DD352: Vor ihrem Tod igeln sich Unternehmen ein

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7 Antworten

  1. A. Hauch sagt:

    Hallo Herr Dueck,

    die Ursachen Ihrer beschriebenen Miseren werden m.E. durch alte (oder auch neue) betriebene Insel-Anwendungen verursacht, die nicht zentral durchdacht wurden. Der massiven Datenflut, die qualitativ (meist) vernachlässigt wird (wurde), kann prozessoptimiert nicht mehr nachgekommen werden.
    Historische Daten (und auch neue Daten) so aufzubereiten, dass optimierte Prozesse entstehen können, werden sehr oft vernachlässigt oder isoliert behandelt und können somit selten kundenoptimiert und/oder sehr aufwendig angepasst/harmonisiert werden, damit hohen Nachfragen schnell nachgekommen werden kann.

    Dies ist meiner Meinung nach auch durch die vergangene Dezentralisierung von Systemen und Anwendungen verschuldet worden, da sehr viel isoliert gedacht und gehandelt wurde. IT-Infrastrukturen mit ihren Anwendungen wurden zu wenig Bedeutung zugemessen, was zum Teil immer noch so zu sein scheint. Vielen ist immer noch nicht klar geworden, dass sowohl IT-Infrastrukturen als auch Anwendungen (und auch die Menschen, die damit umgehen müssen) in vielen Fällen als entscheidungsrelevante Größen für den Bestand und für die Weiterentwicklung von Unternehmen/Organisationen viel mehr Bedeutung haben als ihnen zugewiesen wird.

    Es fehlt in vielen Fällen an entscheidenden Stellen ein übergreifendes Prozessdenken, einhergehend mit entsprechender Verantwortung im Umgang mit Infrastrukturen, Daten und den Skills von Menschen.

  2. Gerdt Fehrle sagt:

    Interessanter Artikel. Allerdings sehr bekannte Beispiele. Und: Auch nichtstaatliche Unternhemen und die unterhalb von Konzerngröße zeigen vermutlich dieses ‚Einigeln‘ vor dem Untergang. Dazu etwas zu lesen wäre auch spannend gewesen. Viellicht in einem weiteren Beitrag?

  3. Brigitte Meyer sagt:

    Wieder mal genial! Genial einfach, genial realistisch. Auf den Punkt gebracht. Wenn man mal eine kurze Zeit in Ländern unterwegs ist, die unseren Wohlstand und unsere Sattheit nicht haben, sieht man oft, dass dort noch „was geht“. Es tut sich was. Man agiert oder auch reagiert, man ist flexibel, man hat ein Interesse am anders machen, besser machen, gut machen. Ich werde dann immer traurig und wütend zugleich, wenn ich an unsere deutsche Überheblichkeit denke, mit der wir uns das Leben selbst so verbauen…

    • Anselm Geske sagt:

      Das Selbstverständnis, mit dem sich jemand in eine gehobene Position setzt, ist insbesondere in Deutschland sonderbar. Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Es geschieht nicht, um Verantwortung zu tragen und Dinge zu verändern, sondern um seine Ruhe zu haben vor den Unbilden eines unterdrückten Angestelltenverhältnisses. Sollen doch die Deppen die Drecksarbeit machen, die zu dumm sind, die Flucht nach oben anzutreten. Und schon etabliert sich eine Elite, die vor allem eines beherrscht: Sich von denen abzusetzen, die in ihren Augen weniger wert sind. Langmut, Weitsicht, Verpflichtungsgefühl – alles Fehlanzeige. Aber irgendwelche Quartalszahlen hat man irgendwie erreicht und sich von den wichtigen Ahnungslosen damit eine Kompetenz zuschreiben lassen, die eher einer mystischen Weihe gleicht. Vertrauenswürdigkeit wird nicht gemessen. Sie ist auch keine Bedingung, um aufzusteigen. Simon Sinek beschreibt das sehr eindrucksvoll in seinem Video auf YouTube: How do you measure success?

  4. Mario Rossetti sagt:

    (Die Vorstände harren aus, sie haben meist nur noch wenige Jahre, die sie ohne Kürzungen alter Pensionsverträge durchzustehen gedenken. )

    Hallo Herr Prof. Dueck,
    das glaube ich leider immer mehr. Ich hab da so meine kleinen Geschichtchen erleben dürfen

    Mit besten Grüßen
    m.r

  5. Uwe F. sagt:

    Schon das erste Beispiel ist falsch, denn die Bahn igelt sich keineswegs ein, sondern arbeitet an massiven Veränderungen. Allerdings muss man sich schon etwas Mühe machen und in der Fachpresse lesen, anstatt das Unternehmen nur oberflächlich zu betrachten, wenn man diese Veränderungen sehen will.

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