DD320: Unfähig & Unwillig? Prügeln! Fähig & Willig? Stark prügeln! (Juni 2018)

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16 Antworten

  1. Sehr gut analysiert! Frage mich allerdings, wie ihnen das gelingt, wo sie doch schon lange nicht mehr in betrieblichen Strukturen tätig sein dürften. Viel wichtiger für aber die Frage: Was würden sie in der beschriebenen Situation der Managerin raten? Vielen Dank für ihre Antwort im Voraus! Und danke auch für die vielen Aha-Momente in den vergangenen Jahren. 🙂 LG aus Graz, D

    • Peter Singer sagt:

      Nicht mit 110 % plannen, sondern mit 90 %, damit ein Umsatzproblem in einem Teil nicht durch extra Druck auf den restlichen Teilen ausgeglischen werden muss. Das ganze Unternehmen arbeitet dann ruhiger, weniger hektisch und es bleibt dem Management Zeit die sinnvollen ratschläge von Hersey und Blanchard auch umzusetzen was langfristig die Zahl der unwilligen senkt und Motivation, Effektivität und Gewinn erhöht.

    • Gunter Dueck sagt:

      Ich höre nun bei unzähligen Firmenveranstaltungen die Probleme der Unternehmen und kann dadurch VIEL mehr darüber sagen als einer, der nur in einer einzigen Firma arbeitet. Über die Lösung schreibe / rede ich seit vielen, vielen Jahren. Keinen hohen Druck machen, nur für 85% planen (sagt die normale Mathematik der Warteschlangentheorie, siehe Video oder Buch Schwarmdummheit). Mehr mag ich nicht schreiben, ich hab doch anderswo alles gesagt?!

      • Michaela sagt:

        Danke. Das höre ich auch oft.
        „Ja aber Du bist ja nicht in einer Firma“

        Nein ich bin in verschiedenen auf Interimbasis und habe so einen phantastischen (Über-)blick

        Gut geschrieben. Danke

  2. Peter Singer sagt:

    Tja, das System hält etwas länger wenn die fähigen/willigen noch ein paar ordentliche Boni bekommen. Weil das Geld (und den Shareholdern Dividende) kostet nimmt man die Boni den anderen drei Gruppen weg, wodurch die noch unwilliger werden. Die Antwort des Managements ist sich von ungeeigneten Mitarbeitern zu trennen. Da man in Deutschland nicht so einfach entlassen kann, muss man dem unfähigen/unwilligen Arbeiter das Leben so schlecht wie möglich machen, damit der von selber geht (z.B. Schulungen streichen, nicht umsatzrelevante Ausgaben kürzen…) Oft hat das aber auch Auswirkungen auf die anderen Gruppen was leider dann dazu führen kann, das ausgerechnet die fähigen/willigen das Unternehmen verlassen (klar, die finden woanders auch gute Jobs) Die Firma kompensiert das in den man ebenfalls versucht die fähigen/willigen professionals der anderen Firmen abzuwerben, aber das kostet extra Geld … das bei den anderen drei Gruppen gespart werden muss….
    Die spannende Frage ist, ob die Gesamtheit des Unternehmens nicht mehr Motivation, Einsatz und auf Dauer gesehen Gewinn hätte, wenn das Management die Vorschläge von Hersey und Blanchard umsetzen würden, statt Quartals-getrieben (mittlerweile Monats-getrieben) immer nur mit Druck und noch mehr Druck arbeiten würde.

  3. Tobias sagt:

    Ich habe bei einem großen deutschen Briefversender mit gelbem Logo einmal etwas skuriles erlebt. In einem Raum saßen Tag ein Tag aus fünf Menschen und lasen Zeitung. Bei einem meiner Besuche fragte ich den Standortleiter was denn die Aufgabe dieser Mitarbeiter sei. Es erläuterte mir, dass seien Verbeamtete mit unterdurchschnittlicher Leistungsfähigkeit/-willen (unfähig und/oder unwillig). Im laufenden Betrieb zeigten sie sich für den Gesamtablauf insgesamt hinderlich und so beschloss man, dass man ohne sie besser dran sei. Kündigen konnte man diese Beamten aber nicht und so wurden sie *kein Scherz* einfach ohne Aufgabe in diesen Raum gesetzt.

    Bis heute komme ich zu keinem Entschluss ob das die beste Idee oder die dümmste Idee war, auf die man in der Situation kommen konnte.

    • Gunter Dueck sagt:

      Man könnte… Wir haben Versuche gemacht, solche Leute (die seelisch sehr stark leiden, auch wenn man es nicht sehen mag) als Assistenten an Leistungsträger zu geben (ohne Kosten für deren Abteilung), da haben sie die Reisekosten abgerechnet etc. und Sekretariat übernommen. Sie haben dabei oft gelernt, wer was arbeitet, haben viele neue Leute kennengelernt, sind seelisch stabiler geworden und konnten oft wieder etwas Sinnvolles arbeiten – sie hatten ja nun viele Arbeiten gesehen und hatten ein Gefühl, was sie nun leisten könnten. Das geht!

      • Leonhard A. D. Probst sagt:

        Das Beispiel des gelben Riesen zeigt, dass er es sich leisten kann, den einfachsten Weg zu wählen. Was, wenn sich diesem Beispiel weitere MA anschliessen, letztlich geht wohl gar nichts mehr.
        Es gehört auch zur sozialen Verantwortung eines gestandenen Unternehmens, MA in schwierigen Umständen zu unterstützen. Das wird – vielleicht nicht unmittelbar – von der Belegschaft geschätzt und trägt zu nachhaltigem Unternehmenserfolg bei. Die Belegschaft kommt lieber zur Arbeit und leisten oft mehr, da sie sich auf das Unternehmen verlassen kann. Weniger Krankentage, Mitarbeiterbindung und Reputation inter und extern.
        Neue MA rekrutieren und einarbeiten kostet ja auch was.

  4. Uwe Pilgram sagt:

    Ein typischer Dueck! Präzise Analyse und super strukturierte Argumentation! Nur eine Kleinigkeit fehlt: Vielleicht beurteilt der „Chef“ die Leute ja so wie er sie und Ihre Leistung sieht. Da gibt es eben keine objektiven Maßstäbe. Und fragen nützt sicher auch nicht. Die Grundlage jeder Führung ist nachvollziehbare Maßstäbe zu haben und Leistung nicht mit nachzählbarem Output zu verwechseln.

    Situatives Management reicht da nicht. Es geht um Leadership: Vorbild, Verantwortung und Fairness. Kann man von Jobhoppern nicht erwarten. Schönes Beispiel ist CEO Stadler von Audi.

  5. Arno Nym sagt:

    Und wenn der Durchsatz nicht den (zu hohen, man möchte fast sagen: weltfremden) Erwartungen entspricht, weil die Kapazitäten einfach nicht da sind, dann hilft nur eines: Es muß ein weiterer Manager her! — Was? Mehr Mitarbeiter einstellen? Wieso das denn? Wozu soll das denn gut sein?

    Man möchte brechen.

  6. Arno Nym sagt:

    > nur für 85% planen (sagt die normale Mathematik der Warteschlangentheorie

    Ja, prima! In den verbleibenden 15% können wir noch dies und jenes unterbringen! Wir haben doch dann so viel Zeit übrig!

    Mit Logik brauchen Sie denen nicht kommen. Das begreifen die nicht. Der Zug ist abgefahren. Man könnte es Hölle des höheren Managements nennen: Die, die ihr eintretet, lasset alle Hoffnung fahren.

  7. Häschen sagt:

    Wobei der Manger der Zukunft mal seine Ideen mit hochgekrempelten Hemdsärmel seine Vision eigenverantwortlich umsetzt und mal den dadurch entstandenen ‚Prototpyen‘ auf Praxistauglichkeit testet und in Richtung Vermarktbarkeit abklopft und erst hernach wendet er sich in der abgeflachten Hierarchie an die Mitarbeiter. Am Ende muss einer die Maschine resp. der Motor sein, wenn weit und breit keine andere mehr zu finden ist.

  8. Richtig. Dieses Konzept wird von vielen in pervertierter Form verwendet.

    Aber: Der Hammer ist nicht verantwortlich dafür, dass ein Nagel krumm geschlagen wird.

    Will heißen: Jedes Werkzeug braucht den fähigen Verwender. Sonst wird es pervertiert.

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