DD334: Studie: Laborratten reagieren auf Marketing (Januar 2019)

Share on twitter
Twitter
Share on facebook
Facebook
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING

Eine neue Studie schlägt Wellen. Schwedische Wissenschaftler hatten eine revolutionäre Idee. Sie ergänzten die so genannte Skinner-Box um einen zweiten Hebel. Schauen wir uns die klassische Skinner-Box an:

 

 

Quelle: Von V1nzorg – Adapted from Image:Skinner_box.png, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44131514

Eine Laborratte kann in der Box einen Hebel drücken, damit sie von dem Futterspenderautomaten etwas zu essen bekommt. Der Boden der Box ist mit einem Metallgitter bedeckt, über das die Versuchsleitung der Ratte Stromstöße geben kann. Die Ratte lernt rasch, wie sie an Futter kommt. Sie drückt den Hebel oft, bis sie satt ist. Diese für die Menschheit grundlegende Erkenntnis macht sich seit langem die Management Science zunutze. Man gibt Arbeitern Geld, wenn sie arbeiten, also „den Hebel drücken“. Natürlich drückt die Ratte den Hebel nicht mehr, wenn sie satt ist – klar. Das haben Manager auch bei Mitarbeitern beobachten können. Wenn die Boni zu groß sind, fangen die Mitarbeiter an zu chillen. Hier kommt das Bodengitter ins Spiel. Man erteilt der Ratte darüber schmerzhafte Stromstöße, die sie durch das Drücken des Hebels abstellen kann. Auch diese Beobachtung wird auf den Menschen erfolgreich übertragen. Wer nicht genug arbeitet, bekommt Strom.

Nun zum zweiten Hebel. Die jungen schwedischen Doktoranden brachten in der Box einen zweiten Hebel an und ließen die Ratte den Hebel wählen. Das Drücken der beiden Hebel führte zu identischen Ergebnissen. Es lag die Vermutung nahe, dass eine Ratte die beiden Hebel alternativ nutzt, eventuell zufällig mal den linken mal den rechten. Das aber deckte sich nicht mit den Beobachtungen an den Testratten. Die Ratten nahmen fast alle die Gewohnheit an, immer denselben Hebel zu drücken. „Wir konnten die Ratten bald in linkshebelige und rechtshebelige einteilen. In einer weiteren Studie wollen wir herausfinden, ob es Charakterunterschiede bei Ratten gibt“, heiß es am Ende des ersten Studienteils.

Nun unternahm das Team um Professor Hurensson ein weiteres Experiment. Die Forscher verzierten einen der Hebel mit farbigen Symbolen. Sofort begannen die Laborratten, immer den verzierten Hebel zu drücken, auch wenn sie einen andersartige Hebelorientierung hatten. Wenn sie zum Beispiel linkshebelig veranlagt waren und man den rechten Hebel verzierte, drückten sie bald nur noch diesen.

Nachdem alle diese Erkenntnisse statistisch erhärtet worden waren, begann der letzte und wichtigste Teil des Experimentes: Die Psychologen stellten den Futterspender so ein, dass die Ratte nach dem Drücken des verzierten Hebels etwas weniger Futter ausgeschüttet bekam. Das schien die statistisch mittlere Ratte nicht zu bemerken, sie präferierte weiterhin den verzierten Hebel. Nun verringerten die Wissenschaftler mehr und mehr die Futtermenge nach dem Drücken des Zierhebels. Dabei achteten sie auch darauf, dass die Ratte nicht beliebig oft drücken konnte. Die stets den Zierhebel drückende Ratte musste also etwas hungern, wenn sie bei ihrer Strategie blieb.

Das Ergebnis: Erst bei erheblichem Hunger drückte die Ratte den unverzierten Hebel. Die Forscher stellten fest, dass die Ratten im Mittel für das Drücken des verzierten Hebels bereit waren, auf 21,008 Prozent ihrer Normalnahrung zu verzichten.

Prof. Hurensson: „Wir haben unsere Studien noch nicht vollständig publiziert, weil wir einige Patentverfahren äußert erfolgreich abschließen werden. Die Psychologie weiß von jeher, dass Ratten und Menschen ähnliche Motivationen aufweisen. Daher werden praktisch alle erfolgreichen Manipulationsexperimente auf den Menschen übertragen. Wir wissen nun, dass Menschen auf 21,008 Prozent eines Produktnutzens verzichten, wenn das Produkt in einer Mogelpackung präsentiert wird. Bei Ratten ist die Verzierung des Hebels mit gegengeschlechtlichen Tierbildern besonders erfolgreich gewesen, wobei es auch Ausnahmen gab, die wir noch nicht erklären können. Die besondere Sensation an unseren Ergebnissen ist es, dass wir nun die Ratten nicht nur zum Entwickeln neuer Management- und Beratungstechnologien verwenden können, sondern wir werden auch den Bereich des Marketings und der Werbung auf ein ganz neues Fundament stellen. Wir versprechen uns eine ganz große Hebelwirkung.“

„Kann man die Zahl 21,008 irgendwie interpretieren?“ – „Wir stehen noch ganz am Anfang, wir müssen noch weiter testen. Es gibt derzeit noch eine schwache Tendenz zu 21,007, was ja eine andere Interpretation erfordern würde. Wir stellen gerade einen entsprechenden DFG-Antrag.“ – „Aber grob gerechnet ist es die Hälfte von 42?“ – „Da seufze ich ein bisschen, Sie als Laie verstehen nicht, wie genau Studienergebnisse heute sein müssen, damit sie die lange Arbeit daran rechtfertigen können, um die Fördermittel vollständig auszuschöpfen.“

 

 

Share on twitter
Twitter
Share on facebook
Facebook
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING

19 Antworten

    1. Hahaha 🙂

      Man kann die Gendifferenz zwischen Mensch und Affe relativ hochspielen. Rein faktisch ist der Unteschied fast 0 (ok ist etwas runtergespielt). Am Ende ist der Mensch ein Tier und fast eine Maus, aber bestimmt ein Affe.

      Und jetzt?

      Das ganze Leben ist ein großer Test. Nur keiner weiss worauf.

      Deswegen ist es trotzdem so, das zivilisiertes und kulturelle Errungenschaften helfen abzulenken und wohl vor allem deswegen gefeiert und geliebt werden, irgendwie ja auch zu Recht. Man könnte den Begriff der Sachliebe einführen, der auch den besonders wertschätzt oder liebt, der die Sache erfunden oder produziert hat oder eben pflegt, schützt, erhält.

      Ablenkung wovon? Von Langeweile und Existenzängsten und Angst vor dem Tod. Gelderwerb und Konsum sind dazu BESTENS! geeignet. Was kann daran denn verwerflich sein?

      Nur mag es sein das der Wachstumswahn (80h/woche Arbeit und Konsumrausch) am Ende selbst die Existenz bedroht, schleichend, wenn die Umwelt dabei verpesstet wird oder die Menschen eben schleichend ängstlich und krank macht.

      An dem Punkt ist die Menschheit auf dieser Erde heute doch angelangt und Optimisten beschäftigen sich mit Marsmissionen, die helfen sollen, den “Virus” weiter zu verbreiten und dadurch auch sein Überleben zu sichern… anders hat sich die Natur das nicht “ausdenken” können. Und denken ist eh eine ziemlich verzwickte Sache (eine Frage gelöst, so poppen zwei neue auf…) – manche lassen es damit mehr oder weniger ganz sein, bringt eh nichts ausser Schmerzen, wenn man nicht nur an sich denkt, wenn es einem mal eine zeit lang relativ (sehr) gut geht 😉

      Manchmal kommt mir der Gedanke weniger Menschen hier wäre eine Lösung für alle, nur keiner mag mir da effektiv folgen, denn das wäre wohl gegen die Menschenrechte und -würde? Ich meine Geburtenkontrolle – ist sinngemäß nichts anderes als ein regiedes Einwanderungsgesetz – wir lassen nur die rein die uns (wirtschaftlich) stark machen – heute ein akzeptiertes Waffensystem.

      Nun gut, dann eben weiter so… und (sich selbst) bloss nicht zu wichtig nehmen.

      Viel Spass beim navigieren durch Arbeit und Konsum. Und bei “Machtspielen”, die vor allen dann Sinn machen, wenn man selber profitiert. Macht korrumpiert schon immer und niemand würde das jemals zugeben, wenn es sie mal gewonnen bzw. errungen hat. Ich denke, dass das leider ganz natürliche Ursachen hat und deswegen nicht wirklich als “rein-böse” bezeichnet werden kann. Somit unterscheidet uns vom Tier schon der zivilisierte Umgang miteinander und die Kulturellen Errungenschaften, aber grundlegende tierische Verhaltensweisen dominieren eben auch den Menschen nach wie vor.

      Um es mit Dieter Nuhr zu schliessen: Es geht uns trotzdem oder gerade deswegen (hahaha!?) besser als je zuvor, im Schnitt, meine ich.

      was passiert wenn man Pflege kapitalisiert?:

      https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Bielefeld/Bielefeld/3265583-Bielefelder-Konfliktforscher-kritisiert-Zeitdruck-auf-das-Pflegepersonal-Konfliktforscher-Oekonomisierung-der-Pflege-beguenstigt-Gewalt

  1. Was für eine Verzierung hatte denn der bevorzugte Hebel? Waren es reine Farbmuster oder war es ein Relief, oder beides. War der Hebel anatomisch geformt? Was für ein Muster war es? Geometrisch, floral, zufällige Flecken?
    Das hätte ich jetzt gerne genauer gewusst.
    Man sieht, auch die Ratte lebt nicht “vom Brot allein”.

  2. Das steht ja weiter unten: “Bei Ratten ist die Verzierung des Hebels mit gegengeschlechtlichen Tierbildern besonders erfolgreich gewesen, wobei es auch Ausnahmen gab, die wir noch nicht erklären können.”
    Im Ernst, ich hätte das fast für bare Münze gehalten, sogar Hurensson und 21,008 – aber die Schweden stellen definitiv keine DFG Anträge. Dennoch: Sehr schön verpackt!!

  3. Das hat so viel Aprilscherzniveau und das bereits im Januar. Nach 42 ist die Passage mit den gegengeschlechtlichen Bildern, die unerklärlicherweise nicht auf alle Tiere stimulierend wirken, sehr erheiternd. Danke. Und ein echter Hurensson, wer arme Ratten unter Strom setzt oder hungern lässt. 42.

  4. Ja, ja, der Prof. Hurensson. Hat der nicht auch neulich erst in einer Studie entdeckt, daß es keine Huren und von daher auch keine Söhne gibt?
    42 läßt grüßen!!

  5. Katzen haben auch bevorzugte Pfoten…soweit stimmt das also…ist der Rest der Geschichte Satire oder real? Wenns real ist, dann gilt jetzt auch: Curiosity kills the rat..

  6. Bis “Professor Hurensson” hätte ich es glatt abgenommen – für eine noch bessere Manipulation gibt es seit jeher Geld. Die Psychologie etwa ist so zu dem gewachsen, was sie heute ist.
    Feh-Gnus also. Nur fürchte ich, wie bei vielen anderen Dueckschen Ideen, eher Wirklichkeit, als wir denken.

  7. Schön subtil die Hurensson Referenz, schöne Realsatire. Hatte ich zuerst überlesen.

    Zum Hurensson fällt mir noch ein: “Don’t give a sucker an even break”.

    Für naive oder einfach nicht-berechnende (meist eher sympathische) Charaktere oder Situationen wo man sich das leisten kann, analog das Bild: Katze oder Hund liegt in Lieblingsecke rücklings und streckt alle Viere von sich… ein störender, aber leider immer noch gültige Hinweis, der zur Achtsamkeit mahnt und womöglich teils auch Systemkritik meint und so auch manchen Don Quichotte oder Verschwörungstheoretiker in Überreaktion gebärt. Für alle anderen aufgeklärten ein notwendiges Übel, mit Hinweis auf Max Weber: “Macht bedeutet jede Chance…”.

    Achtet auf die Hurensöhne und Sucker, sie betonen hinterher gerne wie unschuldig sie sind und wie sehr sie ohne Absicht gehandelt haben, immer wieder entschuldigen sie Ihre Rücksichtslosigkeit mit unabsichtlicher Fahrlässigkeit. Sie überfahren den, der zaudert oder zweifelt oder erst Mal nur nachdenkt bevor er für andere kompromissartig mit entscheidet. Da Dummheit aus Einsicht frei macht, sollte ich mich nicht zu frei machen.

    Ok, damit werde ich selbst am Ende berechnend, klar, ich will ja möglichst gut da durchkommen, ich “Egoist”.

    Ich habe lange genug niemanden für einen Sucker halten wollen, aus einer etwas naiven, wohlgenährten und gemütlichen humanistischen Erziehung heraus, wo Aufklärung gelegentlich nur als empfindsames Querdenken empfunden werden könnte (aus Faulheit oder weil alles andere als “Wolke 7” oder “cloud nine” so unangenehm wäre). Klar, es gilt die Unschuldsvermutung und wir wollen uns alle “immer” nur Verteidigen (unsere Existenz mit all den Abhängigkeiten, Nöten und die etablierten, womöglich teuren Lebensstandards der Familie weiterhin “sichern” – allein das wäre wohl noch keine Gier!? sondern legale Teilhabe!? … jeder ist seine Glückes eigener Schmied, gell und na klar), so wie die Werbung auf Messeständen für Militärgüter und -dienstleistungen uns das bestätigt. Menschen handeln nicht immer bewusst “böse” oder mit Vorsatz, wenn sie andere schädigen und wenn es nur eine kleine Kränkung ist – dennoch tuen sie es und sind bei Wiederholung und erkennbarem psychologischem Muster und innerer Haltung eben ein Hurensson oder Sucker zu bezeichnen oder fühlten sich gar verletzt von etwa was gar nicht verletzend gemeint war (Problem… Konflikt… Krise… tragische Katastrophe: Wer zerschlägt den gordischen Knoten rechtzeitig?). Die, die vorsätzlich handeln wissen, wie sie der Strafe entkommen könnten (Verbrecher) oder nutzen Gesetzeslücken oder Machtpositionen aus. Alle anderen zeigen in einer Konsumentenhaltung mit dem Finger auf den Chef. So wie die Hitlerjungen auf ihren Führer? Letzteres ist zu hart im Vergleich? Ein Hitlerjunge zerstört Menschenleben genauso wenig direkt wie Umweltzerstörung… ich schweife wohl zu sehr ab. Aber wofür haben Soldaten nochmal ein Rückgrat nach Albert Einstein?

    http://www.netzwerk-regenbogen.de/einstpaz021224.html

    Die Demokratie ist der einzige Ausweg aus dem Dilemma und sie ist soooo fragil. Weil Ihre Werte an sich nicht immer unmittelbar spürbar sind und sie auch dadurch so leicht zerstörbar scheinen.

    Und wenn ich Dieter Nuhr folgen mag, dann geht die Einkommensschere zwar auseinander, aber sie bewegt sich über die Zeit auch seitwärts und die Armen werden immer “reicher” und die super-reichen verlieren manchmal auch “super viel”. Wo ist da wirklich etwas zu verbessern?

    Wenn Eva Hermann Redaktions-/Regie-gesteutere Mainstream Nachrichten und Talkrunden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen beklagt (so wie etwa das AFDler gerne tun oder Verschwörungstheoretiker) und damit querdenkt und sogar vom AG-System abgestoßen wird, so haben wir dennoch rein-objektiv betrachtet die beste Medienlandschaft weltweit, eher die Auswahl des Individuums beim Überangebot (aller Medien zusammen) macht den Ausschlag, und so werden die Individualposts (auf Plattformen, die den Content nicht verantworten wollen) viel eher zum Problem für die Gesellschaft – derzeit ist der Handlungsdruck groß das in neue Gesetze zu packen.

    Gott sei Dank haben wir die parlamentarische Demokratie!!! Und eine zwei-drittel Mehrheit ist nötig für Grundgesetzänderungen…

    Und es gilt als ungeschriebenes Gesetz: “An wessen Tisch ich sing, dessen Lied…”. Querdenken ist ein Zeichen von Mut und Selbstständigkeit und Autorität. Eigenes Denken ist auch Querdenken. Eigenes Denken und Mündigkeit ist echte Denkarbeit und Packan im Ehrenamt oder z.B. bei Nachbarschaftshilfe.

    Insofern würde ich sagen die Demokratie lebt, aber sie ist in Gefahr, denn Firmen wie Google, Amazon und Facebook etc. sind Diktaturen. Starke Diktaturen und alles andere als “green-IT” zuerst.

    Das es auch Fake-Science gibt ist evtl. auch nur ein Gemeinplatz… aber das passt auch zu diesem Satire-Post von DD.

    Die Aalglatten Kundenbefriediger oder über-den-Tisch-Zieher sind die dem System-entsprechend erfolgreichsten. Querdenker oder Philanthropen werden die erst später oder nie. Nur Querdenken ist vermutlich auch keine Lösung.

    Der Kompromiss feiert derzeit erneut Bedeutungsgröße und bleibt das Schwerste. Es lebe die Renaissance des Kompromisses und der Verständigung zwischen Arbeit und Kapital.

    Die “Arbeit” kann Produktion oder Revolution (Krieg) und das Kapital kann Teilhabe oder Erpressung.
    Lösungen liegen auf der Hand, nur keiner kann sie Weltweit steuern, so zerfällt derzeit noch zu viel in Kleinstaatlichkeit und eindimensionales Unternehmensziel. Es sollte klar sein warum Europa gut daran tut gemeinsame Ziele zu definieren und zu verfolgen. Der Brexit ist eine Schande auf dem politischen Tableau, aber deswegen sind die Briten trotzdem noch Europäer, nur eben beleidigte und empfindsame Eigenbrötler. Lassen wir sie so wie sie sind und treffen sie da wo es ihnen lieb ist.

    Hahaha. Der Bogen zum Thema echtes politisches Menschen-Marketing für Europa ist damit gesponnen – wo ist der Hebel mit den nackten Brüsten für männliche und der mit Symbolen zu sozialer Sicherheit für weibliche Europäer?

  8. Sehr schöne Parabel zum modernen Management. Am Ende leider zu weit überspitzt und dadurch transparent gemacht. Ich hätte dies gerne ein paar Kollegen weitergeleitet, die sich bestätigt fühlen würden. Ich wette 10:1: bis zum Schluss camoufliert, hätte ich die Studie mehrfach aus unterschiedlichen Richtungen zugesandt bekommen. Jetzt fürchte ich mich aber fast sogar davor. Die Story ist der pinke Elefant, an den man eben nicht denken soll. Dumm ist nur, dass nach angemessener Zeit, der als einziges übrig bleibt. Beim nächsten Gespräch mit Dr. Hurensson wäre es sinnvoll eine passende Untersuchung mit den Ratten zum Thema “erfolgreich Mumpitz vergessen” anzustoßen. Ich stelle gerne die nötigen Mittel.

  9. Grossartig. Lustig ist doch auch, dass das Versuchsobjekt zu Beginn sich besonders anstrengt, strampelt und zappelt in der Hoffnung letztlich mehr Futter zu bekommen. Dann ist die Entäuschung um so grösser, wenn das Angebot gedrosselt wird. Dann wird die Aktivität der Futterverfügbarkeit angepasst. Wird das Futterangebot künstlich verknappt, sucht sich das Versuchsobjekt einen neuen Futterplatz. Was für eine Überraschung… Gab es da nicht auch noch die Geschichte mit dem Käse und Speck?

  10. Dem numerischen Ergebnis nach handelt es sich offenbar um eine galaktische Konstante, die als solche naturgemäß für alles zutrifft. Eine genauere Untersuchung von weißen Mäusen hat nach 7 Millionen Jahren Rechenzeit mit einem (Watson deutlich überlegenen Supercomputer) gezeigt, dass den hier angegebenen, statistisch ermittelten Werten eine zu kleine Stichprobe zugrunde gelegt wurde. Das korrekte Ergebnis ist ganzzahlig, wie man in der einschlägigen Literatur unschwer nachschlagen oder von dem Etikett einer soeben geleerten Flasche London Dry Gin lallend ablesenen kann. Es ist daher davon auszugehen, dass die schwedische Akademie der Wissenschaften den Vorschlag, Herrn Prof. Dr. Hurenssohn den Nobelpreis für Wirtschaftwissenschagen zu verleihen, trotz des verhaltensökonomisch äußerst interessanten Ergebnisses mit 42-%iger Wahrscheinlichkeit zurückweisen wird.

  11. Wir, die Leser sind hier das soziale Experiment. Der Text klingt glaubwürdig und das Experiment ist wer es für so glaubwürdig hält, das er den Gedanken teilt.

    Da fehlt nur noch das Gewinnspiel, sonst nicht schlecht. Respekt wild Dueck!

  12. Die Linguistik setzt auch hier den Rahmen. Wer Werbung macht oder guckt ist angeblich Teil eines Experiments und hält andere für Ratten oder ist selbst eine?

    Sind wir nicht alle auch Ratten? Es werfe der den ersten Stein, der nicht auch mal Ratte war oder irgendwann andere für eine Ratte hielt. Wir treffen uns alle immer auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner. In der Kneipe um die Ecke, im Stadtrat, Bundestag, Nato, Menschheit. Im Versuch unsere Existenz zu sichern und auch Sinn zu finden. Nur, der kleinst gemeinsame Nenner darf eben keine Ausrede für den Einzelnen sein. Das wäre ein individueller Dammbruch, den man tragisch hier und da im Laufe seines Lebens beobachten kann und bei sich selbst unter Schmerzen versucht zu verdrängen – nur es ist nicht zu verdrängen, es kommt irgendwann raus. Nur wenn ein bestimmter Schwellenwert bei der Anzahl individueller Dammbrüche erreicht ist kippt die ganze Gesellschaft.

    Pflegt eure innere Haltung und helft einander freundschaftlich dabei.

    Dann ist es egal ob man Ratte ist, Elefant oder Affe oder Mensch. Gemeinsamkeit nimmt dem Experiment den Schrecken. Gemeinsamkeit verhindert solche Experimente, die das System aber laufend produziert…

    Arbeit und Teilhabe oder Erpressung und Krieg?
    Was soll die Gemeinschaft anstreben, wohin soll sie nun mehr gelenkt werden?
    Wer hat aktuell mehr zu leisten? Mehr Arbeit oder mehr Teilhabe?

    Mehr Teilhabe an den Kosten der Umweltnutzung für das Kapital!
    Mehr Teilhabe an den ökonomischen Gewinnen, um eben genau das zuerst zu tun: Kosten der Umweltnutzung tatsächlich bezahlen um Umweltschaden zu minimieren. Geburtenkontrolle weltweit.

    Wer kann das im Rahmen einer weltweit beweglichen Wirtschaft derzeit umsetzen?

    Keiner. Gesellschaftliche Errungenschaften müssen auch ökonomisch Tritt fassen, sonst führen sie zum Untergang der Gesellschaft, die sie gebiert. So das ungeschriebene Gesetz, negativ formuliert. Positiv formuliert: Siehe Deutsches Grundgesetz mit der Verankerung von Sozialgesetzen als Gegenspieler zu Neoliberaler Gier!

    Eine Ethik-Polizei stößt schon da oft an Grenzen wo Konsum nur stark genug ist. Und der wird “zuletzt” ständig beschleunigt (Verweis auf Schneeballsysteme). Ich denke eher an Hamsterräder als an Laborratten… wo genau ist eigentlich der Unterschied?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.