Der gute Ausgang heiligt die Entscheidung

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17 Antworten

  1. Sascha sagt:

    Ich stimme dem Gedanken zu; danke für den Beitrag!
    Hinzufügen möchte ich:
    Es ist allerdings schon so, dass es Ideen gibt, die von Anfang an schlecht sind. Wenn eine Idee den schon vorhandenen Erkenntnissen widerspricht, dann soll der, der sie trotz wohl begründeter Warnungen umsetzt und damit Schaden anrichtet, auch Verantwortung dafür übernehmen.
    Außerdem ist es hilfreich, bei Entscheidungen eine vorhandene Unsicherheit auch anzugeben und zu begründen, warum trotzdem eine Entscheidung notwendig ist (und nicht vielleicht eine Empfehlung ausreicht).

    • Markus sagt:

      Nennt man diese schlechten Idee in einer Demokratie nicht „Kompromisse“? Sorry, could not resist. Und Verantwortung übernehme ich gerne, wenn ich nach einem „Sorry“ zwar aktuell ohne Amt, aber mit weiter reichlich Kohle ausgestattet bin, wie der gegelte Adelige, von denen in einer Republik noch erstaunlich viele rumlaufen…

  2. Markus sagt:

    Der Ausgangspunkt war die Frage nach Glücksspiel mit Ausgang oder „educated guess“. Aktuell kommt es mir tatsächlich so vor, als habe Sokrates Recht, weil „ich weiß, dass ich nichts weiß“ gilt. Dahin frage ich allerdings schon, nur bezogen auf die Virusgeschichte, was „die Wissenschaft“ in den vergangene Jahren erforscht hat, wenn sie fundamentale Wirkprinzipien „immer noch nicht verstanden hat“. Sie schreiben es, in Silizium hat es Boom gemacht, wer hätte eine 400GB Speicherkarte in der Größe eines Fingernagels erwartet? Nur in der Biologie sind wir weiter ratlos? Schon eigenartig. Wo sind sie verschwunden, die Forschungsmilliarden? In Guttenbergensischen Dissertationen? Ah, nein, der hat ja genau keine Wissenschaft betrieben, sondern lediglich Titelklaub…

  3. Harry sagt:

    Entscheidungen werden nicht nur „unter Nichtwissen“ getroffen, sondern auch unter Berücksichtigung von Interessen. Wenn ich nichts weiss, dann treffe ich immer die Entscheidung, die mir mehr „Macht/Gewinn“ verspricht. Dazu kommen Medien, die natürlich auch nichts wissen, sondern auch Interessen (Auflage, klicks) verfolgen. Wissenschaft unterliegt dem gleichen Spiel (siehe Kuhn) und wird durch gerichtete Förderung auch den Interessen der Politik unterworfen.

    Es geht nicht darum, welcher Entscheider „richtiger“ lag, sondern welcher Entscheider, die Wirkmechanismen der Medien besser bedienen konnte.

    In unserer Gesellschaft versuchen wir Glück zu ignorieren. Bei Firmengründern betrachten wir nur die Erfolgreichen und Gesamtzahl derjenigen, die eine Firma gegründet haben. Dies führt zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität.

  4. Thimo Müller sagt:

    Leider sind es auch immer die extremen (Hardlinern und Laissez-Faire-Anhänger), die von hüben und drüben, von oben und unten und von links und rechts ganz laut schreien.

    Meine Oma hat immer gesagt: „Früher hast du gerade mal mitbekommen wenn im Nachbarort ne Scheune brennt. Heute sehe ich alle Scheunen der Welt brennen“

  5. Janix sagt:

    1) Ein eigentlich eher „komplexitätsreduzierter“ Chef gab eenmal inen verblüffend pointierten Spruch aus seinem Leistungssport zum Besten: „Entweder ich gewinne … oder ich lerne „.

    2) Wie treiben wir dem System aus, diejenigen zu belohnen, die „es immer schon wussten“/nicht lernen? Die bedienen ja die Vater/Mutter-Komplexe so schön. Bzw. werden Trump, Scheuer, … (selbst einsetzen) auch abgewählt?

    • Markus sagt:

      Hm. Werden nicht abgewählt, weil sie immer Listenplatz 1 innehaben. Warum ist nun genau das so? Und Trumphäme bringt auch nichts, weil, da gibt es Leute, die wollen ihn auf Listenplatz 1 – das nenne ich „clever“. Wer hat jetzt genau was davon? Das ist wohl die entscheidende Frage, denn Gewinner gibt es immer.

  6. M. Rosenboom sagt:

    Ja, hinterher ist man immer schlauer – aber nur, wenn man lernen will und kann. Das tut die Wissenschaft im Moment.
    In den Medien lesen die meisten doch die reißerischen (und hämischen) Kommentare auch lieber als nachdenkliche Artikel. Und in der Politik sind kurze prägnante Aussagen üblich. Das nennt sich nicht „Lernen“ sondern „Meinungsbildung“.
    Jetzt ist es sogar so, dass wir noch garnicht sagen können, was am Ende herauskommt. Aber jede/r wird etwas finden, um zu sagen „Ich habe recht gehabt!“ Insbesondere, wenn wir „am Ende“ nur die Gewinner fragen (was auch immer die gewonnen haben).
    Ich sehe es schon so, dass momentan alle auf die Nachbarn schielen: Land X schaut, was in Land Y nach Lockerung/Straffung der Regeln passiert. Nicht so wie die Presse das oft tut („Da darf man das und hier nicht, manno!“) sondern um daraus zu lernen.
    Wahrscheinlich bin ich hoffnungslos optimistisch 😉

  7. Wolfgang Singer sagt:

    Schlicht und einfach: sehr gut.

  8. Jörn Becker sagt:

    Ray Dalio hat in seinem Unternehmen eine Kultur der Fehler etabliert. Das funktioniert in einem Fonds mit Investitionsentscheidungen sehr gut. Die kann man schnell korrigieren.
    Für ein Krankenhaus ist so eine Kultur nicht so sinnvoll. Vera Birkenbihl würde fragen: Was ist der Preis für eine Fehlentscheidung?

    • Harald sagt:

      Und was würde Jörn Becker sagen?

    • Markus sagt:

      Ein vertuschter Kunstfehler, so wie „üblich“? Ärzte sich doch auch nur Menschen (ich erinnere mich da an Multiresistente Keime, von denen aktuell auch niemand berichtet, von wegen Intensivmedizin und so) Apropos: Wenn in einer südafrikanischen Golfmine der Lohn wegen eines Fehlers der Abrechnung nicht gezahlt werden kann, dann gibt es auch Tote…

  9. Konrad Hartl sagt:

    Dazu fällt mir ein Zitat ein, das dem Literatur-Nobelpreisträger von 1947, André Gide, zugeschrieben wird:
    Vertrauen sie denen, die nach der Wahrheit suchen und misstrauen sie denen die sie gefunden haben.

  10. Rainer Zimmermann sagt:

    Wäre HYPOMANIE demnach nicht ein vortrefflicher Titel für ein nächstes Buch, Prof. Dr. Dueck?

    (Ich kann das Inhaltsverzeichnis schon FAST vor meinem geistigen Auge sehen…^^)

  11. Norbert Micus sagt:

    Danke für das „Reframing“ der aktuellen Entwicklungen. Ja genau: Lernen ist zentral, Erkenntnisgewinn sollte mehr Respekt genießen als der Erfolg.

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