Der Innovative ist noch kein Innovator, der Kreative kein Schöpfer, der Idealist kein Weltverbesserer

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13 Antworten

  1. Alter Nativlos sagt:

    Auf den Punkt. Das andere Problem ist die „stillschweigende Zustimmung“ die man gibt, wenn man den Idioten, deren Ideen man ablehnt, kein offenes Kontra gibt und damit den Eindruck erweckt, es wären ja alle dafür gewesen.

    Wie viele kennen Sie, die untereinander anders reden als sie es öffentlich tun würden? Wie viele haben schon eine klare Meinung, die sie nur deshalb nicht äußern, weil der political correctness mob oder die physischen und psychischen Schlägertrupps der linksgrünen Genderia ja postwendend über ihn/sie herfallen würde/könnte?

    Und so rennen wir wie die Lemminge zum nächsten Abgrund und hinterher will es dann wieder keiner gewesen sein: „Was – ich?! Also ich war von Anfang an dagegen!!“ — „Was genau hast du GETAN?“ — Dead silence.

  2. Johannes sagt:

    Just heute gelesen: https://www.spiegel.de/auto/forschungsprojekt-in-oesterreich-ein-solardach-fuer-die-autobahn-a-30799262-0531-4eca-987d-876ce7c22ec6

    Und: wird‘s UMGESETZT? 100 Milliarden hört sich viel an, aber wenn man bedenkt, dass Fossil jährlich mit 50 Milliarden subventioniert wird, dann sollte doch was gehen, oder? Aber die „feindlichen Gladiatoren in der Meinungsarena“ werden die Idee sicher schnell zerrupfen. Schade eigentlich.

  3. Niels sagt:

    Hm, Innovationen funktionieren hauptsächlich im Kleinen, nicht im Großen. Da ist es wie im Ballsport. Der sehr gute Stürmer mit dem Ball wird sofort und effektiv von einem großen Teil des gegnerischen Teams geblockt und kommt gegen die Übermacht nicht mehr an, während der Noname-Spieler den keiner auf dem Schirm hatte, mit seiner Idee rechts vorbeizieht und erst ab dem 5. Saisontor die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.
    Deswegen sind meines Erachtens große Firmenstrukturen wie DAX-Konzerne grundsätzlich sehr viel weniger zu eigenen Innovationen fähig als kleine Startups.
    Diese müssen dafür noch nicht mal wirklich anders an das Thema Innovationen herangehen. Das ist eher ein Problem der Größe.
    Und die Politik hat da ein ganz ähnliches Problem. Es reden einfach sehr viele mit. (Was wir in einer Demokratie ja auch so wollen).

  4. harry sagt:

    Ist die Umsetzung wirklich das größte Problem? Ist es nicht eher das Ringen zwischen Gewinnern und Verlierern eines Projektes?
    Abhängig von den Machtverhältnissen zwischen den beiden Gruppen , kommen Projekte überhaupt erst in eine Machbarkeitsstudie. Nicht jede Idee ist auch sinnvoll machbar.
    Der Ausgleich vor jeder Neuerung ist eigentlich der entscheidende. Dies gilt auch in jeder Firma. Neuerungen die einflußreiche Gruppen betreffen, sind nur selten Umsetzbar.

    Wie Kuhn schon im Prozess der Wissenschaft beschrieben hat, ist das Macht/Einflußthema bei neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Innovationen der entscheidende bei der Umsetzung. Überholte Thesen werden nicht durch Überzeugung verbreitet, sondern dadurch daß diese mit ihren unterstützern ausstirbt.

    • Gunter Dueck sagt:

      In der Wissenschaft geht es um Überzeugungen, aber bei Daimler geht es um Tesla und bald Nikola… das ist anderer „Druck“. Sie können das so lesen, dass eben das alte Business stirbt. Ja.

  5. Jörn Becker sagt:

    Im Prinzip kann man erfinden und schreiben, was man will. Man wird immer Kritiker finden. Als Startup Unternehmer muß man den richtigen Investor finden. Auch keine leichte Aufgabe, denn die Investoren müssen ja erst einmal zuhören und da hapert es schon meist.
    Da schreiben Leute, wie Frank Thelen Bücher über 10 DNA und fordern die Welt auf mitzumachen, haben aber rund um die Uhr den Anrufbeantworter an und geben email- Adressen an, die nicht funktionieren, da sie nicht bei der Imagepflege in den Medien gestört werden möchten. So kann man sich auch rausschießen, wenn man an einer guten Sekretärin spart.

    Es gibt Prinzipien des Erfolges. Ray Dalio hat sie mal aufgeschrieben, da seine 1100 Mitarbeiter nicht verstanden haben, wie er tickt, was zu einem schlechten Betriebsklima führte. Also hat er seine Lebensprinzipien und seine Arbeitsprinzipien aufgeschrieben und jedem Mitarbeiter überreicht. Sie sollten nicht 1 zu 1 übernommen werden, sondern zum Nachdenken anregen.

    Er ist ein Freund von Fehlern. Sie sind gut, wenn sie einen Lerneffekt haben. Er meint wir müssen eine Kultur schaffen, in der es in Ordnung ist, etwas falsch zu machen, aber inakzeptabel, Fehler nicht zu erkennen, zu analysieren und daraus etwas zu lernen.

  6. Rudolf Quetting sagt:

    Wem es an wirklich guten, neuen Ideen mangelt, der hat schon immer gerne den Zeitgeist bedient, um sich kurzfristig Vorteile zu verschaffen, auf die er ohne sein dummes Geschwätz glaubt, verzichten zu müssen. Klappt ja auch immer wieder, wie die inflationäre Modeerscheinung der vielen Berater beweist. Hätten die wirklich gute Ideen hätten, dann würden sie die umsetzen, und nicht nur vollmundig anpreisen. Das ist so und war schon immer so; es ist müßig, sich darüber aufzuregen. Die Galileos der Geschichte haben sich dran nie gestört. Bei allen Widertänden waren sie sich immer sicher, dass ihre Sichtweise (z.B. des Bewegungszustande der Erde), die Gesellschaft mehr bewege, als die Verlautbarungen aller klugen 3M-Experten („Man Müsste Mal“) und LSD-Kritiker (die Leader Sollten Doch) zusammen.
    Wir reflektieren nur all zu gerne, was uns hemmt. Das ist deutlich einfacher, als darüber nachzudenken und daran zu arbeiten, wie wir voran kommen.

  7. Jörn Becker sagt:

    Was ist eine gute Idee und wer beurteilt das? Auch Herr Benz wurde für einen Spinner gehalten und hat, ich weiß es nicht genau, über 20 Jahre gebraucht um Investoren für sein Automobil zu finden.

    • Mario Rossetti sagt:

      Ja aber erst als seine Frau Berta Nachts sein Gefährt einfach genommen hat und die sehr wichtige epochale Fährt nach Mannheim erfolgreich unternommen hat.
      Was lernt man daraus?
      Wie schon Prof. Dueck an anderer Stelle sagte braucht es keinen Mut weil da immer noch die Angst mitschwingt sondern einen Willen.
      Das ist etwas ganz anderes als dieser viel beschworene Mut. Einfach Hirn aus und seine Körperhülle in Bewegung setzen.

      LG
      Mario

  8. Joachim Schnurrer sagt:

    Man lese den Podcast der Kanzlerin,
    https://www.bundeskanzlerin.de/resource/blob/822020/1687748/4754020a98b6feeb54cdc102e8538d83/download-pdf-data.pdf
    Das würde bedeuten, dass jeden Monat 7500 Ladesäulen in Betrieb gehen müssten.
    Und siehe dazu wie wenig vom Verkehrsminister Scheuer realisiert wird.

    Anderes Beispiel. ich wohne im sog. Speckgürtel von München. Manchmal warte ich eine geschlagene halbe Stunde, bis eine SMS versendet wurde (D1 Netz!)

    Es gibt schon seit Langem das Phänomen des „Als Ob“ (Gleichnamiges Buch von Günther Ortmann, 2004!!). Es reicht, nur so zu tun als ob. denn die Massen vergessen schnell und ein neues „als ob“ kostet fast nix! So kann man sogar ein feudales Leben fristen 😉

    Wieviel „Als Ob“ steckt in der Wirecardstory?
    Die einen tun so „als ob“ sie tolle Geschäfte machen.
    Die anderen tun so „als ob“ sie streng kontrollieren würden.
    Die nächsten „tun so“ als würden sie den Sumpf nun schnellstens trocken legen.
    Und wir (Dummen?) „tun so“ als würden wir das ernst nehmen.
    usw, usf.

  9. Uwe Pilgram sagt:

    Ich denke, dass man hier den vermeintlichen Heiße Luft Machern Unrecht tut. Es könnte doch auch gut sein, dass diese Leute erkannt haben „Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“ und aus purem Eigennutz mit ihren wohlfeilen und konformen Ideen den Mainstream bedienen?

    Vielleicht sind das die wahren Realisten?

  10. Gunni Rausch sagt:

    Das Thema ist in der Tat vielschichtig.

    Egal was man im Leben tut, es ist immer jemand dafür und jemand dagegen. „Ich mache mich selbständig“ – „Gute Idee, dann hast du mehr Freiheiten“ vs. „Um Himmels Willen, denk an das Risiko!“. Man kennt das. (Und ganz nebenbei: 99,9999…% ist es völlig egal was man tut.)

    Ein ägyptisches Sprichtwort sagt außerdem „Der Eilfertige und der Lahme treffen sich auf der Fähre wieder“. Soll heißen: Egal ob ich 18 Stunden am Tag arbeite, Chinesisch lerne und 5 Unternehmen gründe oder ob ich seit Geburt Hartzer bin und ein Leben lang bleibe, man landet doch im Sarg. Man hat, zumindest in der sozialen Hängematte Deutschland, durchaus die Wahl seines Lebensmodells.

    Wozu sich also die Finger mit schwierigen Geschäftsmodellen oder unbequemen Meinungen verbrennen? Es ist doch viel leichter, der teils unfassbaren Naivität der Menschen weltweit Spielzeuge in die Hand zu geben und damit fett Geld zu scheffeln (Gameboy, Instagram, Facebook, Xing und wie sie nicht alle heißen). Oder alternativ wird man Politiker, wie Herr Dueck formulierte „Viele leben gut von dem bloßen Fordern und Vorschlagen des Guten.“ Daran werden auch die Grünen scheitern, die ständig nur fordern aber selber nichts als Dosenpfand auf die Reihe bekommen – und außerdem bei jedem Fakten-Check jämmerlich in die Knie gehen (umögliches Recycling von Windrad-Rotorblättern, Ignorieren des Artenvernichters namens Hauskatze und Unzähliges mehr).

  11. Markus sagt:

    „Tun ist wie Wollen, nur krasser“ steht an der Wand im Besprechungsraum meines Chef-Chefs. Das galt schon immer. Und ich habe ein Problem mit diesem Beitrag, denn wie bitte genau grenzen sich die DDs und andere kritische Äußerungen in Vorträgen und Büchern von dem hier kritisierten ab? Ist der Professor per se kreativer Creator? Fragen über Fragen…

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