt:

    Topimieren dürfte in diesem Fall nicht wirklich funktionieren, weil die Fragen/Thesen im Wahl-o-mat teilweise auf den bereits verabschiedeten Wahlprogrammen der Parteien basieren.

    http://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/45292/die-entstehung-eines-wahl-o-mat

  4. Harrry sagt:

    Natürlich das Wahlprogramm optimiert. Dafür gibt es Spezialisten, die im Rahmen des Sourcing eingekauft werden. Glaubt eigentlich jemand, dass zur Optimierung nicht auch der Spitzenkandidat und der/die Parteivorsitzende(r) gehören? Nur wenn die Botschaft durchgängig ist, hat sie eine entsprechende Wählerwirkung. Hätte die CDU mit A.Merkel einen Themenwahlkampf führen können? Hätte M. Schulz einen emotionalen Konfliktwahlkampf führen können? Die Art des Wahlkampfes beginnt nicht mit dem Programm sondern mit dem Kandidaten, wird über die Form des Wahlkampfes fortgeführt und endet beim Programm, dass eigentlich unwichtig ist. Solange eine Partei nicht die absolute Anzahl der Sitze bekommt, ist der Koalitionsvertrag wichtiger als das Parteienprogramm. Alle Punkte im Programm die einer Partei weniger gefallen (weniger wichtig, optimiert, ….) werden durch den Koalitionspartner „rausverhandelt“.

    Für das Wahlprogramm sind aber noch zwei Dinge bei der Optimierung wichtig

    1. Image der Partei für bestimmte Fragen zu stehen..
    Nur schlecht, wenn man sich als Arbeiterpartei etabliert hat, aber sich immer weniger Menschen als Arbeiter fühlen, da mehr Menschen studieren.

    2. Durch mediale Besetzung der Themen, die Kriterien bei den Wählern zu setzen
    War die gefühlte Alternative nicht Flüchtlinge vs Sozialer Gerechtigkeit? Dabei spielt es keine Rolle,
    dass Flüchtlingen effizienter in ihren Herkunftsländern geholfen werden könnte. Dass bei einem Marsch
    durch Afrika nicht die Schwachen sondern Starken durchkommen.
    Wie wurde eine künftige Wirtschaftspolitik thematisiert? Damit wir auch künftig gut und gerne in D leben.
    Klingt eher wir Yogurt Reklame als Wirtschaftspolitik.

    Hat man die Themengewichtung der Wähler mit Hilfe der Medien gesetzt, dann ist es auch kein Problem dafür ein ordentliches Wahlprogramm zu schreiben. Themen die Umstritten sind, wie Steuern, Renten u.a. klammert man einfach als Schwerpunktthema aus. Und nach den Koalitionsverhandlungen interessiert sich sowieso niemand mehr für das Programm.
    Hat man sich via Wahl-o-mat für eine Partei entschieden (zB FDP) kommen über die Koalitionspartner CDU, CSU und Grüne auch Themen in das Koalitionsprogramm, die man eigentlich nicht haben wollte.

  5. Nikolaus N. sagt:

    “Mathematiker haben aber leider zu oft eine Moral und Politiker verstehen nichts von Mathematik.“
    Das mag ja so sein, aber es reicht ja EIN EINZIGER Mathematiker ohne Moral und ein Politiker, der von diesem Mathematiker erfährt. Könnte sowas im Sommer 2016 in Amiland passiert sein?

  6. schiebosoph sagt:

    „Wahl-O-Matismus oder Parteiprogramm-Topimierung (September 2017)“ und „Warum Intros schlafen gehen und Extros an die Bar“: Beides sehr nett :-). Beides beschreibt die Situation wenn Andersartigkeit sich nicht (mehr) verträgt oder noch nicht. Und wenn man müde und frustriert darüber wird. Wenn Respekt und gegenseitiges Interesse verlorengeht und man nicht empathisch-artgerecht mit dem Gegenüber umgehen kann. Dann entsteht z.B. in politischen Landschaften wieder die Nationalstaatlichkeit, das Ein-igeln (tendenziell kein Problem!, extrem gelebt aber schon!!! Wehret den Anfängen!!!!!). Somit könnten die Titel auch „Demokratie-Allergie: Auf dem Weg zur kranken Gesellschaft, „Schlechtes Zuhören“ oder „fehlender Konstruktivismus“ heißen. Eben fehlende Gemeinsamkeit nicht unbedingt in der Sache zuerst, eher zuerst mal in der Art.Also bei komplexen Problemen gleich am Anfang elend scheiternd – so wie „im falschen Film“ zu sein. Und viele merken es noch nicht einmal oder schreiben es dem Intro zu oder kriegen vermutlich ein Magengeschwür (Symptom einer Verdrängung, eines Selbstbetruges – in Extremfällen zur Existenzsicherung). Ach, so viel passiert über Zuschreibungen und unbewusst-gemachte Gefühle, zu schnell eben, aber deswegen im allgemeinen nicht minderwertiger als zeitraubende analytische Bewertung – also immer bitte auch den Kontext und die Situation betrachten. So gibt es z.B. auch diese Art der Menschenführung in Unternehmen, die delegiert ohne nach zu verfolgen und lange später hysterisch oder cholerisch auf den Ausführenden draufhaut, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Oder eben den Eigenbrötler, der andere nicht mit nimmt und ständig andere disst zu extrovertiert zu sein (interessanter Charakter, der für seine Sache „nur“ relativ „schüchtern“ kämpft, aber die Lauten wiederum draufgängerisch anmacht, seine Art vehement verteidigt) – am Ende vielleicht ein verhärteter Muskel, so wie die Beziehung verklumpt, nicht arbeitsfähig, nicht gemeinschaftsfähig, isoliert, situativ noch ok, mit steigender Allgemeingültigkeit krankhaft, schädlich wahnhaft. Also wegschneiden, trennen? Ja, situativ im Kleinen erlaubt und im Großen eher schwer wenn man sich bereits die Erde untertan gemacht hat, wenn die Erde zu klein zu sein scheint, für Milliarden von verhungernden Menschen und wenigen, die an Ihrem Reichtum ersticken.

    Es geht doch meist dann besser in engen Beziehungen und bei den großen Dingen, die nur gemeinsam nachhaltig klappen, wenn die jeweiligen extremen Positionen sich (meinetwegen nach Streit, besser: meistens wohl erst durch Streit) in Folge vertragen. Klappt das Vertragen im Verlauf (über viele Problemstellungen hinweg) immer besser, dann entsteht wohl langsam so etwas wie Vertrauen, und über Jahre und Jahrzehnte eben blindes Vertrauen. Na, wie vielen Menschen vertrauen sie denn blind? Und sind auch sie schon mal echt gekränkt oder missbraucht worden, u.a. weil sie vertraut hatten, evtl. weil der Gegenüber ein Extro war und weniger an der „Beziehung nach Innen“ sondern mehr an der „Beziehung nach außen“ interessiert wahr? Mehr Schein als Sein? Strahlkraft wichtiger als das Fundament, im eigenen Selbst mal zuerst. Nicht falsch verstehen. Ist der Kommunikation ihr Wesen nicht das Missverständnis zu verhindern? Wer sieht das denn als seine erste Pflicht an? Wer wird daraufhin im Zweifel erzogen? Man darf seine eigene Meinung vertreten und kann doch gemeinsam wertvoll leben und angemessen streiten und auch glaubhaft regieren, mit Sicherheit!! Diese Direktive, dieses Ideal meint doch die Deutsche Verfassung, die doch – im Vergleich – einen sehr hohen Stellenwert hat und auch gegensätzliche Positionen aushält, ja fordert um voranschreiten zu können, um sich selbst weiterentwickeln zu können, hoffentlich dann im nächsten Schritt passend zu neuen gegebenen Randbedingungen.
    Also vertragt euch! Und wenn hier und dort es kein Miteinander geben kann, dann wird es eben ein Nebeneinander mit Option, aber kein gegeneinander! Bleibt in diesem Sinne steht’s konstruktiv. Bei der Wahl, im Büro, in der Familie und all den engen Beziehungen, die Ihr habt. Dann dürft Ihr abwechselnd und situativ auch mal beides sein Intro und Extro, aber bestimmt kein Donald Trump und wenn dann nur mit einer kurzen Zeit am Hebel der Macht, mit einem Mandat zur Führung.

  7. Häschen sagt:

    Das letzte Hemd des Herrn Seehofer welches ihm klarerweise näher ist als der Rockzipfel der Frau Merkel hat eben auch keine Taschen der Trend der Ablehnung gegenüber diesen Parteien nimmt zu.

    Die Größe einer Partei und das aufgeplusterte Federkleid eines Pfaus nehmen sich ähnlich aus. CDU/CSU und SPD sind in des Kaisers neue Kleider gehüllt und machen sich auf den frostigen Abstieg entlang eines langen Abwärtstrends auf den Weg dorthin wo sie auch gehören.

  8. Marcus Hentschel sagt:

    Eine Tendenz, welche Partei mit eigenen Überzeugungen am ehesten übereinstimmt, lässt sich nach meiner Meinung/Einzelerfahrung am Wahlomat Ergebnis schon erkennen. Es regt zumindest dazu an, eigene, aus unterschiedlichsten Gründen eingefahrene Überzeugungen einmal zu hinterfragen. (Wenn das nicht rauskommt, was man erwartet).
    Nichtsdestotrotz ist natürlich das Topimierungs-Argument zu berücksichtigen: Parteien überlegen, was denn zum einen sie im Besonderen ausmacht, aber auch, was werden denn die meisten ankreuzen, gerade bei allgemeinen, eher unverfänglichen Themen. Nach alldem bleibt immer noch die Frage, was vom vielleicht allgemein gesellschaftlich wünschenswerten Zustand, ist denn überhaupt bzw. von wem umsetzbar. Fazit: Tendenz ok, ausschließliche Entscheidungsgrundlage, nee.

  9. Uwe Kauffmann sagt:

    Ist denn die Politik noch etwas anderes als jedermanns Hure?

  10. Tom Müller sagt:

    Ich setze Systemisches Konsensieren bereits seit einigen Jahren in der Wirtschaft ein.

    Hier bei Quarks & Co wird es gerade im Kontext unserer Bundestagswahl erklärt und vermutet, es würde weniger Nicht-Wähler geben. …

    https://www.youtube.com/watch?v=T82uJAowSns&t=23m15s

  11. Raphael sagt:

    Als konstruktiven Beitrag zur Wahlentscheidungsmisere fand ich deinwal.de sinnvoll. Wenn die Parteien ihr Abstimmungsverhalten Topimieren, habe ich ja, was ich will!

    • schiebosoph sagt:

      Cooler link, allerdings dann fast mit alternativlosen Ergebnissen, wenn nur 4 Parteien zuletzt entschieden haben: CDU, SPD, Grüne und Linke… andere Parteien hätten andere Dinge auf die Agenda gesetzt… da fehlt dann ein wenig das Vorwärts-Gerichtete, die Vision, bei allem bzgl. deinwal.de. Aber ok, man kann so sehen, ob man vor 4 Jahren seine Stimme richtig gesetzt hat 🙂

      Mir fällt nun wiederholt besonders auf, das mit der Wahl ein echter Rechtsruck durch das Parlament zieht (getrieben durch die AfD durch alle Parteien und einer wie ich finde Über-ideologisierenden FDP, basierend auf fragwürdigen Pseudowissensschaften die weniger mit Freiheit als mit Kapitalgläubigkeit zu tun haben – egal). Da macht der fragwürdige Neuanfang mit Verweigerung der SPD 4 Jahre lang Regierungsverantwortung zu übernehmen wahrscheinlich doch Sinn, dennoch wirkt das etwas weinerlich, selbstbezogen und am Wählerauftrag vorbei verhalten – uiuiui.

      „Es soll sich ja etwas verändern.“

      Ich habe das Gefühl hier ändert sich nichts, denn die meisten wissen doch – trotz diverser echter weltweiter Probleme – noch geht es den meisten (>60%) hier in Mitteleuropa besser denn je. Was wir sehen ist eher ein Verteilungskampf innerhalb der westlichen Welt auf einem all-time high. Die Reichen werden dabei immer reicher, die Mittelschicht kämpft und andere sind abgehängt, so wie Griechenland welches zu rebellieren oder ganz einzugehen droht. Es ist weltweit mit der Psyche so wie bei den neuen Bundesländern (und deren Menschen, die die AfD ach so toll finden und wohl auch Trump wählen würden): Es geht Ihnen besser als je zuvor, aber den anderen (in den neuen Bundesländern) geht es noch besser, ein echtes Strukturproblem, welches sich nur über sehr lange Zeiträume verdünnisiert. Das Ergebnis ist Frust, aber es hätte Freude sein sollen. So tickt nun mal das menschliche Hirn, in diesem Fall: leider. Besonders dann, wenn es große politische Kräfte gibt die populistisch agieren, destruktiv wirken und nur wissen wollen was falsch läuft aber außer unbezahlbaren Versprechungen keine Lösungen haben. Denn am Ende ist es doch so, das die Politik von der Wirtschaft vorgeschoben wird. Meinetwegen nennen wir das geistige und legislative Prostitution oder die „Hure des Kapitalismus“, letzteres hört sich nur so unkultiviert an ;-). Ach, Menschheitsprobleme… etwas menschenverachtend (und auf das Gegenteil hoffend und betend): Wann kommt der nächste durch die sogenannte westliche Welt motivierte „Verteidigungs-Krieg“? Und wer hätte etwas davon und wer weniger? Eigentlich alles ganz einfache fragen und trotzdem zeigt die Geschichte: Diese scheinbare Sinnlosigkeit ist entweder eine menschliche Fehlfunktion oder nur natürlich. Wer darauf hofft diese vermeintliche Fehlfunktion irgendwie verhindern zu können hat schon im Ansatz verloren? Kapitalisten zerbrechen sich darüber nicht den Kopf, die sind natürlich frei er als alle anderen, eben zu tun was sie wollen, und das höchst unpolitisch, dafür aber um so willkürlicher und am Ende als Gutmensch (modernen, subtiles Schimpfwort).

      • schiebosoph sagt:

        Sorry, Korrektur: …aber den anderen (in den altenBundesländern) geht es noch besser…

      • Raphael sagt:

        > fast mit alternativlosen Ergebnissen, wenn nur 4 Parteien zuletzt entschieden haben: CDU, SPD,
        > Grüne und Linke… andere Parteien hätten andere Dinge auf die Agenda gesetzt…

        Naja, wenn eine aus den vieren passt: super, wählbar. (Klar, ein Kompromiss ist immer dabei.) Wenn _keine_ passt, dann muss man wohl bei den Anderen gucken, was viel mehr Kaffeesatzlesen ist, weil man dort eben _nur_ auf Wahlkampfversprechen zurückgreifen kann.

  12. Frank Runge sagt:

    https://deinwal.de/home
    Die sagen, dass Sie nicht die Programme auswerten, sondern das konkrete Abstimmungsverhalten. (Wenn man denn wirklich so ein Tool nutzen will.)

  13. Name sagt:

    Mir persönlich waren die Wahlomat-Fragen etwas arg verkürzt. Ich habe bei einigen dann neutral genommen, einfach weil man die in einen Satz gepreßte Frage weder mit JA oder NEIN richtig umfassend abhandeln hätte können. Ich habe gerade kein Beispiel da, aber es waren so FRage aus der Kiste: Sind sie für X oder dagegen? Nun, diem Frage ist nicht ob ich für oder gegen Salz im Essen bin – die Menge macht’s. Was soll man da antworten, wenn man eine Prise will? Nein ist falsch, aber JA kann eben auch schief gehen … die Antworten der Parteien, die man ja im Nachgang einsehen konnte, waren letztlich auch keine einfachenm JA/NEIN-Antworten, sondern durchaus differenziert. Das aber sieht man nicht, wenn die Frage auf dem Schirm steht.

  14. Stephan Bohr sagt:

    Im Sinne der Aufklärung und Schaffung einer pseudo Objektivität bzgl. der Wahlprogramme und wofür die Parteien in etwa stehen ist der Wahl-O-Mat doch ein guter Einstieg. Nullachtfünfzehn Bürger, die Ihre Bildung ausschlielich aus der Bild beziehen bekommen hier ggf. nochmal seinen Denkanstoß.
    Der Wahlkampf ähnelt immer mehr der klassischen Waschmittelwerbung, also weniger faktenbasiert sondern eher emotionslosert. Das krasse Vorbild ist hier USA.
    Insofern bin ich froh, dass es mit dem Wahl-O-Mat einen Ansatz zur Objektivierung und Aufklärung gibt. Kann dieser verbessert werden? Sicherlich. Daran sollten wir arbeiten.
    Hierzu könnte (Traum) dann auch gehören, Politiker an der Erreichung ihrer Ziele zu messen….

  15. Joachim Schnurrer sagt:

    Wir leben eigentlich nicht im Zeitalter der Digitalisierung, sondern im Zeitalter des „Als OB“!! Digitalisierung ist lediglich der Verstärker, den es bisher so nicht gab.
    Alle, die sich um unsere Zukunft kümmern, leben ja von der Fiktion, also auf Vorgriffe, die ihrer nachträglichenEinlösung harren, also den Versprechungen der selbsternannten „Kümmerer“. Je mehr diese so tun, als ob sie unser aller Wohl fest im Blick hätten, umso mehr werden die Adressaten dieses „Als Ob“ hinters Licht geführt. Dies führt zu symbolischer Politik, organisatorischer Scheinheiligkeit, die durch die digitale und mediale Verstärkung in immer neue Überbietungen mündet. Dies führt letztendlich zu einer Spirale des Verderbens, da das Vertrauen der Beteiligten in Mißtrauen umschlägt. Das Mißtrauen führt im Weiteren dazu, daß eine Spirale „nach unten“ in Gang gesetzt wird, in der jeder nur noch so tut „als ob“ ohne jemals tatsächlich angekündigtes auch zu tun.

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