DD325: Brick In The Shit Wall – Mist in Germany (August 2018)

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50 Antworten

  1. Bernd sagt:

    Lieber Herr Dueck,

    beim Lesen Ihres DD bin ich an einer Stelle gestolpert. Das passiert mir immer wieder bei Rechtschreibfehlern, obwohl ich selbst oft beharrlich welche in meine Texte einbaue. Aber vielleicht war Ihr Lapsus auch beabsichtigt.

    „Wir sollen weiter braves Wahlvolk sein, ein Ziegenstein in der guten deutschen Mauer.“

    Die Ziege hat eben keine hohen Ansprüche, und meckert nur, wenn es nichts zum Fressen gibt. Und selbst dabei ist die Ziege genügsam.

    Herzliche Grüße

  2. Der stumme Komentator sagt:

    Bedauerlicherweise haben Sie in vollem Umfang Recht.
    Um so schlimmer ist es dass die Geisteshaltung der Bürger oder des Wählvolk dies auch noch unterstützt, wahrscheinlich nicht willentlich, aber sicher aus Bequemlichkeit – uns geht es doch gut – anderen geht doch viel schlechter!

    Gewählt wird der oder diejenige der diese Geisteshaltung im Wahlprogramm verinnerlicht hat und somit sich mit allen anderen Parteien um die Mitte der Gesellschaft rangelt denn da sind die meisten Wähler zu holen.
    Unterschiede zwischen diesen Parteien mag es noch in weichgewaschener Form in Wahlprogrammen geben, aber die Wähler forden die Umsetzung nicht mehr ein.
    Die C-Parteien sind nicht mehr christlich, die S-Parrteien nicht mehr sozial, Grün ist wieder wenig mehr als eine Farbe stellvertretend für den ökologischen Wohlstandsbauch mit Verlustängsten und Helikoptereltern.
    Schlussendlich glaubt die F-Partei immer noch an die alles Ausgleichende Macht des Marktes die dann auch gleich alle sozialen Aspekte regelt.
    Von der Partei am linken Rand die am liebsten Geld verteilt aber nicht sagen kann wo es herkommen soll und denen die glauben sich einkapseln zu können und alles Fremde verdammen ist auch nichts zu erwarten.
    Also verteilen die etablierten Parteien die Mittel , als Politisches Ritalin, mit der Gießkanne auf dass keiner sagen kann er hab nichts abbekommen und alle sind ruhig gestellt – uns geht es doch gut ! (Noch…..)
    Möglicherweise sind es aber doch nicht Politiker sondern die Bevölkerung deren Spiegelbild die Politik ist, die nur einfach nicht „beunruhigt“ werden will.

    Nicht die Politik kann es richten sondern der Wähler der sein gewandelten (Ego-kurzfrist-) Werte wieder wandeln muss.
    Das wird Jahre dauern – es ist kein deutsches Problem – es ist ein Wohlstandsproblem!

  3. Elmar Borgmeier sagt:

    Ein Teil der genannte Misstände beruht ja auf Sparmaßnahmen der Vergangenheit. Aus den Zeiten, als chronisch zu wenig Geld da war, ist Deutschland bis heute derart aufs Sparen geeicht, dass wir die Fähigkeit verloren haben, zu investieren.

    In viele der genannten Punkte würde es sich lohnen zu investieren. M.E. besonders in Bildung, Klimaschutz und den Wirtschaftsfaktoren der Zukunft: Digitalisierung. Stattdessen sinkt die Investitionsquote im Bundeshaushalt auch dieses Jahr wieder! Wir investieren heute schon weniger als andere und fallen noch zurück!

    Auch international würden verstärkte Investitionen gut ankommen. Denn auf hohe Exporte darf man stolz sein, auf einen hohen Handelsüberschuss nicht. Die Welt fordert uns auf, mehr zu investieren – und wir schaffen es nicht. Wollen wir es überhaupt?

    Der alte Finanzminister hat sogar offen gesagt: Mehr Geld bereitstellen, hilft nicht, es wird ja schon jetzt nicht abgerufen. Ja, weil die Strukturen fehlen, um zu investieren, weil die entsprechenden Stellen gestrichen wurden. Und weil öffentliche Stellen sich Vorwürfen stellen müssen, wenn sie zu viel Geld ausgeben, aber nicht, wenn sie ihre Ziele nicht erreichen (wenn zum Beispiel Schulsanierungen sich endlos verzögern, weil ewig geprüft und geprüft wird, bevor man baut).

    Geld ausgeben fällt uns offenbar schwer. Andere Länder müssen derzeit massiv sparen, das fällt ihnen auch schwer und Deutschlands Mitleid hält sich in Grenzen. Da sollten wir auch mal hart zu uns selbst sein und sinnvoll investieren. Auch wenn’s schwer fällt und der verbreiteten Spar-Mentalität widerspricht.

    • Henryk Filipowicz sagt:

      Alles richtig. Das EInzige, was mich ein wenig stört, ist die Aussage:
      „Ja, weil die Strukturen fehlen, um zu investieren, weil die entsprechenden Stellen gestrichen wurden.“
      Es muss nicht immer einen Staatsbeamten oder Stadtangestellten geben, um Infrastrukturprojekte voran zu treiben. Es gab in NRW Zeiten, wo sehr viele Angestellten nicht wesentlich mehr geschafft haben, als dies heute der Fall ist.

      Ganz im Gegenteil: ich habe immer noch im Kopf die Geschichte, wo ein Beamte eine Baugenehmigung einfach in seiner Poststelle abgegeben hatte, wohl wissend, dass die Post gerade streikte. Die notwendigen Unterlagen kamen schließlich mit wochenlanger Verspätung an und ein Autobahnbaustelle nicht starten konnte, obwohl alles (inklusive Spursperrung) bereits fertig war. Würde wahrscheinlich in Privatwirtschaft nicht passieren (Großkonzerne ausgenommen 😉

      Es ist m. E. eine Alibi-Aussage, dass man nichts tun könne, weil Angestellte fehlen. Es gibt Projekt-Büros und unzählige kleine Unternehmen, die dem Stadt gerne helfen würden. Die Politik muss nur dafür sorgen, dass es machbar wird, schnell und problemlos Aufträge zu vergeben, ohne jahrelange Ausschreibungsverfahren, die am Ende nur unsinnige Entscheidungen (Stahl aus China, Asphalt aus Romänien, etc.) fördern.

    • Mike Ahrend sagt:

      Der Kaiser ist ja nackt!
      Auch wenn der Abschied schwer fällt, mit diesem System geht es nicht mehr. Es wird giral Geld aus dem Nichts geschöpft, die Zinslast beträgt mittlerweile 30-40% vom Preis jedes Produktes und jeder Dienstleistung. Daher fehlt allen Leuten, ok den 1% Superreichen nicht, Geld für wesentliche Dinge die dann mehr und mehr vom Staat übernommen werden müssen. Siehe steigende Sozialausgeaben…
      Ein Staat der seine eigene Währung herausgibt kann niemals Pleite gehen. Und somit immer investieren. Ja das bringt Infaltion mit sich, aber eine zentrale Stelle könnte die Geldmenge mit dem Wirtschaftswachstum abgleichen, aber eben nur in einem Vollgeldsystem. Im Giralgeldsystem kann man sich nur kaputtsparen, die fehlenden Mitarbeiter in der Regierung/öffentlicher Verwaltung werden ja nahtlos von Fachkräften aus der Wirtschaft ersetzt. So genehmigen von Fraport bezahlte Mitarbeiter im hessischen Ministerium die von Fraport beantragten Nachtflüge. Die Griechen haben ja auch toll gespart, bei 115% Verschuldung gemessen am BIP ging der Rettungsschirm auf, jetzt wo sie gerettet sind liegt der Wert bei 175%. Und die normalen Griechen wie Sie und ich verhungern und bekommen keine Medikamente. Böse Zungen behaupten, dass wir nur die deutschen Banken gerettet haben die griechische Staatsanleihen in großen Mengen gekauft hatten, aber das kann ja nur eine Verschwörungstheorie sein. Der gleiche Maßstab auf die USA angelegt ergibt übrigens einen Wert von 750%, aber die haben halt eine Armee die jeden besuchen kommt der etwa Öl nicht mehr in Dollar handeln will. Bitte mir gar nichts glauben sondern alles nachlesen!
      Ich entschuldige mich für das Abschweifen, aber es hängt nun mal alles zusammen. So sehr ich es mir wünschen würde, es ist mit diesem System nicht möglich dass es jemals wieder besser wird. Die Schulden werden niemals zurück gezahlt werden können, daher wird immer mehr gespart und es wird alles immer schlechter. Innovationen bleiben auf der Strecke, und wer in Berlin an der Macht ist ist vollig belanglos.

      Liebe Grüße aus dem Harz

      • Sebastian Stautz sagt:

        Ich bin voll und ganz bei Ihnen.
        Unser Geldsystem ist kaputt und das gilt es zu reparieren.
        Es geht nicht nur darum, dass Geld fehlt bzw. in die Schuldknechtschaft treibt.
        Sondern, dass es uns moralisch verrohen lasst. Der Verfall der Moral kommt aus dem Geldsystem. (jetzt wo ich drüber nachdenke genau aus der Schuldknechtschaft)
        Das Geld knechtet uns anstatt zu helfen.

        Wenn Details interessieren der möge sich die Natürliche Wirtschaftsordnung von Silvio Gesell anschauen.

    • Stefan S. sagt:

      Hi Elmar,

      wieso fällt mir gerade der Spruch ein „Früher war sogar die Zukunft besser“ ?

      Sicher, Recht habt ihr beide, und Angry Duck’s Liste ist sicher nicht vollständig und ließe sich an verschiedenen Stellen sicher auch kritisieren. Darum geht es mir aber gar nicht:

      Was im allgemeinen Gemeckere untergeht, ist, dass unsere repräsentative Demokratie eben so funktioniert. Das Abschieben der Probleme auf die Politik ist eine Reflexreaktion, die ich genau daher nicht nachvollziehen kann. Nicht nur haben wir die gewählt, nein, das Problem sind nicht nur meiner Meinung nach die Menschen, die nur bis zu ihrem Brillengestell denken und keinerlei Interesse an Langfristigem, Nachhaltigen haben (nicht nur die, die mit Ihrem SUV zum Biomarkt fahren). Diesen Wünschen tragen wir mit unserer Wahl und mit unserem faulen Raushalten aus der Politik viel zu sehr Rechnung. Und die Politik tut nur opportunistisch das, wozu ihr nichts anderes übrig bleibt: Ihre Brille ist immer 4 Jahre entfernt.

      Vielleicht werfen wir ja auch mal einen Blick auf positive Entwicklungen: Die Flüchtlingspolitik als politische Strategie ist ja nun ganz offensichtlich gescheitert. So manche Werte scheinen wir wieder zu finden. Und auch wenn ich mit Fußball nichts an der Backe habe, finde ich es ein gutes Zeichen, dass wir selbst nach diesem traurigen WM Ergebnis den Trainer nicht gechasst haben.

      Vielleicht lernen wir es ja doch noch, dass Scheitern eine notwendige Voraussetzung zum Erfolg ist.
      Wir leben nun einmal in einem komplexen System.

      VG Stefan

  4. Frank Klages sagt:

    Lieber Gunter Dueck – Ihr Vortrag bei der Utopiekonferenz hat Begeisterung bei über 500 Zuhörern ausgelöst, und deshalb gehört der DD325 unbedingt auf die Facebookseite von „Utopia-Konferenz“ (ich war so frei und habe den Link zur Omnisophie-Seite gepostet und hoffe auf viele neue Leser ihrer Seite, damit einige mehr Menschen zum Thema Unternehmenskultur nachdenklich werden.

  5. Hiltrud sagt:

    Die Liste ist umfassend.

    Aber das mit der Bundeswehr ist gut. Die sollte sowieso abgeschafft werden.

    Im Grundgesetz steht so was wie „nie wieder krieg von deutschem Boden ausgehen“
    Für ihre schlechte Ausstattung schafft die Bundeswehr es doch sehr gut, Krieg in der Welt zu verbreiten.

  6. Kotschelnik sagt:

    Das Chaos an den Flughäfen fehlt………
    Die Megastaus rund um die Hamburger Elbtunnelhölle ebenfalls…..

  7. Ich gehe den nächsten Schritt: GELD reicht nicht!
    Man muss jetzt ECHT etwas können! Die richtigen Ideen/Utopien haben und sie umsetzen! Hosenboden und harte Arbeit, Hausaufgaben eben.
    Das erfordert echte Kompetenz und Weitsicht, keinen Quartalssprint.
    Danke für den Tritt und den genialen Talk auf der Utopie-Konferenz!

  8. Richard Schieferdecker sagt:

    Lieber Herr Dueck,

    die Liste ist nett. Aber Ihr Vorschlag, mit den vorhandenen Überschüssen Punkt für Punkt abzuarbeiten: Wie wollen wir sicherstellen, dass das nicht Symptomkorrektur bleibt? Wie Mike Ahrend schon geschrieben hat: Ich glaube auch nicht, dass es mit diesem System funktioniert. Wir brauchen erst mal ein gemeinsames Verständnis dafür, was die (wahrscheinlich gemeinsamen) strukturellen bzw. systemischen Ursachen der Punkte in Ihrer Liste sind.

    Vielleicht fangen wir mal mit den Überlegungen von Kate Raworth oder Stefan Mekiffer an.

    Viele Grüße aus Aachen!

  9. Harry sagt:

    Nach dem Beitrag hat man den Eindruck, es würde nicht funktionieren.
    Aber liegt das Problem nicht an der Politik?

    Nur ein paar Beispiele:
    Wer bildet denn die Ärzte aus? Die Universitäten basierend auf staatliche Vorgaben. Eher werden zu wenig als zuviele Ärzte ausgebildet, damit die Gehälter stabil bleiben

    Das Pflegesystem wurde extra so konstruiert, wie es ist. Ausgebildetes Personal würde als Prüfer missverwendet oder haben sich selbstständig gemacht. Trotz steigender Gewinne wurden die Unternehmen durch weniger Feiertage entlastet.

    Überall wird Geld von unten nach oben umverteilt. Manchmal besser oder schlechter versteckt.

    Ähnliches für alle anderen Punkte.

    Keine Ahnung ob die Versagen oder Absicht ist.

  10. Rolf Weber sagt:

    Sie haben es auf den Punkt gebracht und die Schwachpunkte in unserem Land erschreckend klar beschrieben.
    Wie auch in vielen Unternehmen, fehlt es unserem Staat an einer begeisternden Vision, die die Menschen zum Aufbruch zu neuen Horizonten animiert.
    Denn Im Spannungsfeld von VISION und GEGENWART entstehen positive Energien, die unsere Kreativität und Phantasie beflügeln.
    Vertrauen wir der nächsten Generation, dass sie mit begeisternden Visionen gesegnet ist.

  11. Joe sagt:

    Verehrter Herr Dueck,

    Auf einen solchen Artikel von Ihnen habe ich lange gewartet und dachte, er kommt nie? Jetzt ist er da und ich spüre, was Sie umtreibt (und ganz viele andere in diesem Land auch). Danke dafür!

    Dennoch, 2 Punkte, die ich in Ihrer Liste vermisse:

    1. Überbordende Bigotterie, Selbstgefälligkeit und Überheblichkeit der Politik, die meint, alles aussitzen, verschwurbeln, dampfreden zu können. DAS ist eines der Hauptübel, die ausgemerzt werden müssten! Politiker, die handeln, anstatt Makulatur betreiben. Die sich den Problemen widmen, anstatt sie noch größer zu machen.

    2. Das fehlende Korrektiv der „4.Gewalt“, der Medien. Ich habe im Moment ein De-ja-vu nach dem anderen. Als „gelernter“ DDR-Bürger kommt mir das unisono Gelubhudel der aktuellen Situation Deutschlands sehr bekannt vor. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Unsere Presse versagt von Tag zu Tag immer mehr und ist es auch, die die verdammte Progromstimmung in Deutschland anheizt, statt sachlich zu berichten.

    Weil ich nicht daran glaube, dass der Karren Deutschland noch aus dem Dreck zu ziehen ist, werde ich jedoch meine Konsequenz ziehen und das Land verlassen. Schade drum.

  12. Markus Meyer sagt:

    Vielleicht bringt uns der stetige Wunsch an Politik und an andere nach einer Lösung nicht wirklich weiter. Allein macht es aber auch keinen Sinn.
    Auf folgender Webseite ist eine Info zu Kleingruppen zu finden, die mit einer neuen Art der Kommunikation arbeiten.

    http://verbundenleben.de

    Mich hat das weiter gebracht. In den Gruppentreffen stellt sich oft heraus dass wir tatsächlich alle oft gleiche Dinge sehen und den Wunsch zu Verbesserung an so vielen Stellen wie hier beschrieben haben.

    Ich finde dies (die Gruppen) einen Schritt in die reale richtige Richtung, was auch immer dann weiter geschieht.

  13. Frank Thun sagt:

    Entschuldigen Sie, ist dass hier das Treffen der alten verbitterten Männer, die aber zu klug sind um die AFD zu wählen? Wir leben per Definition in einem System der Unzulänglichkeiten, das nennt sich Demokratie. Ein System von Behelfen, das Beste unter Schlechten. Ihre Empörung ist ja hilfreich, aber Ihre Verbitterung nicht.

    • Gunter Dueck sagt:

      Klar: bin alt. Aber früher, Made in Germany… gehen Sie einmal die Liste im Geiste für das Jahr 1975 oder so durch. Da gab es auch Demokratie und nicht so arg viele Unzulänglichkeiten. Meine Botschaft ist nicht „Früher war alles besser“, sondern „früher konnten wir anständig haushalten“.

      • Jens Grehl sagt:

        Okay. Aber ist es nicht auch so, dass die „Alten“ einerseits den Verfall beklagen anderseits an Strukturen und Posten verkrampft festhalten? Die sozialen Verwerfungen sind später um so härter. Nur hat das die selbstoptimierende U40-Generation noch nicht begriffen. Ein Hoch auf die Mehreinnahmen.

  14. Henning Ludwig sagt:

    (…) Die Idealisten schwelgen in vorgestellten Welten, die so unsagbar fern sind (…)
    Ich nicke ich und fühle mich gleichzeitig auf den Schlips getreten! 😀
    Lasse gerade einen Patentantrag für ein komfortables, praktisch ANWENDBARES Systeme zur drastischen Müllreduktion im Alltag verfassen.
    > Economy embraces ecology
    Falls das Paten bewilligt wird, werde ich versuchen, Sie damit zu behelligen!

  15. Lucie Tüffers sagt:

    …Sie haben den Erziehermangel in Kitas und Kindergärten vergessen, der gehört definitiv mit auf die Liste.

  16. Ronny sagt:

    Lieber Herr Dueck,
    nun war ich bei der Utopiekonferenz leider nicht dabei, frage mich aber bei dem offensichtlich positiven Feedback zu Ihrem Vortrag, ob Sie den Idealisten zuvor offen ins Gesicht gesagt haben, in welch unsagbar fernen Welten sie schwelgen 😉
    Vielleicht lese ich den Artikel auch falsch, aber ich interpretiere hier: die Utopie bringt uns nicht voran, wir müssen jetzt was real tun. Das sehe ich als Widerspruch, denn die durch die Idealisten formulierte wünschenswerte Zukunft fordert ja geradezu entsprechendes Handeln – jetzt!
    Ihrer Liste stimme ich voll und ganz zu und ja, sie ist erschreckend lang und ein Armutszeugnis – nicht nur für Deutschland. Doch gerade diese Punkte treiben viele bereits um, neue Ideen zu entwickeln, um diesem katastrophalen Zustand zu entkommen. Ich persönlich bin überzeugt, dass es leider nicht damit getan ist, (verfügbares) Geld anders zu verteilen – der Fehler liegt im System und eine Neuverteilung reißt woanders wieder Löcher … Ich bin froh, dass es immer mehr Menschen gibt, die aktiv Lösungen erarbeiten, um möglichst friedlich von der Katastrophe bis zur Utopie zu gelangen. Natürlich ist das ein steiniger Weg, denn viele Banken, Teile der Wirtschaft und die Politik stehen dem (und oft sich selbst) im Weg und daher sieht er für viele unbegehbar aus, aber Resignation ist keine Alternative …
    Danke für den wachrüttelnden Beitrag!

    • Gunter Dueck sagt:

      „Die Liste“ kam im Vortrag vor. Man kann ja einmal nachdenken, wie schwer es wäre, nur einen Punkt in Ordnung zu bringen. Glasfaser legen ist auch nicht soooo einfach, weil es derzeit wegen des schleppenden Ausbaus zu wenig Tiefbaukapazitäten/Verlegemaschinen gibt. Man kann auch nicht plötzlich zwei Lehrer in der Klasse haben, wo kommen die Lehrer her? Da will ich sagen, dass viele Ideale eben mal so alles in Ordnung zu bringen vorgeben. Die sind dann zu naiv gedacht. Und es wäre schon mal gut, die Punkte der Liste abzuarbeiten. Als ich studierte – schon lange her – hätte man so eine Liste nicht aufstellen können.

  17. Stephan Lachs sagt:

    Lieber Herr Dueck,
    in Ihrer Mail, der diesen DD verlinkt, schreiben Sie, „Deutschland verrottet“.
    Ich stimme vielen Punkten Ihrer Liste zu, insbesondere der „paranoiden Flüchtlingsangst“.
    Ist es aber wirklich notwendig, denselben Tonfall, oft auch eine ähnliche Wortwahl („verkommen“, „verrotten“) zu verwenden wie die, die diese Angst verbreiten? Kann man über die Probleme in einem der reichsten Länder der Welt nicht unaufgeregter diskutieren?

  18. Robert Meiners sagt:

    Hallo Herr Dueck,

    vielen Dank für Ihren Beitrag.
    Was mich wirklich nachdenklich stimmt ist, daß inzwischen auch die Stimmen der intellektuellen Elite in Deutschland immer lauter werden!
    Sie haben um Ergänzungen gebeten? Ich fürchte die Liste wird seeehr lang.
    Mir jedoch fehlen inzwischen die Worte……

  19. JoChen sagt:

    Immer weniger Frei- und Hallenbäder. So kann die Folgegeneration nicht mehr Schwimmen lernen

  20. Matthias Ertel sagt:

    Lieber Herr Dueck, vielen Dank für diese Zusammenfasung-das spricht mir aus dem Herzen! 50 Milliarden gezielt zu investieren würde bedeuten, dass man sich in Bundestag, Bundesrat, Ländern und Kommunen einig ist, für was das Geld und wie es ausgegeben wird..ich befürchte, wir sehen hier die Grenzen der Demokratie und unseres Staatsaufbaus..da fällt mir ein, dass die Reform der Bundesländer-Struktur und der Renten/Pensionen noch gut auf die Liste passen würden..Ich habe mich in der letzten Zeit mit dem Aufkommen von autokratischen Leadern in Demokratien zunehmend gefragt, ob unsere Regierungform kein Auslaufmodell ist, und wir gerade der Endphase zuschauen müssen oder dürfen, je nach Standpunkt….die Vorstellung, dass Demokratie und Wohlstand und soziale Gerechtigkeit ein Paket sind, ist auf jeden Fall widerlegt…leider fehlt mir auch die Vision, wie eine bessere Staatsform aussehen könnte…und wie sie, wenn es sie denn gibt, aus denn heutigem Zusatnd überführt werden könnte…

  21. Joachim Schnurrer sagt:

    Hier ein kleiner Ausschnitt aus der berühmten Ruckrede von Roman Herzog vom 26.4.1997 (Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/roman-herzog-die-ruck-rede-im-wortlaut-a-1129316.html)

    Statt dessen gefallen wir uns in Angstszenarien. Kaum eine neue Entdeckung, bei der nicht zuerst nach den Risiken und Gefahren, keineswegs aber nach den Chancen gefragt wird. Kaum eine Anstrengung zur Reform, die nicht sofort als „Anschlag auf den Sozialstaat“ unter Verdacht gerät. Ob Kernkraft, Gentechnik oder Digitalisierung: Wir leiden darunter, daß die Diskussionen bei uns bis zur Unkenntlichkeit verzerrt werden – teils ideologisiert, teils einfach „idiotisiert“. Solche Debatten führen nicht mehr zu Entscheidungen, sondern sie münden in Rituale, die immer wieder nach dem gleichen Muster ablaufen, nach einer Art Sieben-Stufen-Programm:

    Am Anfang steht ein Vorschlag, der irgendeiner Interessengruppe Opfer abverlangen würde.

    Die Medien melden eine Welle „kollektiver Empörung.

    Spätestens jetzt springen die politischen Parteien auf das Thema auf, die einen dafür, die anderen dagegen.

    Die nächste Phase produziert ein Wirrwarr von Alternativvorschlägen und Aktionismen aller Art, bis hin zu Massendemonstrationen, Unterschriftensammlungen und zweifelhaften Blitzumfragen.

    Es folgt allgemeine Unübersichtlichkeit, die Bürger werden verunsichert.

    Nunmehr erschallen von allen Seiten Appelle zur „Besonnenheit“.

    Am Ende steht meist die Vertagung des Problems. Der Status quo setzt sich durch. Alle warten auf das nächste Thema.

    Diese Rituale könnten belustigend wirken, wenn sie nicht die Fähigkeit, zu Entscheidungen zu kommen, gefährlich lähmen würden. Wir streiten uns um die unwichtigen Dinge, um den wichtigen nicht ins Auge sehen zu müssen.

    Zitat Ende

  22. Jürgen Werner Braun sagt:

    Lieber Herr Dueck,

    was tut ein guter Kaufmann, wenn er plötzlich Geld über hat? Er zahlt als erstes seine Schulden (bei uns zur Zeit über 2 Billionen) oder er investiert in Innovationen, von denen er annimmt, dass diese so ertragreich sein werden, dass er in naher Zunft seine Schulden bezahlen kann. Was aber tun unsere Politiker? Herr fränzösischer Wissenschaftler hat es beschrieben: sie warten auf den nächsten Währungskollpa oder -schnitt, um dann die Staatsschulden einfach zu streichen; und keiner merkt es, denn jeder freut sich, dass ein neues goldenes Zeitalter anbricht. Mit freundlichen Grüßen hinter die Mauer Ihr Jürgen Werner Braun

  23. Rudolf Quetting sagt:

    Ja, „Scheißmauer“! Und die Liste (die ja keinen Vollständigkeitsanspruch geltend macht) stimmt nicht nur, sie könnte auch mühelos verlängert werden. So weit, so Scheiße.
    Doch wie ist diese Mauer entstanden? Sind es wirklich nur die Politiker und die Lobbies? Welchen Anteil an ihr hat unsere intellektuelle Elite?
    Nein, wenn man genau hinschaut gehen viele – wenn nicht die meisten – Mißstände auf nicht zu Ende gedachte Forderungen aus eben der sich selbst so versteenden intellektuellen Elite zurück. Das umlagenfinanzierte Rentensystem zum Beispiel. Das dieses System gegenüber einem beitagsfinanzierten System hinsichtlich demographischer Veränderungen nicht stabil ist, hätte von Anfang an jedem klar sein müssen, der der Zinseszinsrechnung mächtig ist. Andererseits war es nur so möglich, in der Nachkriegszeit überhaupt Renten zu zahlen. Konrad Adenauer und Ludwig Erhard wussten, dass es vernünftige beitragsfinanzierte Renten frühestens in den 1970er Jahren hätte geben können. Na ja, dann haben halt kluge Rechner das System der drei Säulen erfunden. Wobei die eine Säule von der Vernunft der Einzahler und der Seriösität privater Banken und die andere von der Machtverteilung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern abhängt. Also stehen auch dieese beiden Säulen auf wackligen Fundamenten und sind keinesfalls sicher. Am Stammtisch kann man das nötige Wissen um die Schwachstellen diese Systems nicht voraussetzen, wohl aber bei der intellektuellen Elite. Doch die hat nichts besseres zu tun, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, die Schuld „der Politik“ (also pauschal der gesamten Politikerkaste) und den „Lobbiisten“ (also pauschal den Vertretern unterschiedlichste und oft gegenläufiger Interessen im Hintergrund) zuzuweisen.
    Nein, tatsächlich versagt hat meiner Meinung nach unsere intellektuelle Speerspitze, und zwar nicht heute, sondern in den vergangenen 50 Jahren (davor auch schon, aber das ist eine andere Geschichte). Und sie versagt auch heute noch. Beispiel: Das Elektioauto. Die Gemeinde der ökologisch denkenden Intellektuellen schreit nach Strom auf der Strasse und müßte eigentlich wissen, dass der Schrott ausgedienter Litium-Ionen Batterien in seiner Umweltschädlichkeit direkt nach dem Atommüll rangiert. Post, Bahn und Straßen – wer hat denn der Privatisierung der Infrastruktur das Wort geredet, weil ja die angeblich so verschlafenen Beamten das nicht managen könnten? Da waren keineswegs die entsprechenden Lobbiisten unter sich. Und jetzt wird das ganze von verschlafenen Angestellten gemanaged. Mit dem Ergebnis, dass viele private Bahnen in einem komplexen Schienennetz operieren, dass nicht ihnen gehört und in dem sie Slots gemietet haben. Selbst wenn alle Baustellen abgearbeitet sind, sind Verspätungen von mehreren Stunden systembedingt nicht auszuschliessen. Im Vorbildland Japan wurde zwar auch privatisiert. Dort gilt ein Zug als verspätet, wenn er sechs Sekunden (!) nach den im Fahrplan angegebenen Zeiten eintrifft (was eigentlich nur bei Erdbeben, Schneestürmen und vergleichbaren Naturkatastrophen vorkommt oder wenn ein Atomkraftwerk durchgeht. Allerdings, wenn ich mich nicht irre fahren dort die einzelnen Bahnunternehmen auf eigenen Trassen und das gesamte Netz hat eine vergleichsweise relativ einfache Baumstruktur.
    So kann man die ganze Scheißmauerliste einschliesslich der dort nicht aufgeführten Mißstände durchgehen. Derweil sitzt die intellektuelle Elite mehrheitlich jammernd in ihrem Elfenbeinturm und zeigt pauschalierend auf die üblichen Verdächtigen. Dabei geht es auch anders, wie z.B. Henry Dunant, oder Fridjof Nansen oder – um auch ein Beispiel aus Deutschland zu nennen – Friedriuch Wilhelm Raiffeisen, gezeigt haben. Nun ja, die Vorgenannten haben – um bei der Spache der Scheißmauer zu bleiben – den Arsch in der Hose gahabt, Verantwortung zu übernehmen. Und das ist eine Tugend, die leider bei unserer intellektuellen Elite viel zu spärlich vertreten ist. Nun ja, draufhauen verbessert zwar nicht die Situation, aber es macht zunächst einmal die Misere erträglcher. Wir sind ja gottseidank nicht wie die Pharisäer da oben. Aber unterm Strich und von außen betrachtet: Sind wir nicht doch und tatsächlich nichts alsein paar marode Ziegel in der ärgerlichen Scheißmauer? Gut, diese Frage beantwortet wohl jeder am besten in einer besinnlichen Minute unter Verdrängung aller Selbstbetrugstendenzen für sich selbst.

  24. Frerk Meyer sagt:

    Wir brauchen u.a.
    – Verkehrswende
    – Energiewende
    – Agrarwende
    – mehr demokratisches Europa, weniger Nationalstaat

    Die Groko würgt die erneuerbaren Energien ab und vernichtet Arbeitsplätze im Mittelstand und bei Handwerk.

    Im Verkehr werden betrügerische Autokonzerne vor ihren Opfern geschützt. Der Trend geht zu größeren Autos mit mehr Energieverbrauch. Wie wollen wir mobil bleiben ohne Öl und Gas? Das private Elektroauto ist nicht die Universallösung.

    Die Agrarindustrie bekommt die meisten Subventionen. Die massenafte ‚Produktion‘ von Billigfleisch führt zu vergiftetem Wasser und Tierquälerei.

    Dem Trend zum Europa-Bashing durch Nationalistenund Rechtspopulisten wird zu wenig entgestellt. Europa at uns soviele Vorteile beschert, von denen wir gar nichts wissen oder merken. Erst wenn es fehlt wird es offensictlich, siehe Brexit.

    Stattdessen schaffen es Rattenfänger und die Medien und Politiker die mitspielen in den Geflüchteten das größte Problem für unsere Zukunft zu sehen.

    Wie wäre es wenn die Regierung und Frau Merkel mal die großen Probleme mit einem langfristigen Ziel anpacken, statt ihre Macht zu verwalten und zu sichern und gradweise an Stellschrauben zu drehen?

  25. Keiner sagt:

    Gunter, tu halt was. Nur drüber zu schreiben oder zu reden bringt uns nicht ans Ziel. Du wärst vermutlich ein guter Manager, vielleicht sogar ein guter Politiker. Vielleicht findest Du ja noch mal eine Firma, die Deinen Stil zu schätzen und zu nutzen weiß. Eine Beratungsfirma für Gesundheitswesen oder Transportwesen „auf der richtigen Seite“, gibt’s denn sowas nicht?

    • Gunter Dueck sagt:

      Ich bin 66 Jahre…gell? Und würdest Du Pfarrer dafür kritisieren, dass sie immer wieder Gott loben? Sind die aus Deiner Sicht sinnlos, weil es ja alles schon in der Bibel steht?

      • Rudolf Quetting sagt:

        Lieber Herr Keiner, was die „richtige Seite“ ist, wissen wir leider nicht, obwohl wir natürlich eine dezidierte Meinung dazu haben.
        Lieber Herr Dück, das Alter zählt nicht. Und auch eine mangelhafte Gesundheit zählt nur sehr bedingt (siehe Stephen Hawking), auch wenn letztere im Alter häufig eine zunehmende Rolle spielt. Auch der Vergleich mit den Pfarrern hinkt ein klein wenig. Die Pfasrrer loben „den da oben“, wir hingegen kritisieren und beschimpfen „die da oben“. Und wir beziehen uns dabei weder auf die Bibel, noch auf das Grundgesetz oder die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen. Was mir fehlt ist die Demut angesichts der Tatsache, daß sogar wir nicht nur irren können, sondern dies auch leider viel zu häufig tun.
        Das ist aber kein Freibrief fürs Nichtstun und auch keine Aufforderung, Kritik generell zu unterlassen. Aber ich wünsche mir schon, dass wir uns nicht vordrängen, wenn e gilt, den ersten Stein zu werfen. Und wenn das im Facebookzeitalter auch noch so „in“ ist, es wäre schon gut, wenn wir diejenigen, welche andere Fehler machen als wir selbst, nicht pauschal für jedwede Misere verantwortlich machen.

        • Gunter Dueck sagt:

          Ich habe nicht den ersten Stein geworfen, sondern nur einen etwas größeren den vorigen 100.000enden nach. Nichts in der Liste ist schon oft festgestellt worden. Und immer kommt zurück, dass es doch sooo schlimm nicht ist. Ist es aber. Ich werfe seit Jahren Steine auf Autofirmen, Banken etc. Und jetzt, 10-15 Jahre danach gehen sie doch langsam unter. Was soll man denn noch tun? Ich schreibe das doch nicht, um zu zerstören, sondern um zu warnen oder HALT zu schreien. Zum Pfarrer, konkreter: Der tut eben NICHTS, er predigt nur. Ist er dann nur Nur-Mahner sinnlos? Ist die Kirche sinnlos? Hesekiel weint an den Ufern Babylons, aber er tut ja nichts. Hier wird auf Klagen immer nur geantwortet: Mach’s doch selbst weg, wenn’s dich stört. Muss der, der warnt, gleich für alle alles in Ordnung bringen? Hätte ich die Deutsche Bank retten sollen?

          • Rudolf Quetting sagt:

            Ich behaupte nicht, dass dass was Sie schreiben falsch sei. ist es untem Strich ja auch nicht. Ich stelle nur die Fragen:
            Welchen Anteil an der Misere haben wir bei genauerer Betrachtung selbst?
            Mit wieviel Demut sollten wir ins Gericht gehen, wenn wir die – nicht zu übersehenden – Mißstände anprangern?

          • schieb_it sagt:

            Probleme zu benennen, Zustände zu kritisieren ist wirklich positiv (konstruktiv) nur dann, wenn es dadurch eine gemeinsame Initiative gibt (zumindest als Ergebnis eine Verbesserung für eine Gruppe von Menschen oder halt im sozialen Sinne auch für den einzelnen und eben NICHT gleichzeitig auf Kosten anderer!). Gemeinsamkeit allein in der Geisteshaltung beruhigt immerhin, ändert aber zunächst nichts an den Zuständen, folgt zunächst mal der Methode erst zu denken und dann zu handeln, die tatsächlich nicht immer die Beste ist.

            Leider müssen wir auch mit Niederlagen und Enttäuschungen leben, nur muss man sich die nicht zum Ziel nehmen. Vielleicht mal die Liste in Ziele umschreiben?

            Alles leichter gesagt als getan, jeder kämpft hier mit seinen Möglichkeiten und die, die sich zurückgesetzt fühlen (egal ob sie es orientiert am Durchschnitt oder so wirklich sind) rebellieren ab einem gewissen Grad und jammern nur noch – oder nehmen demütig hin. Sie packen dann nichts mehr wirklich an und brauchen Hilfe. Diese Hilfe (zur Selbsthilfe) zumindest anteilig zu leisten führt wieder zu Gemeinschaft, andere Dinge wie jede Art von Egoismus oder Gier führen mittel- und langfristig in den Krieg egal wie subtil der Egoismus oder die Gier auch ist und wie schön sie sich tarnt.

            Diese Widersprüche und kämpfe im Leben werden wir niemals eliminieren können, aber wie können sie demütig ertragen (für uns selbst und mit anderen), zumindest erklären und uns damit beruhigen, das wir an die gleichen Probleme „glauben“.

            Für sich selbst zu wählen ob man demütig durchs Leben geht oder arrogant, das muss jeder für sich täglich aufs neue selbst entscheiden.

            Mit Demut kann man besser andere Not sehen und helfen oder eigene Not eingestehen und um Hilfe bitten.

            Beides sind die Königsdisziplinen der sozialen Demokratie, die uns täglich fordert, damit sie erhalten bleiben kann: Gegenseitiges, wechselseitiges helfen. Die Wirtschaft hat diesen Tausch weiterentwickelt und ich denke durch Geld wurde er pervertiert zumindest kann wandelbares Geld für alles eingesetzt werden nicht nur im Sinne von gegenseitigem Helfen in einem regional und zeitlich sowie sachlich begrenztem Rahmen.

            Deswegen z.B. ist die Wirtschaft zu reglementieren, wie so vieles andere! Am besten scheint das mit demokratischen Strukturen zu gehen, nur, auch diese gibt es nicht umsonst.

          • schieb_it sagt:

            Die Liste von Problemen in Deutschland könnte initial

            Helfende und Hilfesuchende zusammenzuführen

            (Das ist das Ziel, was bei Spendenaktionen oder beim Aufbau nach Umweltkatastrophen oft gut klappt – oft auch international). Klappt das allerdings nicht wird das Problem bestehen bleiben oder sich gar vergrößern.

            Hilfesuchende werden verzweifeln, ggfs. um sich schlagen und die, die nicht helfen obwohl sie es könnten sind bereits auf eine ihnen spezifische Weise „traurig“ „vereinsamt“ oder verdrängen Gemeinsamkeit, da, wo sie bitter nötig wäre, selbst wenn sie so weit weg liegt (internationale Probleme lassen sich allerdings meist nicht einseitig allein durch Lösungen innerhalb von Einzelstaaten lösen).

      • Sebastian Stautz sagt:

        Herr Dueck, auch wenn es mich freuen würde sie irgendwo aktiv zu sehen, bin ich schon froh über das, was sie tun. Das ist schon mehr als so manch anderer. Und wer weiß was sie alles hinter den Kulissen machen, von dem in der Öffentlichkeit nichts bekannt ist.
        Das wichtigste für mich ist, dass sie mich motivieren 🙂 Sie geben mir eine hoffnungsvolle Perspektive die ich sonst wo kaum sehen kann.
        Und dank Ihrer Omnisophie habe ich endlich eine klarere Sicht auf unsere Gesellschaft, verstehe so einiges und weiß jetzt bedeutend besser wo ich wie wirksam werden kann.

  26. Manuela sagt:

    Hallo Herr Dück,

    wie wahr! Für mich stünde der Punkt der Entschuldung zuoberst in der Liste. Weniger Schulden zu haben und diese bedienen zu können schafft Unabhängigkeit. Und durch diese können dann sinnvolle Entscheidungen getroffen werden. Das ist im Grossen und Ganzen nicht anders als im Privaten.

    Den respektvollen Umgang mit den Mitmenschen würde ich ebenfalls auf meine Liste nehmen. Viele unserer Probleme entstehen aus Überheblichkeit, nicht zuhören können oder wollen und einer ungerechtfertigten Anspruchshaltung heraus. Und da stinkt der Fisch von oben und von unten. Twitter-Präsidenten und auf „Recht behalten“ optimierte Debatten auf der einen Seite, Ellenbogen und „unterm Strich zähl ich'“ allerorten im Alltag. Wenn viele von uns hier eine Verhaltensänderung hinbekämen, wäre schon viel gewonnen, denke ich. Wir sind Teil des Problems und sollten zur Lösung werden.

    Könnte man Sie nicht doch überreden, noch in die Politik zu gehen? Ich könnte mir vorstellen, dass Ihr Wahlprogramm viele überzeugen würde.

  27. Respect Nature sagt:

    Die Mauer ist vor unseren Augen!
    https://www.youtube.com/watch?v=WfGMYdalClU

  28. Uwe Pilgram sagt:

    Herr Dueck hat in seiner Liste alles gut und richtig notiert.

    Aber, wie konnte das alles passieren? Nur wenn wir das eindeutig und nachprüfbar ermitteln, können wir die Ursachen anpacken und beseitigen. Mit 50 oder 500 Milliarden kurieren wir sicher nur am Symptom. Und übersehen vielleicht sogar, dass vieles die gleiche Ursache haben könnte. Hilfreich ist nach meiner Erfahrung, wenn bei den Ursachen von Schieflagen erst einmal nach den Profiteuren schaut.

    Komplex? Ein Beispiel: Die hohen Steuereinnahmen und Überschüsse in den Haushalten, ja unsere ganze Konjunktur, stammen zu 100% aus der Notenpresse der EZB. Und warum die fleißig druckt, dürfte ja allgemein bekannt sein.

  29. Kai-Uwe Jensen sagt:

    Viele Worte, keines über Schuldenabbau? Am Ende wird dieses System wie in allen anderen Hochkulturen auch zum Kollaps führen. Die Frage wird eher sein, was danach kommen wird. Die ständige Diversifizierung und der daraus erwachsene Mehrkostenaufwand lassen sich in dieser Kultur nicht bremsen, liegt wohl im der fehlerhaften Auslegung der menschlichen Wahrnehmung. Schade, und unklar wann es zum Kollaps kommen wird, es bietet aber die Chance auf ein besseres System

  30. Hudung sagt:

    Hallo,
    Ist es denn ein Wunder?
    Nach 16 Jahren Stillstand mit Herrn Kohl und einer Wiedervereinigung als einzigstes Highlight. Einer Regentschaft mit der Agenda 2010 welche 2011 versäumt wurde zu korrigieren und uns Hartz 4 bescherte. Einer Schlaftablettenpolitik mit nun mehr 13 Jahren Merkel und einer Migrationspolitik die ein ganzes Volk auseinandertreibt .
    Armes Land sag ich da nur noch. Modernität sieht wirklich anders aus und wenn ich mir den Innovationsrat ansehe komme ich ins Grübeln.
    Man kann wirklich mehr machen, aber das Volk wählt das, was es verdient hat!

  31. Rainer Janssen sagt:

    Das Geld alleine reicht nicht. Man muss auch die Handwerker finden. Einige Schulleiter berichten, dass sie auf Ausschreibungen für die Renovierung von Schulklos gar keine Antwort mehr bekommen. Und einige Gemeinden in Bayern berichten, dass sie keinen Unternehmen für den Netzausbau bekommen (das Geld ist da). Und auch das Heim, in dem mein autistischer Sohn lebt, hat immer wieder Probleme, Handwerker zu finden, obwohl sie wesentlicher Projekträger in der Region sind.

    • Gunter Dueck sagt:

      Stimmt genau! Habe eine Veranstaltung mit Pinkwart NRW gehabt, der sagt, dass sie bei allem Geld keine Kapazitäten für Glasfaserverlegung haben – die warten ja nicht, bis etwas passiert. Sie verlegen zum Teil leichtfertig nicht mehr so tief wie einst, das wird gefährlich, wenn man mal kurz gräbt. Und sie müssen immerzu klären, wie viel Land/Bund/Gemeinde/EU zahlen, was er noch schlimmer findet als den bloßen Mangel an Ingenieuren/Maschinen. Es warten auch keine Brückensanierer und zweiten Lehrer pro Klasse. Das ist dann so viel Jammer, dass die Logistik von Note Vier Minus auf Note Gut Minus gar nicht da ist! Da wäre das DD nun zu lang geworden und so ganz endgültig trübe.

  1. 3. September 2018

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