DD349: Wie bringt man dem Chef eine vernünftige Strategie bei?

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18 Antworten

  1. Karin Wolff sagt:

    Ja, ja, Jah!!!

  2. Markus Gebhard sagt:

    Diese „Studien“ müssen noch nicht einmal extern sein. Man kann diese auch „Mitarbeiterbefragungen“ (employee surveys) nennen, die für das Unternehmen selbst als „Pulse check“ durchgeführt werden, immer und immer wieder. Interessant ist dann, was und vor allem wann (also mit welchem Zeitversatz) etwas aus der Befragung folgt. Sie hatten es ja schon vom agilen Schaf (dieses, auf einer Seite schwarz)…

  3. Fred Scholz sagt:

    Das ist die ganze Wahrheit. Problem dabei ist, dass auch der Journalismus häufig derartige Ergebnisse fehlinterpretiert.

    Ein fundementaler Wechsel in Wirtschaft und Politik ist unumgänglich, wenn wir noch etwas retten wollen.

  4. Wieder Mal auf den Punkt, oder auf die Punkte gebracht! Ich mag ihren Stil und ihre nie enden wollende Lust, sich behaupten Fakten, die gar keine sind, zu widmen. Und zwar so, dass sie keine mehr sind, sondern wieder eine Behauptung werden. Dadurch wird der Geltungsbereich geringer und Menschen werden davon abgehalten, Behauptungen als Fakten zu speichern. Sehr hilfreich. Immer wieder erfrischend !

  5. Rudolf Quetting sagt:

    Bingo! Da haben Sie vollkommen recht. Aber nicht nur Firmen und Berater; nahezu jeder der heute im Internet eine Zahnpasta oder sonst was verkauft schickt eine Befragung „Wir wollen (in ihrem Interesse) besser werden“ hinterher. Mein Eindruck ist, dass man schon beim Stellen der Fragen eine bestimmte Interpretation der Antworten im Blick hat. Und deshalb ist aus Sicht der Befragten eigentlich nie eine Frage dabei, die zur Sache kommt. Mein letztes Beispiel: Patientenbefragung der Krankenkasse nach einem Klinikaufenthalt hinsichtlich der Zufriedenheit mit den Pflegekräften. Bin ich das nicht, bekommen die Druck oder bestenfalls eine Schulung „Wie stelle ich mürrische Patienten zufrieden“ verpasst. Auf die Idee, dass das Personal zu knapp ist kommt keiner. EY schon gar nicht, denn nach deren Rechnung klingeln die Patienten sequentiell.
    Wer sich mit Hilfe einer Umfragen nicht einfach auf die eigene Schulter klopfen will, sondern etwas aus Umfragen tatsächlich Erkenntnis gewinnen will, der muss sich in Psychologie UND Statistik bestens auskennen. Gleiches gilt für Journalisten, die Umfrageergebnisse kommentieren. Alles andere ist Scharlatanerie.

  6. Markus Schäfer sagt:

    Oh, wie sehr sie mir aus der Seele sprechen, lieber Gunter Dueck!
    Ich bin auch selbst immer wieder erstaunt, wieviele hoch bezahlte Manager keine Ahnung haben, was eigentlich eine Strategie ist („Wir wollen doppelt so schnell wachsen wie der Markt“ – der Klassiker, Aspiration mit Strategie zu verwechseln).
    Vielleicht sollte man sowas in einen irgendwie gearteten Bildungskanon einfliessen lassen, dann gibt es vielleicht in Zukunft weniger schlechte Strategien.

  7. Karsten vom Bruch sagt:

    Ob Mitarbeiter immer gleich die bessere Strategie zur Hand haben, wage ich mal zu bezweifeln. Aber dass es welche gibt, die das Management mit ihren Ideen gerne mutig inspirieren wollen, weiß ich ganz sicher.

    ZukunftsSchwärmer – ein Schlüssel zum „Purpose“
    https://www.linkedin.com/pulse/zukunftsschw%C3%A4rmer-ein-schl%C3%BCssel-zum-purpose-karsten-vom-bruch

    • Gunter Dueck sagt:

      Sie können aber verstehen, ob etwas schlecht ist. Schüler können nicht unbedingt den idealen Lehrer erklären, aber einen schlechten erkennen sie sicher. Ersetzen Sie Lehrer/Schüler durch XX, YY. Das Schlechte erkennt man von außen besser als von innen.

  8. Joachim Schnurrer sagt:

    Leider sind diese Verhaltensweisen im Vormarsch. Es wird so getan „als ob“ man; sich an Regeln hält, für den Kunden das Beste liefert, den Mittarbeiter in den Mittelpunkt stellt, Patienten optimal betreut, die beste aller Strategien hat, optimal aufgestellt ist, usw usf.
    VW verkauft mehr Autos als jemals zuvor. Dieselbetrug? Was ist das? Die Kunden sind nicht besonders kritisch.
    Die größte Einkommensdifferenz bei DAX-Unternehmen herrscht bei Volkswagen. Denn die Führungsetage in Wolfsburg erhielt im vergangenen Jahr eine Vergütung, welche den durchschnittlichen Personalaufwand um das 97-fache übertraf. Rund gerechnet bekommt die Führungsetage in einer Woche das, wofür der Durchschnitt zwei Jahre braucht. Wo sind denn hier die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, oder das Land Niedersachsen als SPD regiertes Land?
    Die haben wohl keine Strategie, ihre Macht zur Geltung zu bringen!!?
    Genauso verhält es sich doch bei den Konsumenten!
    Zwischen 300.000 US-Dollar und 500.000 US-Dollar verdient Kardashian laut eigener Aussage für „einen einzigen Instagram-Post, in dem ich ein Produkt bewerbe, das mir gefällt“.
    Konsumenten haben keinerlei Strategie! Einzig „Brot und Spiele“ zählt. Warum sich mit einer Strategie herumschlagen?
    So tun „als Ob“ reicht völlig.

  9. Tobias Harmes sagt:

    Guten Morgen Herr Dueck!
    Ich bin einer dieser teuren Berater. Sie schreiben: „Wenn Selbstbild und Fremdbild stark auseinanderklaffen, sollte man es einmal mit Therapie versuchen.“ Und das ist zumindest mein Anspruch und meine Dienstleistung. Und auch die vieler meiner Kollegen. „Dem Chef“ ist nämlich auch oft klar, dass etwas nicht stimmt. Sich vor die Mannschaft zu stellen und zu sagen: „ich weiß nicht weiter“ ist ja wohl kaum eine geeignete Therapiemaßnahme.
    Mit freundlichen Grüßen
    Tobias Harmes

    • Dr. Anke Sax sagt:

      Warum nicht? In der VUCA-World finde ich es zunehmend fahrlässig, wenn Manager meinen, Sie hätten Wahrheiten gepachtet. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Mitarbeiter auf so eine Frage: Ihr kennt das Unternehmen, Ihr kennt die Branche und die Kunden, Ihr kennt die Herausforderungen, was würdet Ihr machen? Wenn man dann 10 Leute mal losschickt, das zu beantworten, bekommen Sie in aller Regel eine für das Unternehmen passende Strategie, die von den Mitarbeitern verstanden und mitgetragen wird. Auch das Herunterbrechen auf Maßnahmen gestaltet sich dadurch deutlich leichter.
      Einfach mal versuchen. Es funktioniert 🙂
      Gruß AS

    • Markus Gebhard sagt:

      Die Situation ist leider aber oft umgekehrt: Die Belegschaft sieht die Defizite und macht auch Vorschläge, diese zu beseitigen. Nur gilt der Prophet bekanntermaßen im eigenen Dorf nichts, und darum haben Sie überhaupt eine Ligitimation hier einschreiten zu dürfen. Beratung ist einfach, Exekutive ist schwer, weil man dann dafür gradestehen muss…

  10. Peter Petersen sagt:

    Ist es überhaupt vernünftig sich an eine Strategie zu binden? Wäre ein Werkzeugkasten an Taktiken nicht viel effizienter? Was bringt eine auf Langfristigkeit ausgelegte Strategie in einer realen Welt, die sich sehr rasch ändert und z.B. hinsichtlich der Demographischen Entwicklung schnelle Antworten erfordert? Bleiben da die Umstände und Regeln überhaupt ausreichend lange konstant, um mit Strategie real erfolgreich sein zu können?

  11. Man kann sich durchaus eine Welt zurechtbiegen, die so ist, wie man sie sich wünscht, denn es gibt viele Wahrheit und Sichtweisen. Daniel Kahneman nennt das „die Illusion der perfekten Information“ – Wenn ich aufhöre zu recherchieren, wenn alle Fakten mit meiner Sicht zusammenpassen, ist das eine heute durchaus populäre Strategie. Ein Fehler, den man nicht sehen kann, ist „kein Fehler“. nun kommt der Dueck und verlangt, dass man doch das Blickfeld erweitern sollte – und das um die Perspektiven in den Niederungen der Organisation. Igitt: Kunden und so. So ein Revoluzzer 🙂

    Ich bin immer dafür dass „Organisatorische Klarheit“ (s. Patrick Lencioni) dazu führt, sich angstfrei auf den Weg in die Zukunft zu begeben. Damit wären aber die ebenfalls von Herrn Lencioni herausgearbeiteten Kompetenzen „Humble“ „Hungry“ „Smart“ zu adressieren – wogegen sich persönliche Eitelkeit von Einkommensbeziehern > 1M p.a. so trefflich wehrt. Die ursprüngliche Grundlage der französischen Revolution Égalitée, Fraternitée wurden auf persönliche „Libertée“ reduziert und optimiert – nun – dann passiert das. Ist m.E. nicht wirklich neu.

  12. Michael sagt:

    spannendes Thema, guter Artikel
    Nur zur Vervollständigung – es gibt scheinbar zwei Studien, die gleichzeitig und namensgleich erschienen sind

    ohne Beleuchtung der Strategiefrage:
    https://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/ey-jobstudie-2019/$FILE/ey-jobstudie-2019.pdf

    mit Schwerpunkt „Strategie“:
    https://assets.ey.com/content/dam/ey-sites/ey-com/de_de/news/2019/10/ey-jobstudie-2019-digitales-arbeiten.pdf?download

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