DD348: Einsicht ist gut, Regeln sind besser

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21 Antworten

  1. Ben sagt:

    „Die Regel wird für Leute gebraucht, die sich nicht auskennen.“
    Oder für Leute, die Angst haben etwas falsch zu machen.
    Für alle anderen ist es ein Korsett, das den meisten zu eng ist.

  2. Manfred Criegee-Rieck sagt:

    Compliance über alles 😉 denn sonst wird man angreifbar. Erinnert mich auch etwas an ihren Abschied vom homo oeconomicus und dem Versuch der Rationalisierung/Digitalisierung wo das mathem. Model einfach nicht passt, unausgereift ist oder schlicht die Methode nicht verstanden wurde. Aber KI oder die fuzzy logic wird uns sicher retten. 🙂
    LG

  3. Janix sagt:

    „Shu-ster, bleib bei Deinen Regeln.“ Sonst empfindet es der Bürokrat als ungerechte Extrawurst …

  4. Peter Singer sagt:

    Das eine sind Regeln, das andere die Weisheit wann die Regeln auch mal gebogen oder gar gebrochen werden können. Ich denke besonders Deutschland ist gut im Aufstellen neuer Regeln für alle Entscheidungen im öffentlichen Bereich, damit ja alle gleich behandelt werden und keine Willkür herrscht. Es soll ja schließlich gerecht zugehen in unserem Land! Das führt dann im Laufe der Jahrzehnte zu dicken Wälzern mit Regelwerken und man braucht ein jahrelanges Studium / Ausbildung um sich halbwegs in diesen Wälzern auszukennen. Der normale Mensch versteht schon lange nicht mehr was er darf und was nicht und wie er es nach den Regeln machen kann/darf/soll . Ziel erreicht – jetzt sind alle gleich dumm und das ist ja dann gerecht.
    Bauen ist so ein Beispiel… das Baurecht verstehen selbst studierte Architekten nicht mehr und selbst wenn, dauerte es Jahre um durch alle Behörden durchzukommen. Was ich beim Bau eines Flughafens vielleicht noch verstehen kann – aber ein simples Ein- oder Mehrfamilienhaus das bereits millionenfach ähnlich gebaut wurde?

    So werden wir alle trainiert nicht mehr den eigenen Verstand zu benutzen, sondern die Regeln zu lesen und zu befolgen (oder jemanden dafür zu bezahlen das er die Regeln liest und mir dann die wirklich relevanten erklärt) Das ist gut so, oder .. es kostet Zeit und schafft Arbeitsplätze 🙂

  5. Volker sagt:

    Tao:

    Englisch:
    ————-
    Therefore, when the Way is lost there is virtue.
    When virtue is lost there is benevolence.
    When benevolence is lost there is righteousness.
    When righteousness is lost there are rituals.
    Rituals are the end of fidelity and honesty,
    And the beginning of confusion.

    Deutsch:
    ————
    Darum: Ist der Sinn verloren, dann das Leben.
    Ist das Leben verloren, dann die Liebe.
    Ist die Liebe verloren, dann die Gerechtigkeit.
    Ist die Gerechtigkeit verloren, dann die Sitte.
    Die Sitte ist Treu und Glaubens Dürftigkeit
    und der Verwirrung Anfang.

    • Ludwig sagt:

      Wenn also der Weg verloren geht, gibt es Tugend.
      Wenn Tugend verlorgen geht, dann ist Wohlwollen da.
      Wenn das Wohlwollen verloren geht, gibt es Rechtschaffenheit.
      Wenn Rechtschaffenheit verloren geht, gibt es Rituale.
      Rituale sind das Ende der Treue und Ehrlichkeit,
      und der Beginn der Verwirrung.

  6. Ludwig sagt:

    Wenn also der Weg verloren geht, gibt es Tugend.
    Wenn Tugend verlorgen geht, dann ist Wohlwollen da.
    Wenn das Wohlwollen verloren geht, gibt es Rechtschaffenheit.
    Wenn Rechtschaffenheit verloren geht, gibt es Rituale.
    Rituale sind das Ende der Treue und Ehrlichkeit,
    und der Beginn der Verwirrung.

    • Rainer Wetekam sagt:

      Mir fällt da immer die Menschen und Fahrzeug leere, beampelte Kreuzung auf freiem Feld nachts um 2.00 Uhr ein: man könnte ja einfach bei Rot fahren es ist ja offensichtlich niemand da, trotzdem fahre ich nicht … Warum wohl

  7. Uwe Pilgram sagt:

    Lieber Herr Dueck,
    Sie haben ja so recht.

    Nur auf Roboter werden wir, was die Schematisierung unseres Lebens angeht nicht warten müssen. Da haben Millionen von Softwareentwicklern seit Jahrzehnten schon ganze Arbeit geleistet. Und, Ja, auch die Meister müssen die Regeln einhalten. Sie haben einfach keine Macht dazu.

    Die „Regelung“ des Leben ist übrigens statistisch schön nachweisbar: Allein in Deutschland wurden seit 1949 weit mehr als 100.000 Paragraphen neue Gesetze gemacht. Mit einer exponentiell zunehmenden Rate. Haben Sie von unseren jugendlichen MinisterInnen Entwürfe gehört, wie unsere Gesellschaft in 50 Jahren funktionieren soll? Eher nicht. Aber sie bringen jede Menge von Gesetzentwürfen. Mit filigranen Regeln.

    Ich denke, die Ursache ist unser Wohlfahrtstaat. Er kommt in seiner Weiterentwicklung zwangsläufig an einen Punkt, wo den Menschen immer mehr Verantwortung abgenommen wird, die sie ohne Probleme selbst tragen könnten. Und dabei geht auch die Freiheit, selbst zu entscheiden, verloren. Und um nichts anderes geht es hier.

  8. Katharina Carl sagt:

    Ein freier, erwachsener Mensch trifft eine Entscheidung und verantwortet sie dann auch!

  9. Andreas sagt:

    Wie wird man eine Regel wieder los, wenn sie einmal in der Welt ist? Doch nur mit einer neuen Regel.

  10. Roger sagt:

    Es gibt Regeln, die haben einen Sinn.Z.B. die mit ein Flugbegleiter pro x Passagiere. Auch der spezielle Sitzplatz ergibt Sinn: Passagiere im Blick, besser gesichert mit Schultergurt. Nicht jede Regel ist unsinnig.

    • Gunter Dueck sagt:

      Die Regel hat Sinn, klar, aber bringt man den ganzen Flugbetrieb in Chaos, um sie zu 1000 Prozent durchzuziehen?

      • Heinz sagt:

        Die Kette ist doch: Problem -> Regel -> Regel einhalten -> Lösung.
        Für das angenomme Modell stimmt auch die Lösung. Ändert sich aber das Modell (Problem mit anderem Kontext) stimmt die Kette nicht mehr.
        Nur wie erkennt man die Kontextänderung wenn die Modellannahme nicht bekannt ist?
        Genau da kommt die Unsicherheit her. (Vielleicht gibt es ja einen sinnvollen Grund warum die Flugbegleiter nie auf normalen Sitzen sitzen sollen fragt sich der Gestreifte)
        Manchmal wäre es sinnvoll zu Regeln auch Begründungen hinterlegt zu haben, um das dann besser entscheiden zu können. Macht es aber leider wieder complexer.

      • Roger sagt:

        Leider ja. Was rauskommt, wenn man Regeln zur Sicherheit lax interpretiert, sieht man bei der 737-MAX: Das MCAS ist ja nicht wichtig, das können wir vor den Piloten und der FAA geheim halten bzw. geschönt kommunizieren.

        Man hätte bei der Umsetzung des Aussteigens kreativer sein können:
        * Freiwillige suchen (Prämie anbieten)
        * Personen ohne aufgegebenes Gepäck suchen

        Die meisten Regeln in der Luftfahrt sind mit Blut vergangener Unfälle geschrieben.

  11. Gudrun Voigt sagt:

    Na Klar, sonst müsste man doch selbstständig Denken.

  12. Rainer Wetekam sagt:

    Da fällt mir immer wieder die menschen- und Fahrzeug leere beampelte Kreuzung auf freiem Feld nachts um 02.00 Uhr ein: Man steht vor der roten Ampel, man könnte auch fahren, es ist ja offensichtlich niemand da und trotzdem macht man es nicht (als Fussgänger schon eher) … warum nur? Weil selbst wenn jeder vernünftig denkende in diesem Fall das auch so sehen würde, gibt es die Argumente, die man immer hört: wo kämen wir den hin …, schlechtes Vorbild …, wer will da denn entscheiden usw.

  13. Heinz sagt:

    Ja ja das Baurecht. Wir haben einen neuen Bebauungsplan der eine sehr gute Begründung (Wohngebiet in seinem Wesen erhalten) auf 2 Seiten hat. Dann folgen Regeln die an sich sinnvoll sind. Und dann kommt ein Wunsch der das Wesen der Siedlung erhält. Widerspricht aber genau einer abgeleiteten Regel. Abgelehnt! Die vorgeschlagene legale Alternative widerspricht selbstverständlich nicht den Regeln. Ändert aber das Wesen der Siedlung deutlich, was ja genau dem ursprünglichen Ziel widerspricht
    Und das sehe ich viel: Regeln sind aus Gründen entstanden. Aber das Vergessen oder Nichtbeachten der Gründe ist fatal.

  14. Joachim Schnurrer sagt:

    Regulierung ist oft gut, Überregulierung ist meist schlecht. Das Schlechte im Guten. Gut gemeint aber schlecht gemacht. Warum ist die Ampel nachts um Zwei im Nirgendwo überhaupt eingeschaltet?
    Regeln müssen einfach sein, sonst versteht sie ja der (Idi..) nicht, für den sie gemacht wurden! Alle Anderen leiden darunter.
    Viele müssen immer geholfen bekommen. Das geht mit Regeln und Ritualen recht gut. Betriebsanleitungen sind da ganz hervorragende Beispiele. Die USA ist da ein Vorreiter (Rasenmäher, Plastiktüten …)
    Anne Bernays; Schriftstellerin, hat das mal treffend zusammengefasst:
    Hilft dir immer jemand, wirst du hilflos.

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