DD194 „Das Ideale seh’ ich wohl, allein wie komm’ ich aus dem Mist heraus?“

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7 Antworten

  1. Stefan Scheid sagt:

    … dabei gibt es doch das eine oder andere gute Buch, was Wege aus solchen Teufelszyklen aufzeigt, z.B. Parenting the strong willed child (2010, Rex Forehand von Mcgraw-Hill Professional), Das Geheimnis gelassener Erziehung (2009, Holger Schlageter von Fischer Krüger), um einmal zwei Extreme zu nennen.
    Holger Schlageter läßt sich z.B. auch sehr einfach auf Führungsrollen übertragen 🙂

    Und in D wird ja auch eher der RTL Journalismus bedient als bei einer Beratungsstelle angerufen (i.e. professionelle Hilfe anzufragen)

    lg S. Scheid

  2. Peter Meier sagt:

    Lesen wir einmal ein Stelleninserat, was der Kandiat für ein Profile haben sollte: zielstrebig, kreativ, flexibel, ergebnisorientiert, hartnäckig, führungsstark etc.
    und wenn dann unsere Kinder solche Eigenschaften zeigen, entweder daheim oder in der Schule, dann wird ihnen das ausgetrieben oder wegtherapiert.
    Wir haben 4 Kinder gross gezogen, es war beileibe nicht immer einfach. Das Ziel war, sie zu selbstständig denkenden Menschen zu machen, halt mit XMV, auf Schweizerdeutsch „Xunder Menschenverstand“.
    Ein Satz aus einem Erziehungsbuch ist mir geblieben und der bringt es auf den Punkt „wir halten uns viel zu oft daran, die Unkräuter aus dem Lebensgarten unserer Kinder zu jäten, als die Blumen darin zu düngen“.

  3. Helga Trölenberg sagt:

    Ich ziehe gerade zwei Kinder groß, echte Digital Natives, habe bewusst fast kein Erziehungsbuch gelesen, außer eines, Netzgemüse – Von der Aufzucht und Pflege der Generation Internet, meines Erachtens Pflichtlektüre für Lehrer, Erzieher und Eltern.
    Ich besinne mich oft auf das, was mir meine landwirtschaftliche Herkunft gelehrt hat: Was säen, und Geduld haben, bis das der Same aufgeht. In der Regel erntet man mehr, als man sät. Düngen, aber alle Nährstoffe im Gleichmaß, nirgends ein Mangel, der Mangel bei einem Nährstoff bestimmt das Wachstum, selbst wenn alles andere im Überfluss da ist. Nicht vorzeitig Ergebnisse (Ernte) erwarten, es dauert eben so lange wie es dauert. Beobachten, wie sich alles entwickelt und dann ggf. entscheiden und vor allem sofort loslegen mit den entschiedenen Maßnahmen (Nur so kann der Landwirt gute Ernte einbringen). Unkraut erst bekämpfen, wenn Schadschwellen erreicht sind. Alles andere stresst, kostet zu viel und bewirkt nicht viel. Also Leitplanken setzen und innerhalb der Leitplanken der Kreativität und der Gestaltung freien Lauf lassen. All das hat bisher prima funktioniert. Und nicht nervös werden, wenn die Schulnoten zu wünschen übrig lassen, aber das Kind sich für ganz andere Themen begeistern lässt. Doch das erfordert Mut und Geduld, und die Langmut, sich nicht von aufgeregten Mit-Müttern unter Druck setzen zu lassen oder ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen.

    • Beate S. Warning-Rau sagt:

      Sehr schön beschrieben!
      Habe jetzt nach 30 Jahren Mutterdasein das letzte ‚Kind‘ durch die Schule – mir war von Geburt der kleinen Persönlichkeiten an klar, welche individuellen Geschenke ich da groß ziehe – und alle haben in ihrer Verschiedenheit Herz und Verstand ausgebildet.
      Die Ernte? Auf ins großartige Leben…

  4. F.G. sagt:

    „Am Ende ist es schlicht ein Plädoyer für den gesunden Menschenverstand …“

    Da muss ich dann doch ein bisschen mit meinen Augen rollen. Gesunder Menschenverstand garantiert leider nicht ein gutes Erziehungsergebnis. Der Weg zur Hoelle ist ja oft mit guten Vorsaetzen gepflastert. Ich kenne viele Eltern, die sich wirklich Gedanken machen, und all den guten Ratschlaegen folgen, aber dann kommt halt doch ein schreckliches Kind dabei heraus.

    Vielleicht sinnvoller waere, zusammenzutragen, was denn wissenschaftlich erwiesen ist. Zum Beispiel wie Po Bronson in seinem Buch „10 schockierende Wahrheiten über Erziehung“. Da kommen dann auch die Details zu Tage, wie genau man denn nun das Kind dazu bring die Wahrheit zu sagen (oder wenigstens oefter als vorher ..). In seinen Beispielen sind es oft recht kleine Unterschiede in der Kommunikation mit dem Kind, die dann das Ergebnis in eine ganz andere Richtung schwingen lassen (wie man ein Kind zum Beispiel richtig lobt und ermutigt).

    Mehr solche Vorschungsergebnisse zusammenzutragen wuerde zumindest den Eltern helfen, die sich bemuehen, aber dann Dank „gesunden Menschenverstandes“ genau das Falsche tun. Ein richtiges user manual eben.

    • Cidar sagt:

      Was genau hat Gedanken machen und allen guten Ratschlägen folgen zwingend mit gesundem Menschenverstand zu tun?

      Was ist gesunder Menschenverstand für Sie?

    • Katharina sagt:

      Ansprüche, „wie man ein Kind“ zu diesem oder jenem Verhalten bringt, haben nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun. Denn dieser sagt: „das Kind“ gibt es nicht! Kinder sind Menschen, Individuen. Und sämtliche Bücher, die behaupten, sie wüssten wie man „das Kind“ arbeiten mit unlauteren, manipulativen Methoden, die diese wunderbare Individualität nicht respektieren. Wer von seinem Kind Respekt erwartet, muss selber damit anfangen, ihm Respekt zu zeigen. So wie wir Eltern mit unseren Kindern umgehen, so werden sie später mit anderen Menschen umgehen.

      Ich weiss nicht, ob ich über den Satz „[…] aber dann kommt halt doch ein schreckliches Kind dabei heraus“ lachen oder weinen soll. Das Kind ist ja nie das Resultat der Erziehung. Das Resultat von dem, was wir in der Erziehungsarbeit säen, sehen wir in 20 oder 30 Jahren.

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